Karrierelexikon

Bewerbungsformen - Welche Formen der Bewerbung gibt es?

Inhaltsverzeichnis

Je nachdem, wo Sie die Stellenanzeige gefunden haben, auf die Sie sich bewerben möchten, kann es auch möglich oder gar nötig sein, die Form Ihrer Bewerbung anzupassen.

Auf eine Chiffre-Anzeige werden Sie natürlich anders antworten als auf eine "normale" Stellenanzeige, da Sie ja nicht wissen können bei welchem Unternehmen Sie sich bewerben. Sie schicken in diesem Fall eine Bewerbungsmappe an ein Postfach. Da Sie nicht wissen, an wen sich Ihre Bewerbung wendet, können Sie auch Ihr Anschreiben nicht speziell daraufhin ausrichten.

Modernere Bewerbungsmethoden sind Bewerbungen per E-Mail, über ein Online-Formular des Unternehmens oder durch Ihre eigene Bewerbungshomepage.

Wenn Sie nicht auf eine passende Stellenanzeige warten wollen, können Sie selbst ein Stellengesuch aufgeben oder sich ganz einfach von sich aus bei Unternehmen bewerben, auch wenn keine Stelle ausgeschrieben ist. Solche Blind- oder Initiativbewerbungen können sehr erfolgreich sein, sind aber natürlich ein echtes Glücksspiel. Verlieren können Sie nichts dabei- im schlechtesten Fall benötigt die Firma Ihrer Wahl eben aktuell keine neuen Mitarbeiter. Im besten Fall sind Sie durch Ihr Interesse und Ihr selbstständiges Handel positiv aufgefallen.

Wenn ein Unternehmen Bewerbungen per E-Mail wünscht, macht es meistens auch bestimmte Formatvorgaben. So sind die Unterlagen einfacher zu bearbeiten und zu vergleichen. Falls keine Hinweise auf Formate o.ä. gegeben werden, sollten Sie einige Grundregeln befolgen, damit Sie nicht eventuell durch schwer handzuhabende Dateien Ihre eigene Bewerbung sabotieren.

Die neuen Bewerbungsformen werden immer wichtiger. Dabei sind viele Bewerber noch unsicher, was genau sie dabei an formalen Vorgaben einhalten müssen. Wir geben Ihnen wichtige Tipps und Hilfestellungen für Ihre Bewerbung. Sie erfahren, wie Sie häufige Fehler vermeiden, etwa das immer noch weit verbreitete Verwenden von unseriös wirkenden E-Mail-Adressen.

Generell gilt: Eine Bewerbung sollte so informativ wie möglich und so ausführlich wie nötig sein, egal ob sie nun per Post, per E-Mail oder über ein Formular auf einer Internetseite übermittelt wird. Welche Bewerbungsform am meisten Erfolg verspricht, lässt sich nicht sagen. Jedes Unternehmen, teilweise sogar einzelne Abteilungen, haben unterschiedliche Vorlieben für bestimmte Bewerbungsformen.

Das kann sich entweder nach dem Geschmack des jeweiligen Personalchefs richten, der am liebsten Bewerbungsmappen bekommt, die er direkt vor sich auf dem Schreibtisch vergleichen kann oder nach der erwarteten Bewerberzahl. Bei besonders begehrten Stellen kann es möglich sein, dass eine Firma nur Bewerbungen über ihr eigenes Bewerbungsformular zulässt, um die verschiedenen Bewerber so besser vergleichen zu können.

Chiffre Bewerbung

Üblicherweise ist aus einer Stellenanzeige klar ersichtlich, welches Unternehmen einen Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin sucht. Für die meisten Unternehmen ist ihr guter Name und ihr guter Ruf auch bei der Suche nach neuem Personal ein echtes "Werbeargument". Anders bei Chiffreanzeigen.

Grund für einen Chiffre-Stellenanzeige kann beispielsweise sein, dass das Unternehmen befürchtet, bei der offenen Namensnennung wenige oder wenig qualifizierte Bewerbungen zu bekommen. Das mag am schlechteren Ruf der Firma liegen, wenn sie vielleicht in der nahen Vergangenheit in einem schlechten Licht in den Medien erschienen ist. Oder vielleicht kann die Branche negativ wirken, denkbar bei Schlachthöfen, Pelzfarmen, Tierversuchslaboren.

