Karrierelexikon

Zeugnisse - Welche Zeugnisse in den Unterlagen?

Inhaltsverzeichnis

Kaum eine Bewerbung kommt ohne Zeugnisse aus. Wer sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt, verwendet ein Schulzeugnis, wer sich um eine Stelle bewirbt, belegt seine Ausbildung mit Ausbildungszeugnissen , seine früheren Tätigkeiten mit Arbeitszeugnissen.

Wer schon ein oder zwei berufliche Stationen hinter sich hat, der kann darauf verzichten, seine Schulzeugnisse der Bewerbung beizulegen - sie sind einfach nicht mehr interessant und haben keine Relevanz für die Stellenvergabe. Auch, wer etwa Diplomzeugnisse oder Zeugnisse von Universitätsprüfungen hat, kann auf das Abiturzeugnis verzichten. Die Uni-Zeugnisse sind aktueller, für die Stelle vermutlich relevanter und vor allem kann bei Bewerbern mit Bachelorzeugnis o.ä. davon ausgegangen werden, dass sie Abitur haben.

Wichtig sind auf jeden Fall die Ausbildungszeugnisse, die schließlich Ihre Berufsausbildung bzw. Berufsqualifizierung bescheinigen. Das können Abschlusszeugnisse der Ausbildung sein, ein Gesellen- oder Meisterbrief.

Zeugnisse und Bescheinigungen von Weiterbildungen sind dann interessant, wenn sie entweder für die jeweilige Stelle wichtig sind oder beispielsweise eine Zeit der Arbeitslosigkeit "aufwiegen". So sieht der Arbeitgeber, dass Sie während dieser Zeit nicht untätig waren.

Als Faustregel kann gelten: Zeugnisse, die älter als zehn Jahre sind, brauchen Sie nicht in Ihre Bewerbungsunterlagen nehmen. Das ist aber eben nur eine Faustregel, die in Ihrem persönlichen Fall nicht zuzutreffen braucht. Wenn Sie also außer Ihrem aktuellen Arbeitszeugnis nur noch ein weiteres Zeugnis besitzen, fügen Sie es bei.

Fragen Sie sich bei jedem Zeugnis und jeder Bescheinigung: Ist das für die Stelle, um die ich mich bewerbe, wichtig? Ist die Fortbildung wirklich interessant für den Arbeitgeber? Genau wie das Anschreiben können und sollten Sie auch den Rest Ihrer Bewerbungsunterlagen auf die Stelle und das Unternehmen zuschneiden. Der Arbeitgeber wird Sie als umso passender empfinden und Ihre Erfolgschance sich entsprechend steigen.

Abschlusszeugnisse

Mit einem Abschlusszeugnis bei Ihrer Bewerbung weisen Sie nach, dass Sie Ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben, es ist also der Nachweis Ihrer Berufsqualifizierung. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen das Abschlusszeugnis sich auf eine andere Ausbildung bezieht, also beispielsweise wenn sich ein Diplom-Ingenieur für eine Arbeitsstelle im Einzelhandel bewirbt.

Es gibt allerdings auch Fälle, in denen das Abschlusszeugnis sich auf eine andere Ausbildung bezieht, also beispielsweise wenn sich ein Diplom-Ingenieur für eine Arbeitsstelle im Einzelhandel bewirbt. In solchen Fällen hat die abgeschlossen Ausbildung nichts mit der angestrebten Stelle zu tun. Trotzdem wird man das Zeugnis der Bewerbung beilegen, erstens um einen eventuell geführten akademischen Titel oder Grad zu belegen. Zweitens als Nachweis dafür, was man jahrelang gemacht hat. Nur weil es für die Stelle, um die Sie sich bewerben, vielleicht nicht ausschlaggebend ist, gehört es doch zu Ihrem Lebenslauf und zu Ihrer Karriere.

In solchen Fällen müssten Sie sich, wenn Sie nur relevante Zeugnisse in die Bewerbung aufnehmen, sich vielleicht sogar ohne Zeugnisse bewerben. Das macht natürlich keinen guten Eindruck, also nehmen Sie eben die Zeugnisse, die Sie haben!

Üblicherweise hat die angestrebte Stelle etwas mit der Ausbildung zu tun und dann belegt das Abschlusszeugnis, dass man die entsprechende Berufsausbildung absolviert hat. Diese Abschlusszeugnisse gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, denn es gibt unterschiedliche Berufe und Ausbildungswege.

Nach einer "normalen" Ausbildung etwa erhält man Zeugnisse von der Berufsschule und/oder vom ausbildenden Betrieb bzw. der IHK. Ein Diplom-Chemiker erhält sein Abschlusszeugnis von der Hochschule, an der er studiert hat. Berufsakademien verleihen ihre eigenen Abschlusszeugnisse, ebenso Universitäten.

Für handwerkliche Berufe sind, neben den grundlegenden Abschlusszeugnissen, auch die Gesellenbriefe und Meisterbriefe wichtig, die von Innungen und Berufskammern ausgestellt werden.

Abschlusszeugnisse Ihrer Berufsqualifizierung werden dann sinnvoll von Weiterbildungszeugnissen ergänzt, wenn diese belegen, dass Sie sich mit den aktuellsten Entwicklungen auf Ihrem Gebiet vertraut machen. Das gilt umso mehr, wenn seit Ihrer Ausbildung schon einige Zeit vergangen ist.

