Karrierelexikon

Vorstellungsgespräch - Diese Punkte sind zu beachten

Inhaltsverzeichnis

Herzlichen Glückwunsch! Ihre Bewerbung hat den Arbeitgeber von Ihren fachlichen Qualitäten so überzeugt, dass er Sie nun persönlich kennenlernen will. Im Vorstellungsgespräch geht es deswegen meistens weniger um Fachliches, sondern vielmehr darum, ob Sie in das Unternehmen bzw. das spezielle Team passen, in dem Sie später arbeiten sollen.

Bei diesem Gespräch geht es für Sie darum, sich so positiv und authentisch wie möglich zu präsentieren. Sie können und sollen diesen ersten persönlichen Kontakt dazu verwenden, Ihr Gegenüber von sich zu überzeugen. Übertreiben oder gar täuschen dürfen Sie dabei allerdings nicht - das würden Sie spätestens dann bereuen, wenn Sie im Arbeitsalltag dem Trugbild, dass Sie im Vorstellungsgespräch entworfen haben, genügen müssen.

Vergessen Sie auch nicht, dass es beim Vorstellungsgespräch nicht nur darum geht, den Arbeitgeber von Ihren Qualitäten zu überzeugen. Sie haben ebenfalls ein Recht darauf, das Unternehmen kennenzulernen und Fragen zu stellen. Machen Sie sich ein Bild von der Atmosphäre und vom Umgangston - möchten Sie in dieser Firma wirklich jahrelang arbeiten? Oder können Sie sich nicht vorstellen, hier als Mitarbeiter am richtigen Platz zu sein?

Generell dürfen Sie zuversichtlich in Bewerbungsgespräche gehen - immerhin waren Sie so interessant, dass die Firma in Ihnen einen potenziellen Mitarbeiter sieht. Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor, denn in dieser Situation sind Sie bestimmt etwas aufgeregt und vergessen dabei möglicherweise die eine oder andere Frage, die Sie stellen wollten. Versuchen Sie nicht, Ihre Aufregung zu vertuschen! Ihr Gesprächspartner weiß natürlich, dass ein Vorstellungsgespräch für Sie aufregend bis anstrengend ist. Wenn Sie sich also Stichpunkte zu Fragen aufschreiben, beweist das nur, dass Sie sich richtig vorbereitet haben.

Wenn Sie sich sehr unsicher fühlen, können Sie das Gespräch mit Freunden oder Bekannten trainieren. Es gibt auch vielerorts Kurse für Bewerber, bei denen man speziell die Situation "Vorstellungsgespräch" trainiert. Hier lernen Sie von unvoreingenommenen Experten, wie Sie Ihr Auftreten nötigenfalls optimieren können.

Auf jeden Fall finden Sie aber auch bei uns viele hilfreiche Tipps, wie Sie sich auf Ihr Bewerbungsgespräch vorbereiten und häufig gemachte Fehler vermeiden können!

Checkliste Vorbereitung

Sie haben also mit Ihren Bewerbungsunterlagen alles richtig gemacht und wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Nun müssen Sie sich gut vorbereiten, damit Sie auch im persönlichen Kontakt überzeugen können.

Wenn Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden, dann bedeutet das in der Regel, dass Ihre fachliche Eignung gegeben ist. Sorgen müssen Sie sich eigentlich nur darum machen, dass Sie sich eventuell aus Nervosität Chancen verbauen. Gute Vorbereitung hilft Ihnen dabei, häufig gemachte Fehler zu vermeiden.

Die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch erfolgt grob gesagt in drei Bereichen: dem logistischen, dem fachlichen und dem persönlichen Bereich.

Als logistischen Bereich bezeichnen wir die Frage der Terminplanung, der Anreise und der Kleidung. Im fachlichen Bereich geht es natürlich um Ihre Ausbildung und Laufbahn, aber auch um die Fragen, die Sie stellen sollten. Im persönlichen Bereich schließlich geht es um Ihr Auftreten und die Kommunikation.

