*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Oberarzt / Oberärztin

Datenbasis: 1.765 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 5.859 € 8.219 € 11.816 €
Baden-Württemberg 5.742 € 8.594 € 12.206 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Bayern 5.708 € 7.989 € 11.718 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Berlin 5.468 € 7.812 € 11.726 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Brandenburg 6.446 € 7.971 € 12.103 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Bremen 7.205 € 8.144 € 11.841 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Hamburg 6.166 € 8.099 € 11.880 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Hessen 5.713 € 8.041 € 10.593 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Mecklenburg-Vorpommern 5.748 € 7.460 € 9.786 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Niedersachsen 5.869 € 8.242 € 11.944 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Nordrhein-Westfalen 6.322 € 8.624 € 11.923 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Rheinland-Pfalz 5.999 € 8.381 € 12.490 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Saarland 4.361 € 7.817 € 12.328 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Sachsen 5.746 € 8.105 € 10.661 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Sachsen-Anhalt 4.589 € 7.802 € 10.010 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Schleswig-Holstein 5.820 € 7.128 € 13.150 € Jobs Oberarzt / Oberärztin
Thüringen 5.811 € 8.219 € 13.020 € Jobs Oberarzt / Oberärztin

Oberarzt / Oberärztin:

1. Gehalt

Wer Oberarzt ist und damit eine Station und ein ganzes Team leitet, dessen Gehalt sollte sich auch im oberen Spektrum bewegen. Und das tut es auch. Was Oberärzte verdienen bzw. verdienen können, erfahren sie im Folgenden.

Das bundesweite Oberarztgehalt liegt durchschnittlich bei 8.219 € brutto im Monat. Das entspricht einem Jahresgehalt von 98.628 €. Doch wer verdient schon das Durchschnittgehalt? Die realen Gehälter liegen ober- und unterhalb dieses statistischen Wertes.

  • So verdient das untere Viertel der Gehaltstabelle maximal 5.859 €,
  • das vordere Viertel hingegen mindestens 11.816 € im Monat.

Basis für all diese Werte sind 2.340 Datensätze, die wir innerhalb der letzten zwei Jahre erhoben und analysiert haben. Neben Tarifverträgen, die den Verdienst in einem öffentlichen Krankenhaus regeln, existieren einige weitere Faktoren, die die Höhe des Einkommens beeinflussen können.

Diagnose: Gehaltssteigerung

Zu Beginn der Tätigkeit als Oberarzt bekommt man im Schnitt ein Einstiegsgehalt von 5.255 €, insofern man hier von einem Einstiegsgehalt sprechen kann. Denn wer die Position des Oberarztes übernimmt, hat in der Regel zuvor bereits einige Jahre als Assistenzarzt und Facharzt gearbeitet. Über die Jahre entwickelt sich das Oberarztgehalt wie folgt:

  • 25 Jahre = 5.125 Euro brutto
  • 30 Jahre = 8.049 Euro brutto
  • 35 Jahre = 8.007 Euro brutto
  • 40 Jahre = 8.153 Euro brutto
  • 45 Jahre = 8.387 Euro brutto
  • 50 Jahre = 8.300 Euro brutto

Wer Oberarzt ist, hat wegen der für diese Position benötigten Erfahrung meist schon ein gewisses Alter erreicht. Dementsprechend deutlich unter dem Schnitt, ist das durchschnittliche Gehalt in den jungen Altersgruppen. Die meisten Oberärzte sind, wenn man sich den oben bereits genannten Gesamtdurchschnitt (8.219 €) betrachtet, offenbar älter als 40 Jahre.

Auch wenn im tariflichen Bereich die gleiche Bezahlung für Männer und Frauen gewährleistet ist, gibt es außertariflich wohl teilweise so große Unterschiede zwischen den Geschlechtern, dass sich dies in den Durchschnittszahlen niederschlägt. So verdient ein Oberarzt im Schnitt 8.622 €, eine Oberärztin hingegen lediglich 7.228 € monatlich.

