Karrierelexikon

Gehaltsangabe - Wie viel ist richtig?

Inhaltsverzeichnis

Anders als in vielen angelsächsischen Ländern wird in Deutschland meist ein großes Geheimnis aus der eigenen Gehaltshöhe gemacht. Selbst unter Lebenspartnern, Verwandten oder engen Freunden wird über dieses Thema meist gar nicht gesprochen. Dennoch werden bei verschiedenen Gelegenheiten Gehaltsangaben gefordert. Dabei handelt es sich oft um eine Angabe, die alleine vom Angestellten auf Treu und Glauben zu machen ist. In anderen Fällen ist jedoch auch ein Beleg in Form einer Gehaltsbescheinigung vom Arbeitgeber oder zumindest in Form von einigen aktuellen Gehaltsabrechnungen zu machen. Schon aus diesem Grund sollte man bei der Angabe des Gehalts immer streng bei der Wahrheit bleiben und niemals diesbezüglich falsche Angaben machen – die Gefahr, dass über kurz oder lang alles ans Licht kommt, ist einfach zu groß.

Gehaltsangabe im Anschreiben

In fast allen Stellenanzeigen werden die Bewerber aufgefordert, eine Gehaltsangabe zu machen. Damit ist gemeint, dass sie schreiben sollen, welches Einkommen sie bei ihrem neuen Arbeitgeber erzielen möchten. Hier antwortet man am besten mit einer ungefähren. Größenordnung. Um nicht als unverschämt zu erscheinen, sollte diese Forderung realistisch, aber auch nicht zu bescheiden sein. So zeigt man, dass man sich in der Branche auskennt und seinen eigenen Marktwert gut einschätzen kann.

Gehaltsangabe im Vorstellungsgespräch

Sehr oft erleben Kandidaten, dass sie im Vorstellungsgespräch nicht nur aufgefordert werden, ihre Gehaltsvorstellungen zu benennen, sondern auch Auskunft über ihr bisheriges Gehalt geben sollen. Dies ist oftmals eine unangenehme Situation, insbesondere für Bewerber, die sich finanziell deutlich verbessern möchten. Wenn sie wahrheitsgemäß angeben, dass sie bislang viel weniger verdienen, als sie sich von ihrem neuen Arbeitgeber erhoffen, wirken sie leicht unverschämt.

Umgekehrt ist es allerdings auch ungünstig, wenn man auf dem gleichen Niveau verdient. Dann entsteht schnell der Verdacht, dass Differenzen mit dem bisherigen Arbeitgeber den Auslöser für den Jobwechsel darstellen. Beides erhöht nicht unbedingt die Wahrscheinlichkeit, den neuen Job zu bekommen. Hier kann es eine gute Lösung darstellen, zwar bei der Wahrheit zu bleiben, aber eine möglichst unpräzise Antwort zu geben. Eine Größenordnung von einem ungefähren Gehalt oder auch die Auskunft, dass man ein branchenübliches Gehalt verdient, mögen ausreichen.

Gehaltsangabe im Bankengespräch

Banken müssen sich davon überzeugen, dass Kreditkunden aller Wahrscheinlichkeit nach in der Lage sein werden, die mit einem Darlehen eingegangenen Verpflichtungen zuverlässig zu erfüllen. In diesem Zusammenhang sind Gehaltsangaben unerlässlich. Nur mit ihrer Hilfe kann der Kundenberater berechnen, ob das monatlich nach Abzug aller Belastungen zur Verfügung stehende Einkommen ausreicht, um den Kredit zu bedienen.

Dies liegt übrigens nicht nur im Interesse der Bank, sondern genauso auch in dem des Kunden. Nur wer sich durch eine Kreditaufnahme finanziell nicht übernimmt, ist geschützt vor einer privaten Überschuldung. Auch aus diesem Grund sollte man gegenüber der Bank von Anfang an mit offenen Karten spielen und präzise das gegenwärtige Gehalt benennen. In den meisten Fällen verlangen die Banken sowieso eine unterschriebene Gehaltsbescheinigung des Arbeitgebers. Darüber hinaus erfüllen falsche Angaben bezüglich des Einkommens sogar den Tatbestand des Kreditbetruges. Ähnlich verhält es sich mit Gehaltsangaben, die von Wohnungsvermietern gefordert werden. Auch hier empfiehlt es sich, offen und ehrlich Auskunft zu geben und eventuell selbst die Kopie von Gehaltsabrechnungen anzubieten.

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