*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker

Datenbasis: 433 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 1.678 € 2.344 € 3.888 €
Baden-Württemberg 1.919 € 2.477 € 4.514 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Bayern 1.763 € 2.604 € 4.965 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Berlin 1.596 € 2.177 € 2.990 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Brandenburg 1.279 € 1.786 € 2.962 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Bremen 1.788 € 1.993 € 2.773 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Hamburg 1.771 € 2.510 € 3.965 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Hessen 1.655 € 2.342 € 3.141 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Mecklenburg-Vorpommern 1.616 € 1.768 € 2.452 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Niedersachsen 1.799 € 2.377 € 4.538 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Nordrhein-Westfalen 1.649 € 2.362 € 3.527 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Rheinland-Pfalz 1.741 € 2.544 € 4.462 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Saarland 1.596 € 2.229 € 3.697 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Sachsen 1.631 € 2.041 € 3.372 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Sachsen-Anhalt 1.560 € 1.767 € 2.782 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Schleswig-Holstein 1.635 € 2.313 € 4.085 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker
Thüringen 1.607 € 1.695 € 1.751 € Jobs Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker

Orthopädiemechaniker / Orthopädietechnik-Mechaniker:

1. Gehalt

Als Orthopädietechnik-Mechaniker liegt das deutschlandweite Gehalt bei 2.344 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 433 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 1.678 € beginnen, Orthopädietechnik-Mechaniker in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 3.888 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 2.313 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 2.477 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Orthopädietechnik-Mechaniker in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 1.894 Euro brutto
  • 30 Jahre = 2.189 Euro brutto
  • 35 Jahre = 2.395 Euro brutto
  • 40 Jahre = 2.539 Euro brutto
  • 45 Jahre = 2.574 Euro brutto
  • 50 Jahre = 2.603 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.331 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 2.435 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 4.128 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Eine Ausbildung zum/zur Orthopädiemechaniker /-in bzw. zum/zur Orthopädietechnik-Mechaniker /-in, wie der Beruf korrekt heißt, dauert drei Jahre. Grundsätzlich bestehen keine expliziten Zugangsvoraussetzungen. Allerdings wird in der Praxis deutlich, dass meist nur Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss oder sogar der Hochschulreife eine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben.

Die Ausbildung findet in dualer Form statt. Das bedeutet, dass die Auszubildenden im Betrieb lernen und parallel eine Berufsschule besuchen. Zu Beginn des dritten Lehrjahres müssen sie sich zudem für einen Spezialisierungsbereich entscheiden. Zur Auswahl stehen die Schwerpunkte Individuelle Orthetik, Individuelle Rehabilitationstechnik und Prothetik. Unabhängig davon, welche Spezialisierung die Auszubildenden vornehmen, beschäftigen sie sich während der drei Lehrjahre vor allem mit den folgenden Aufgabenfeldern:

  • Das Bearbeiten diverser Materialen (z.B. durch Umformen oder Spanen),
  • die Beurteilung von Dysfunktionen im menschlichen Bewegungsapparat,
  • die Herstellung und Anpassung von Hilfsmitteln (z.B. Bandagen oder Bruchbänder),
  • die Montage von Prothesen und Orthesen sowie deren Instandhaltung,
  • die entsprechend Einweisung des Patienten in die Funktionsweise der orthopädietechnischen Hilfsmittel,
  • die Beratung von Ärzten, Pflegern und Therapeuten hinsichtlich einer angemessen orthopädietechnischen Versorgung,
  • das Abformen von Fehlbildungen, Deformitäten und Amputationsstümpfen,
  • das Ermitteln von individuellen Messwerten und das Erstellen eines Modells mit Hilfe von digitalen Computerprogrammen.

Entscheidet sich der/die Auszubildenden für den Bereich Orthetik, kommen Aspekt wie die Installation elektronisch oder pneumatisch gesteuerter Gelenke oder die kosmetische Gestaltung von Prothesen hinzu. Soll hingegen die Individuelle Orthetik im Vordergrund stehen, gehört die Herstellung von Korrekturorthesen für den Rumpf sowie die entsprechende Anprobe zum Pflichtprogramm. Im Bereich der Individuellen Rehabilitationstechnik sind Inhalte wie die Herstellung von Lagerungs- und Bettungshilfen und das Konfigurieren von Rollstühlen von Bedeutung.

Angehende Orthopädiemechaniker sollten über ausgeprägtes handwerkliches Geschick vor allem im Umgang mit kleinsten Bauteilen und Werkzeugen verfügen. Wem die Methoden des Technischen Zeichnens vertraut sind, ist beim Anfertigen von Skizzen klar im Vorteil.