Diagnose: Mehr Verdienst bei großen Arbeitgebern

Wenn es um die Abhängigkeit der Einkommen in Bezug zur Größe des Arbeitgebers geht, gilt in vielen Branchen und Berufen eine Art Faustregel: Je mehr Mitarbeiter eine Firma hat, desto höher die Gehälter. Gleiches lässt sich wohl auch für Krankenhäuser, Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen sagen:

  • bis 500 Mitarbeiter = 7.549 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 8.263 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 8.692 Euro brutto

Zumindest die hier betrachteten Oberarztgehälter bestätigen diese Tendenz.

Diagnose: Regionale Unterschiede

Auch die Region, in welcher man beschäftigt ist, kann sich auf das Einkommen auswirken. So ist das Gehalt eines Oberarztes in Bremen (8.144 €), im Saarland oder in Baden-Württemberg meist merkbar höher als in Brandenburg (7.971 €) Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern. Ein Grund für diese Differenz sind die regional unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten.

Sie möchten es noch genauer wissen?
Bei allen genannten Angaben zum Gehalt als Oberarzt bzw. Oberärztin handelt es sich um Durchschnittswerte. Für genauere Informationen empfehlen wir unseren kostenlosen Gehaltscheck oder eine individuelle Gehaltsanalyse (zum Gehaltsvergleich).

2. Ausbildung / Weiterbildung

Oberarzt /Oberärztin ist die Bezeichnung für einen Arzt in einer leitenden Position. Er hat die Facharztausbildung bereits abgeschlossen und besitzt in der Regel eine mehrjährige Berufserfahrung. Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert.

Wer Oberarzt /Oberärztin werden möchte, benötigt ein abgeschlossenes Medizinstudium, eine ärztliche Approbation, die nach dem Staatsexamen erteilt wird sowie eine abgeschlossene Weiterbildung zum Facharzt /-ärztin bei der zuständigen Landesärztekammer. Anschließend muss die Facharztausbildung anerkannt werden. Erst dann erhält die Person die Erlaubnis, als Oberarzt /Oberärztin berufstätig zu werden.

Der/die Oberarzt /Oberärztin ist zur regelmäßigen Fortbildung verpflichtet. Sie dient dem Erhalt der ärztlichen Kompetenz und Aktualisierung des Fachwissens. Die Verpflichtung schreibt vor, dass Oberärzte innerhalb von fünf Jahren 250 Fortbildungspunkte nachweisen müssen.

Geeignete Fortbildungen sind:

  • Eigenstudium mit Fachliteratur und E-Learning
  • Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen, Seminaren, Kongressen, Kursen und Übungsgruppen
  • Klinische Fortbildung durch Fallvorstellungen oder Hospitationen
  • Schwerpunkt Fortbildung in der ärztlichen Fachrichtung durch vorgeschriebene Weiterbildungen

Die Oberärzte /Oberärztinnen erhalten für jede absolvierte Fortbildung acht Punkte. Findet die Fortbildung über mehrere Tage statt, werden pro Tag acht Punkte vergeben. Wenn der Oberarzt sich nicht an die vorgeschriebenen Weiterbildungen hält drohen ihm Sanktionen, Vergütungsabschläge und, im schlimmsten Fall der Entzug der Zulassung. Informationen über die ärztlichen Fortbildungen bekommt der/die Oberarzt /Oberärztin bei der entsprechenden Landesärztekammer. Themen, die sich für die Fortbildung anbieten, sind Forschung und Entwicklung, Humanmedizin, Chinesische Medizin, Homöopathie, Gesundheitsmanagement, Qualitätssicherung, Krankenhaushygiene, Personalwesen, Betriebliche Organisation und Management.

