Karrierelexikon

Gehaltsverzicht in welchen Fällen erlaubt?

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff Gehaltsverzicht ist eher negativ belastet, denn er bedeutet, dass monatlich weniger Geld durch das Einkommen zur Verfügung steht. Tatsächlich handelt es sich um eine wenige erfreuliche Angelegenheit, wenn ein teilweiser Verzicht vom Arbeitgeber verlangt wird, weil sich die wirtschaftliche Situation des Unternehmens dramatisch verschlechtert hat. Doch es gibt auch den freiwilligen Gehaltsverzicht, der zu mehr Zufriedenheit führt, weil er auf eine Verringerung der Arbeitsbelastung zurückzuführen ist.

Vom Arbeitgeber verlangter Gehaltsverzicht

Wenn es einem Unternehmen schlecht geht und vielleicht sogar eine Insolvenz droht, kommen viele Arbeitgeber auf die Idee, ihre Mitarbeiter zu bitten, auf einen Teil des Gehalts zu verzichten, um eine Sanierung zu erleichtern. Für die meisten Angestellten ist dies eine äußerst bittere Pille. Denn in der Regel fällt es extrem schwer, mit einem sehr viel geringeren Gehalt auszukommen. Dies ist ganz besonders der Fall, wenn man Kinder hat, für die man unterhaltspflichtig ist oder womöglich einen größeren Kredit, zum Beispiel für eine Immobilie oder ein hochwertiges Auto abbezahlen muss.

Deswegen lehnen viele Angestellte es aus gutem Grund ab, einen Gehaltsverzicht in Form einer Änderungskündigung zu unterschreiben. Oftmals hat ein Verzicht auf Gehaltsbestandteile in der Vergangenheit auch nicht dazu geführt, dass das Unternehmen tatsächlich gerettet wurde. Es wurde lediglich der Niedergang etwas verzögert. Dies hat für die betroffenen Angestellten allerdings unerfreuliche Folgen: Durch den geleisteten Gehaltsverzicht, insbesondere wenn er über einen längeren Zeitraum vorgenommen wurde, kam es zu einer Reduzierung der Ansprüche auf Arbeitslosengeld. Aufgrund des reduzierten Einkommens wurde weniger in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt, so dass dann entsprechend geringere Ansprüche geltend gemacht werden konnten. Die bessere Alternative ist mit Sicherheit, sich einen neuen Job in einem gesunden Unternehmen zu suchen, falls dies irgendwie möglich ist. Wer trotz der Krisensituation bei seinem alten Arbeitgeber bleiben möchte, sollte sich vor der Zustimmung zu einem Gehaltsverzicht gründlich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen.

Eigenverantwortlicher Gehaltsverzicht

Ganz anders ist die Situation zu beurteilen, wenn freiwillig auf Gehalt verzichtet wird. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Mitarbeiter die wöchentliche Arbeitszeit reduziert, um mehr Freizeit zu haben. Dann wird ein Gehaltsverzicht billigend in Kauf genommen, um sein Leben mehr entsprechend der eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Dabei kommt dem Betroffenen meist zugute, dass sich eine Kürzung des Bruttogehalts sich in einer prozentual geringeren Reduzierung des Nettoeinkommens auswirkt. In Deutschland herrscht ein progressiver Steuertarif, der dazu führt, dass ein geringeres Gehalt mit einem niedrigeren Steuersatz zu versteuern ist.

Bevor man sich zu einem Gehaltsverzicht entschließt, sollte man genau berechnen, zu welchen finanziellen Einbußen dieser Schritt führt. Mit Hilfe eines Gehaltsrechners im Internet ist dies ohne Probleme möglich, auch wenn man keinerlei Fachkenntnisse besitzt. In einen solchen Rechner müssen lediglich persönliche Stammdaten, wie zum Beispiel die Steuerklasse, der Familienstand und die Kirchenzugehörigkeit eingegeben werden. Anschließend lässt man sich zweimal hintereinander das Netto-Gehalt ausrechnen, einmal auf Basis des aktuellen Gehalts und anschließend mit dem geplanten reduzierten Gehaltswert. Aus der Differenz der beiden Nettowerte ergibt sich dann die effektive finanzielle Auswirkung, die der Gehaltsverzicht hat. Ist sie zu groß, empfiehlt es sich, die Zahl der Arbeitsstunden etwas weniger als ursprünglich geplant zu reduzieren.

