Karrierelexikon

Gehalt im dualen Studium

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Der Schulabschluss ist einer der einschneidendsten Einschnitte im Leben junger Menschen. Sie müssen nun die Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen. Ob sie eine Lehre machen oder doch besser eine akademische Laufbahn einschlagen sollten, will gut überlegt sein. Doch so früh und eindeutig brauchen sich die jungen Menschen gar nicht festlegen. Sie haben die Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren. Das bedeutet: Sie studieren regulär und sammeln zugleich praktische Erfahrungen im Betrieb. Gern gewählt wird aus den rund 700 Bachelor-Studiengängen etwa die Kombination BWL-Studium und kaufmännische Ausbildung.

Duales Studium: diese Möglichkeiten gibt es

Wer sich für die Möglichkeit des dualen Studiums interessiert, hat im Prinzip vier Möglichkeiten: Sie können zwischen einem Berufsintegrierten dualen Studiengang, einem Ausbildungsintegrierten dualen Studiengang und einem Praxisintegrierten dualen Studiengang wählen. Der einzige Unterschied besteht darin, wie die praktische Arbeit bewertet wird. Wer sich für den Ausbildungsintegrierten Studiengang entscheidet, hat nach dem Studium auch eine vollwertige Ausbildung, bei der praxisintegrierten Variante bekommen die Studenten lediglich Praktikumszeugnisse. Für ein Berufsbegleitendes Studium können sich sowohl Schulabgänger als auch Arbeitnehmer entscheiden, die schon einige Jahre Berufserfahrung sammeln konnten. Bei ihnen ist vor allem ein Abend- oder Wochenendstudium gefragt.

Die Vor- und Nachteile

Der größte Nachteil des dualen Studiums ist die Doppelbelastung, die den Studenten zu schaffen machen kann. Sie müssen nach Feierabend im Prinzip noch den Stoff für die Uni vor- und nachbereiten und haben im Gegensatz zu ihren Studienkollegen auch keine Semesterferien. Das bedeutet, dass sie während der Ausbildung in ein relativ enges Zeitkorsett geschnürt sind und nur wenig Zeit, etwa für Auslandsaufenthalte, haben. Zudem werden nicht alle Studiengänge in Form eines dualen Studiums angeboten. Am breitesten ist das Angebot im kaufmännischen und technischen Bereich, wo das theoretische Wissen am einfachsten praktisch angewendet werden kann.

Diese Nachteile werden für viele Studenten jedoch mehr als aufgewogen. Weil sie ein reguläres Gehalt vom Betrieb bekommen, brauchen sie sich um die Finanzierung des Studiums keine Sorgen zu machen. Sie genießen außerdem sehr gute Studienbedingungen, weil Uni und Betrieb sehr eng zusammenarbeiten. Die Studenten dualer Studiengänge punkten außerdem nach dem Abschluss mit ihrer Praxiserfahrung auf dem Arbeitsmarkt. Viele werden direkt vom Ausbildungsbetrieb übernommen.

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten?

Wie hoch das Gehalt ausfällt, hängt sehr stark von der Branche ab, in der das Unternehmen tätig ist. Die Spanne reicht von 480 bis auf über 2.000 Euro. Im Schnitt bekommen sie pro Monat einen Betrag von rund 1.000 Euro. Allerdings schnüren viele Unternehmen ein Paket mit attraktiven zusätzlichen Leistungen. Beispielsweise übernehmen sie die Studiengebühren voll oder ganz, übernehmen einen Teil der Mietkosten oder geben Zuschüsse für Heimfahrten oder ÖPNV-Tickets. Auch Essensgeld und Vermögenswirksame Leistungen sind nicht unüblich.

Bei Banken können die Studenten mit einem Gehalt von 900 bis 1.000 Euro rechnen. Ähnlich ist der Verdienst in der Branche "Haushaltsartikel und Möbel", bei mittelständischen Unternehmen und in Steuerbüros. Die Spanne liegt hier zwischen 800 und 1.000 Euro. In der Lebensmittelindustrie werden zwischen 720 und 880 Euro bezahlt, bei IT-Beratungsfirmen 840. Das Schlusslicht bei der Bezahlung sind Werbeagenturen. Hier werden lediglich zwischen 450 und 550 Euro bezahlt.