*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Pflegeberater

Datenbasis: 21 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 2.573 € 3.446 € 5.327 €
Baden-Württemberg 2.536 € 3.396 € 5.250 € Jobs Pflegeberater
Bayern 2.738 € 3.667 € 5.669 € Jobs Pflegeberater
Berlin 2.102 € 2.815 € 4.352 € Jobs Pflegeberater
Brandenburg 1.960 € 2.625 € 4.058 € Jobs Pflegeberater
Bremen 2.472 € 3.311 € 5.118 € Jobs Pflegeberater
Hamburg 2.737 € 3.665 € 5.666 € Jobs Pflegeberater
Hessen 2.844 € 3.809 € 5.888 € Jobs Pflegeberater
Mecklenburg-Vorpommern 1.891 € 2.533 € 3.916 € Jobs Pflegeberater
Niedersachsen 2.348 € 3.144 € 4.860 € Jobs Pflegeberater
Nordrhein-Westfalen 3.241 € 3.481 € 4.129 € Jobs Pflegeberater
Rheinland-Pfalz 2.530 € 3.389 € 5.239 € Jobs Pflegeberater
Saarland 2.447 € 3.277 € 5.066 € Jobs Pflegeberater
Sachsen 1.979 € 2.650 € 4.097 € Jobs Pflegeberater
Sachsen-Anhalt 1.939 € 2.597 € 4.015 € Jobs Pflegeberater
Schleswig-Holstein 2.168 € 2.903 € 4.488 € Jobs Pflegeberater
Thüringen 2.011 € 2.693 € 4.163 € Jobs Pflegeberater

Pflegeberater / Pflegeberaterin:

1. Gehalt

Als Pflegeberater liegt das deutschlandweite Gehalt bei 3.446 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 21 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 2.573 € beginnen, Pflegeberater in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 5.327 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 2.903 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 3.396 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Pflegeberater in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 5.176 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.017 Euro brutto
  • 35 Jahre = 3.446 Euro brutto
  • 40 Jahre = 3.398 Euro brutto
  • 45 Jahre = 3.014 Euro brutto
  • 50 Jahre = 4.147 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 3.517 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 3.279 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 3.809 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Eine klassische Ausbildung zum/zur Pflegeberater/-in gibt es (noch) nicht, obgleich abzuwarten bleibt, ob die Fragen der Branche eine derartige Fachkraftausbildung nicht in Kürze nötig machen. Das heißt für diejenigen, die Pflegeberater/-in werden möchten, dass sie in ganz unterschiedlichen Aus- und Weiterbildungen das Fachwissen erwerben können, das sie dann in der Beratung brauchen. Die Ausbildungen zum/zur Altenpfleger/-in, zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, oder zum/zur Sozialversicherungsfachangestellten sind die gängigen Ausbildungen mit diesem Fokus.

Das sind die Inhalte der dreijährigen Ausbildung zum/zur Altenpfleger/-in:

  • Einschätzung des Gesundheitszustandes des Patienten,
  • Erste Hilfe Maßnahmen,
  • Verabreichung von Medikamenten,
  • Planung, Durchführung, Beurteilung und Dokumentation von Pflegeprozessen,
  • Unterstützung bei Körperpflege und Ernährung alter Menschen,
  • Pflegemodelle und Wohnformen für alte Menschen,
  • Zusammenarbeit mit Angehörigen, Bezugspersonen, Pflegepersonal,
  • Rechtliche Grundlagen des Berufs,
  • Versorgung von Verstorbenen, Vorbereitung der Nachlassverwaltung.

Bei der dreijährigen Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-in stehen diese Inhalte auf dem Lehrplan:

  • Krankheitslehre, Ursachen, Prävention, Diagnose, Behandlung,
  • Blutentnahme, Röntgen, Vitalwertbestimmung und –dokumentation,
  • Erste Hilfe in Notfällen,
  • Aufnahme, Verlegung, Entlassung von Patienten,
  • Assistenz bei Behandlungen, Operationen, Visiten,
  • Pflegetechniken: Wunschversorgung, Infusion, Injektion,
  • Erstellung von Pflegeplänen und –dokumentationen,
  • Berücksichtigung des sozialen Umfelds und ggf. ethnischer, religiöser und interkultureller Faktoren,
  • Mitwirkung an Rehabilitationskonzepten,
  • Rechtslehre im Rahmen der Krankenpflege.

Die dreijährige Ausbildung zum/zur Sozialversicherungsfachangestellten wird in mehreren Fachrichtungen angeboten. Der Schwerpunkt „allgemeine Krankenversicherung“ ist wohl der am wenigsten spezifische Teil und beinhaltet diese Themen:

  • Versicherungspflicht, Versicherungsfreiheit, Versicherungsbefreiung,
  • Errechnung von Beiträgen mittels Bestimmungsgrößen,
  • Sicherstellung von gesundheitlichen Maßnahmen,
  • Bestimmung des Versicherungsträgers,
  • Einleitung, Durchführung und Abschluss von Verwaltungsverfahren,
  • Beratung zu Versicherungspflicht und -freiheit, zu Leistungen im Pflege- oder Krankheitsfall sowie zur Gesundheitsfürsorge.

Wer als Pflegeberater/-in arbeiten will, kann nicht nur in einem Bereich Fachwissen haben, sondern muss sowohl die Theorie als auch die Praxis kennen, um umfassend beraten zu können. Dazu empfiehlt es sich, eine Aus- und eine Weiterbildung zu absolvieren. Die Weiterbildung kann eine klassische Weiterbildung zum/zur Fachwirt/-in sein oder eine berufsbezogene Weiterbildung mit speziellen Hauptthemen.

