*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin

Datenbasis: 33 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 1.947 € 2.539 € 3.326 €
Baden-Württemberg 2.177 € 2.462 € 2.892 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Bayern 2.179 € 2.734 € 3.854 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Berlin 1.977 € 2.578 € 3.377 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Brandenburg 1.483 € 1.934 € 2.533 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Bremen 1.871 € 2.440 € 3.196 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Hamburg 2.065 € 2.693 € 3.528 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Hessen 2.254 € 2.939 € 3.850 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Mecklenburg-Vorpommern 1.431 € 1.866 € 2.444 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Niedersachsen 2.116 € 2.525 € 2.727 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Nordrhein-Westfalen 1.861 € 2.427 € 3.179 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Rheinland-Pfalz 1.915 € 2.497 € 3.271 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Saarland 1.851 € 2.414 € 3.162 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Sachsen 1.498 € 1.953 € 2.558 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Sachsen-Anhalt 1.514 € 1.974 € 2.586 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Schleswig-Holstein 1.710 € 2.230 € 2.921 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin
Thüringen 1.496 € 1.951 € 2.556 € Jobs Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin

Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin:

1. Gehalt

Als Wirtschaftsfachwirt liegt das deutschlandweite Gehalt bei 2.539 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 33 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 1.947 € beginnen, Wirtschaftsfachwirte in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 3.326 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 2.230 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 2.462 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Wirtschaftsfachwirt in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 2.514 Euro brutto
  • 30 Jahre = 2.578 Euro brutto
  • 35 Jahre = 2.728 Euro brutto
  • 40 Jahre = 3.017 Euro brutto
  • 45 Jahre = 3.222 Euro brutto
  • 50 Jahre = 3.087 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.539 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 2.420 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 3.214 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Beim Beruf des Wirtschaftsfachwirts handelt es sich um eine Tätigkeit, die eine entsprechende Weiterbildung voraussetzt. Als Anbieter der zugehörigen Fortbildung fungieren diverse private und öffentliche Einrichtungen. Der Titel Wirtschaftsfachwirt gilt als ein rechtlich anerkannter Abschluss, der auf einer Ebene mit dem Meisterbrief steht.

In Abhängigkeit vom gewählten Bildungsträger nimmt die erwähnte Weiterbildung zwischen drei und 24 Monate in Anspruch. Die konkrete Dauer hängt davon ab, ob sich die Teilnehmer für ein Vollzeit- oder ein Teilzeit-Modell entscheiden. Außerdem besteht die Option, die Aufstiegs-Fortbildung im Rahmen eines Fernstudiums zu absolvieren. Allerdings herrscht gemäß des Berufsbildungs-Gesetzes hinsichtlich der Zulassung zur abschließenden Prüfung keine Teilnahme-Pflicht an den Lehrgängen.

Die Prüfung der Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt setzt eine vorherige abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrere Jahre an Berufspraxis voraus. Das Gesetz differenziert dabei zwischen unterschiedlichen Szenarien. Als zulassungs-berechtigt gelten:

  • Bewerber mit einer kaufmännischen Ausbildung über mindestens drei Jahre,
  • Bewerber mit einer sonstigen Berufsausbildung (mindestens drei Jahre) und einjähriger Berufspraxis
  • Bewerber mit einer kürzeren Berufsausbildung und mindestens zwei Jahren praktischer Tätigkeit
  • Bewerber mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung

Alle angeführten zeitlichen Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Abschluss-Prüfung.

Im Zuge der Weiterbildung befassen sich die angehenden Wirtschaftsfachwirte mit den wichtigsten Zusammenhängen aus der Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Der Lehrplan sieht Seminare über die volkswirtschaftlichen Grundlagen und die Funktionsweise der Märkte vor. Außerdem finden Veranstaltungen über die einzelnen betrieblichen Funktionen statt. Ferner lernen die Teilnehmer das Vorgehen bei einer Existenzgründung kennen.

Ein weiterer wichtiger Themenblock bildet das Rechnungswesen mit seinen Inhalten wie der Finanzbuchhaltung, der Kosten- und Leistungsrechnung oder den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Außerdem folgen Lehrgänge über rechtliche Grundlagen, die Steuern, das betriebliche Management und die Unternehmens-Führung. Die abschließende Prüfung der Aufstiegs-Fortbildung erfolgt vor einem Ausschuss der Industrie- und Handelskammer. Die künftigen Wirtschaftsfachwirte beantworten mündlich und schriftlich ihnen gestellte Fragen und Aufgaben. Nach dem Bestehen der Prüfung erhalten die Teilnehmer ein IHK-Zeugnis.

3. Studium

Der Beruf des Wirtschaftsfachwirts gilt als reiner Weiterbildungs-Beruf, der eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer erfordert. Folglich besteht keine Notwendigkeit eines herkömmlichen Studiums an einer Universität oder Fachhochschule. Allerdings überschneiden sich die erläuterten Inhalte stark mit dem Lehrplan eines betriebswirtschaftlichen Studiums. Deswegen eignet sich ein BWL-Studium als Alternative zur Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt. Interessierte Personen benötigen eine Hochschulzugangs-Berechtigung, um sich auf einen passenden Studiengang zu bewerben. Im direkten Vergleich besitzen Absolventen einer Hochschule die etwas besseren Aufstiegs-Perspektiven.