Es ist Ihnen wahrscheinlich klar, aber wir sagen es gerne noch einmal: Dieses Vorstellungsgespräch kann über Ihre berufliche Zukunft entscheiden. Wenn es allein um Ihre fachliche Eignung ginge, bräuchte der Arbeitgeber kein Vorstellungsgespräch. Er will auch sehen, ob Sie ins Team bzw. in das ganze Unternehmensgefüge passen. Übrigens greift das auch in die andere Richtung: Sie können sich so ebenfalls ein Bild davon machen, wo Sie eventuell arbeiten werden. Falls Sie mit einem eher schlechten Gefühl aus dem Vorstellungsgespräch herauskommen, kann das eine Warnung sein.

Sehen Sie das Vorstellungsgespräch als Chance für beide Seiten, sich zu "beschnüffeln" und herauszufinden, ob man für die nächsten Jahre zusammenpasst oder nicht. Sehr wichtig und oft vergessen: Werfen Sie vor dem Gespräch noch einmal einen Blick in Ihre eigenen Bewerbungsunterlagen!

Checkliste Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch:

  1. Terminplanung
    • Termin vereinbaren
    • Termin bestätigen
    • Anreise planen (=> Pünktlichkeit)
    • Kleidung vorbereiten
  2. Fachliche Vorbereitung
    • Bewerbungsunterlagen lesen
    • Stellenanzeige lesen
    • Typische Fragen erwarten
    • Sich über das Unternehmen informieren
    • Eigene Fragen vorbereiten
    • Selbstpräsentation üben
  3. Persönliche Vorbereitung
    • Körperhygiene
    • Höflichkeitsregeln beachten

Kleidung

Die "richtige" Kleidung für das Vorstellungsgespräch trägt zu einem großen Teil dazu bei, wie Sie von Ihrem Gesprächspartner bzw. Ihren Gesprächspartnern wahrgenommen werden. Was in Sachen Bewerbungsoutfit als richtig oder angemessen gilt, hängt zuallererst von der Branche ab. Von einer Modejournalistin wird selbstverständlich eine anderes Outfit erwartet, als von einer Bankkauffrau oder einer Kfz-Mechanikerin. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre Persönlichkeit komplett hinter Ihrer Kleidung verstecken müssen.
Sie wissen selbst am besten, was in Ihrer Branche, bzw. in der Position, für die Sie sich bewerben, angemessen ist und was im Vorstellungsgespräch von Ihnen erwartet wird. Einige Regeln für die Kleidung beim Vorstellungsgespräch gelten aber immer, ganz unabhängig davon, wo Sie sich bewerben.

Die Kleidung für das Bewerbungsgespräch soll selbstverständlich sauber und gepflegt sein sowie gut sitzen. Sie können sich ein komplett neues Outfit kaufen, vor allem, wenn Sie zum ersten Mal ein Vorstellungsgespräch haben und noch kein "Bewerbungs-Outfit"haben. Oder, wenn Ihre bisherigen Bewerbungsgespräche im Sommer waren, Sie sich jetzt aber im Winter vorstellen müssen.
Ungetestete Kleidung ist dagegen keine gute Idee. Haben Sie sich ein neues Outfit für ein Vorstellungsgespräch zugelegt, sollten Sie es unbedingt vorher zu Hause zur Probe tragen. Oft kann ein Anzug oder ein Kostüm im Geschäft vor dem Spiegel sehr gut aussehen, beim Sitzen an einem Tisch jedoch stellt sich heraus, dass die Ärmel doch zu kurz sind oder die Kostümjacke über dem Busen aufklafft.

Kommt dann noch hinzu, dass Sie es nicht gewohnt sind, ein Kostüm oder einen Anzug zu tragen, kann es gut sein, dass Sie ständig an Ihrer Kleidung herumzupfen und -ziehen und dadurch einen unnötig nervösen Eindruck machen. Kurz und gut: Sie müssen sich in Ihrem Bewerbungs- Outfit körperlich wohlfühlen und sich darin bewegen können. Für Frauen gilt zusätzlich: Nicht zu viel Haut zeigen, auch nicht bei hochsommerlichen Temperaturen.

Natürlich sollten auch die Schuhe sauber und ordentlich sein. Abgetretene Absätze wirken ungepflegt und abstoßend.

