*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Heilpraktiker / Heilpraktikerin

Datenbasis: 44 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 1.975 € 2.748 € 4.194 €
Baden-Württemberg 2.173 € 3.024 € 4.615 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Bayern 1.618 € 3.079 € 4.543 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Berlin 1.865 € 2.595 € 3.960 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Brandenburg 1.504 € 2.093 € 3.194 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Bremen 1.898 € 2.641 € 4.031 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Hamburg 1.797 € 2.500 € 3.816 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Hessen 2.286 € 3.181 € 4.855 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Mecklenburg-Vorpommern 1.452 € 2.020 € 3.083 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Niedersachsen 1.802 € 2.507 € 3.826 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Nordrhein-Westfalen 2.652 € 3.170 € 3.793 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Rheinland-Pfalz 1.942 € 2.702 € 4.124 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Saarland 1.878 € 2.613 € 3.988 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Sachsen 1.441 € 2.005 € 3.060 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Sachsen-Anhalt 1.488 € 2.071 € 3.161 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Schleswig-Holstein 1.703 € 2.370 € 3.617 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Thüringen 1.543 € 2.147 € 3.277 € Jobs Heilpraktiker / Heilpraktikerin

Heilpraktiker / Heilpraktikerin:

1. Gehalt

Als Heilpraktiker liegt das deutschlandweite Gehalt bei 2.748 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 44 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 1.975 € beginnen, Heilpraktiker in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 4.194 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 2.370 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 3.024 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Heilpraktiker in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 2.867 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.715 Euro brutto
  • 35 Jahre = 2.470 Euro brutto
  • 40 Jahre = 2.398 Euro brutto
  • 45 Jahre = 2.422 Euro brutto
  • 50 Jahre = 3.137 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.852 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 2.501 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 2.995 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Der Beruf des/der Heilpraktiker /-in ist eine Ausbildung, die von unterschiedlichen Bildungsanbietern in Vollzeit, Teilzeit oder per Fernunterricht angeboten wird. Um an dieser Ausbildung teilzunehmen, müssen einige Voraussetzungen vorliegen. In Abhängigkeit vom jeweiligen Bildungsanbieter sind mindestens ein Hauptschulabschluss, ein Mindestalter von zum Beispiel 21 Jahren, ein Führungszeugnis, ein ärztliches Test sowie eine Berufsausbildung nachzuweisen.

Interessenten, die sich zum/zur Heilpraktiker /-in ausbilden lassen wollen, benötigen eine Reihe von Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten. Sie sollten in jedem Fall einen durchschnittlichen Intellekt mitbringen, sprachlich denken können und eine gute Beobachtungsgenauigkeit haben. Außerdem sind Merkfähigkeit zum Erlernen der medizinischen und therapeutischen Fachbegriffe sowie Handgeschick beim Durchführen von Inhalationen, Einreibungen, Massagen, Lymphdrainagen und auch zum Verabreichen von Injektionen unerlässlich.

Heilpraktiker betrachten einen Menschen ganzheitlich. Die Störungen, die Sie behandeln, ordnen sie in ein Gesamtsystem ein, das sich aus den seelischen und körperlichen Bestandteilen des Menschen zusammensetzt. Naturheilkunde und Alternativmedizin sind die Methoden, mit denen sie Seele und Körper eines Menschen durchleuchten. Im Rahmen der theoretischen Ausbildung erlernen die Auszubildenden unter anderem

  • die Funktionsweise und den Aufbau eines menschlichen Körpers,
  • die Entstehung von Krankheiten und deren Ursachen in Psyche sowie Psychosomatik,
  • die Durchführung von Untersuchungen sowie die Erhebung einer Anamnese,
  • die rechtlichen Grenzen zur ärztlichen Heilkunde,
  • Diagnostik und Therapie von Naturheilverfahren und deren Grenzen und Gefahren,
  • Sterilisation, Desinfektion und Praxishygiene,
  • die Interpretation von Laborergebnissen sowie die Wirkungsweise von Arzneimitteln,
  • den Aufbau gesunder Ernährung sowie den Zusammenhang zu bestimmten Krankheiten,
  • die Einordnung lebensbedrohlicher Zustände und Erstversorgung bei akuten Notfällen,
  • den Umgang mit Patienten in der eigenen Praxis.

Der Aufbaulehrgänge variiert von Anbieter zu Anbieter, doch die Lernbereiche, die jeder Auszubildende zum Heilpraktiker durchlaufen muss, sind gleich.

  • Anatomie und Physiologie,
  • Pathologie und Innere Medizin,
  • Naturwissenschaften,
  • Therapieunterricht Homöopathie,
  • Massage,
  • Leibtherapie,
  • Akupunktur,
  • Phytotherapie,
  • Irisdiagnostik.