Das BWL-Studium beginnt mit dem Bachelor über eine Regelstudienzeit von sechs bis sieben Semestern. Hierbei hören die Studierenden Vorlesungen aus den nachfolgend genannten Teildisziplinen der Betriebswirtschaftslehre:

An den Bachelor schließt sich – bei einem Abschluss mit guten Noten – der Master an. Letzterer nimmt im Durchschnitt weitere vier Semester in Anspruch. Zum Ende des Master-Studiums verfassen die Studierenden eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit.

4. Tätigkeit

Der Wirtschaftsfachwirt oder die Wirtschaftsfachwirtin sind in allen Branchen und Bereichen einer Unternehmung einsetzbar. Meist finden sie ihr Arbeitsumfeld in der Kosten- und Leistungsrechnung, dem Personalwesen und im Controlling eines Unternehmens. Wirtschaftsfachwirt / Wirtschaftsfachwirtin sind in Sachen Betriebswirtschaft Alleskönner und daher nicht auf spezielle Wirtschaftszweige begeschränkt. Mit dem Beruf Wirtschaftsfachwirt oder Wirtschaftsfachwirtin kann in jedem Unternehmen Arbeit gefunden werden. Der Wirtschaftsfachwirt oder die Wirtschaftsfachwirtin ist im Begriff alle kaufmännischen Arbeiten eines Betriebes selbständig zu übernehmen und entsprechend qualitativ gute Ergebnisse zu erzielen. Ihre wirtschaftlichen Ziele sind gleichlautend mit den Unternehmenszielen.

Wie schwer ist der Wirtschaftsfachwirt?

Um Wirtschaftsfachwirt zu werden, muss man entweder Betriebswirtschaftslehre oder etwas Vergleichbares studieren, oder eine Ausbildung aus dem wirtschaftlich-kaufmännischen Bereich haben. Eine gewisse Befähigung zum Lernen sollte also vorhanden sein, außerdem muss man geistig belastbar und bereit sein, viel Zeit in die Arbeit zu investieren. Der Wirtschaftsfachwirt gehört also nicht unbedingt zu den einfachsten Berufen, die man wählen kann.

Wo arbeitet ein Wirtschaftsfachwirt?

Wirtschaftsfachwirte sind ein sehr flexibles Berufsvolk und können praktisch überall arbeiten, wo ein Unternehmen wirtschaftlich handelt. Das können also Handwerks- und Industriebetriebe, aber auch Handels- und Dienstleistungsunternehmen sein. In der Regel handelt es sich dabei wenigstens um Unternehmen mit mittlerer Größe. Je größer das Unternehmen ist, umso spezifischer sind die Aufgaben. In kleineren Unternehmen sind Wirtschaftsfachwirte also oft richtige Allrounder, während sie sich in größeren Firmen oft nur bestimmten Aufgaben widmen. Ein Wirtschaftsfachwirt ist zum Beispiel dafür verantwortliche, betriebswirtschaftliche Probleme zu erkennen und zu lösen, Geschäftsprozesse zu verbessern und bei Projekten wirtschaftliche und rechtliche Aspekte zu berücksichtigen.

Was studieren mit Wirtschaftsfachwirt?

Um Wirtschaftsfachwirt zu werden, benötigt man eine Fortbildung zum Geprüften Wirtschaftsfachwirt. Insgesamt umfasst die Fortbildung etwa 650 Unterrichtsstunden, die Lehrgänge dauern in Vollzeit etwa drei bis sechs, in Teilzeit etwa 24 Monate. Die Fortbildung wird mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer abgeschlossen. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss man bereits eine einschlägige Berufsausbildung oder drei Jahre Berufserfahrung haben. Wer anschließend noch studieren gehen möchte, kann im Grunde jeden betriebswirtschaftlichen Studiengang wie BWL und VWL, aber auch Wirtschaftsrecht und Wirtschaftsinformatik in Betracht ziehen. Auch Studiengänge aus den Bereichen von Finanzen und Controlling, Marketing und Management sind denkbar.

Seit wann gibt es den Wirtschaftsfachwirt?

Der Beruf des Wirtschaftsfachwirts ist noch vergleichsweise jung, denn er wurde erst im Jahr 2011 geschaffen. Dem voraus ging der Fachwirt für betriebliches Management, der zwar ähnliche Aufgaben erfüllte, dessen Ausbildungsinhalte aber nicht mehr mit den modernen Entwicklungen in Büro und Produktion auf dem aktuellen Stand waren. Ein Fachwirt im betrieblichen Management ist dementsprechend zwar gleichwertig, allerdings kann diese Berufsbezeichnung seitdem nicht mehr erworben werden.