Frauen müssen sich auch noch Gedanken um Schmuck und Make-up machen. Beides sollte eher dezent eingesetzt werden, auch wieder abhängig von branchenüblichen Standards. Schmuck ist kein absolutes Tabu: Sparsam eingesetzter Schmuck kann Ihre Individualität betonen. Ein Zuviel an Schmuck kann Sie jedoch schnell unprofessionell wirken lassen, sodass hörbares Klimpern von Ohrringen, Ketten und Armschmuck immer ein Anzeichen dafür ist, dass Sie es übertrieben haben. Wenn Sie sich sonst nie schminken, sollten Sie nicht unbedingt für das Vorstellungsgespräch damit anfangen. Ein bisschen Make-up kann allerdings im Notfall kleine Pickelchen und ähnliche Makel verdecken und Ihnen so ein mehr Sicherheit und Gelassenheit geben.

Die Handtasche sollte zum Bewerbungs-Outfit passen, modische Highlights können unangebracht wirken. Ideal ist es, wenn Sie zum Vorstellungsgespräch Ihre Unterlagen in einer eleganten oder praktischen Aktenmappe mitbringen, in die auch noch ein paar notwendige Utensilien passen, etwa Taschentücher, Puder oder Atemspray.

Vergessen Sie nicht, dass Ihre Kleidung fürs Bewerbungsgespräch zwar in den ersten Sekunden und Minuten den Eindruck bestimmt, den Ihr Gegenüber von Ihnen hat; danach beeindrucken Sie aber mehr durch Ihr Wissen und Ihr Können. Normalerweise hat der Personalchef Ihr Outfit in dem Moment vergessen, in dem Sie sein Büro verlassen. So sollte es auch sein - oder möchten Sie etwa, dass Ihre Kleidung mehr Eindruck macht als Ihre Persönlichkeit?

Für beide Geschlechter gilt bei der Kleiderwahl:

  • Gut sitzende Kleidung
  • Saubere Kleidung
  • Gebügelte Kleidung

Männer:

  • Keine lustigen Muster auf Krawatte oder Socken
  • Dunklen Socken und Schuhen den Vorzug geben
  • Keinen Schmuck tragen

Frauen:

  • Kein übertriebenes Make-up
  • Nicht zu viel Schmuck
  • Keine extrem hohen Absätze

Begrüßung

Bei der Begrüßung Ihres Gesprächspartners oder Ihrer Gesprächspartner - denn Sie können auch von mehreren Personen "interviewt" werden - gehen Sie das erste Mal auf Tuchfühlung mit ihnen. Die Begrüßung kann deswegen bis zu einem gewissen Grad die Weichen für das ganze Gespräch stellen. Wenn Sie also freundlich und höflich auftreten, haben Sie schon zum ersten Mal in diesem Gespräch gepunktet.

Wichtige Punkte bei der Begrüßung:

  • Aufrichtiges Lächeln
  • Augenkontakt
  • Händedruck richtig dosieren
  • Deutlich den Namen nennen bei der Vorstellung
  • Angebotenes Getränk akzeptieren

Lächeln Sie und schauen Sie Ihren Gesprächspartnern bei der Begrüßung in die Augen. Wer offen lächelt, wird viel positiver wahrgenommen. Achten Sie auf Ihren Händedruck. Diesem alten Ritual wird auch heute noch viel Wert beigemessen. Sowohl ein zu schlapper als auch ein übertrieben fester Händedruck fallen negativ auf. Sollten Sie unter Handschweiß leiden, trocknen Sie Ihre Hände noch vor der Begrüßung und dem Gespräch gründlich ab. Knüllen Sie ggf. ein Taschentuch in Ihren Hosentaschen zusammen, um die Hände auch zwischendurch abtrocknen zu können. Frauen im Kostüm bleibt diese Option meistens leider verwehrt.

Nennen Sie Ihren eigenen Namen langsam und deutlich. Wiederholen Sie auch die Namen Ihrer Gesprächspartner und lassen Sie sich nötigenfalls korrigieren. Nichts ist unangenehmer als während der ganzen Gesprächsdauer den Namen des Gegenübers falsch auszusprechen, weil man ihn bei der Begrüßung nicht verstanden hat.

Wird Ihnen nach der Begrüßung ein Getränk angeboten, nehmen Sie es an. Ideal ist stilles Wasser, weil man sich daran weder den Mund verbrennen kann (z.B. bei Kaffee), noch deswegen aufstoßen muss (z.B. bei Wasser mit viel Kohlensäure). Wenn Ihr Mund trocken wird, können Sie einen Schluck nehmen. Sie müssen das Glas nicht obligatorisch austrinken, das Angebot anzunehmen ist einfach eine höfliche Geste.

