*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Rechtsanwaltsfachangestellte

Datenbasis: 2.666 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 1.641 € 2.172 € 3.283 €
Baden-Württemberg 1.718 € 2.269 € 3.485 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Bayern 1.719 € 2.419 € 3.700 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Berlin 1.661 € 2.158 € 2.983 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Brandenburg 1.596 € 1.858 € 2.739 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Bremen 1.709 € 2.129 € 2.795 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Hamburg 1.811 € 2.400 € 3.446 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Hessen 1.689 € 2.353 € 3.765 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Mecklenburg-Vorpommern 1.515 € 1.825 € 2.747 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Niedersachsen 1.586 € 1.958 € 2.722 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Nordrhein-Westfalen 1.614 € 2.147 € 3.083 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Rheinland-Pfalz 1.527 € 2.093 € 2.788 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Saarland 1.619 € 2.139 € 3.153 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Sachsen 1.557 € 1.726 € 2.441 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Sachsen-Anhalt 1.553 € 1.901 € 2.263 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Schleswig-Holstein 1.522 € 2.014 € 2.653 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte
Thüringen 1.521 € 1.762 € 2.485 € Jobs Rechtsanwaltsfachangestellte

Rechtsanwaltsfachangestellte:

1. Gehalt

Als Rechtsanwaltsfachangestellte/r beschäftigen Sie sich beinahe täglich mit Fällen, in denen es am Ende um Geld geht. Und auch hier und heute soll es um Geld gehen – genauer Ihr Gehalt. Was verdienen Rechtsanwaltsfachangestellte eigentlich bzw. was können Sie verdienen?

Fangen wir ganz allgemein an: Im deutschlandweiten Durchschnitt bekommen Rechtsanwaltsfachangestellte 2.172 € brutto im Monat. Das entspricht einem Stundenlohn von 15,08 €. Doch wie das bei Durchschnittswerten so ist, sowohl nach unten als auch nach oben ist viel möglich:

  • So verdienen die unteren 25% monatlich lediglich 1.641 € oder weniger,
  • weitere 25% hingegen bekommen 3.283 € oder mehr.

Alle anderen Gehälter liegen dazwischen. Grundlage für diese Zahlen sind 2.666 Datensätze, die wir in den letzten zwei Jahren für Sie erhoben und ausgewertet haben.

Gehaltsunterschiede je nach Region

Viele Faktoren haben Einfluss auf die Höhe des Einkommens. Darunter auch die Region, in welcher man als Rechtsanwaltsfachangestellte/r arbeitet. So verdienen Angehörige dieser Berufsgruppe im Schnitt in Hamburg (2.400 €), Hessen oder Bayern deutlich mehr als in Sachsen (1.726 €), Thüringen oder Sachsen-Anhalt. Bei diesen Unterschieden sollten Sie jedoch auch immer bedenken, dass die Lebenshaltungskosten nicht überall gleich sind. So zahlen Sie für Miete, Lebensmittel usw. in Hamburg beispielsweise deutlich mehr als zum Beispiel in Dessau. Unter Umständen bleibt trotz eines höheren Verdiensts gar nicht mehr Geld übrig.

Der Verdienst nach Berufseinstieg

Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung erhalten Berufseinsteiger im Schnitt ein Einstiegsgehalt von 1.854 €. Dabei soll es aber nicht bleiben: Mit mehr Erfahrung gibt es auch mehr Geld. So bekommen Rechtsanwaltsfachangestellte mit 30 Jahren im Schnitt bereits ein durchschnittliches Bruttogehalt von 2.080 €, mit 40 sind es dann 2.330 € und im Alter von 50 Jahren schließlich 2.389 €. Dabei sind Fort- und Weiterbildungen – zum Beispiel zum Rechtsassistenten oder zum Rechtsfachwirt – immer eine gute Möglichkeit das Gehalt aufzustocken und/oder in andere Positionen aufzusteigen.

Im Überblick stellt sich das Gehalt als Rechtsanwaltsfachangestellter je nach Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 1.927 Euro brutto
  • 30 Jahre = 2.080 Euro brutto
  • 35 Jahre = 2.272 Euro brutto
  • 40 Jahre = 2.330 Euro brutto
  • 45 Jahre = 2.338 Euro brutto
  • 50 Jahre = 2.389 Euro brutto

Größe zahlt sich aus

Ein weiterer Faktor, der den Lohn beeinflussen kann, ist die Mitarbeiteranzahl der Firma, für die Sie arbeiten:

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.129 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 2.758 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 3.090 Euro brutto

Was sofort auffällt: Die Unterschiede sind enorm. Allerdings sind Jobs für Rechtsanwaltsfachangestellte in Konzernen eher rar. Die meisten Berufsangehörigen arbeiten in Kanzleien oder ähnlichen Firmen. Und diese sind selten besonders groß. Daher liegt auch das allgemeine Durchschnittgehalt nur minimal über dem Durchschnitt der Firmen, in den bis zu 500 Mitarbeiter arbeiten.

Sie möchten es noch genauer wissen?
Bei allen genannten Angaben zum Gehalt als Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte handelt es sich um Durchschnittswerte. Für genauere Informationen empfehlen wir unseren kostenlosen Gehaltscheck oder eine individuelle Gehaltsanalyse (zum Gehaltsvergleich).

