*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.
*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Justizfachangestellte

Datenbasis: 363 Datensätze
Region Q1 Ø Q3 Offene Jobs
Deutschland: 2.249 € 3.426 € 5.720 €
Baden-Württemberg 2.451 € 3.838 € 6.929 € Jobs Justizfachangestellte
Bayern 2.172 € 3.297 € 5.032 € Jobs Justizfachangestellte
Berlin 2.863 € 3.188 € 5.850 € Jobs Justizfachangestellte
Brandenburg 1.713 € 2.610 € 4.358 € Jobs Justizfachangestellte
Bremen 2.428 € 3.698 € 6.174 € Jobs Justizfachangestellte
Hamburg 2.253 € 3.171 € 5.562 € Jobs Justizfachangestellte
Hessen 2.167 € 3.751 € 6.243 € Jobs Justizfachangestellte
Mecklenburg-Vorpommern 2.245 € 2.714 € 4.182 € Jobs Justizfachangestellte
Niedersachsen 1.972 € 3.354 € 4.348 € Jobs Justizfachangestellte
Nordrhein-Westfalen 2.347 € 3.533 € 5.665 € Jobs Justizfachangestellte
Rheinland-Pfalz 2.871 € 3.418 € 3.714 € Jobs Justizfachangestellte
Saarland 1.945 € 2.964 € 4.947 € Jobs Justizfachangestellte
Sachsen 1.730 € 2.636 € 4.400 € Jobs Justizfachangestellte
Sachsen-Anhalt 1.694 € 2.582 € 4.310 € Jobs Justizfachangestellte
Schleswig-Holstein 1.975 € 3.009 € 5.024 € Jobs Justizfachangestellte
Thüringen 1.758 € 2.678 € 4.471 € Jobs Justizfachangestellte

Justizfachangestellte:

1. Gehalt

Als Justizfachangestellter liegt das deutschlandweite Gehalt bei 3.426 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 363 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 2.249 € beginnen, Justizfachangestellte in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 5.720 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 3.009 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 3.838 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Justizfachangestellter in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 2.876 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.221 Euro brutto
  • 35 Jahre = 3.441 Euro brutto
  • 40 Jahre = 3.710 Euro brutto
  • 45 Jahre = 3.840 Euro brutto
  • 50 Jahre = 3.722 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.818 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 3.533 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 3.974 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Der Beruf Justizfachangestellter bzw. Justizfachangestellte existiert seit 1998 und ist ein staatlich anerkannter Beruf, der über eine Ausbildung bei einem Gericht, in einem Anwaltsbüro oder einer Berufsschule erlernt werden kann. Die Ausbildung geht über drei Jahre. Bestimmte schulische Zugangsvoraussetzungen gibt es keine. Es können sich also z. B. auch Interessenten mit Haupt- oder Mittelschulabschluss sowie Abiturienten bewerben. Allerdings werden hauptsächlich Personen mit Hochschulreife genommen.

Wer Interesse an verwaltenden und organisatorischen Tätigkeiten hat und eine sozial-beratende Stelle sucht, die sich mit Rechtsangelegenheiten befasst, ist als Justizfachangestellter /-in geeignet. Die Ausbildung fordert von dem Azubi praktische Mitarbeit an wechselnden Arbeitsplätzen sowie Sorgfalt, Verschwiegenheit, Verantwortungsbewusstsein und Flexibilität.

Zweimal in der Woche oder im Blockunterricht findet berufsbegleitender Unterricht statt. Der Azubi wirkt während der Ausbildung bereits an verschiedenen Verfahren und familienrechtlichen Angelegenheiten mit, erstellt Protokolle, nimmt Grundbucheintragungen vor, berechnet Gebühren und betreut rechtliche Angelegenheiten. Die wichtigsten Schulfächer neben Recht sind Deutsch, Mathematik und Wirtschaft.

In der Ausbildung lernt der/die auszubildende Justizfachangestellte /-r:

  • wie Zivilprozessverfahren ablaufen und Vorladungen vorgenommen werden,
  • wie Kosten berechnet und Register und Akten geführt werden,
  • wie Protokolle für Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren erstellt werden und welche Auflagen es gibt, welche Vorschriften es zur Datensicherheit gibt ,
  • wie Eintragungen ins Grundbuch vorgenommen werden, wie man Anträge präsentiert, wie man Ehe- und Familienurkunden erstellt,
  • was ein Zwangsvollstreckungsverfahren ist und wie es abläuft,
  • wie man Insolvenzverfahren und Nachlassgerichten vorgeht,
  • welche Informations- und Kommunikationstechniken es gibt,
  • wie das Recht in bestimmten Fällen angewendet wird.

Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer Abschlussprüfung, die aus einem praktischen und theoretischen Teil besteht und gerichtliche Verfahrensabläufe, Büroorganisation und Wirtschafts- und Sozialkunde abfragt. Die Ausbildungskosten für Lernmittel, Fahrten und Unterbringungen zur Arbeitsstelle können gefördert werden.