3. Studium

Ein/eine Pflegeberater/-in mit Studium ist keine Seltenheit. Besonders typisch sind Studienabschlüsse im Fach Heilpädagogik oder Soziale Arbeit. Studenten, die ein Studium der Heilpädagogik aufnehmen, werden folgende Themen auf dem Stundenplan des grundständigen Studiums finden:

  • Praktische Heilpädagogik: Beratung, Diagnostik, Didaktik, Methodik,
  • Beruf: Geschichte, Berufsrollen, Zielgruppen, Arbeitsfelder, Medien,
  • Forschung: Empirie, Wissenschaftstheorie,
  • Pädagogik, Philosophie, Soziologie, Psychologie, Medizin,
  • Rechtswissenschaft, Sozialpolitik, Sozialmanagement,
  • Spezialthemen: Entwicklungsförderung, Kunst- und Spieltherapie, Förderdiagnosen, Psyche und Verhalten, Entwicklungsstadien (geistig, motorisch, körperlich).

Alternative Studiengänge sind Studien spezieller Therapieansätze wie Kunsttherapie, Logopädie, Ergotherapie und Musiktherapie sowie die Gesundheitsförderung und -pädagogik, Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Rehabilitations- und Sonderpädagogik sowie die pädagogische Psychologie.

Wer ein Studium der Sozialen Arbeit anstrebt, wird diese Inhalte lernen:

  • Soziale Arbeit in der Praxis: Geschichte, Arbeitsfelder, Grundbegriffe, Rechtsgrundlagen, Sozialpolitik,
  • Soziale Arbeit in verschiedenen Altersgruppen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Alte,
  • Prekäre Lebenslagen, soziale Ungleichheit,
  • Sozialpsychiatrie, Bio-Psycho-Soziale Grundlagen.

Auch zu diesem Studiengang gibt es Alternativen wie die Berufspädagogik, die Erziehungs- und Bildungswissenschaft, die pädagogische Psychologie, die Heilpädagogik, die Rehabilitations- und Sonderpädagogik, das Sozialmanagement, die Sozialwissenschaft oder die Soziologie.

Neben diesen stark pädagogisch motivierten Studiengängen gibt es daneben noch eine ganz andere Fachrichtung, die denkbar wäre: das Studienfach Coaching, Beratung und Supervision. Das ist inhaltlich zwar weit weg von der Pflegethematik, setzt jedoch an einer anderen Komponente an, nämlich der Beratung, die im Rahmen des Studiums professionell erlernt wird. Im Fokus stehen dabei diese Themen.

  • Methodenlehre: Fragetechnik, Beobachtung, Dialog, Kooperation, Setting,
  • Beratungsformen: systemisch, postmodern, selbstreflexiv, praxisreflexiv,
  • Systemtheorie, Konstruktivismus, Erkenntnistheorie,
  • Unterschiedliche Beratungssituationen durch Alter, Geschlecht, Kultur und Diagnose,
  • Feststellung der sozialrechtlichen und systemischen Rahmenbedingungen.
4. Tätigkeit

Nach der sehr großen Kostenexplosion im Gesundheitswesen gibt es immer mehr Angehörige, die ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder zu Hause versorgen möchten. Dabei steht ihnen eine umfassende Hilfe zur Seite, z.B. in Form des Pflegeberaters. Ein/eine Pflegeberater/-in berät sowohl Pflegebedürftige als auch pflegende Menschen fachmännisch. Das bedeutet, dass die Berufsangehörigen sich zunächst ein Bild der Situation machen und gleichzeitig die aktuellen Möglichkeiten ausloten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, zu wissen, welche Fördermöglichkeiten es gibt und wie die rechtliche Situation ist. Doch auch die Umsetzbarkeit etwaiger Idee ist wichtig.
Der Pflegeberater bzw. die Pflegeberaterin gibt Tipps, wie eine umfassende und gute Pflege gestaltet werden kann. Sie helfen beim Ausfüllen von Anträgen für die Behörden (z.B. Nachfrage für die Bereitstellung eines Rollstuhles oder der Antrag für einen notwendigen Badewannenlift). Es spielt keine Rolle, welche Fragen oder Wünsche der Pflegende vorzubringen hat, sie stehen den Hilfe Suchenden in allen Fragen zur Seite.

Diese einzelnen Tätigkeiten gehören zu den Hauptaufgaben eines/einer Pflegeberater/-in:

  • Analyse des Hilfsbedarfs,
  • Eruierung der Fördermöglichkeiten (durch physische, psychische oder finanzielle Hilfen),
  • Hilfe bei der Beantragung etwaiger Förderungen und Hilfsmittel,
  • Schriftverkehr mit Behörden, Ämtern und Versicherungen,
  • Unterstützung bei der Abwicklung der Pflegestufeneinordnung,
  • Information über die Möglichkeiten ambulanter, teil-stationärer und stationärer, Pflegeeinrichtungen unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit, der Notwendigkeit und der Kosten,
  • Vermittlung von Unterstützungsleistungen in Form von häuslicher Pflege, regelmäßiger Krankengymnastik und weiteren Dienstleistungen.

Pflegeberater arbeiten oft auf selbstständiger Basis. Sind sie bei einer Versicherung, einem Amt oder gar in einem Pflegeheim angestellt, ist ihr Beratungsradius kleiner und in der Regel spezieller.