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Jobmessen: Sinnvoll oder überflüssig?

Jobmessen: Sinnvoll oder überflüssig?

Menschen, die einen Job suchen, sich beruflich neuorientieren möchte oder in das Berufsleben einsteigen, haben bei Jobmessen die Möglichkeit, mit Personalern und Unternehmern in direkten Kontakt zu treten. Zudem sind viele Informationen über Berufe und Bewerbungsverfahren zu bekommen. Firmen stellen sich vor und bieten Jobsuchenden einen Einblick in ihr Unternehmen. Schaut man sich diese Faktoren an, sieht es nach einer sinnvollen Maßnahme für beide Seiten aus. Überflüssig sind Jobmessen dann, wenn auf beiden Seiten das Engagement fehlt.

Unternehmen präsentieren sich – mit Gummibärchen und Kugelschreibern...

Oft sind Besucher von Jobmessen enttäuscht, da einige Unternehmen reines Marketing betreiben und in diesen Firmen keine offenen Stellen zu besetzen sind. Da werden lieber Kugelschreiber und Gummibärchen verteilt, statt sich intensiv mit den Jobsuchenden zu beschäftigen. Bei solchen Unternehmen findet man in der Regel keine Personalverantwortlichen vor, sondern es werden Praktikanten oder andere Mitarbeiter zum Event geschickt, die gar nicht in der Lage sind, den Fragestellern beste Auskünfte zu geben.

Nun sind die Stände auf Jobmessen aber nicht nur von Unternehmen belegt, die den guten Ruf der Firma polieren möchten. Firmen, die tatsächlich an Bewerbern interessiert sind, offerieren nicht nur Informationen über Berufe und Unternehmen, sondern nehmen sich für Gespräche Zeit. Sie möchten die Jobsuchenden kennenlernen und sich auf diese Weise einen ersten Eindruck von den Menschen verschaffen.

Allerdings ist die Zeit für Einzelgespräche während einer Jobmesse begrenzt. Vor allem große Unternehmen haben viel Zulauf, sodass nicht erwartet werden kann, dass sich die Personalverantwortlichen auf der Jobmesse genauso viel Zeit für ein Gespräch nehmen können, wie in einem Bewerbungsgespräch im Firmengebäude.

Selbstverständlich wird sich ein Unternehmen ausschließlich von seiner Schokoladenseite zeigen. Oft wird kritisiert, dass auf Jobmessen höchstens Praktikantenstellen zu bekommen seien. Abgesehen davon, dass diese Ansicht nicht stimmt, könnte aber in einem kurzen Praktikum festgestellt werden, ob die Firmenkultur tatsächlich mitarbeiterfreundlich ist und weitere Merkmale, die beim Event hervorgehoben wurden, mit der Realität übereinstimmen.

Das sollten Jobsuchende beachten

Zunächst sollten sich Interessierte informieren, welche Jobmessen überhaupt in Frage kommen. Einige Jobmessen richten sich an bestimmte Personengruppen wie Studenten oder Berufseinsteiger. Career Venture oder Access sind laut Kienbaum-Studie die besten Jobmessen, um Kontakte zu knüpfen. Es kann sich also über jede Jobmesse informiert werden und anhand des Rahmenprogramms erkannt werden, ob sich ein Besuch dieses Events für einen persönlich lohnt.

So wie sich die Unternehmen präsentieren und von ihrer guten Seite darstellen, sollten sich auch Jobsuchende präsentieren. Das heißt, es sollte auf die Kleidung geachtet werden, denn der erste Eindruck zählt ebenso beim Kontakt mit Personalverantwortlichen während einer Jobmesse. Zudem sollte sich jeder Jobsuchende über das für ihn interessante Unternehmen informieren. Damit das Gespräch ins Rollen kommt, sollten einige Fragen notiert werden, die man dem Personalverantwortlichen stellen möchte.

Es geht also auch bei den Jobmessen um eine gute Vorbereitung, wenn man die Hoffnung auf ein Jobangebot hegt. Jobsuchende sollten Bewerbungsunterlagen mitnehmen, die ein Anschreiben, einen Lebenlauf und ein kurzes Profil enthalten. Diese Bewerbungsmappe sollte einen Kurzfassung sein. Nach der Jobmesse wird die detaillierte Bewerbungsmappe an die Person des Unternehmens geschickt, mit der man bei der Jobmesse Kontakt hatte.Somit muss nicht befürchtet werden, dass die eigene Bewerbung in der Masse untergeht. Zudem hat man hat bereits einen Ansprechpartner im Unternehmen, bei dem man sich auf das Gespräch beim Event bezieht.

Ohne Engagement läuft gar nichts

Jobmessen sind durchaus sinnvoll und zwar für Unternehmen und Jobsuchende. Sie werden aber für beide Seiten überflüssig, wenn das Engagement fehlt. Eine Firma, die Praktikanten zur Jobmesse schickt, die keine genauen Informationen bieten können, wird von diesem Event nicht profitieren. Da helfen auch keine bunten Gummibärchen und bedruckten Kugelschreiber. Auf der anderen Seite wird es den Jobsuchenden nicht weiterbringen, wenn er sich nicht auf die Kontaktgespräche vorbereitet hat oder in Jogginghose zum Event erscheint. Für manchen Jobsuchenden haben sich sehr gute Chancen ergeben, wenn sie einen bleibenden, positiven Eindruck beim Personaler hinterlassen haben. Und manche Firmen können Fachkräfte oder Berufseinsteiger für sich gewinnen, weil sie sich die Mühe gemacht haben, Zeit in die Organisation für die Jobmesse zu investieren.

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