Karrierelexikon

Gehalt im höheren Dienst

Inhaltsverzeichnis

Die Verdienstmöglichkeiten sind es sicher nicht, die einen erfolgreichen Studenten dazu bewegen, eine Karriere als Beamter im höheren Dienst einzuschlagen. Denn in der freien Wirtschaft liegen die Gehälter wesentlich höher. Besonders deutlich ist der Unterschied bei Führungspositionen. Der Leiter des Umweltbundesamtes beispielsweise ist in der Besoldungsgruppe B3 eingestuft und verdient 6731 Euro brutto. Selbst bei einem kleineren Unternehmen könnte er als Geschäftsführer etwa 10.000 Euro verdienen.

Auch für Mediziner scheint der Dienst für den Staat eher unattraktiv zu sein. So verdient der Leiter eines nordrhein-westfälischen Gesundheitsamtes 6727 Euro brutto. Ein niedergelassener Arzt kann in derselben Region etwa 3.000 Euro mehr verdienen. Juristen, beispielsweise Richter am Amtsgericht, kommen etwa auf 4.100 Euro, also auch deutlich weniger als Juristen in Kanzleien oder in Unternehmen.

Das große Plus: die Sicherheit

Die finanziellen Aspekte spielen nicht die größte Rolle, wenn sich jemand für eine Beamtenlaufbahn im höheren Dienst entscheidet. Sehr viel wichtiger ist den Betroffenen die Sicherheit. Schließlich sind sie als Beamte unkündbar und können eine halbwegs gesicherte Lebensplanung machen. Sobald sie einige Jahre Berufserfahrung und eine Familie gegründet haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie versetzt werden, nur sehr gering. Ein weiterer Vorteil, den sie genießen: Beamte brauchen nicht in die gesetzlichen Kassen einzuzahlen. Dadurch haben sie - je nach Besoldungsstufe - um einige Hundert Euro mehr in der Tasche als Arbeitnehmer mit demselben Bruttoverdienst.

Das Wertvollste: der Pensionsanspruch

Der Pensionsanspruch ist vielen ebenfalls nicht unwichtig, sich für diese Laufbahn zu entscheiden. Denn Beamte erhalten aktuell rund 72 Prozent ihres letzten Bezugs bis zum Rest ihres Lebens als Pension. Im Alter kehrt sich die Einkommensschere also um. Denn Arbeitnehmer bekommen lediglich 48 Prozent ihres durchschnittlichen Bruttogehaltes als Rente. Allein dieser Unterschied kann mehrere Hundert Euro pro Monat ausmachen. Im Laufe der Pensionsjahre können sich die finanziellen Vorteile, die ein Beamter gegenüber dem Angestellten genießt, zum Gegenwert eines Einfamilienhauses aufaddieren.

Wie wird man Beamter im höheren Dienst?

Beim höheren Dienst handelt es sich um die höchste Beamtenlaufbahn, die in Deutschland möglich ist. Wer diese Laufbahn einschlagen möchte, braucht zunächst einmal einen Master- oder gleichwertigen Abschluss von einer Universität oder einer vergleichbaren Hochschule. Akzeptiert werden die Abschlüsse Magister, Diplom und erstes Staatsexamen. Die Interessenten werden dann im Vorbereitungsdienst oder einer Laufbahn besonderer Fachrichtung auf ihre zukünftigen Aufgaben im Staatsdienst vorbereitet. Diplome, die an einer Fachhochschule erworben wurden oder der Abschluss des Bachelor werden nur anerkannt, wenn der Beamte im gehobenen Dienst durch besondere Leistungen geglänzt hat und in den höheren Dienst befördert wird.

Wie erfolgt die Ausbildung?

Grundsätzlich werden die Beamten im höheren Dienst in Form eines zweijährigen Referendariats ausgebildet. Davon ausgenommen sind nur die Laufbahnen besonderer Fachrichtung. Weil hier - etwa im höheren sprach- und kulturwissenschaftlichen Dienst - insgesamt zu wenig Beamte gebraucht werden, ist die Berufserfahrung ausschlaggebend. Anschließend steigen sie in der Regel mit der Besoldungsgruppe A13 ein. Für den höheren Dienst gibt es neben den Besoldungsgruppen A13 bis A16 noch die Besoldungsordnung B für leitende Spitzenbeamte, die Besoldungsordnung C für wissenschaftliches Personal und die Besoldungsordnung R für Staatsanwälte und Richter.

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