Weitere Themen zu Gehalt
Aktuelle News
  • "Verruchte" Berufe: Das verdienen Tätowierer, Türsteher, Sexarbeiter

    "Verruchte" Berufe: Das verdienen Tätowierer, Türsteher, Sexarbeiter

    Unseriös, suspekt oder gar kriminell: Einige Berufe sehen sich massiven Vorurteilen ausgesetzt und bekommen von großen Teilen der Gesellschaft wenig Respekt entgegengebracht. Dabei wird oft verkannt, dass die Menschen einer ordentlichen Tätigkeit nachgehen. Beim näheren Hinsehen stellt sich auch heraus, dass viele Vorbehalte eher historischer Natur sind und dringend auf den Prüfstand gestellt...

  • Ländervergleich Schweden: Arbeit, Gehalt und Leben

    Ländervergleich Schweden: Arbeit, Gehalt und Leben

    Zauberhafte Natur, stilvoll gekleidete Menschen und eine Gesellschaft, die ein kleines bisschen weiter ist als anderswo: Zu Schweden fallen schnell einige Klischees ein. Das Königreich im Norden genießt wohl auf der ganzen Welt einen guten Ruf und gilt in mehrfacher Hinsicht als vorbildlich. Der gut ausgebaute Sozialstaat und die entspannte Arbeitswelt machen Schweden für Einwanderer attraktiv,...

  • Arbeiten bei BASF: Gehalt, Karriere und Co.

    Arbeiten bei BASF: Gehalt, Karriere und Co.

    Die BASF, die Badische Anilin- & Sodafabrik, hat im Jahr 2018 rund 62 Milliarden Euro umgesetzt und ist damit in Sachen Umsatz der größte Chemiekonzern der Welt. Sie beschäftigt 54.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie 2.892 Auszubildende allein in Deutschland – das macht die Ludwigshafener zu einem großen und nachgefragten Arbeitgeber. Welche Jobs das Unternehmen bietet und was man bei BASF...

  • Frauenfußball-WM 2019: Was verdienen die DFB-Kickerinnen?

    Frauenfußball-WM 2019: Was verdienen die DFB-Kickerinnen?

    In wenigen Tagen ist wieder Fußball-Weltmeisterschaft – dieses Mal im Frauenfußball. Vom 7. Juni bis zum 7. Juli ermitteln in Frankreich 24 Teams die Weltmeisterinnen 2019 und auch die deutschen Kickerinnen sind mit von der Partie. Auch wenn sich die weibliche Nationalelf mit ihren Erfolgen hinter der deutschen Herrenmannschaft nicht zu verstecken braucht: Dzsenifer Marozsán, Almuth Schult, Lena...

  • Längere Elternzeit als Vater? Probleme und Chancen für die Karriere

    Längere Elternzeit als Vater? Probleme und Chancen für die Karriere

    Wenn sich Nachwuchs ankündigt, beginnt eine schöne und aufregende Zeit, die meist viel zu schnell vorübergeht. Aus diesem Grund – und weil das Bild der Kindeserziehung als reine Frauenaufgabe veraltet und überholt ist – nutzen immer mehr Männer den sogenannten Vaterschaftsurlaub, um mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Doch dabei ergeben sich für Väter ganz eigene Probleme – vor allem...

Gehaltsvergleich verwendet Cookies. Wenn sie weitersurfen stimmen Sie der Nutzung zu. Details ansehen