Die Ausbildung wird derzeit nicht in Bayern, Niedersachsen, Saarland, Sachen, Thüringen und Rheinland-Pfalz angeboten. Alternativ kann in diesen Bundesländern eine Lehre zum Rechtsanwaltsangestellten oder Notarfachangestellten abgeschlossen werden.

Details zum Gehalt in der Ausbildung als Justizfachangestellte/-r.

3. Studium

Ein Justizfachangestellte /-r muss seine/ihr Fachkenntnisse aufgrund der sich wandelnden Anforderungen ausweiten und sich weiterbilden. Nur so kann er/sie sich an aktuelle Veränderungen anpassen. Wer Karriere machen möchte, sollte über ein entsprechendes Studium nachdenken. Rechtspflege oder Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Recht und Verwaltung sind zwei mögliche Studienfächer. Nach dem Studium ist eine Stelle im mittlern oder gehobenen Dienst, zum Beispiel als Gerichtsvollzieher möglich.

Ein Studium im Bereich Rechtspflege kann im dualen System absolviert werden. Es dauert drei Jahre und der Studierende wechselt zwischen Fachhochschule und Beruf hin und her. Die Ausbildung erfolgt an einem Landes- oder Obergericht. Voraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife. Nachfolgend aufgelistete Punkte sind hauptsächlich Inhalt eines Rechtspflege-Studiums:

  • Familiengerichtsbarkeit,
  • Registerrecht und Erbrecht,
  • Freiwillige Gerichtsbarkeit,
  • Grundbuchrecht,
  • Betriebswirtschaftslehre und Wertpapierrecht,
  • Kostenrecht,
  • Straffvollstreckungsrecht und Strafrecht,
  • Handelsrecht,
  • Insolvenz und Zwangsversteigerungsrecht,
  • Zivilprozessrecht.

Die Studenten der Rechtspflege lernen rechtliche Sachverhalte zu erfassen, zu erklären, zu verstehen, zu erkennen und zu lösen. Das Wissen wird ihnen durch wissenschaftliche Erkenntnisse, Methoden und berufspraktische Fähigkeiten vermittelt. Im Studium müssen sie bereits Aufgaben nach den bestehenden Verfahrensordnungen und Gesetzen in eigener Verantwortung bewältigen. Das Studium wird mit einer Rechtspflegerprüfung abgeschlossen, die aus acht verschiedenen Klausuren besteht. Der Absolvent erhält den Titel Diplom-Rechtspfleger /-in. Anschließend erfolgt die Übernahme ins Beamtenverhältnis. Der/die Rechtspfleger /-in ist in der Justizverwaltung, Verwaltungs-, Finanz-, Sozial- und Arbeitsgerichtsbarkeiten sowie im Bundespatentgericht tätig werden.

Das betriebswirtschaftliche Studium mit Fachrichtung Recht ist ein Vollzeitstudium, das in sechs Semestern absolviert wird. Dem Studenten werden juristische Kenntnisse vermittelt und er erhält eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. So kann er Probleme unter Berücksichtigung von rechtlichen Bezügen lösen. Im Hauptstudium kann ein Schwerpunkt mit Fächern wie Handelrecht oder öffentliches Wirtschaftsrecht gesetzt werden. Nach dem Studium kann die Person in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder eines Verbandes tätig werden.

4. Tätigkeit

Justizfachangestellte finden ihr Arbeitsumfeld an Gerichten, bei Staatsanwaltschaften und, allerdings seltener, bei Rechtsanwaltskanzleien. Die Berufsangehörigen verwalten Akten und erledigen Verwaltungstätigkeiten. Sie arbeiten hauptsächlich im Büro und im Gerichtsaal.

Zu ihren Hauptaufgaben gehören das Berechnen von Kosten und das Überwachen von Fristen sowie das Eintragen von Daten in das Grundbuch und Handelsregister. Sie erledigen gerichtlichen Schriftverkehr und fertigen Urkunden, Schriftstücke und Beglaubigungen an. Bei gerichtlichen Verhandlungen führen sie Protokoll. Ihnen fallen viele organisatorische und administrative Arbeiten zu, die mit verschiedensten Prozessen, Vollstreckungen und Registern zu tun haben. Sie unterstützen damit die Arbeit der Richter, Anwälte oder Rechtspfleger.

Wenn der/die Justizfachangestellte /-r bei einem Gericht tätig ist, gibt er Rat suchenden Bürgern Auskünfte. Er/sie gewährt Akteneinsicht und führt Schuldnerverzeichnisse, veröffentlicht Insolvenzverfahren und verfasst Anklageschriften, Verfügungen und behördeninterne Vorschriften.

Der Beruf ist abwechslungsreich und beinhaltet die verschiedensten Arbeitssituationen mit verhältnismäßig viel Kundenkontakt. Denn als Verwalter für Register und Verzeichnisse sind Justizfachangestellte für Bürger erster Ansprechpartner.

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