Karrierelexikon

Gehaltsaussichten abhängig von folgenden Faktoren

Inhaltsverzeichnis

Für die meisten jungen Menschen spielen auch die Gehaltsaussichten neben persönlicher Neigung und Begabung eine große Rolle bei der Auswahl des künftigen Berufs. Genauso wichtig sind positive Gehaltsaussichten für Berufstätige, die schon längere Zeit beschäftigt sind. Nur wenn sie tatsächlich eine lohnende Perspektive sehen, erbringen sie motiviert gute Leistungen und bleiben ihrem Arbeitgeber treu. Sobald die Gehaltsaussichten über einen längeren Zeitraum nicht stimmen, suchen sich sehr viele Angestellte einen neuen Job. Wenn dies nicht klappt oder von Anfang an als aussichtslos erscheint, besteht auch die Gefahr, dass sie innerlich kündigen und sich nicht mehr als unbedingt erforderlich anstrengen. Dies kann nicht im Interesse des Arbeitgebers liegen, der aus diesem Grunde immer versuchen sollte, die Gehaltsaussichten ansprechend zu gestalten.

Gehaltsaussichten und Berufsfindung

Auch auf der gleichen Ausbildungsstufe stellen sich die Gehaltsaussichten oft sehr unterschiedlich dar. So ist zum Beispiel eine kaufmännische Ausbildung im Bereich von Versicherungen und Banken in der Regel sehr viel lohnender als im Einzelhandel. Allerdings muss hierbei auch berücksichtigt werden, dass die Anforderungen an einen Bankkaufmann höher sind als an einen Verkäufer in einem Einzelhandelsgeschäft. Das Gleiche gilt für Studiengänge. Während Absolventen der technischen und medizinischen Fakultäten mit hohen Gehältern rechnen dürfen, die nach ein paar Jahren Berufserfahrung oft die Grenze von 60.000 oder 70.000 Euro überschreiten, ist dies bei Geisteswissenschaftlern durchgängig nicht der Fall.

Deswegen sind alle jungen Menschen gut beraten, sich vor der Entscheidung für einen bestimmten Beruf gründlich über dessen finanzielle Perspektiven zu informieren. Nur wenn eine ausgeprägt Neigung und eine abwechslungsreiche Tätigkeit die finanzielle Benachteiligung halbwegs ausgleichen, sollte man sich für einen vergleichsweise schlecht bezahlten Beruf entscheiden.

Die Arbeitgeberperspektive

Auch für Arbeitgeber spielen die Gehaltsaussichten der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Heute herrscht ein allgemeiner Mangel an qualifizierten Berufsanfängern. Diese können nur an das Unternehmen gebunden werden, wenn ihnen langfristig positive Gehaltsaussichten vermittelt werden können. Am besten geschieht dies in Form eines Entwicklungsplans. Darin legen Arbeitgeber und Mitarbeiter gemeinsam fest, wie die Karriere im Unternehmen idealerweise verlaufen sollte und mit welchen Gehaltssteigerungen zu welchem Zeitpunkt zu rechnen ist. Dies schafft bei vielen jungen Mitarbeitern die Bereitschaft, sich zunächst mit relativ niedrigen Gehältern zu begnügen, wenn sie dafür die Perspektive erhalten, in den nächsten Jahren sehr viel mehr zu verdienen. Auch die Vereinbarung von variablen Gehaltsbestandteilen stellt in diesem Zusammenhang eine gute Lösung dar. Sie ermöglicht es, einen großen Teil des Gehalts konkret nach der erbrachten Arbeitsleistung zu zahlen.

Insbesondere bei Mitarbeitern im Vertrieb haben sich variable Gehaltsmodelle sehr bewährt, um einen kontinuierlich großen Verkaufserfolg zu gewährleisten. Für ältere Mitarbeiter wird es schon schwieriger, attraktive Gehaltsaussichten zu schaffen. Von ihnen sind in aller Regel keine deutlichen Leistungssteigerungen zu erwarten, dennoch sind sie mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung wichtig für das Unternehmen. Man sollte ihnen als Arbeitgeber dies deutlich vermitteln, aber auch realistisch bleiben, was die Möglichkeiten von Gehaltssteigerungen angeht, in aller Regel wird kaum mehr als ein Ausgleich der Inflation denkbar sein. Hier kann man nur versuchen, durch ein angenehmes Arbeitsklima, sinnvolle Angebote zur beruflichen Fortbildung und die Sicherheit des Arbeitsplatzes für zusätzliche Motivation zu sorgen.

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