Als eine Art Zwischenphase zwischen Begrüßung und dem eigentlichen Vorstellungsgespräch folgt nun meist ein bisschen Small Talk, in dem es meist darum geht, wie Sie zum Unternehmen gefunden haben und ob Sie mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist sind. Vermuten Sie hier keine Falle oder ein verstecktes Ziel, es geht einzig allein darum, die Stimmung etwas zu lockern.

Nutzen Sie trotzdem auch diese Möglichkeit, Ihre Kompetenz diskret zu präsentieren. Sagen Sie beispielsweise: „Ich habe dank der Karte auf Ihrer Internetseite sehr gut hergefunden! Die Busfahrpläne habe ich mir auch online angesehen und glücklicherweise hält die Linie 15 ja direkt bei Ihnen vor dem Werkstor.“ Damit zeigen Sie, dass Sie zumindest einmal auf der Firmenseite im Internet waren und Ihre Anreise gut geplant haben.

Nicht angebracht sind hier langatmige Geschichten vom Stau auf der Autobahn, an dem natürlich mal wieder all die anderen Autofahrer schuld waren, die ja sowieso alle unfähig sind. Für den schlimmsten anzunehmenden Fall, dass Sie nämlich zu spät kommen, gibt es keine Ausrede. Bei Autofahrern müssen immer Staus und Umleitungen eingeplant werden, bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gilt das gleiche für Verspätungen, Ausfälle und Streiks.

Körpersprache

In fast allen Bewerbungsratgebern wird darauf hingewiesen, wie wichtig die Körpersprache beim Bewerbungsgespräch ist. Das ist zweifellos richtig, aber leider führt das dazu, dass Bewerber unnötig nervös werden und Angst haben, sich durch eine harmlose Geste die berufliche Zukunft zu verbauen.

Bestimmt achtet Ihr Gesprächspartner beim Vorstellungsgespräch darauf, ob Ihre Körpersprache mit Ihren Aussagen übereinstimmt. Manche Bewegungen sind typisch für Lügen oder Übertreibungen, sodass der geübte Beobachter erkennen kann, ob Sie Ihre Qualifikationen etwas "aufhübschen", Sie sich komplett verstellen oder ob Sie die Wahrheit sprechen.

Die meisten Personalchefs verlassen sich dabei aber eher auf ihre Erfahrung und ihre Menschenkenntnis, als auf einen bestimmten Katalog an "Körpersprache- Deutungen". Sie brauchen also nicht zu befürchten, dass jede Bewegung, jedes Zurechtrücken der Brille oder ein Übereinanderschlagen der Beine auf die Goldwaage gelegt wird. Ihr Gesprächspartner wird sehr gut wissen, dass eine Brille im Eifer des Gefechts mal von der Nase zu rutschen droht und dass man bei Nervosität zu bestimmten Gesten neigt, etwa das Haar aus dem Gesicht zurückstreicht. Sehr auffälliges Spielen mit dem Kugelschreiber oder fahriges Gestikulieren allerdings untergräbt Ihren kompetenten Auftritt.

Sehr wichtig ist allerdings Ihr Auftreten im Allgemeinen. Machen Sie beim Hereinkommen einen zuversichtlichen oder verängstigten Eindruck? Suchen Sie bei der Begrüßung den direkten Augenkontakt? Neigen Sie sich Ihrem Gesprächspartner zu oder von ihm weg? Verschließen Sie sich durch verschränkte Arme vor dem Personalchef oder öffnen Sie sich ihm durch eine offene Körperhaltung?

Wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie bestimmte Bewegungsmuster haben, können Sie abwägen, wie diese im Bewerbungsgespräch wirken können. Falls nötig, können Sie auch bewusst dagegen ankämpfen, also etwa eine abweisende Haltung im Gespräch vermeiden, um so Ihr Gegenüber nicht vor den Kopf zu stoßen.

Schlechte Körpersprache: Wirklich arrogant und unsympathisch kann es beispielsweise wirken, wenn Sie zu breitbeinig auf dem Stuhl sitzen, vor allem bei Männern. Das macht schnell den Eindruck, als beanspruchten Sie mehr als Ihnen zusteht. Bei Frauen wirkt es meist nur unelegant und unweiblich, was aber ebenfalls ungünstig ausgelegt wird.