Es gibt aber auch weitaus harmlosere Gründe für eine Firma, Bewerbungen an eine Chiffre-Adresse schicken zu lassen. Es kann nämlich auch beispielsweise darum gehen, den Markt oder die Konkurrenz nicht erfahren zu lassen, was für die Zukunft geplant ist. Auch dann ist eine Chiffre-Anzeige gut, weil auch der beste Profi daraus meist nicht ersehen kann, um welche Firma es sich handelt.

Ein weiterer möglicher Grund für eine Chiffre-Anzeige: Es ist im Unternehmen intern noch nicht geklärt, wie man den Mitarbeiter, der die Stelle aktuell besetzt, "los wird". In diesem Fall versucht die Firma sich zu schützen, indem der Kollege einfach nicht erfährt, dass man sich bereits nach einem Nachfolger umsieht.

Für den Bewerber stellen sich bei einer Bewerbung auf eine Chiffre-Anzeige zwei Fragen: Wie kann man es vermeiden, dass man sich unter Umständen bei der eigenen Firma bewirbt? Und wie gestaltet man das Anschreiben, das man ja üblicherweise speziell auf die jeweilige Firma und das Stellenangebot zuschneidet?

Die erste Frage ist relativ einfach zu beantworten. Die Chiffre der Stellenanzeige bezieht sich auf ein Postfach beim Verlag bzw. dem Medium, in dem die Anzeige erschienen ist. Um nun zu vermeiden, dass der Verlag Ihre Bewerbung an Ihren aktuellen Arbeitsgeber weiterreicht - falls der hinter der Anzeige stecken sollte - legen Sie Ihrer Bewerbung ein Schreiben bei, in dem Sie speziell darum bitten, Ihre Unterlagen nicht an die Firma XY weiterzureichen. Vermutlich möchten Sie in diesem Fall die Unterlagen zurück, legen Sie also am besten einen adressierten und frankierten Rückumschlag bei.

Dazu stecken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einen Umschlag, den Sie mit der Chiffre-Nummer beschriften. Diesen Umschlag und Ihr Schreiben an den Verlag kommen in einen weiteren Umschlag, den Sie dann an die in der Anzeige angegebene Adresse senden. Das mag umständlich klingen, kann Ihnen aber große Peinlichkeiten ersparen.

Diesen "Sperrvermerk" können Sie selbstverständlich auch online verwenden, indem Sie in Ihrer E-Mail an das Stellenportal auf Ihren Wunsch hinweisen.

Wenn in der Chiffre-Stellenanzeige keine oder nur wenige Details genannt werden, sollten Sie vorsichtig sein. Es kann nämlich durchaus sein, dass die Anzeige von einem nicht ganz seriösen Unternehmen aufgegeben wurde. Auch bei einer Chiffre-Anzeige sollten die Tätigkeiten und das Einsatzgebiet soweit umrissen sein, dass Sie wissen für welche Art von Stelle Sie sich bewerben. Übertriebene Anpreisungen wie "3.000 Euro monatlich - von zu Hause aus" in Kombination mit der Heimlichtuerei sollten bei Ihnen alle Alarmglocken läuten lassen.

Bei einer Chiffre-Anzeige können Sie entweder Ihre komplette Bewerbungsmappe verschicken oder aber eine Kurz-Bewerbung. Dabei schicken Sie dem Unternehmen nur ein kurzes Anschreiben, in dem Sie auf die in der Anzeige erwähnten Anforderungen oder Tätigkeiten und Ihren Lebenslauf eingehen. Im Anschreiben bieten Sie an, bei Interesse Ihre kompletten Unterlagen zuzusenden.

Falls das Unternehmen die Geheimhaltung weiterführen will, schickt es Ihre Unterlagen eventuell nicht zurück. Bei einer Kurz-Bewerbung haben Sie so zumindest keine ganze Bewerbungsmappe verloren.

E-Mail-Bewerbung

Bewerbungen per E-Mail sind für beide Seiten enorm praktisch. Für den Bewerber bedeutet eine E-Mail-Bewerbung, keine Portokosten und schnelle Reaktionszeit. Für den Arbeitgeber: Keine Papierstapel, keine Kosten für das Zurücksenden.

