Karrierelexikon

Gehaltstabelle öffentlicher Dienst - Besoldung

Inhaltsverzeichnis

Im Gegensatz zu Beschäftigen in der freien Wirtschaft, wissen Angestellte im öffentlichen Dienst stets genau, aus welchen Gründen sie welches Gehalt verdienen. Sie werden nämlich ihrer Qualifikation und Berufserfahrung entsprechend in einer Gehaltstabelle für den öffentlichen Dienst eingestuft und bekommen dann genau den dort festgelegten Tarif.

Verschiedene Gehaltstabellen im ÖD

Gehaltstabellen für den Öffentlichen Dienst gibt es auf den Ebenen des Bundes, der Länder, von Kommunen sowie anderen Einrichtungen der Öffentlichen Hand. Sie alle basieren auf dem Prinzip, dass verschiedene Abstufungen für unterschiedliche Qualifikationen existieren und diese dann wiederum in einzelne Stufen aufgeteilt sind, die nach bestimmten Jahren an Berufserfahrung erreicht werden. Darüber hinaus gibt es Gehaltstabellen, die in Anlehnung an die des öffentlichen Dienstes erstellt wurden, wie zum Beispiel die Tabellen zur Regelung der Entlohnung von Kirchenmitarbeitern.

Die Entgeltgruppen für einfache Tätigkeiten

Grundsätzlich werden in den Entgeltgruppen 1 und 2 sehr einfache Beschäftigungen eingruppiert, wie zum Beispiel die Aufsichtspersonen in einem Hallenbad oder die Essensausgeber in einer Kantine. Für die anschließenden Tätigkeitsgruppen 3 und 4 sind eine umfangreiche Einarbeitung oder gründliche Fachkenntnisse erforderlich. Typische Beispiel für diese Tätigkeitsgruppen sind Desinfektionshelfer, Fahrer oder Pflanzenbeschauer.

Entgeltgruppen mit erforderlicher Berufsausbildung

Die Tätigkeitsgruppen 5 bis 8 erfordern in aller Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung, teilweise ist es darüber hinaus nötig in größerem Umfang selbständig, ohne konkrete Anleitung tätig zu werden. Typische Beispiele für diese Beschäftigungen sind Kinder- oder Altenpfleger, Logopäde oder auch IT-Systemtechniker.

Höhere Entgeltgruppen im ÖD

In den dann folgenden Tarifgruppen 9 bis 12 ist in der Regel entweder ein abgeschlossenes Universitäts- oder Fachhochschulstudium erforderlich. Dabei handelt es sich um Tätigkeiten, wie zum Beispiel als Lehrer oder Revierförster. Die höchsten Entgeltgruppen im öffentlichen Dienst sind nur mit einer Promotion beziehungsweise einem Master-Grad erreichbar. Beispiel sind hierfür insbesondere Ärzte und Apotheker.

Kritik an der Gehaltstabelle im ÖD

Gegen diese Einstufungen wird immer wieder eingewandt, dass bei ihnen das Leistungsprinzip zu wenig berücksichtigt wird. Tatsächlich erfolgen im öffentlichen Dienst grundsätzlich weniger Erfolgskontrollen als in der freien Wirtschaft. Darüber hinaus ist auch die Vereinbarung von variablen Gehaltsbestandteilen, wie zum Beispiel Boni oder Tantiemen weitgehend unüblich. In der Wirtschaft werden dagegen oft Zielvereinbarungen getroffen, bei denen die Mitarbeiter bestimmte Zielvorgaben erreichen müssen, um in den Genuss von Sonderzahlungen zu kommen. Diese Gestaltung des Gehaltes wirkt außerordentlich motivierend und kann so dazu führen, dass die Beschäftigten in der freien Wirtschaft sich mehr anstrengen. Auch die Quasi-Unkündbarkeit, die Angestellte im öffentlichen Dienst nach langjähriger Tätigkeit erlangen, führt oft zu einer geringeren Leistungsbereitschaft.