Wenn Sie Ihre Haltung und Ihr Verhalten korrigieren, kann das zudem dazu führen, dass Sie Ihre gesamte Einstellung mitkorrigieren, denn es zeigt sich nicht nur das Innere im Äußeren, das Äußere kann auch auf das Innere einwirken. Immer gut: Lächeln Sie. Das wirkt positiv auf Ihren Gesprächspartner und es entspannt auch Sie.

Vermeiden Sie aber vor allem, sich bei jeder Bewegung zu fragen: "Welchen Eindruck macht meine Körpersprache jetzt?" So werden Sie nur noch nervöser und legen sich selbst Steine in den Weg. Vielleicht werden Sie auch viel zu starr und steif. Wie für so vieles im Bewerbungsprozess gilt auch hier: Bleiben Sie unter Berücksichtigung einiger zu vermeidender Fehler so authentisch wie möglich, um als sichere Persönlichkeit wahrgenommen zu werden.

Stimme

Ihre Stimme und Sprechweise tragen entscheidend dazu bei, wie Sie von Ihrem Gesprächspartner wahrgenommen werden. Das ist im persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht so, und noch mehr natürlich bei Telefongesprächen. Dabei ist Ihre Stimme natürlich das einzige, was Ihr Gesprächspartner von Ihnen hat. Es ist also nicht nur wichtig, was Sie sagen, sondern auch, wie Sie es sagen.

Wir machen uns meist nur wenig bewusst, wie unsere Stimme auf andere wirkt. Nur in Extremsituationen fällt uns auf, wie sehr die Stimme von der Stimmung beeinflusst wird. In Stresssituation kann es sein, dass die Stimme heiser und rau oder hoch und quietschig wird. Viele Fehler lassen sich aber schon durch einfache Tricks vermeiden. Es ist ganz natürlich, dass man bei Bewerbungsgesprächen ein bisschen nervös ist und einen trockenen Mund bekommt. Das lässt sich einfach dadurch lindern, dass man ein wenig von dem Getränk, das man sowieso üblicherweise angeboten bekommt, trinkt.

Sollte Ihnen nichts angeboten werden, können Sie auch ganz offen um ein Getränk bitten: "Entschuldigen Sie, ich bin ein wenig aufgeregt und habe einen trockenen Mund, könnte ich vielleicht ein Glas Wasser bekommen?" Dafür hat jeder Personalchef Verständnis. Sie müssen dann auch nicht mehr einen Teil Ihrer Energie darauf verschwenden, Ihre Nervosität zu überspielen, Sie können sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Wenn Sie den sprichwörtlichen "Frosch im Hals" haben, sollten Sie vermeiden, sich allzu oft zu räuspern. Es unterbricht Ihren Redefluss und macht es schwerer, Sie zu verstehen. Versuchen Sie, Ihre Halsmuskeln zu entspannen, das kommt Ihrer Stimme zugute. Eine aufrechte, entspannte Körperhaltung trägt ebenso zu einem volleren Klang Ihrer Stimme bei. So können Sie auch vermeiden, dass Ihre Stimme höher als sonst ist, was bei Anspannung oft vorkommt.

Wenn Sie wissen, dass Ihre Stimme sich bei Stress sehr verändert, machen Sie am besten schon vor dem Vorstellungsgespräch ein paar Atem- und Entspannungsübungen. Seufzen beispielsweise hat sich sehr bewährt, um den Sprechapparat zu entspannen und die Stimme beim Bewerbungsgespräch voller klingen zu lassen. Auch gegen eine dauerhaft "belegte" Stimme kann das helfen.

Sie unterstreichen Ihre Kompetenz, wenn Sie langsam und deutlich sprechen. Nervosität verführt oft zum schnellen Sprechen, sodass der Partner nicht immer problemlos folgen kann, außerdem verhaspelt man sich oft. Wenn Sie sich selbst für das Sprechen mehr Zeit lassen, können Sie Ihre Gedanken auch deutlicher formulieren und zum Ausdruck bringen.

Viele Bewerber versuchen, im Vorstellungsgespräch durch besonders anspruchsvolle Formulierungen zu beeindrucken. Das kann allerdings nach hinten losgehen, wenn Sie nämlich mitten im Satz vor Aufregung den Faden verlieren und den Satz nicht mehr richtig zu Ende bringen können. Wenn Sie unbedingt Fremdwörter verwenden wollen oder müssen, sprechen Sie sie etwas langsamer und deutlicher aus als unter normalen Umständen.