3. Studium

Verfügt der/die Interessierte über eine Hochschulzugangsberechtigung, ist ein Studium im Fach Orthopädie- und Rehatechnik eine Überlegung wert. Der Studiengang umfasst sowohl Aspekte aus der Ingenieurwissenschaft als auch aus der Biologie, Biomechanik und Medizin. An manchen Universitäten bzw. Fachhochschulen kann zudem eine Spezialisierung, z.B. im Bereich Biomechanik, Medizintechnik oder Prothetik erfolgen.

Zu den obligatorischen Pflichtmodulen gehören:

  • Prothetik,
  • Rehatechnik,
  • Orthetik,
  • Humanbiologie,
  • Klinische Biomechanik,
  • Konstruktionstechnik,
  • Orthopädische Pathologie,
  • Orthopädieschuhtechnik,
  • Signaltechnik, -verarbeitung,
  • Werkstofftechnik,
  • Analog- und Digitaltechnik,
  • Klinische Fachkunde,
  • Medizinprodukterecht und Gesundheitswesen,
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen.

Darüber hinaus können die Studenten aus einer Reihe von Wahlpflichtmodulen auswählen und so ihr eigenes Studienprofil herausbilden. Möglich sind zum Beispiel: Marktforschung, Operations-Management, Patente und Innovationen, Biosignale, Chemie.
Nicht selten entscheiden sich die Studenten im Vorfeld für ein duales Studienmodell. Diese bringt den Vorteil mit sich, dass bereits frühzeitig praktische Erfahrung gesammelt werden kann. Theoretisch ist es möglich, das grundständige Studium innerhalb von sechs Semestern zu beenden. Allerdings zeigt die Praxis, dass im Schnitt etwa acht Semester benötigt werden.

Zu den Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium im Fach Orthopädie- und Rehatechnik gehören zum einen gute Kenntnisse in Mathematik. Wer in der Schule Mathematik als Leistungskurs belegt hat, ist klar im Vorteil. Doch damit ist der naturwissenschaftliche Bereich keinesfalls ausreichend abgedeckt. Die Studenten benötigen außerdem Grundwissen in den Fächern Biologie und Physik. Biologische Vorkenntnisse erleichtern das Verständnis humanbiologischer, pathologischer und medizinischer Studieninhalte. Physikalische Zusammenhänge spielen beispielsweise in der Biomechanik und Prothetik eine Rolle. Da gerade in der Orthopädietechnik häufig auf fachspezifische Computerprogramme zurückgegriffen wird, sind Grundlagen in Informatik empfehlenswert. Zudem sollten die Studenten in der Lage sein, Texte in englischer Sprache zu verstehen und selber zu verfassen.

Als Alternative zum beschriebenen Studium der Orthopädie- und Rehatechnik sind insbesondere die Studiengänge Augenoptik/Optometrie, Hörtechnik/Audiologie und Medizinische Technik erwähnenswert.

4. Tätigkeit

In der modernen Medizintechnik nehmen orthopädietechnische Hilfsmittel eine immer bedeutendere Rolle ein. Dazu zählen nicht nur Prothesen, d.h. künstliche Gliedmaßen, sondern ebenso Orthesen. Das sind Konstruktionen, die der Unterstützung von Rumpf, Armen oder Beinen dienen. Für die Herstellung und individuelle Anpassung dieser Hilfsmittel sind Orthopädiemechaniker zuständig.

Zunächst beurteilen sie das Krankheitsbild des/der Patienten /-in fachkundig und beraten diese/n dementsprechend über mögliche orthopädietechnische Maßnahmen. Daraufhin ermitteln sie die individuellen Maße und erstellen auf dieser Grundlage Konstruktionszeichnungen. Bei der Anfertigung des benötigten Stücks greifen die Fachleute auf Materialien wie Metall, Holz, Kunststoff, Gießharze oder Textilien zurück. Ist die Orthese bzw. Prothese fertiggestellt, gilt es, sie zu justieren. Zudem erklären die Orthopädiemechaniker dem/der Patienten /-in die Bedienung und Handhabung des Hilfsmittels. Darüber hinaus ist das Fachwissen der Orthopädietechniker bei der Konstruktion von Rollstühlen oder Krankenbetten gefragt. Ebenso sind sie in der Lage, Bandagen und Schienen anzufertigen.

Gesundheitliches Zubehör herzustellen ist natürlich immer ein gefragter Markt und so ist der Beruf des Orthopädiemechanikers relativ krisensicher und wird zudem mit einem Durchschnittsgehalt von etwa 3300 Euro vergütet. Die Einsatzorte sind variabel, etwa in Krankenhäusern oder direkt beim Hersteller für orthopädischen Bedarf und dementsprechend variiert auch das Einkommen für eine Orthopädiemechanikerin, welches aber maximal bis über 4500 Euro gehen kann, wenn vor allem die entsprechende Erfahrung in dem Beruf gegeben ist. Ansonsten beginnt das Einstiegsgehalt grundsätzlich etwa bei 1800 Euro, was ungefähr 11 Euro Stundenlohn bei einer regulären Arbeitszeit von 40 Stunden in der Woche entspricht.