Egal ob Sie sich auf eine Stellenanzeige des Unternehmens oder initiativ bewerben, das Anschreiben kommt immer in den Text der E-Mail. Hängen Sie Ihr Anschreiben nicht als Dokument an! In die Betreffzeile schreiben Sie bitte nicht nur "Bewerbung", sondern genau das, was Sie bei einer schriftlichen Bewerbung in die Betreffzeile schreiben würden, also die genaue Stellenbezeichnung und eventuelle Zusatzinformationen: "Bewerbung als Bürokauffrau; Kennziffer 08/15". Bei einer Initiativbewerbung per E-Mail schreiben Sie entsprechend: "Initiativbewerbung als Bürokauffrau".

Verwenden Sie für die E-Mail nur Text, nicht alle Mail- Programme stellen HTML- Mails korrekt dar oder zeigen spezielle Auszeichnungen wie fett und kursiv richtig an.

Die Formulierung der E- Mail- Bewerbung ist so einfach oder schwer wie bei jeder anderen Bewerbung. Den Text verfassen Sie ganz genau so wie in einem "normalen" Anschreiben. Lassen Sie sich nicht dazu verführen, in einer E-Mail formloser zu schreiben! Schreiben Sie den Ansprechpartner möglichst direkt an, mit „Sehr geehrte/r Frau/Herr XY“. Halten Sie das Anschreiben wenn möglich noch kürzer und klarer als ein Anschreiben für auf dem Postweg verschickte Bewerbungen.

Vergessen Sie nicht, am Ende des Textes Ihre Kontaktdaten anzugeben - bei einem schriftlichen Anschreiben hätten Sie das ja schon im Briefkopf erledigt.

Nun hängen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an die Mail an. Verwenden Sie dafür Dateiformate, die allgemein zugänglich sind. Kaum ein Arbeitgeber hat Lust, sich speziell für Ihre Bewerbung besondere Software zu beschaffen, um Ihre Dateien zu öffnen. Sehr praktisch ist das PDF-Format, da es für Texte (z.B. Lebenslauf) und Bilder (gescannte Zeugnisse) gleichermaßen gut geeignet ist. Für Texte ist es sogar besser geeignet als ein Text-Dokument, weil die Datei vom Empfänger nicht mehr verändert werden kann. Außerdem wird die Formatierung beim Übertragen nicht zerstört; auch aus diesem Grund wird oftmals das PDF- Format explizit gefordert.

Sie können jedes Dokument einzeln anhängen, dann geben Sie bitte jedem Dokument einen eindeutigen Namen (Lebenslauf.pdf, Abiturzeugnis.pdf, Praktikumsnachweis.pdf usw.). Sie können aber auch sozusagen Ihre komplette Bewerbungsmappe als eine einzige PDF-Datei verschicken, in der der Arbeitgeber dann blättern kann. Auch in diesem Fall bitte einen deutlichen Dateinamen vergeben, etwa "Bewerbung Bürokauffrau Andrea Müller". Weisen Sie gegebenenfalls auch in Ihrem Anschreiben darauf hin, welche Dokumente in Ihrer Komplett-Bewerbung zu finden sind.

Achten Sie bei Bewerbungen per E-Mail in jedem Fall auf die Dateigröße. Experimentieren Sie, wie weit Sie die Dateien komprimieren können, ohne dass die Dokumente, vor allem Ihre Zeugnisse, unleserlich werden.

Bei Initiativbewerbungen sollten Sie nicht sofort Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen mit der E-Mail schicken. Wie bei der schriftlichen Initiativbewerbung reichen hier Anschreiben, angepasster Lebenslauf und eventuell die Dritte Seite. Bieten Sie im Anschreiben an, dass Sie bei Interesse Ihre restlichen Bewerbungsunterlagen gerne zuschicken.

Abgesehen davon gelten aber für die Initiativbewerbung per E-Mail die gleichen Grundsätze wie für die E-Mail-Bewerbung auf eine Stellenanzeige.

Initiativbewerbung

Wenn Sie keine passende Stellenanzeige finden, auf die Sie sich bewerben können, oder wenn Sie gerne für eine bestimmte Firma arbeiten möchten, können Sie trotzdem aktiv werden: Mit einer Initiativbewerbung.