3. Studium

Wer Oberarzt /Oberärztin werden möchte, muss zuerst ein Studium der Humanmedizin durchlaufen. Diese wissenschaftliche und berufspraktische Ausbildung besteht aus 5.500 theoretischen und praktischen Unterrichtsstunden. Im Rahmen des Bologna-Prozesses wird Medizin in Deutschland mittlerweile als Bachelorstudiengang absolviert. Die Studieninhalte sind durch die Approbationsordnung der Ärzte bundesweit einheitlich geregelt. Zugangsvoraussetzung sind eine allgemeine Hochschulreife und ein Vorpraktikum. Das Studium ist zudem mit einem NC zulassungsbeschränkt. Die Regelstudienzeit beträgt zwischen 12 und 13 Semestern. Das Studium ist in einen vorklinischen Teil und einen klinischen Teil sowie ein praktisches Jahr unterteilt. Die ärztliche Prüfung besteht aus drei einzelnen Prüfungen.

Im Studium lernt der Studierende grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten in allen medizinischen Fächern und erhält Fertigkeiten, die für eine umfassende Gesundheitsversorgung des Patienten erforderlich sind. Zudem eignet sich der Student Grundlagenwissen über Körperfunktionen, Krankheiten, Therapie und Diagnostik an und befasst sich mit Krankheitsprävention und Rehabilitation. In praktischen Unterrichtseinheiten lernt er den Umgang mit Patienten, die fächerübergreifende Betrachtungsweise von Krankheiten sowie die Organisation des Gesundheitswesens kennen. Das Studium vermittelt zudem ethische und historische Grundlagen des ärztlichen Verhaltens.

Einige Fächer des Medizinstudiums:

  • Allgemeinmedizin
  • Innere Medizin
  • Chirurgie
  • Augenheilkunde
  • Dermatologie
  • Frauenheilkunde
  • Hygiene und Mikrobiologie
  • Kinderheilkunde
  • Klinische Chemie und Labordiagnostik
  • Neurologie
  • Orthopäde
  • Pathologie
  • Pharmakologie
  • Psychiatrie
  • Psychotherapie
  • Urologie
  • Rechtsmedizin
  • Epidemiologie
  • Biometrie und medizinische Informatik
  • Gesundheitsökonomie und Gesundheitswesen
  • Immunologie
  • Prävention und Gesundheitsförderung
  • Rehabilitation und Naturheilverfahren

Nachdem das vorklinische und klinische Studium abgeschlossen und der Student das Praktische Jahr hinter sich gebracht hat, findet der dritte Teil der ärztlichen Prüfung statt, die aus einem mündlichen und schriftlichen Teil besteht. Wenn die Prüfung erfolgreich bestanden wird, kann der Student promovieren, oder sich eine Approbation für die Ausübung des Assistenzarztes ausstellen lassen.

4. Tätigkeit

Der/die Oberarzt /Oberärztin übernimmt innerhalb eines medizinischen Versorgungszentrums die Verantwortung für eine oder mehrere Stationen. Der Beruf kann mit einem Abteilungsleiter verglichen werden. Unter seiner Führung und Aufsicht arbeiten die Assistenz- und Stationsärzte. Er steht ihnen auch bei Problemen und Rückfragen zur Verfügung und kümmert sich um deren Ausbildung. Zudem ist für die Tätigkeit der Stationsärzte verantwortlich und überwacht diese im Rahmen von Oberarztvisiten.

Darüber hinaus führt er seinen Arztberuf praktisch aus, da er regelmäßig den Nachtdienst- oder Wochenenddienst übernimmt, Diagnosen und Behandlungen durchführt und in Rufbereitschaft steht. Zu seinen weiteren Tätigkeiten gehören das Vertreten des Chefarztes in seinen Dienstaufgaben und das Sicherstellen der medizinischen Versorgung und Betreuung von Patienten. Weiterhin obliegen ihm auch organisatorische und verwaltende Aufgaben, wie das Abrechnen von ärztlichen Leistungen, das Erstellen von Krankenberichten und Gutachten und das Dokumentieren von Behandlungsabläufen.