Karrierelexikon

Gehalt im freiwilligen Sozialen Jahr

Inhaltsverzeichnis

Eine große Diskussion um das freiwillige Soziale Jahr hatte die Abschaffung der Bundeswehr Wehrpflicht in Deutschland zur Folge. Wer nämlich den Dienst an der Waffe nicht leisten wollte, konnte stattdessen seinen Zivildienst ableisten. Auch ohne Verpflichtung leisten viele junge Menschen in Deutschland dennoch ein freiwilliges soziales Jahr. Finanzielle Anreize stecken allerdings nicht dahinter, denn die jungen Menschen bekommen nur ein Taschengeld sowie weitere zusätzliche Leistungen. Alles in allem können sie mit einem monatlichen Betrag von 300 bis 400 Euro pro Monat rechnen. Jedoch macht sich das freiwillige soziale Jahr gut im Lebenslauf und die Teilnehmer können sich im Berufsleben orientieren.

Das bekommen die freiwilligen Helfer

Wer sich für ein freiwilliges soziales Jahr entscheidet, wird in sozialen Einrichtungen eingesetzt. Dazu gehören Pflegeheime ebenso wie Krankenhäuser, Kindergärten und -heime. Zu ihren Aufgaben gehören vor allem leichte Tätigkeiten, etwa die Betreuung der Kinder oder bei Senioren und Behinderten eine Hilfestellung bei den Mahlzeiten. Weil es sich beim freiwilligen sozialen Jahr um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt, haben sie keinen Anspruch auf Lohn oder Gehalt. Sie bekommen stattdessen ein Taschengeld, dessen Höhe unter anderem vom Träger der Einrichtung abhängt. Laut Gesetz dürfen als Taschengeld aktuell maximal 330 Euro ausbezahlt werden. Im Schnitt zahlen die Träger ihren Freiwilligen 150 Euro pro Monat. Träger, die das freiwillige soziale Jahr anbieten, sind neben Religionsgemeinschaften und Wohlfahrtsverbänden auch die Gemeinden, Bundesländer und der Bund.

Weitere Leistungen im FSJ

Die Teilnehmer am freiwilligen sozialen Jahr haben darüber hinaus aber noch weitere Ansprüche. Beispielsweise müssen die Einrichtungen ihren Freiwilligen eine Unterkunft und Verpflegung anbieten. Die Arbeitskleidung wird in der Regel ebenfalls vom Träger der Einrichtung gestellt. Wenn die Unterkunft oder Verpflegung in der Einrichtung nicht möglich ist, bekommen die Freiwilligen dafür einen finanziellen Zuschuss.

Auch während des freiwilligen sozialen Jahres haben die Freiwilligen einen Anspruch auf Kindergeld. Das gilt auch für alle anderen kindbezogenen Leistungen, beispielsweise die entsprechenden Steuerfreibeträge.

Darüber hinaus müssen die Freiwilligen in der gesetzlichen Sozialversicherung versichert sein. Die Beiträge für Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung werden allein vom Träger der Einrichtung übernommen.

Sobald sie den Dienst angetreten haben, erhalten die Freiwilligen einen FSJ-Ausweis. Damit erhalten sie dieselben Vergünstigungen, die Schüler oder Azubis bekommen, wenn sie ihren Ausweis vorzeigen. Beispielsweise ist für sie der Eintritt in viele öffentliche Einrichtungen kostenlos.

Wer kann ein FSJ machen?

Jugendliche und junge Erwachsene bis maximal 27 Jahre, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, können das freiwillige soziale Jahr absolvieren. Die näheren Einzelheiten sind im Jugendfreiwilligendienstgesetz geregelt. Die Freiwilligen müssen nicht unbedingt zwölf Monate arbeiten, damit das freiwillige soziale Jahr anerkannt wird. Möglich sind Dienstzeiten zwischen sechs und 18 Monaten. Angeregt wurde die Einführung des freiwilligen sozialen Jahres übrigens von der evangelischen und katholischen Kirche. In den 1950er Jahren rief die evangelische Kirche zum freiwilligen Dienst in der Pflege auf. Ein Philadelphisches Jahr wurde 1962 von Gertrud Rückert in Bayern initiiert. Die beiden Kirchen starteten schließlich mit dem damaligen Finanzminister Bruno Heck eine entsprechende Gesetzesinitiative, die 1964 vom damaligen Bundestag verabschiedet wurde.

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