Natürlich sind Sie in der Gestaltung dieser Bewerbung sehr viel freier als wenn Sie auf eine Stellenanzeige reagieren, deren Anforderungen Sie erfüllen müssen. Sie können sich also sehr viel individueller und kreativer darstellen als sonst möglich. Achten Sie trotzdem immer darauf, dass die Bewerbung dem Unternehmen und der Branche angemessen ist - es ist ein schmaler Grat zwischen kreativ und unseriös.

Bei einer Initiativbewerbung haben Sie die Wahl zwischen einer Kurzbewerbung, also einer Bewerbung, die nur aus dem Anschreiben, Ihrem Lebenslauf und eventuell einer dritten Seite bzw. einem Motivationsschreiben besteht, oder einer "normalen" Bewerbung mit Ihren kompletten Bewerbungsunterlagen.

Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie bei einer Initiativbewerbung ohne Bezug auf eine bestimmte Stellenanzeige Ihre Unterlagen nicht auf diese spezielle Stelle zuschneiden können. Unter Umständen steuern Sie mit Ihrer kompletten Bewerbung vielleicht sogar an einer real existierenden freien Stelle vorbei. Eine Kurzbewerbung lässt sozusagen mehr Platz für Interpretation, so dass der Empfänger gewissermaßen einen weiteren Spielraum hat, für welche Stelle er Sie sich vorstellen kann.

Das Anschreiben bei einer Initiativbewerbung ist ähnlich einem normalen Anschreiben, es soll kurz und klar abgefasst sein. Weisen Sie darauf hin, dass Sie bei Interesse seitens des Unternehmens umgehend Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen schicken können, per Post oder per E-Mail.

Da Sie sich buchstäblich "blind" bewerben, können Sie Ihre Qualifikationen nicht anhand des Anforderungsprofils darstellen. Die dritte Seite ist bei einer Initiativbewerbung also ideal, um Qualifikation und Motivation zu erläutern und mit dem Lebenslauf in Verbindung zu bringen. Hier können Sie auch, und zwar möglichst unaufdringlich und glaubhaft, erklären, warum Sie sich gerade bei dieser Firma bewerben und wie Sie sich mit deren Philosophie und Zielen identifizieren.

Abgesehen von Bewerbungen für kreative Berufe, wie etwa Grafikdesigner o.ä., sollten Sie auch bei Initiativbewerbungen von allzu "abgefahrenen" Ideen absehen. Überlegen Sie sich, was Sie betonen wollen und was das Unternehmen sich wünscht: Kreativität? Seriosität? Ihre Individualität zu unterstreichen ist vollkommen richtig - aber verschrecken Sie die Personalentscheider nicht mit einer quietschbunten Bewerbung, sonst werden Ihre fachlichen Qualitäten schnell übersehen.

Erkundigen Sie sich vorher auch beim Unternehmen, an wen Sie die Bewerbung schicken sollen. Wie bei allen Bewerbungen gilt auch hier: Schicken Sie Ihre Unterlagen an den richtigen Ansprechpartner und möglichst nicht allgemein "An die Personalabteilung", die Sie mit "Sehr geehrte Damen und Herren" ansprechen müssen, anstatt einen konkreten Namen verwenden zu können.

Kurzbewerbung

Anders als eine ausführliche Bewerbung enthält die Kurzbewerbung keine Ausbildungszeugnisse, Arbeitszeugnisse, Referenzen oder Arbeitsproben. Sie besteht nur aus dem Anschreiben und dem Lebenslauf, in jüngster Zeit oft auch noch aus der dritten Seite.

Die Kurzbewerbung ist ideal für eine Initiativbewerbung oder auch für Bewerbungen per E-Mail. Sie erlaubt dem Arbeitgeber einen Überblick über die generelle Eignung des Bewerbers, ohne dass er sich durch dicke Bewerbungsmappen pflügen oder zahlreiche Anhänge einer E-Mail herunterladen und öffnen muss.

Manche Unternehmen bieten auf ihren Homepages Online- Bewerbungs- Formulare an, die nur den Umfang einer Kurzbewerbung erfassen - Anschreiben und Lebenslauf, eventuell ein paar weitere Anmerkungen.

Die Knappheit der Form bedeutet natürlich, dass die Kurzbewerbung noch besser geplant werden will, um das Interesse des Arbeitgebers zu wecken. Aus dem Anschreiben sollte noch genauer als bei der ausführlichen Bewerbung hervorgehen, warum man sich bei dem Unternehmen bewirbt und weshalb man selbst für das Unternehmen interessant ist.