Arbeitszeugnisse

Arbeitszeugnisse gehören zu den wichtigsten Unterlagen in Ihrer Bewerbung. Alle anderen Elemente, Deckblatt, Lebenslauf und Anschreiben, stellen einzig und allein Ihre eigene Sicht Ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten dar. Die Zeugnisse sind idealerweise eine Bestätigung Ihrer Angaben, allerdings aus Sicht eines Vorgesetzen, die natürlich für einen Personalchef besonderes Gewicht hat.

Vergleichsweise unwichtig sind einfache Arbeitszeugnisse ohne Aufzählung der ausgeführten Aufgaben und Bewertung dieser. Darin bestätigt Ihnen Ihr ehemaliger Arbeitgeber eigentlich nur, dass Sie tatsächlich zu einer bestimmten Zeit für ihn tätig waren. Über Ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und über Ihr Verhalten als Angestellter und Kollege sagt das einfache Zeugnis überhaupt nichts aus.

Qualifizierte Zeugnisse sind hingegen das Kernelement Ihrer Bewerbung. Wer den "Geheimcode" der Arbeitszeugnisse versteht, was man wohl bei jedem Personalchef voraussetzen darf, findet darin alle Informationen darüber, welche Aufgaben der Bewerber hatte (die Tätigkeitsbeschreibung), wie er sie erledigte und wie sein Verhalten war.

Bestandteil eines qualifizierten Arbeitszeugnisses ist immer eine genaue Auflistung der Tätigkeiten und Aufgaben, sodass mit mehreren Zeugnissen eine Entwicklung sichtbar wird. Diese lässt idealerweise darauf schließen, dass der Bewerber immer mehr Kompetenzen entwickelte und immer mehr Verantwortung übernommen hat. Die Tätigkeitsbeschreibung kann von Ihrer Seite aus eventuell auch mit Weiterbildungen verknüpft werden, wenn Sie sich etwa selbstständig weitergebildet haben und diese Kenntnisse dann im Beruf erfolgreich einsetzen konnten.

Die Beschreibung des Verhaltens tut ihr Übriges, um das Bild des Bewerbers zu vervollständigen. Aus ihr geht hervor, wie der Umgang mit Kollegen und Vorgesetzen, ggf. auch mit Kunden oder Geschäftspartnern war. Zusammen mit der Schlussformel, in der in einem guten Arbeitszeugnis das Ausscheiden aus dem Unternehmen bedauert und dem ehemaligen Mitarbeiter viel Glück gewünscht wird, wird deutlich, ob der Bewerber ein wertvoller Mitarbeiter war und damit auch als künftiger Arbeitnehmer einer anderen Firma interessant ist.

Weiterbildungen

Weiterbildungen ermöglichen es Arbeitnehmern, sich auf dem neuesten Stand in den für ihren Beruf notwendigen Praktiken und Technologien zu halten. Mit einer Weiterbildung kann man auch einen neuen "Rang" erreichen, also etwa die Entwicklung von der Bankkauffrau zu Bankfachwirtin.

Die Zeugnisse für solche Weiterbildungen gehören immer dann unbedingt zu den Bewerbungsunterlagen, wenn man sich um eine Stelle bewirbt, die diese Kenntnisse entweder zwingend voraussetzt, oder natürlich wenn man sich damit einen entscheidenden Vorteil gegenüber den anderen Bewerbern verschaffen kann. Das kann immer dann der Fall sein, wenn diese Kenntnisse nicht ausdrücklich verlangt werden, sie jedoch für die Ausübung der Tätigkeit von Vorteil sein können.

Weiterbildungszeugnisse sollten Sie dann auf keinen Fall in die Bewerbungsmappe legen, wenn sie gar nichts mit der Stelle zu tun haben. Das trifft auf alle privaten Weiterbildungen zu, etwa die Weiterbildung zum Gruppenleiter im örtlichen Turnverein, die Weiterbildung zum Kleintiertrainer oder die Weiterbildung zur indianischen Schamanin.

Zwar werden in vielen Ratgebern die Hobbies als wichtiger Bestandteil des Lebenslaufs angegeben. Vermeiden Sie jedoch alles, was zu sehr von Ihren Qualifikationen und Fähigkeiten ablenkt. In solchen Fällen schreiben Sie einfach "Gruppenleiter im SC Heimatort", "Engagement im Hundesportverein" oder "Interesse an alternativen Heilmethoden". Einen Beleg für Ihr Engagement im privaten Bereich wird der Arbeitgeber nicht verlangen.

Wo Sie die Weiterbildungszeugnisse in Ihrer Bewerbungsmappe einordnen, hängt von Ihrer jeweiligen Situation ab und vor allem aber davon, wie Sie Ihren Lebenslauf gegliedert haben. Haben Sie ihn strikt chronologisch verfasst, dann ordnen Sie auch Ihre Zeugnisse in genau dieser Reihenfolge. Haben Sie Ihren Lebenslauf eher "thematisch" gegliedert, dann können Sie aufeinanderfolgende Aus- und Weiterbildungszeugnisse auch direkt hintereinander einordnen. Auf jeden Fall sollte für die leichte Nachvollziehbarkeit der Weiterbildungen die Anordnung der Zeugnisse der Reihenfolge im Lebenslauf folgen.

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