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Frauen: Die Pille nehmen, um im Job nicht zu fehlen

Frauen: Die Pille nehmen, um im Job nicht zu fehlen

Eigentlich ist die Pille zur Empfängnisverhütung gedacht. Damit Fehltage reduziert und die Leistungsfähigkeit erhöht beziehungsweise konstant gehalten werden kann, nehmen viele Frauen die Pille ein, damit sie im Job keine Probleme bekommen. Menstruationsbeschwerden können sich berufstätige Frauen nicht mehr leisten.

Lieber die Pille statt Probleme im Job

Mitarbeiter /-innen haben leistungsfähig zu sein und dabei kann keine Rücksicht auf Beschwerden während der Menstruation genommen werden. Besonders junge Frauen möchten im Job nicht unangenehm auffallen und Fehltagen vorbeugen und selbst Schülerinnen möchten die Pille nehmen oder sich Hormonspritzen geben lassen, damit sie in der Schule leistungsfähig und konzentriert bleiben können.
Viele Frauen setzen Hormone ein, damit sie im Job nicht durch Menstruationsbeschwerden auffallen oder sogar fehlen. Manche nehmen die Pille ohne Pause durch und andere lassen sich regelmäßig eine Hormon-Depotspritze geben.

Generell fehlt in der leistungsdenkenden Industriegesellschaft das Verständnis für viele natürliche Vorgänge. Es ist daher kein Wunder, dass Chefs kein Verständnis für ihre weiblichen Mitarbeiterinnen aufbringen können und die Frauen die ganz normalen, körperlichen Vorgänge nicht akzeptieren und annehmen können. Der Natur entgegenwirken – ist das gesund?
Alleine das ständige Leistungsdenken und entsprechende Handeln ist alles andere als gesund für Körper, Geist und Seele. Nun wirken viele Frauen auch noch den weiblichen Körpervorgängen entgegen, um ihren Mann zu stehen.

Je weniger Frauen zu ihrem Körper und ihrer Weiblichkeit stehen, desto mehr baut sich der innere Druck auf. Da Körper, Geist und Seele niemals getrennt gesehen werden können, sondern eine Einheit bilden, kann sich dieser innere Druck auch auf die Schmerzen während der Periode auswirken.
Zudem kann man sich vom Gynäkologen beraten lassen, wie die Beschwerden zu lindern sind. Dafür bieten sich unter anderem bei starken Beschwerden Mini-Pillen an. Dies ist immer noch gesünder, als die Periode zu stoppen. Wie sich eine längere Unterdrückung der Periode auf die Gesundheit auswirkt, ist noch nicht erforscht.

Bezahlter Urlaub während Periode

Im asiatischen Raum können in vielen Ländern berufstätige Frauen zuhause bleiben, wenn sie sich aufgrund der Menstruationsbeschwerden nicht arbeitsfähig fühlen. Dieses Recht wird von Gedis Grudzinskas unterstützt. Der britische Professor ist der Ansicht, dass die Motivation der Frauen ansteigt, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich während der Periode auszuruhen und sie bezahlten Urlaub nehmen können. Deutschland hinkt diesbezüglich anderen Ländern hinterher. Zum Beispiel wurde in Japan schon im Jahre 1947 gesetzlich verankert, dass berufstätige Frauen während der Periode nicht zur Arbeit kommen müssen. In Südkorea können Frauen ebenfalls zuhause bleiben. Gehen sie trotzdem während der Menstruation arbeiten, bekommen sie für diese Tage eine Lohnerhöhung.

Würde sich dies auch in Deutschland durchsetzen: Wie würde das mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau in Einklang gebracht werden können? Frauen möchten den gleichen Lohn erhalten, wie ihre männlichen Kollegen, aber hätten dann zwei oder drei bezahlte Fehltage pro Monat mehr als die männlichen Mitarbeiter. Wäre das fair oder müsste dann auch den Männern mehr bezahlte Urlaubstage zustehen? Wie könnte der Chef überhaupt kontrollieren, ob seine weibliche Angestellte noch die Periode bekommt oder vielleicht schon in der Menopause ist? Wären die Frauen so fair und ehrlich und würden auf die bezahlten Urlaubstage verzichten? Würden sich Personalverantwortliche bei solch einem Gesetz nicht lieber für männliche Bewerber entscheiden? Wie stehen dann die Jobchancen für Frauen?

All diese offenen Fragen sind noch nicht geklärt und es bleibt fraglich, ob sich solch ein Gesetz in Deutschland durchsetzen könnte. Bis dahin bleibt den berufstätigen Frauen nichts anderes übrig, als selbst etwas gegen die Beschwerden zu tun, ohne zu Hormonen zu greifen. Leichte Beschwerden lassen sich mit Stressreduzierung, ausgewogener Ernährung und Sport oder Spaziergängen lindern.