Checkliste Kurzbewerbung:

  • genau formuliertes Anschreiben
  • kurzer Lebenslauf mit Bild
  • evtl. dritte Seite/Motivationsschreiben

Wenn Ihr Lebenslauf sehr lang ist, können Sie ihn für die Kurzbewerbung durchaus straffen. Das bedeutet nicht, dass Sie etwaige Lücken, wie beispielsweise Zeiten der Arbeitslosigkeit, auslassen sollen. Sie können aber durchaus Ihre Grundschulbildung, Praktika und Hobbys außen vor lassen, wenn Ihr Lebenslauf andernfalls länger als zwei Seiten wäre.

Online Bewerbungen mit Formular

Viele Formen bieten heute die Möglichkeit an, sich online über ein Formular zu bewerben. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Versionen, manchmal ist es nur eine Art Kontaktformular, in den man einen Text eintippt, manchmal kann man auch noch Unterlagen wie Lebenslauf und Zeugnisse hochladen und an die Bewerbung anhängen.

Große Firmen haben nicht selten eigene Bewerberportale. Hier kann man sich initiativ oder auf Stellenanzeigen bewerben. Bei vielen dieser Seiten muss man sich als Nutzer anmelden, um überhaupt die Bewerbung mit dem Online-Formular erstellen zu können. Meist kann man dafür aber auch die Bewerbung abspeichern, später vervollständigen und dann abschicken. Das ist deswegen vorteilhaft, weil es meist bestimmte Vorgaben für Format und Dateigrößen gibt. Nicht immer haben Sie alles in genau der Form parat, in der es der Arbeitgeber sich wünscht.

Nehmen Sie sich für das Ausfüllen des Bewerbungsformulars ausreichend Zeit und achten Sie darauf, dass Sie den Anleitungen genau folgen. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre Bewerbungsunterlagen die Form haben, die vom Arbeitgeber bevorzugt wird- damit Ihre Bewerbung auch wirklich vollständig berücksichtigt wird.

Online-Formulare haben für Arbeitgeber nämlich einen unschätzbaren Vorteil: Die Bewerbungsunterlagen kommen in einer standardisierten, vergleichbaren Form bei ihnen an. Das ist vor allem für unerfahrene Bewerber oberflächlich ebenfalls praktisch - man braucht sich nämlich um Form und Struktur der Bewerbung keine Gedanken zu machen, weil alles vorgegeben ist. Dazu entfallen natürlich sämtliche Kosten für das Zurücksenden der Bewerbungen.

Raum für Kreativität gibt es dabei aber nicht. Unter Umständen bietet Ihr Lebenslauf eine Besonderheit, die sich in dem strengen Online-Bewerbungsformular nirgends eintragen lässt. Immerhin gibt es oft noch die Möglichkeit, freien Text in ein Kästchen "Sonstiges" einzutragen und verschiedene Dokumente anzuhängen. Durch eben den Wunsch nach Standardisierung kann es aber gut sein, dass der Arbeitgeber diesen Extra- Informationen keine Beachtung schenkt.

Je nach Unternehmen sind die Online-Formulare für Bewerber ziemlich detailreich und ausgefeilt. Dabei werden neben den üblichen Daten des Lebenslaufs beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse, zusätzliche Qualifikationen und solche Kenntnisse abgefragt, die man teilweise auch noch in verschiedene Leistungskategorien einstufen muss.

Für eine Bewerbung über ein Online-Formular sollten Sie mindestens eine Stunde einplanen. Für die Standard-Version müssen Sie Ihre persönlichen Daten eingeben und Lebenslauf und Zeugnisse hochladen. Für das Anschreiben gibt es meist ein offenes Textfeld. Schreiben Sie nie direkt dort hinein, sondern schreiben Sie den Text in einem anderen Programm (z. B. Word) vor und verwenden Sie die Rechtschreibprüfung; noch besser ist es, das Anschreiben von einer zweiten Person lesen zu lassen. Fügen Sie erst im Anschluss den geprüften Text in das Textfeld des Online- Portals.

