*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Patentanwaltsfachangestellte

Datenbasis: 141 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 2.317 € 3.222 € 4.759 €
Baden-Württemberg 2.687 € 3.049 € 3.866 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Bayern 2.382 € 3.861 € 4.986 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Berlin 2.247 € 2.818 € 3.050 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Brandenburg 1.765 € 2.454 € 3.625 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Bremen 2.226 € 3.096 € 4.573 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Hamburg 2.162 € 3.006 € 4.440 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Hessen 3.069 € 3.743 € 4.409 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Mecklenburg-Vorpommern 1.704 € 2.369 € 3.499 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Niedersachsen 2.114 € 2.940 € 4.342 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Nordrhein-Westfalen 2.143 € 2.890 € 4.230 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Rheinland-Pfalz 2.279 € 3.169 € 4.681 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Saarland 2.203 € 3.064 € 4.526 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Sachsen 1.771 € 2.463 € 3.638 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Sachsen-Anhalt 1.747 € 2.429 € 3.588 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Schleswig-Holstein 2.034 € 2.829 € 4.179 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte
Thüringen 1.811 € 2.518 € 3.719 € Jobs Patentanwaltsfachangestellte

Patentanwaltsfachangestellte:

1. Gehalt

Als Patentanwaltsfachangestellter liegt das deutschlandweite Gehalt bei 3.222 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 141 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 2.317 € beginnen, Patentanwaltsfachangestellte in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 4.759 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 2.829 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 3.049 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Patentanwaltsfachangestellter in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 2.968 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.370 Euro brutto
  • 35 Jahre = 3.171 Euro brutto
  • 40 Jahre = 3.152 Euro brutto
  • 45 Jahre = 3.808 Euro brutto
  • 50 Jahre = 3.454 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 3.093 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 3.490 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 4.253 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Wer eine Ausbildung zur/zum Patentanwaltsfachangestellten machen will, braucht keine bestimmte Vorbildung. Die Praxis zeigt, dass Betriebe Anwärter ausbilden, die mindestens über einen mittleren Abschluss, bevorzugt jedoch über die Hochschulreife verfügen. Die Ausbildung dauert insgesamt 3 Jahre. Auszubildende sollten sich darauf einstellen, dass sie an zwei bis drei Tagen pro Woche Schule haben. Manchmal werden auch ganze Unterrichts-Wochenblöcke eingeschoben. Im Betrieb müssen Auszubildende zur Patentanwaltsfachangestellten praktisch mitarbeiten. Dabei geben sie Daten in den Computer ein, vereinbaren Termine am Telefon, organisieren Akten in der Registratur und stellen Dokumente aus. Ihr Arbeitsplatz ist überwiegend am Bildschirm und im Kundenkontakt. Auszubildende zum/zur Patentanwaltsfachangestellten sollten

  • flexibel und gut organisiert sein,
  • durch Verschwiegenheit und Sorgfalt glänzen,
  • über ein gutes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen verfügen,
  • kundenorientiert sein.

Die praktische Ausbildung vermittelt außerdem Wissen über diese Inhalte:

  • Stellung, Tätigkeit und Aufgaben von rechtskundigen und technischen Mitarbeitern bei Patentbehörden,
  • den Aufbau von Patentbehörden und Prüfstellen,
  • die Ablage und Organisation von Schriftstücken, Akten und Urkunden,
  • das Entwerfen von Schriftsätzen zur Rechtsmittelfristwahrung,
  • die Vorbereitung europäischer Patentanmeldungen,
  • die Vorschriften im Bereich Patentgesetz, Gebrauchsmustergesetz, Designgesetz und Datenschutzgesetz,
  • das Hinterlegen von Patenten, Gebrauchsmustern und Marken,
  • die Berechnung von Gebühren der Patentanwälte,
  • Fristverwaltung,
  • Besuchsempfang und das Führen von Telefonaten und Vorgesprächen.

Parallel zur Ausbildung im Betrieb lernen die Auszubildenden theoretische Grundlagen zur Rechtspflege, zum bürgerlichen Recht, zum Strafrecht und Strafprozessrecht. Sie beschäftigen sich mit Wirtschaftslehre und Rechnungswesen, erlernen fachbezogene Informationsverarbeitung und erhalten ein Überblick über Verfahrensrecht und gewerblichen Rechtsschutz. Der Ausbildungsabschluss besteht aus einer Prüfung, die mündlich durch ein Prüfungsgespräch und schriftlich durch Klausuren abgelegt wird. Der schriftliche Teil prüft Fächer wie Recht, Wirtschaft, Rechnungswesen Informationsverarbeitung sowie Kostenrecht. Die prüfende Stelle ist die Patentanwaltskammer. Als Alternative zur Ausbildung des/der Patentanwaltsfachangestellten bieten sich die Ausbildungen Notarfachangestellte und Rechtsanwaltsfachangestellte an.