2. Ausbildung / Weiterbildung

Die Lehre als Rechtsanwaltsfachangestellter /-r gilt laut dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) als anerkannter Ausbildungsberuf. In der Rubrik Rechtswesen dauert die Ausbildung im betrieblichen und schulischen System nach bundesweiter Regelung drei Jahre. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Dauer der Lehre zu verkürzen. Abiturienten oder Absolventen der Höheren Handelschule haben die Möglichkeit die Ausbildungszeit auf 24 Monate festzusetzen zu lassen. Ausbildungsstellen finden Bewerber in Rechtsanwaltskanzleien sowie bei Wirtschaftsprüfern, Mahnabteilungen von Banken, Versicherungen und Versandhäusern.

Um eine Lehre zu beginnen, benötigen Interessenten keine beruflichen und schulischen Qualifikationen. Jedoch bevorzugen Arbeitgeber Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss oder einem Abitur. Den eigentlichen Ausbildungsvertrag setzen die Interessenten mit einem Rechtsanwalt auf. Hier erfolgt das Eintragen in das Verzeichnis der Berufsausbildungs-Verhältnisse.

Zu der Lehre gehören die in einer Anwaltskanzlei anfallenden Aufgaben. Die Auszubildenden übernehmen das Führen der Akten, Telefonate sowie das Empfangen der Mandanten. Ebenso kümmern sie sich nach Diktat oder in eigenständiger Arbeitsweise um die Korrespondenz. Dazu zählen Klage-Erwiderungen, das Einreichen von Klagen und das Begründen der Ansprüche. Neben der Buchführung überwachen sie die Termine und das Kassenwesen. Zu den organisatorischen Tätigkeiten gehört das Vorbereiten von Zwangsvollstreckungen. Diese umschließen beispielsweise Pfändungsaufträge. Der theoretische Unterricht findet in der Berufsschule statt. Die Lerninhalte gliedern sich in verschiedene Fächer:

  • Wirtschaftskunde,
  • Rechtskunde und Sozialkunde,
  • Gebührenrecht,
  • Rechnungswesen,
  • Zivilprozessrecht,
  • Informationsverarbeitung
  • sowie Kostenrecht.

Um die Lehre erfolgreich zu absolvieren, verfügen Bewerber über besondere Fertigkeiten. Die deutsche Sprache beherrschen sie in Wort und Schrift. Ebenso besitzen sie eine logische Denkweise, Organisationstalent und Verantwortungsgefühl. Leistungsbereitschaft sowie eine flexible Arbeitsweise stellen unerlässliche Qualifikationen dar.

3. Studium

Um in diesem Beruf zu arbeiten, eignet sich ein Studium zum "Geprüften Rechtsfachwirt". Dieses erfolgt berufsbegleitend im dualen System oder als Fernstudium. Als Fernstudium beträgt die Dauer drei Semester. Zu den Studieninhalten gehören:

  • Büro-Organisation,
  • Verwaltung,
  • Personalwirtschaft,
  • Prozessrecht
  • und materielles Recht.

Des Weiteren nehmen die Fächer Mandanten-Betreuung, Kosten- und Gebührenrecht sowie Zwangsvollstreckungen einen wichtigen Part ein. Im Bereich der Büro-Organisation und der Verwaltung steht das eigenverantwortliche Handeln im Vordergrund. Studierende erlernen eine systematische und betriebswirtschaftliche Akten- und Büroführung.

Die Personalwirtschaft beschäftigt sich mit den Grundlagen der arbeitsrechtlichen Prozesse. Studenten bearbeiten und analysieren diese. Im Fach Gebührenrecht lernen die Teilnehmer, Gebühren zu bearbeiten, festzusetzen und zu erstatten. In der Kategorie der Zwangsvollstreckungen steht die Durchsetzung titulierter Forderungen im Fokus. Hier spielen Antragsstellung sowie die entsprechenden Rechtsverhältnisse eine wichtige Rolle.

Im Fernstudium bearbeiten Studierende schriftliche Aufgaben zuhause und besuchen Präsenz-Veranstaltungen. Um diese Ausbildung zu absolvieren, verfügen Interessierte bereits über einen Berufsschulabschluss und ein halbes Jahr Praxiserfahrung. Im Fernstudium spielen Einsendeaufgaben eine tragende Rolle. Diese Kurseinheiten bearbeiten die Studenten eigenständig, bevor sie ihre Kenntnisse in Klausuren anwenden. Am Ende des Fernstudiums erfolgt eine Rechtsfachwirtprüfung. Bestehen die Teilnehmer diese, erhalten Sie einen Abschluss als "Geprüfter Rechtsfachwirt".

4. Tätigkeit

Das Arbeitsgebiet von Rechtsanwaltsfachangestellten ist breit aufgestellt. Die Berufsangehörigen kümmern sich um den kaufmännischen Bereich im Unternehmen und Terminvereinbarungen. Sie prüfen, notieren und verwalten Fristen, bereiten Anträge und Schriftstücke für Gerichte und/oder Gerichtsvollzieher vor, aktualisieren Akten und Register, erledigen den Postein- und Ausgang der Kanzlei. Rechtsanwaltsfachangestellte finden außer in Anwaltskanzleien Anstellungen in Inkassobüros, Mahnabteilungen oder Banken.