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Gewalt im Büro: Behördenmitarbeiter arbeiten gefährlich

Gewalt im Büro: Behördenmitarbeiter arbeiten gefährlich

Der Bundesvorsitzende der DBB warnte in der „Welt am Sonntag“, dass Mitarbeiter im öffentlichen Dienst immer öfter Gewalt ausgesetzt sind. In einer Umfrage wurde deutlich, dass die physischen und verbalen Übergriffe auf Behördenmitarbeiter zunehmen.

Welche Behörden sind am meisten betroffen?

Besonders von ausufernder Gewalt sind Mitarbeiter von Verwaltungsbereichen betroffen, die mit Hartz IV oder anderen Sozialversicherungen zu tun haben. Laut Klaus Dauderstädt, Bundesvorsitzender der DBB, handelt es sich dabei nicht um ein Phänomen von Behörden in Großstädten, sondern die Gewalt nimmt sowohl in Städten als auch in ländlichen Bezirken zu. So wurden selbst Mitarbeiter in KFZ-Zulassungsstellen angegriffen, weil sie nicht das gewünschte Kennzeichen zur Verfügung hatten. Die Gewaltentwicklung sieht Dauderstädt darin begründet, dass der Staat immer mehr als Gegner angesehen wird und im Allgemeinen veränderten Umgangston in Deutschland.

Wie sehen die Übergriffe auf Behördenmitarbeiter aus?

2012 führte die Hochschule Darmstadt eine Studie mit dem Titel „Untersuchung zur Aggressivität und Gewalt in der Kundenbeziehung“ durch. An dieser Studie nahmen über dreißig Behörden teil. Alle Befragten konnten von verbalen Konflikten berichten. Dabei ging es bei 66 Prozent um Beleidigungen und bei 51 Prozent um Drohungen. 14 Prozent erlebten Gewalt in Form von Sachbeschädigung und 13 Prozent mussten körperliche Gewalt erfahren. Zwei Prozent der Befragten erlebten sogar Waffengewalt. Es kam auch bereits zu Übergriffen auf Behördenmitarbeiter, die tödlich endeten. In einer Führerscheinstelle wurde 2013 eine Sachbearbeiterin erstochen, weil sie einem LKW-Fahrer nicht die Fahrerlaubnis geben konnte. 2012 gehörte ein Gerichtsvollzieher zu den Opfern, als die Wohnung eines Arbeitslosen zwangsgeräumt werden sollte. Der Arbeitslose erschoss in seiner Wut vier Personen und anschließend sich selbst.

Wie können sich Mitarbeitern in Behörden vor Gewalt schützen?

Der Chef der DBB fordert Schutzmaßnahmen für Behördenmitarbeiter. Dazu gehören unter anderem Deeskalationsschulungen für die Mitarbeiter, die in Bereichen mit hohem Konfliktpotenzial arbeiten – zum Beispiel in Bereichen von Sozialversicherungen oder Hartz IV. Teilweise könnte man über Metalldetektoren an Gebäudeeingängen nachdenken oder über einen Notfallknopf am Schreibtisch, wie er bei Juwelieren oder in Banken eingesetzt wird. Der DBB-Chef ist außerdem dafür, Einzelbüros abzuschaffen, sodass immer mehrere Mitarbeiter in einem Raum sitzen.

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