Karrierelexikon

Gehaltsbescheinigung - Welche Angaben sind notwendig?

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Viele Arbeitnehmer würdigen ihre Gehaltsbescheinigung, die ihnen vom Arbeitgeber ausgehändigt wird, nur eines flüchtigen Blicks. Sie interessiert lediglich der Auszahlungsbetrag, der in der Regel ganz unten auf dieser Bescheinigung ausgewiesen wird. Doch die Gehaltsbescheinigung enthält viel mehr interessante Informationen und ist nicht schwer zu verstehen.

Gehaltsbescheinigung und Gehaltsabrechnung

Auf keinen Fall darf eine Gehaltsbescheinigung mit einer Gehaltsabrechnung verwechselt werden. Jeder Arbeitnehmer erhält am Ende eines Monats seine Gehaltsabrechnung, in der genau dargelegt wird, wie hoch die Abzüge für die Lohnsteuer und die Sozialversicherung sind, die vom Bruttogehalt vorgenommen wurden. Als Ergebnis wird dann der Auszahlungsbetrag gezeigt, der auf das Girokonto des Arbeitnehmers überwiesen wird. Eine Gehaltsabrechnung wird heute mit Hilfe moderner Software erstellt und ausgedruckt. Sie wird in der Regel ohne Anschreiben und Unterschrift verschickt.

Eine Gehaltsbescheinigung wird dagegen meist nur auf besonderen Wunsch des Arbeitnehmers erstellt und enthält umfangreiche Angaben, auch zu den der Gehaltsberechnung zugrunde gelegten Stammdaten. Sie wird vom Arbeitgeber mit einem Datum versehen und von einem Verantwortlichen in der Gehaltsabrechnung unterschrieben.

Vom Bruttogehalt zum Auszahlungsbetrag

Gehaltsbescheinigungen werden auf Monats- und Jahresbasis erstellt. Bei einer Gehaltsbescheinigung auf Monatsbasis wird das monatliche Gehalt mit allen Abzügen und dem Auszahlungsbetrag angegeben, während es bei einer Jahresgehaltsbescheinigung Angaben sind, die sich auf zwölf Monate einschließlich von Urlaubs- und Weihnachtsgeld und anderen jährlichen Sonderzahlungen beziehen. Jede Gehaltsbescheinigung enthält als Ausgangsbasis das Bruttogehalt. Diese umfasst das vereinbarte Arbeitsentgelt genauso wie eventuell gewährte geldwerte Vorteile, wie zum Beispiel eine arbeitgeberfinanzierte Altersversorgung oder die gewährte Privatnutzung eines betrieblichen PKW.

Anschließend werden die vom Arbeitnehmer zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung) aufgeführt. Als Ergebnis verbleibt der Auszahlungsbetrag, der dem Arbeitnehmer monatlich oder jährlich zur Verfügung steht.

Verwendungszwecke von Gehaltsbescheinigungen

Gehaltsbescheinigungen werden insbesondere als Nachweis des Einkommens benötigt. Dies ist zum Beispiel regelmäßig der Fall, wenn ein Kredit bei einer Bank beantragt wird. Das Kreditinstitut fordert eine vom Arbeitgeber unterschriebene Gehaltsbescheinigung an, um sich Klarheit über die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Kunden zu verschaffen. Sie möchten auf Nummer sicher gehen, dass die diesbezüglich vom Antragsteller gemachten Angaben auch wirklich den Tatsachen entsprechen. In diesem Zusammenhang sind auch manche Stammdaten, die auf der Gehaltsbescheinigung angegeben werden, äußerst aufschlussreich. So interessieren sich Kreditgeber zum Beispiel auch dafür, wie lange der Kunde schon im Unternehmen angestellt ist, um mit Hilfe dieser Information besser beurteilen zu können, ob sein Arbeitsplatz voraussichtlich sicher ist.