Neben diesen Lernbereichen werden auch Gesetzesgrundlagen vermittelt, in deren Rahmen sich Heilpraktiker bewegen. Die Prüfung erfolgt schriftlich und mündlich beim Amtsarzt. Schulintern legen Prüflinge einen theoretischen und einen praktischen Prüfungsteil ab.

3. Studium

Für Heilpraktiker mit Hochschulzugangsberechtigung, empfiehlt sich das Studienfach Komplementärmedizin. Im Rahmen des Studiums erlernen Studenten Grundlagen aus der Naturheilkunde wie Homöopathie und Akupunktur. Sie eignen sich Grundkenntnisse der Anatomie, der Physiologie und der Pathologie an. Eine Spezialisierung im grundständigen Studiengang zum Beispiel auf Homöopathie ist bereits möglich. Das Studium der Komplementärmedizin wird auch als Osteopathie bezeichnet.

Die Studieninhalte in der Komplementärmedizin sind:

➤ Akupunktur, allgemeine Grundlagen Komplementärmedizin, Englisch, Pathologie, Psychologie, Soziologie, Homöopathie, Phytotherapie, manuelle Therapie, Chemie und Physik, Neuraltherapie, Osteopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).

Während des Studiums müssen die Studenten Praxissemester oder Praktika durchlaufen. Diese können zum Beispiel in Kliniken, an Einrichtungen des Gesundheitswesens oder in homöopathischen Praxen stattfinden. Das Studium dauert 6-8 Semester und schließt mit einer Bachelorprüfung ab.

Mit dem Abschluss als Bachelor können die Absolventen freiberuflich als Homöopath arbeiten. Möchten Sie ihr Studium fortsetzen und einen Master ergänzen, empfiehlt sich das weiterführende Studium der Komplementärmedizin. Die Inhalte sind

➤ Akupunktur, Anthropologie, Ethik, Methodologie, Anthropologische Medizin, evidenzbasierte Komplementärmedizin, Ayurveda, Osteopathie und Diagnostik, Diätik, Innere Medizin, Psychosomatik, Phytotherapie, Thermentherapie, Naturarzneimittel, Neuraltherapie, ordnungstherapeutische Verfahrensweisen, Prävention, Schmerzmanagement.

Auch im Masterstudiengang sind Praxismodule einzuschieben. Die Dauer umfasst 2-4 Semester und schließt mit dem 2. berufsqualifizierenden Hochschulabschluss Master ab. Die Prüfung erfolgt in Form von Klausuren, Hausarbeiten, Kolloquien, Referaten und Projektarbeiten. Jeder Student muss eine individuelle Masterarbeit einreichen. Absolventen mit einem Master in Komplementärmedizin können als freiberuflicher Homöopath oder im Tätigkeitsfeld der nichtärztlichen Behandlung und Therapie arbeiten. Als Perspektive steht eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Hochschule offen. Allerdings muss der Absolvent dann noch promovieren und eine Habilitation vorweisen, damit er als Hochschulprofessor oder Professorin berufen wird. Danach steht einer Lehrtätigkeit an Hochschulen oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit in der Forschung nichts mehr entgegen.

4. Tätigkeit

Heilpraktiker finden ein Arbeitsumfeld in Kliniken, Gesundheitszentren, physiotherapeutischen Praxen und Reha- Zentren. Häufig sind sie jedoch in der eigenen Praxis tätig. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Behandlung von körperlichen Leiden und Krankheiten, dabei wird der Mensch mit Körper, Geist und Seele als Gesamtsystem angesehen.

Zunächst nehmen sie die Lebensumstände des Patienten auf, befragen diese über die Beschwerden und lassen sich Symptome schildern. Außerdem informieren sich Heilpraktiker über Vorerkrankungen der Patienten. Dieser Vorgang heißt Erstanamnese. Im Rahmen des Erstgespräches sammeln Sie alle erforderlichen Daten und relevanten Fakten und entwickeln dann eine Diagnose. In Absprache mit dem Patienten werden individuelle Behandlungspläne ausgearbeitet und abgesprochen. Dann geht es an die Durchführung. Heilpraktiker führen Inhalationen durch, bestrahlen ihre Patienten, machen Lymphdrainagen oder reiben sie mit Präparaten ein. Chiropraktik, Atmungs- und Elektrotherapie sind Behandlungsformen, die für Heilpraktiker an der Tagesordnung sind.

Neben diesen praktischen Tätigkeiten müssen sie auch organisatorische und verwaltende Arbeiten erledigen. Sie nehmen die Patientendaten auf und dokumentieren die Behandlungsabläufe.