Wenn Sie Dialektsprecher sind, können Sie selbst am besten entscheiden, ob Sie im Bewerbungsgespräch hochdeutsch sprechen wollen oder nicht. Kriterien dafür sind vor allem, wo und für welche Stelle Sie sich bewerben. Wenn Ihr Dialekt nur sehr schwach ausgeprägt ist, sodass Sie überall verstanden werden, auch ohne ins Hochdeutsche zu wechseln, machen Sie damit fast immer einen besseren Eindruck, als würden Sie sich Ihre natürliche Ausdrucksweise mit allen Mitteln verkneifen.

Tipps für die Stimme:

  • Bewusst atmen
  • Tonlage kontrollieren
  • Muskeln entspannen

Tipps für die Sprechweise:

  • Langsam sprechen
  • deutlich sprechen
  • Fülllaute wie "ehm, aah, öh" vermeiden

Präsentation

Wenn Sie sich vorstellen, dass Ihr Bewerbungsgespräch eine Art Verkaufsgespräch ist, dann wird Ihnen klar, dass Sie Ihr Produkt ansprechend vorstellen müssen: Sich selbst. Sie müssen Ihrem Kunden klar machen, dass Ihr Produkt genau das ist, was er braucht. Kurz: Sie brauchen eine kompetente Präsentation für Ihr Bewerbungsgespräch.
Deshalb müssen Sie, so wie alle guten Verkäufer, Ihr Produkt genau kennen, es ansprechend präsentieren und alle Fragen dazu beantworten können. Sie müssen also wissen, was in Ihren Bewerbungsunterlagen steht. Das scheint selbstverständlich zu sein- es kommt aber tatsächlich immer wieder vor, dass Bewerber von Fragen nach Details aus Ihrem Lebenslauf oder anderen Bewerbungsunterlagen völlig überrascht sind und keine befriedigende Antwort geben können.

Befassen Sie sich also genau mit allen Ihren Unterlagen und bereiten Sie eine Selbstpräsentation für das Bewerbungsgespräch vor. Darin können Sie (kurz!) erläutern, warum Sie sich speziell für diesen Beruf entschieden haben, von Ihrer Ausbildung erzählen und erklären, was bisher Ihre Aufgabengebiete waren. Runden Sie Ihre Präsentation damit ab, dass Sie erklären, warum Sie sich gerade für diese Stelle in diesem Unternehmen beworben haben. Sprechen Sie auch durchaus von sich selbst aus an, was Sie sich von der Mitarbeit in diesem speziellen Unternehmen erwarten.

Ihre Präsentation kann und wird Ihren Gesprächspartnern Anhaltspunkte geben, an denen sie einhaken und nachfragen werden. Die meisten von ihnen sind so höflich, dass sie Sie ausreden lassen und nach Ihrer Präsentation Fragen stellen- verlassen sollten Sie sich aber nicht darauf. Lassen Sie sich von Fragen während Ihrer Präsentation nicht aus der Ruhe bringen.

Bei Lücken im Lebenslauf wird meistens nachgefragt, am besten ergreifen Sie hier die Initiative und erklären diese bereits in Ihrer Präsentation. So erwecken Sie auch nicht den Eindruck, dass Sie etwas zu verbergen hätten.

Einmal vorbereitet, können Sie diese Präsentation - idealerweise eine an Stelle und Firma angepasste Versionen davon - immer wieder verwenden. Beachten Sie bei weiteren Bewerbungsgesprächen auch, Nachgefragtes direkt in Ihrem Monolog zu thematisieren. Sie werden feststellen, dass nicht nur Ihre Präsentation immer besser wird, Sie werden sich dabei auch immer wohler fühlen.

Fragen an den Bewerber

Für Vorstellungsgespräche gibt es von Seiten des Arbeitgebers einen richtigen Fragenkatalog, mit dem er den Bewerber bzw. die Bewerberin konfrontiert. Da diese Fragen mit großer Wahrscheinlichkeit immer wieder vorkommen, lohnt es sich für die gründliche Vorbereitung, dahingehend etwas Zeit aufzubringen.