Es kann sehr viel länger dauern, wenn Sie Ihre Unterlagen etwa noch scannen und umformatieren müssen oder wenn die Fragebögen enorm umfangreich sind. Bei komplexen Online- Bewerbungs- Formularen kann das Ausfüllen durchaus mehrere Stunden dauern.

Checkliste Online-Formular

  • Verwenden Sie nur die vom Arbeitgeber verlangten Dateiformate (meist PDF)!
  • Achten Sie auf die Dateigröße!
  • Geben Sie Text nie direkt in Eingabefelder für das Anschreiben etc. ein. Schreiben Sie den Text in einer Textdatei vor und prüfen Sie ihn auf Fehler!
  • Machen Sie einen "Probedurchlauf" vor der eigentlichen Bewerbung!
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit!

Stellengesuch

Wenn Sie auf Jobsuche sind, aber keine passenden Stellenanzeigen finden, dann können Sie sich entweder auf Stellen bewerben, die nicht zu Ihnen passen, damit Sie zumindest der Arbeitsagentur Ihre zahlreichen Bemühungen nachweisen können, ohne freilich echte Erfolgschancen zu haben - oder Sie können den Spieß sozusagen umdrehen und ein Stellengesuch aufgeben.

Einerseits ist es gut, dass Sie dabei selbst aktiv werden, andererseits ist es sehr schwer, mit einem eigenen Stellengesuch die Aufmerksamkeit eines potentiellen Arbeitgebers zu erringen. Natürlich stehen Ihnen nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung, wie große Firmen sie haben, um Anzeigen zu gestalten, die ins Auge fallen. Was also tun, um sich wenigstens ein bisschen von den anderen Stellensuchenden abzuheben?

Kurz gesagt: Auffallen ist schwer. Bei Stellengesuchen in Printmedien bedeutet "auffallen" fast immer teuer, entweder durch ein besonders breites, großes Inserat oder durch einen Rahmen, durch Farbe usw. Sie können, wenn Sie arbeitsuchend gemeldet sind, die Kosten für das Inserat von der Arbeitsagentur ersetzt bekommen, aber fragen Sie am besten vorher, ob Ihnen die Kosten für eine eher teure Anzeige auch wirklich erstattet werden.

Wenn Sie sich für ein Stellengesuch entscheiden, sollten Sie auch genau analysieren, in welchem Medium Sie die besten Erfolgschancen haben. Wenn Sie in einer bestimmten Branche arbeiten bzw. arbeiten wollen, haben Sie in einem Fachblatt vermutlich bessere Chancen als in Ihrer örtlichen Tageszeitung.

Etwas anders ist es, wenn Sie Ihr Stellengesuch im Internet bei einem oder mehreren der vielen Jobportale einstellen. Sucht ein Arbeitgeber dort nach interessanten Bewerbern, kann er einfach nach Kategorien oder Stichworten suchen und wird so hoffentlich auf Sie stoßen. Dafür ist es wichtig, in Ihrem Stellengesuch die richtigen Schlüsselbegriffe zu verwenden, damit Sie auch gefunden werden. Diese Schlüsselbegriffe erkennen Sie schnell, wenn Sie sich einige Stellenanzeigen für die von Ihnen gewünschte Position ansehen.

Als Mindestinformationen sollten Sie angeben, welche Stelle Sie anstreben, was Ihre Qualifikationen und Kenntnisse sind, ebenso wie Ihr Alter, Ihr Geschlecht und die Region oder Stadt in der Sie arbeiten möchten. Wenn Sie besonders große berufliche Erfolge zu verbuchen haben, können Sie diese auch erwähnen.

Falls Sie noch in einem Arbeitsverhältnis stehen, wenn Sie das Stellengesuch aufgeben, geben Sie eine Chiffre-Adresse an. So können Sie vermeiden, dass Ihr aktueller Arbeitgeber von Ihrer Stellensuche erfährt, wenn Sie es noch geheim halten möchten.

Ein Stellengesuch kann eine gute Ergänzung für Ihre Bemühungen sein, es ist jedoch nicht als alleinige Maßnahme geeignet, wenn Sie eine neue Stelle suchen. Zuviel hängt davon ab, ob das Gesuch überhaupt gefunden und gelesen wird. Bei einer Bewerbung auf eine Stellenanzeige und vielleicht sogar bei Initiativbewerbungen haben Sie mehr Möglichkeiten zu agieren.