*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin

Datenbasis: 1.244 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 1.528 € 1.759 € 2.430 €
Baden-Württemberg 1.539 € 1.869 € 2.681 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Bayern 1.543 € 1.901 € 2.627 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Berlin 1.569 € 1.778 € 2.508 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Brandenburg 1.164 € 1.340 € 1.851 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Bremen 1.600 € 1.718 € 1.836 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Hamburg 1.510 € 1.661 € 2.103 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Hessen 1.618 € 1.869 € 2.477 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Mecklenburg-Vorpommern 1.516 € 1.581 € 2.454 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Niedersachsen 1.458 € 1.692 € 2.092 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Nordrhein-Westfalen 1.550 € 1.836 € 2.513 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Rheinland-Pfalz 1.518 € 1.755 € 2.364 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Saarland 1.453 € 1.673 € 2.311 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Sachsen 1.175 € 1.353 € 1.869 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Sachsen-Anhalt 1.152 € 1.326 € 1.832 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Schleswig-Holstein 1.473 € 1.640 € 2.113 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Thüringen 1.155 € 1.685 € 2.088 € Jobs Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin

Alltagsbegleiter / Alltagsbetreuer:

1. Gehalt

Von dem Gehalt, das Sie als Alltagsbegleiter oder Alltagsbegleiterin bekommen, sollten Sie ja auch Ihren eigenen Alltag bestreiten können. Von daher besonders interessant: Was verdient ein Alltagsbegleiter eigentlich?

Im bundesweiten Durchschnitt kommen Alltagsbegleiter auf ein monatliches Bruttogehalt von 1.759 €. Umgerechnet entspricht das einem Stundenlohn von 12,22 €. Wie das bei Durchschnittswerten so ist, sind natürlich auch Abweichungen möglich: So verdienen 25% der Alltagsbetreuer 1.528 € oder weniger, weitere 25% hingegen aber auch 2.430 € und mehr. Basis für diese Zahlen sind 1.244 Datensätze, die wir innerhalb der letzten beiden Jahre für Sie erhoben und ausgewertet haben.

Regionale Unterschiede

Alltagsbegleiter werden nicht überall gleich bezahlt. Ein Faktor, der Einfluss aufs Einkommen haben kann, ist die Region, in der ein Arbeitgeber ansässig ist. So haben Angehörige dieser Berufsgruppe im Saarland, in Hessen und in Berlin eher höhere Gehälter, in Sachsen, Brandenburg und Bremen hingegen tendenziell einen geringeren Verdienst. Vergleichen Sie aber nicht nur die Gehälter, sondern auch die Lebenshaltungskosten in Ihrer Region. Oft gleichen niedrigere Mieten etc. niedrigere Löhne zumindest teilweise wieder aus.

Einstiegsgehalt als Alltagsbegleiter /-in – und dann?

Nach dem Ende der Ausbildung, die in diesem Fall aus einem Lehrgang besteht, liegt das Einstiegsgehalt für Alltagsbegleiter im Schnitt bei 1.717 €. Große Gehaltssprünge sind mit der Zeit allerdings eher nicht zu erwarten –der Verdienst steigt mit den Jahren nur gering:

  • 25 Jahre = 1.758 Euro brutto
  • 30 Jahre = 1.758 Euro brutto
  • 35 Jahre = 1.740 Euro brutto
  • 40 Jahre = 1.735 Euro brutto
  • 45 Jahre = 1.758 Euro brutto
  • 50 Jahre = 1.772 Euro brutto

Eine weitere Besonderheit zeigt sich beim Vergleich der Entlohnung von Männern und Frauen. Nicht nur, dass Alltagsbegleiter und Alltagsbegleiterinnen nahezu ein identisches Durchschnittgehalt bekommen – im Bereich der Berufseinsteiger verdienen Frauen im Schnitt sogar besser.

Bezahlen große Firmen besser?

Vergleicht man die Gehälter in Bezug auf die Größe der Arbeitgeber, zeigt auch bei den Alltagsbegleitern eine Tendenz, die in den meisten Berufen zu sehen ist: Größere Unternehmen zahlen mehr.

  • bis 500 Mitarbeiter = 1.744 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 1.846 Euro brutto

Allerdings sind die Unterschiede in der Bezahlung hier im Vergleich zu vielen anderen Berufen eher gering. So scheint sich ein Wechsel zu einem größeren Arbeitgeber finanziell kaum zu rechnen. Dies kommt aber selbstverständlich immer auch auf den Einzelfall an.

Wer sich gehaltstechnisch deutlich verbessern möchte, macht eine Weiterbildung zum Altenpfleger oder absolviert gar ein Studium im pflegerischen Bereich.

Falls Sie bereits in der Alltagsbegleitung arbeiten und genauer wissen möchten, ob Ihr persönliches Gehalt angemessen ist, empfehlen wir Ihnen einen individuellen Gehaltsvergleich.

2. Ausbildung / Weiterbildung

Die Dauer der Qualifizierung zum Alltagsbegleiter bzw. zur Alltagsbegleiterin beträgt 4 bis 6 Monate und beinhaltet praktische und theoretische Abschnitte. Durch die erfolgreiche Teilnahme an diesem Lehrgang besteht die Möglichkeit, als Betreuungskraft nach den gesetzlichen Bestimmungen zu arbeiten. Die Teilnahme setzt keinen Schulabschluss voraus.