Die Fragen an Bewerber gibt es in unterschiedlichen Formen. Sie können offen sein, sodass Sie in freien Sätzen darauf antworten können, oder geschlossen. Auf geschlossene Fragen reicht es theoretisch, mit "ja" oder "nein" zu antworten. Im Bewerbungsgespräch sollten Sie Ihre Antworten aber trotzdem ausführen.

Auf die Frage "Haben Sie ausreichend Erfahrung im Bereich X?" müssten Sie eigentlich nur mit "ja" oder "ja, habe ich" antworten. Es ist aber natürlich besser, die Antwort lautet "Ja, ich war beispielsweise schon bei meiner Tätigkeit für die Firma Y für den Bereich X zuständig ...".

Manche Fragen im Vorstellungsgespräch sind auch Fangfragen. Mit der klassischen Frage nach Stärken und Schwächen beispielsweise versucht der Arbeitgeber nicht nur Ihre Einschätzung herauszufinden, sondern auch zu sehen, ob Ihre Angaben im Gespräch mit denen in Ihrer Bewerbung übereinstimmen.

Andere Fragen sollen Sie ein wenig verunsichern, damit deutlich wird, wie Sie in Stresssituationen reagieren. Ein typisches Beispiel dafür ist die Frage: "Sind Sie mit 38 nicht schon ein bisschen zu alt für diese Aufgabe?", wahlweise auch in der Version "Können Sie mit 29 wirklich schon diese Verantwortung übernehmen?".

Wenn Sie die Frage Ihres Gegenübers nicht verstehen, haken Sie ohne Umschweife nach und stellen Sie eine Gegenfrage. Das ist auf jeden Fall besser, als sich womöglich in einer langen und ausschweifenden Antwort zu vergaloppieren.

Einige Fragen von Arbeitgebern können unzulässig sein, vor allem die nach dem persönlichen Leben (Schwangerschaft, Religion, Politik, etc.). Auf Fragen dieser Art dürfen Sie die Antwort verweigern oder lügen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Eine Ausnahme besteht, wenn die Frage für die Stelle relevant ist, wie z.B. nach der Religion bei einer gesuchten Erzieherin im evangelischen Kindergarten. Ist die Frage berechtigt, müssen Sie auch dann wahrheitsgemäß antworten.

Typischer Fragenkatalog:

  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Warum sollten wir gerade Sie einstellen?
  • Wo sehen Sie selbst Ihre Stärken und Schwächen?
  • Warum wollen Sie Ihren bisherigen Arbeitgeber verlassen?
  • Warum möchten Sie die Branche wechseln?
  • Warum sind Sie schon so lange arbeitslos?
  • Was haben Sie getan, um wieder Arbeit zu finden?
  • Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
  • Was war Ihr größter beruflicher Erfolg?
  • Was war Ihr größter beruflicher Misserfolg?
  • Wie sind Sie mit diesem Misserfolg umgegangen?
  • Wie würden Sie in dieser Situation (Fallbeispiel) reagieren?
  • Arbeiten Sie lieber selbständig oder im Team?
  • Was erwarten Sie von Ihrer Mitarbeit bei uns?
  • Gibt es gesundheitliche Hindernisse für Ihre Einstellung?
  • Was wissen Sie schon über unser Unternehmen?
  • Welche Fragen haben Sie an uns?
  • Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?
  • Wären Sie zu Auslandseinsätzen bzw. Dienstreisen bereit?
  • Wann können Sie bei uns anfangen?

Unzulässige Fragen

Manche Informationen über den Bewerber wären für den Arbeitgeber nachvollziehbarerweise interessant. Trotzdem darf er nicht danach fragen. Solche Fragen werden als "unzulässige Fragen" bezeichnet. Der Bewerber braucht sie nicht zu beantworten, antwortet er doch, darf er dabei sogar lügen. Wer möchte, kann den Frager auch darauf aufmerksam machen, dass diese Fragen unzulässig sind. Da dies aber erstens kaum taktvoll möglich ist und der Arbeitgeber zudem meistens weiß, dass diese Frage unzulässig ist, macht man sich mit diesem Hinweis nicht sehr beliebt.

