Karrierelexikon

Vorteile der Einstufung in Gehaltsgruppen

Inhaltsverzeichnis

Unter Gehaltsgruppe wird allgemein eine bestimmte Gruppe von Beschäftigten innerhalb einer Organisation verstanden, die nach Berufserfahrung gestaffelt, die gleichen Bruttogehälter bekommen. Wohl am bekanntesten sind die Gehaltsgruppen des öffentlichen Dienstes oder die Besoldungsgruppen, in die Beamte eingeteilt werden. Aber auch zahlreiche Tarifverträge sehen Gehaltsgruppen vor, in die Angestellte nach Art ihrer ausgeübten Beschäftigung eingeteilt werden. In Unternehmen der freien Wirtschaft, die auch durch Tarifverträge nicht gebunden sind, existieren dagegen keine formellen Gehaltsgruppen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Angestellten nicht auch hier nach bestimmten Kriterien eingestuft werden, die sich vor allem auf ihre Qualifikation, ihre ausgeübte Tätigkeit sowie ihre berufliche Erfahrung beziehen. Allerdings ist diese Einteilung in aller Regel weniger systematisch und offener für Änderungen und die Berücksichtigung von individuellen Besonderheiten bei der Gehaltsfindung.

Vorteile der Einstufung in Gehaltsgruppen

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringt die feste Einteilung von Angestellten in verschiedene Gehaltsgruppen einige Vorteile mit sich. Auf diese Weise ersparen sich beide Seiten zum Beispiel schwierige Verhandlungen um Einstiegsgehälter oder individuelle Gehaltsanpassungen. Bei einem eingestellten Mitarbeiter muss lediglich eine Eingruppierung nach objektiven Kriterien vorgenommen werden, in den folgenden Jahren erfolgt eine automatische Höhergruppierung nach der Anzahl der Berufsjahre. Diese Regelung führt dazu, dass sich zunächst einmal kein Mitarbeiter schlecht behandelt fühlt. Schon bei der Berufswahl steht fest, welcher Gehaltsgruppe er später einmal angehören wird. Dies gilt zum Beispiel für Lehrer für die verschiedenen Schultypen aber auch für eine typische Laufbahn, wie sie Beamte bei der Polizei oder in der Verwaltung anstreben.

Darüber hinaus besitzt sie größtmögliche Transparenz. Diese führt auch dazu, dass Beschäftigte, die in einem solchen System arbeiten, relativ genau wissen, wie sie in ein paar Jahren aufgrund der dann stattfindenden höheren Eingruppierung finanziell dastehen werden. Der einzige Unsicherheitsfaktor, der bei Beschäftigten in diesen stark reglementierten Anstellungsverhältnissen besteht, ist in dieser Hinsicht die Frage, wie hoch die allgemeinen Gehaltserhöhungen ausfallen werden. Insbesondere für Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst, die dazu noch unkündbar sind, ergibt sich so eine große Sicherheit und Planbarkeit ihrer künftigen Gehälter, von der sie zum Beispiel bei der Familiengründung oder der Finanzierung einer Immobilie stark profitieren.

Nachteile der Einstufung in Gehaltsgruppen

Es existieren allerdings auch einige Argumente, die ganz klar gegen diese Einstufung sprechen. Eine solche Behandlung der Mitarbeiter lässt keinen Raum, um besondere Verdienste zu berücksichtigen. Wenn zum Beispiel ein Angestellter im Öffentlichen Dienst besonders nützliche Zusatzqualifikationen mitbringt, die aber für die Eingruppierung keine Rolle spielen, besteht keine Möglichkeit, ihm ein höheres Gehalt zuzusagen. Noch gravierender ist allerdings die Tatsache, dass Mitarbeiter auf diese Weise kaum motiviert werden können, Spitzenleistungen zu erbringen. Sie verdienen stets dasselbe, ob sie ihren Dienst nach Vorschrift versehen oder außerordentlich engagiert arbeiten. Viele Mitarbeiter empfinden dies als ungerecht.

