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Des Deutschen liebstes Getränk mit großer Tradition: Beruf Bierbrauer und Mälzer ist krisenfest

Die Deutschen lieben ihr Bier. Es steht für Tradition, Vielfalt und Qualität. Mehr als 100 Millionen Hektoliter des Kultgetränks werden jährlich in deutschen Brauereien produziert. Der größte Teil davon wird in Deutschland getrunken. Ein Teil wird aber auch ins Ausland exportiert. Die Brauwirtschaft hat in der deutschen Lebensmittelbranche einen wichtigen Platz eingenommen und bietet sehr vielen Menschen einen Arbeitsplatz. In mehr als 1.300 deutschen Brauereien sind zehntausende von Menschen mit unterschiedlichen Berufsabschlüssen beschäftigt. Der klassische Beruf „Brauer /-in und Mälzer /-in“ ist nach wie vor sehr gefragt. In Brauereien sind daneben aber auch andere Berufsbilder zu finden, wie zum Beispiel diese: Lagerverwalter /-in, Computerfachmann /-frau, Betriebswirt /-in, Elektriker /-in, Maschinenschlosser /-in, kaufm. Angestellte /r oder Berufskraftfahrer /-in.

Eine Tradition mit Zukunft

„Bier-Berufe“ haben Zukunft. Die deutschen Brauer verstehen es mehr denn je alte Tradition mit heutigen Ansprüchen zu verbinden. Das beste Beispiel ist das deutsche Reinheitsgebot, das seit 1516 festlegt, dass ausschließlich Wasser, Hopfen, Malz und Hefe zur Herstellung von Bier verwendet werden dürfen. Alle Brauereien müssen sich daran halten, damals wie heute.

Bierbrauer ist ein gefragter Beruf

In den heutigen Brauereien kommt sehr viel Technik zum Einsatz. Die ausgebildeten Fachkräfte müssen sowohl den Brauprozess überwachen und steuern als auch die einzelnen Rohstoffe begutachten, Malz herstellen und mit Hilfe von Geräten Brau- und Abfüllanlagen bedienen und warten. Die Maische wird längst nicht mehr mit der Hand im Kessel bewegt, sondern mit hochmodernen Maschinen.

Das Wichtigste ist die Qualität des Bieres. Um diese sicherzustellen, müssen Brauer ebenso über Kenntnisse in Botanik, Mikrobiologie und Biochemie verfügen. Darüber hinaus kennen sie sich in den Bereichen Umweltschutz, Hygiene und Energieversorgung aus. Und wer sich schließlich selbstständig macht, benötigt natürlich auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Der Beruf des Bierbrauers ist also alles andere als langweilig. In Deutschland ausgebildete Brauer/-innen sind in der ganzen Welt gefragt und geschätzt, was nicht zuletzt an den hohen technischen Brauereistandards und der Qualität des hiesigen Bieres liegt.

Die Voraussetzungen für die Ausbildung

Den Beruf Bierbrauer /-in und Mälzer/-in kann ergreifen, wer einen qualifizierten Berufsabschluss (Haupt-, Real-, oder Gesamtschule, Gymnasium) hat. Eine schnelle Beobachtungsgabe, ein gutes Verständnis für technische und mathematische Zusammenhänge, ein rasches Reaktionsvermögen sowie Konzentrationsfähigkeit sind ebenfalls wichtig. Ein Bierbrauer muss in der Lage sein, eigenverantwortlich zu handeln, selbstständig zu denken und im Team zu arbeiten. Zuletzt können etwas Muskelkraft und handwerkliches Geschick ebenfalls nicht schaden. Denn schließlich ist das Brauen von Bier ein Handwerk, bei dem auch schon mal hart „angepackt“ werden muss.

Ausbildung nach dem dualen System

Die Ausbildung findet abwechselnd in der Berufsschule (für Brauer) und in einer Brauerei/Mälzerei statt. In Letzterer erwerben die Auszubildenden die praktischen Fertigkeiten. Schritt für Schritt gehen sie durch alle Abteilungen und lernen alle wichtigen Fakten rund um das Thema Bier brauen. Unter anderem gehört die Prüfung von Betriebs-, Hilfs- und Rohstoffen dazu, aber auch die Temperatur-, Mengen- und Zeitregelung sowie Wasser- und Gewürzanalysen. Besonders wichtig ist zudem die stetige Überprüfung der Anlagen, damit diese richtig und sicher funktionieren.

In der Berufsschule werden die Kenntnisse gefestigt. Auch werden die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Produktionsabläufen vermittelt. Da es sich um einen handwerklichen Beruf handelt, geht es nicht nur darum zu wissen, wie etwas zu erledigen ist, sondern auch, warum es zu tun ist.

Fakten zur Ausbildung:

  • Dauer: 3 Jahre
  • Verkürzung bei Abitur: um 1 Jahr möglich
  • Verkürzung bei mittlerer Reife: um ein halbes Jahr möglich
  • eine Zwischenprüfung im 2. Jahr
  • die Ausbildungsvergütung richtet sich nach den Tarifverträgen der Bundesländer und liegt zwischen zirka 650 Euro im ersten und zirka 880 Euro im dritten Lehrjahr
  • die Facharbeiter- bzw. Gesellenprüfung findet je nach Ausbildungsbetrieb vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder den Handwerkskammern (HWK) statt

Berufliche Perspektiven und Weiterbildung

Wer die Prüfung absolviert und etwas Berufserfahrung gesammelt hat (z. B. im Sudhaus, in der Malzschrotanlage, im Filterkeller, im Abfüllbereich, im Labor etc.), kann als Bierbrauer und Mälzer zwischen 2.000 und 2.500 Euro im Monat verdienen. Abhängig ist dies von der Größe der jeweiligen Brauerei und dem Standort. Dabei muss es aber nicht bleiben. Denn mit Weiterqualifikationen und noch mehr Berufserfahrung kann sich das monatliche Einkommen weiter erhöhen.

Die Berufserfahrung sollte möglichst in verschiedenen Betrieben gesammelt werden. Dann dürfte es kein Problem darstellen, sich zum Braumeister fortzubilden. Hierfür muss der Brauer oder die Brauerin in einer Meisterschule für Brauwesen eine entsprechende Prüfung ablegen. Braumeister arbeiten in den Betrieben häufig als Betriebs-, Abteilungs- oder Laborleiter sowie als Betriebskontrolleure und im Außendienst.

Und schließlich gibt es noch diverse Studiengänge, die ebenfalls auf den Berufsabschluss Brauer und Mälzer aufbauen. Dazu zählen:

  • Diplom-Braumeister /-in
  • Diplom-Ingenieur /-in für Brauwesen
  • Bachelor of Science, Master of Science in Brauwesen und Getränketechnologie

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