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Jobsuche: So finden Sie verdeckte Stellen

Jobsuche: So finden Sie verdeckte Stellen

Experten schätzen, dass gut 70 Prozent aller freien oder frei werdenden Stellen nicht ausgeschrieben werden. Bei Stellen mit besonders hohem Gehalt sowie Führungspositionen soll die Zahl gar gegen 100 Prozent tendieren. Der Grund: Es kostet Zeit, Anzeigen zu formulieren, sie zu schalten, die Bewerbungen zu bearbeiten, Kandidaten auszuwählen und Vorstellungsgespräche durchzuführen. Und Zeit ist bekanntlich Geld.

Daher greifen viele Unternehmen vorzugsweise auf eigene Netzwerke zurück und vergeben Jobs gezielt an eigene Mitarbeiter oder schreiben Stellen innerhalb der Firma aus. Arbeitgeber haben dabei das Recht auf ihrer Seite: sie dürfen frei entscheiden, wann und wo bzw. ob sie eine zu vergebende Stelle überhaupt ausschreiben, es sei denn es besteht eine mit dem Betriebsrat vereinbarte Ausschreibungspflicht (§ 93 BetrVG).

1. Chance

Für Beschäftigte bedeutet das unter Umständen, dass Ihnen eine andere, bessere Stelle vom Arbeitgeber angeboten wird, oder sie auf eine interne Stellenausschreibung aufmerksam gemacht werden.

Unsere Empfehlung: Aber auch, wenn der eigene Arbeitgeber nicht mit einem Jobangebot bzw. einer Beförderung auf einen zu kommt, kann man aktiv werden und sich gezielt ins Gespräch bringen. Sind intern keine Stellen ausgeschrieben, ist es möglich in einem Gespräch mit dem Verantwortlichen

  • a) seine Qualifikationen darzulegen (vielleicht hat man in der Zwischenzeit auch privat weitergebildet),
  • b) überhaupt Interesse daran zu bekunden, mehr Verantwortung übernehmen oder eine andere Tätigkeit ausüben zu möchten,
  • c) zu erklären, warum man ein geeigneter Kandidat für die konkrete Position wäre.

2. Chance

Wenn bei Ihnen im Unternehmen Stellen ausgeschrieben werden, können Sie aktiv auf Stellensuche gehen. Dazu müssen Sie sich darüber informieren, wo im Betrieb die Ausschreibungen zu finden sind. Übliche Orte sind "schwarze Bretter" in der jeweiligen Filiale / Niederlassung oder das Intranet. Da dem Unternehmen bereits die wichtigsten Daten über Sie vorliegen, kann es sein, dass Sie lediglich ein Motivationsschreiben anfertigen und evtl. erforderliche Qualifikationen nachweisen müssen.

Nicht nur aus finanziellen Gründen profitieren hier beide Seiten. Werden Stellen intern vergeben, so lässt sich der Arbeigeber nicht auf ein unbekanntes Abenteuer ein, sondern weiß bereits, was er von diesem Mitarbeiter (nicht) erwarten kann. Zudem ist das Risiko, dass „der/die Neue“ nicht zum Unternehmen passt, ausgeschlossen.

Auch für Bewerber kann es von Vorteil sein, wenn die Stelle nicht nach außen kommuniziert wird. Ist die Stelle zuerst oder gar gänzlich intern ausgeschrieben, so haben die aktuellen Mitarbeiter zusätzlich einen Zeitvorteil. Sie wissen früher von der Stelle, können sich also früher bewerben. Wenn es die Firmenpolitik so vorsieht, werden eigene Mitarbeiter bei der Besetzung neuer Stellen außerdem bevorzugt behandelt.

3. Chance

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich nicht nur auf interne Stellenausschreibungen des eigenen Unternehmens zu bewerben. Kontakt zu einem neuen Arbeitgeber kann man auch gut über Kontakte knüpfen. Das funktioniert, indem man Freunde und Bekannten darüber in Kenntnis setzt, an welcher Position oder Tätigkeit man interessiert ist und diese bittet, die internen Stellenanzeigen zu überprüfen oder sogar bei der Personalabteilung nachzuhaken. Denn auch in diesem Fall dürfen sich externe Interessierte natürlich initiativ bewerben.

Vorteil: Wer sich intern bewirbt, ist mit weniger Mitbewerbern konfrontiert, als bei einer öffentlichen Ausschreibung und findet das Unternehmen keinen passenden Kandidaten in den eigenen Reihen, hat man bei erforderlicher Qualifikation gute Chancen. Positiv kann sich auch eine Empfehlung des bereits unternehmensangehörigen Freundes / Bekannten auswirken.

4. Chance

Wer sich lieber finden lässt, anstatt intensiv zu suchen, sollte Online-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn nutzen. Hier suchen Headhunter gezielt nach neuen Mitarbeitern. Aber: Erfolgreiche Angestellte werden eher gesucht und kontaktiert, als Arbeitslose. Daher gilt es, sein Profil ansprechend zu gestalten und die Möglichkeit zu nutzen, sein Können und Wissen mit den richtigen Schlagworten zu beschreiben.

Fazit:

Wer die richtige Stelle finden möchte, muss dafür viel Zeit einplanen, denn die Jobsuche kann eine Vollzeitbeschäftigung sein. Besonders wer sich größtenteils initiativ bewirbt, muss unter Umständen länger suchen, denn nicht jedes Unternehmen, dass keine Stellen ausgeschrieben hat, ist auch auf der Suche.


Weiterführende Infos zum Thema:

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