Nicht selten resultieren aus diesen Regelungen Resignation und eine nur eingeschränkte Leistungsbereitschaft. Tatsächlich lässt sich dieses Phänomen sowohl bei Beamten als auch bei Angestellten im Öffentlichen Dienst beobachten. Auch der Gesetzgeber hat dieses Problem erkannt und bemüht sich, leistungsorientierte Komponenten in die Tarife und Besoldungsordnungen zu integrieren. Dazu gehört insbesondere, dass das Dienstalterprinzip etwas an Bedeutung verliert, das zu automatischen Gehaltssteigerungen mit zunehmenden Dienstjahren führt.

Weitere Themen zu Gehalt
Aktuelle News
  • Assistierte Ausbildung: Was ist anders?

    Assistierte Ausbildung: Was ist anders?

    Der Weg in den Beruf führt für viele junge Menschen noch immer sehr erfolgreich über die klassische duale Berufsausbildung. Seit Jahren klagen Unternehmen allerdings über die mangelnde Qualität der Bewerber auf ausgeschriebene Ausbildungsplätze. Gleichzeitig gibt es eine nicht geringe Anzahl junger Schulabgänger, die heute ohne Ausbildungsplatz bleiben. Stimmen die Noten nicht oder fehlt sogar ...

  • Bewerbung schreiben lassen: alles rund um das Thema Bewerbungsservice

    Bewerbung schreiben lassen: alles rund um das Thema Bewerbungsservice

    In vielen Bereichen ist der Arbeitsmarkt ein hart umkämpftes Pflaster: Die Jobsuche ist mühselig und wer den Traumjob erlangen möchte, muss heutzutage alle Register ziehen. Viele Bewerber sind frustriert und genervt, weil es mit der Jobsuche einfach nicht richtig klappt. Nur einigen wenigen Glücklichen ist es vergönnt, direkt auf Anhieb die gewünschte Position zu ergattern. Die Ursache des ...

  • Mit Musik Geld verdienen in Zeiten von Spotify & Co.

    Mit Musik Geld verdienen in Zeiten von Spotify & Co.

    Für die Musikbranche sind die fetten Jahre vorbei. Mit selbst gemachten Songs und Sounds Geld zu verdienen ist schwierig geworden. Denn wo früher Schallplatten- oder CD-Verkäufe Einnahmen für die Musikerinnen und Musiker generierten, finden physische Tonträger heute nur noch wenige Abnehmer. Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer, Apple Music oder auch YouTube müssen herhalten – doch diese ...

  • Gehälter bei Apple: Was der iPhone-Hersteller zahlt

    Gehälter bei Apple: Was der iPhone-Hersteller zahlt

    Apple ist eines der Trend-Unternehmen überhaupt – und gleichzeitig umstritten. Die Hightech-Produkte aus dem Hause Apple, allen voran iPhone, iPad und MacBook, kosten viel Geld und gelten für viele Menschen allerdings als unverzichtbare (Lifestyle-)Accessoires. Wenn das neue iPhone XS hierzulande zum Verkaufsstart schon mindestens 1.149 Euro kostet, dann müssen die Apple-Mitarbeiter sicherlich ...

  • Home-Office – Alles, was Sie über das Arbeiten von Zuhause aus wissen müssen

    Home-Office – Alles, was Sie über das Arbeiten von Zuhause aus wissen müssen

    Firmen wie IBM oder Daimler gehen mit gutem Beispiel voran und lassen immer mehr Mitarbeiter von Zuhause aus ihre Arbeit verrichten. Die Digitalisierung macht’s möglich und so kommen mit der wachsenden Vernetzung auch immer mehr mittelständische und kleinere Betrieben auf den Geschmack und ermöglichen ihren Angestellten die Transformation zum Telearbeiter. Was beim Arbeiten in den eigenen vier ...