In vielen Fällen sind die Kurse Altenpflegeschulen angeschlossen, zu den Inhalten gehören beispielsweise Hygiene, Pflege und Betreuung. Im Bereich der Betreuung werden auch angelernte Beschäftigte eingesetzt, die aber überwiegend hauswirtschaftliche Arbeiten und keine pflegerischen Aufgaben übernehmen. Mit der Weiterbildung soll erreicht werden, dass Pflegebedürftige durch eine spezielle Betreuung besser am Leben teilnehmen können und dass ihnen eine höhere Wertschätzung entgegengebracht wird.

Folgende Zugangsvoraussetzungen sollten vorhanden sein:

  • Interesse und Kreativität
  • Feinfühligkeit
  • Spaß am Arbeiten mit pflegebedürftigen und alten Menschen

Die Inhalte der Alltagsbegleiter-Ausbildung werden im Sozialgesetzbuch geregelt, angeboten werden die Lehrgänge von privaten und kirchlichen Weiterbildungseinrichtungen, der Industrie- und Handelskammer und von Wohlfahrtsverbänden. Die Kursangebote können sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit wahrgenommen werden. Teilnehmen können an der Weiterbildung Mitarbeiter einer Pflegeeinrichtung und Angehörige von Pflegebedürftigen.

Weiterbildung

Alltagsbegleiter können sich auf Wunsch auch zum Alten- und Krankenpfleger weiterbilden. Die Chancen, in diesem Bereich eine Arbeitstelle zu finden, sind sehr gut. Arbeitsplätze stehen in folgenden Bereichen zur Verfügung:

  • Einrichtungen der stationären Pflege
  • Ambulante Pflege
  • Kurzzeitpflege sowie Tagespflege
  • Betreutes Wohnen
  • Gerontopsychiatrische und geriatrische Krankenhäuser
  • Geriatrische Rehabilitation
  • Medizinischer Dienst der Krankenkassen
  • Krankenkassen

Die dreijährige Ausbildung schließt mit einer mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfung ab. Nach dem Bestehen der Prüfung ist der Auszubildende ein „Staatlich anerkannter Altenpfleger“ bzw. eine „Staatlich anerkannte Altenpflegerin“.

3. Studium

Wer noch weiter lernen möchte, hat im Bereich Gesundheit und Pflege die Möglichkeit, folgende Studiengänge zu absolvieren:

  • Pflegeleitung
  • Pflegepädagogik
  • Pflegemanagement
  • Gesundheits- und Pflegewissenschaft

Die Studiengänge werden an Universitäten, Fachhochschulen und der Dualen Hochschule angeboten und vermitteln Kenntnisse aus den Bereichen Pflege, Gesundheitswesen, Betriebswirtschaftslehre, Personalwesen, Pflegewissenschaft und Medizin. Die Studenten lernen, Konzepte für die Krankenpflege zu entwickeln, inklusive Pflegeprozesse und der Pflegedokumentation.

Die Studiengänge Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie vermitteln gesundheitsökonomisches Wissen und breite Kenntnisse der betriebswirtschaftlichen und strukturellen Bedingungen des jeweiligen Umfelds. Mit diesem Studium qualifizieren sich Studenten für Managementaufgaben in der Gesundheitsversorgung. Das Ziel ist, die Prozesse im Gesundheitswesen so zu organisieren, dass bei einer verbesserten Qualität weniger Ressourcen verbraucht werden. Gerne gewählt wird auch der Studienbereich Gesundheitsförderung/Gesundheitspädagogik, bei dem die Umsetzung und Planung von Aspekten der Rehabilitation, Prävention und Intervention sowie Maßnahmen der Gesundheitsförderung gelehrt werden.

Das Studium erfolgt je nach Wunsch als berufsbegleitendes,- als Vollzeit- oder auch als Fernstudium. Neben der Hochschul- bzw. Fachhochschulreife wird in den pflegewissenschaftlichen Studiengängen in den meisten Fällen eine abgeschlossene, einschlägige Berufsausbildung und eine ein- oder mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt.

4. Tätigkeit

Garantiert ein Beruf mit Zukunft: Alltagsbegleiter / Alltagsbegleterin. In diesem Beruf, der auch "Dementenbetreuer /-in" oder "Präsenzkraft nach §87b SGB" genannt wird, kümmert man sich um Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Demenz. Man spricht auch von "Alltagsbegleitern in der Altenhilfe".

Wie die Berufsbezeichnung schon aussagt geht es in erster Linie darum, Menschen zu begleiten, sie zu unterstützen und ihnen in der Bewältigung ihres Alltags behilflich zu sein. Der Beruf versteht sich nicht als Konkurrenz zur ambulanten Pflege, sondern vielmehr als weitere Möglichkeit, die Menschen in Kontakt mit der Umwelt zu bringen anstatt sie - eventuell wegen ihrer Erkrankung - von der Welt zu isolieren.
Konkret bedeutet das z.B. Erstellung von Freizeit- und Alltagsgestaltungsangeboten, Förderung der vorhandenen Fähigkeiten, Unterstützung einer positiven Lebenseinstellung, Entlastung und Unterstützung des zu Betreuuenden in Alltagssituationen uvm.

Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterinnen sollten folgende Voraussetzungen mitbringen: Leidenschaft beim Helfen, Wissen rund um die Krankheitsbilder, ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, emotionale Stabilität und Belastbarkeit. Empfehlenswert oder z.T. auch Vorschrift sind Forbildungsangebote nach §87b SGB. Für Menschen, die zuvor bereits im pflegerischen Bereich gearbeitet haben, gibt es eine 160 stündige Weiterbildung zum Demenzpfleger.

Der Verdienst als Alltagsbegleiter/Alltagsbegleiterin variiert je nach Arbeitsumfang und Arbeitgeber. Das Durchschnittsgehalt und der Stundensatz sind eher im unteren Verdienstbereich anzusiedeln.