3. Studium

Als gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte empfiehlt sich der Studiengang Wirtschaftsrecht. Dieser ist grundständig in Form von Kombinations-Bachelorstudiengängen oder als dualer Studiengang verfügbar. Wer Wirtschaftsrecht studiert, erarbeitet Grundlagenwissen der Betriebswirtschaft, des bürgerlichen Rechts, des Wirtschaftsrechts sowie der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Wirtschaftsrecht wird an einigen Universitäten und Hochschulen anders bezeichnet. Zu den gängigen Bezeichnungen gehören diese Begriffe:

  • Betriebswirtschaft,
  • Business and Law,
  • Finanzen und Versicherungen/Schwerpunkt Recht,
  • Internationales Wirtschaftsrecht,
  • Recht und Management,
  • Wirtschafts- und Umweltrecht.

Als Kombinationsstudiengang kann Wirtschaftsrecht mit Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften, Volkswirtschaftslehre oder Wirtschaftswissenschaften verbunden werden. Das duale Studium verfolgt einen anderen Ansatz. Hier werden Berufsausbildung und Praxisphasen parallel neben dem Studium geleistet. Im Studiengang Wirtschaftsrecht können die Studenten zwischen ausbildungsintegrierenden oder praxisintegrierenden Studiengängen wählen. Ausbildungsintegrierend heißt, dass die Studierenden gleichzeitig mit ihrem Hochschulabschluss auch einen Ausbildungsberuf abschließen. Praxisintegrierend heißt, dass die Studenten an der Hochschule eingeschrieben sind, ihre Studiensemester ableisten und diverse Praktika in Unternehmen und Institutionen ergänzend durchführen.

Die Studieninhalte des grundständigen Wirtschaftsrechtsstudiums erstrecken sich auf diese Pflichtmodule:

  • Arbeitsrecht,
  • Betriebswirtschaft,
  • Management,
  • Europarecht,
  • Gesellschaftsrecht,
  • Methodenkompetenz,
  • Vertragsrecht,
  • Wirtschaftsenglisch,
  • Wirtschaftsverwaltungsrecht sowie
  • Verfassungsrecht.

Zusätzlich dazu müssen Studenten Wahlpflichtmodule belegen. Sie wählen aus diesem Angebot:

  • Banken- und Versicherungsrecht,
  • Europarecht,
  • Familien-und Erbrecht,
  • gewerblicher Rechtsschutz,
  • Insolvenzrecht,
  • Medienrecht,
  • Prozessrecht,
  • Sozialrecht,
  • Vertragsrecht,
  • Wettbewerbs- und Kartellrecht.

Nach sechs bis acht Semestern endet das Studium mit einer Prüfung. Der erste berufsqualifizierenden Hochschulabschluss zum Bachelor verlangt mindestens 180 Punkte. Dauert ein Studium ein Semester länger, müssen zusätzlich 30 Punkte nachgewiesen werden. Die Modulprüfung findet in Form von Klausuren, mündlichen Prüfungen, Hausarbeiten, Referaten und Projektarbeiten statt. Wichtigster Bestandteil ist die Bachelorarbeit. Diese muss unter Umständen im Rahmen eines Kolloquiums verteidigt werden.

4. Tätigkeit

Patentanwaltsfachangestellte arbeiten in Büros von Patentanwälten und –anwältinnen und unterstützen diese. Dies geschieht vor allem durch allgemeine organisatorische Tätigkeiten. Die Arbeit findet ausschließlich im Büro mit Hilfe des PCs statt. Dort erledigen sie die anfallende administrativen Büro- und Verwaltungsarbeit. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Anrufe zu beantworten, Termine abzustimmen und Schriftstücke zu verfassen. Der Empfang von Mandanten und das Führen von Vorgesprächen ist ebenfalls Teil ihres Tätigkeitsprofils. Eine zentrale Aufgabe ist das Erfassen von Patent-, Marken-und Gebrauchsmusteranmeldungen. Außerdem gehört das Auswerten von angemeldeten gewerblichen Schutzrechten, Veröffentlichungen und Eintragungen dazu.

Patentanwaltsfachangestellte überwachen den Geldein- und Ausgang der Gebühren des Patentanwalts. Des Weiteren überwachen sie die Fristen und organisieren die fristgerechte Wiedervorlage. Versäumt ein /-e Patentanwaltsfachangestellte /-r die ordnungsgemäße Fristverwaltung, kann es zu empfindlichen Strafgeldern kommen oder Schutzrechte verfallen. Unwiederbringlich gehen damit Rechte für immer verloren. Deshalb ist dieser Bereich der Tätigkeit besonders verantwortungsvoll. Es gelten bestimmte gesetzliche Grundlagen, um eine Frist zu berechnen. Insofern müssen Patentanwaltsfachangestellte auf dem Laufenden sein, was die gesetzlichen Vorgaben zur Fristberechnung angeht. Nicht zuletzt schreiben Patentanwaltsfachangestellte Rechnungen und verbuchen Zahlungen. Die Archivierung gehört genauso zu ihren Aufgaben wie das Mahnwesen, insbesondere in kleinen Betrieben mit wenigen Mitarbeitern. Die Patentanwaltsfachangestellte/der Patentanwaltsfachangestellte sind vor allem in Patentanwaltskanzleien tätig, aber auch beim Bundespatentgericht oder dem Deutschen Patent- und Markenamt finden sie ein Arbeitsumfeld.