Oft wollen die Personalverantwortlichen nur sehen, wie man auf eine bekanntermaßen unzulässige Frage reagiert und mit der Situation umgeht. Ist das Gegenteil der Fall, ist die Frage berechtigt, ob man wirklich für ein Unternehmen arbeiten will, das unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch ernsthaft stellt und den Bewerber damit nicht nur sanft "testen" möchte.

Manche Fragen allerdings sind unter bestimmten Umständen zulässig. Das ist immer dann der Fall, wenn sie für die spezielle Arbeitsstelle relevant sind. Die Frage nach einschlägigen Vorstrafen ist etwa für Bankangestellte durchaus zulässig, ebenso die Frage nach der Konfession bzw. Religionszugehörigkeit bei Bewerbern um eine Arbeitsstelle in einer kirchlichen Einrichtung. Darüber hinaus ist die Konfession für den Arbeitgeber später sowieso aus der Lohnsteuerkarte ersichtlich.

Fragen zu diesen Themen sind unzulässig (außer dort, wo sie für die Ausübung der Arbeit relevant sind):

  • Familienplanung
  • Schwangerschaft
  • Sexuelle Neigung
  • Religionszugehörigkeit
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Parteizugehörigkeit
  • Vermögensverhältnisse bzw. Schulden
  • Vorstrafen
  • Kündigungsgrund bei der vorherigen Arbeitsstelle

Stärken und Schwächen

Vorstellungsgespräche folgen meist einem bestimmten Muster. Nach der Begrüßung stellt der Vertreter des Unternehmens dieses meist kurz vor und spricht auch den Aufgabenbereich an, für den der Bewerber dann zuständig wäre. Danach werden meist direkt die Bewerbungsunterlagen des Bewerbers besprochen. Dabei können zeitliche Lücken im Lebenslauf, abrupte Berufswechsel oder der genaue Aufgabenumfang in den bisherigen Positionen zur Sprache kommen. Ein typischer Trick der Personaler ist es, die Bewerber nach ihren Stärken und Schwächen zu fragen.

Dabei geht es weniger darum, was jetzt genau die Stärken und Schwächen sind, sondern mehr darum, ob der Bewerber mit dieser Frage umgehen kann. In Ratgebern wird oft empfohlen, eine Schwäche zu nennen, die tatsächlich eher eine positive Eigenschaft ist. Die meisten Personalchefs durchschauen diesen Trick aber sofort und die von Ihnen als positiv empfundene "Schwäche" wird tatsächlich als Schwäche gewertet.

Glauben Sie also nicht, dass Sie besonders punkten können, wenn Sie als Schwäche nennen, dass Sie beispielsweise nur ungern Arbeiten delegieren. Das kann nämlich so gewertet werden, dass Sie entweder ein absoluter Kontroll-Freak sind oder aber Ihrem Team nur schwer vertrauen. Keine dieser Möglichkeiten wird als besonders positiv empfunden werden. Bereiten Sie sich auf diese Fragen vor und nennen Sie keine Schwächen, die Sie tatsächlich von der angebotenen Arbeitsstelle disqualifizieren würden. Eine Rechenschwäche anzugeben macht Sie beispielsweise nicht wirklich attraktiv für eine Position als Buchhalter.

Sehr gut ist es allerdings, wenn Sie Ihre Stärken und Schwächen sozusagen in Balance bringen können. Wenn Sie beispielsweise als Stärke Ihre ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit nennen, dann können Sie auch Ihre Schwäche zugeben: dass Sie nämlich gerne reden. Das lassen Sie aber nicht so stehen, sondern Sie fügen hinzu: "Ich habe aber gelernt, das in einem vernünftigen, vertretbaren Maß zu halten." So zeigen Sie, dass Sie sich zwar Ihrer Schwächen bewusst sind, aber daran arbeiten und zwar erfolgreich. Mehr kann ein Arbeitgeber sich nicht wünschen.

Diese entspannte Haltung können Sie allerdings nur vermitteln, wenn Sie sich über Ihre Stärken und Schwächen im Klaren sind. Langes Zögern macht nur den Eindruck, als müssten Sie sich überlegen, welche Ihrer Schwächen Sie jetzt am gefahrlosesten nennen können. Da diese Frage aber sehr häufig ist, lohnt es sich, wenn Sie sich einmal die Mühe machen und Ihre Stärken und Schwächen analysieren. Überlegen Sie auch gleich, was Sie gegen bestimmte Schwächen schon getan haben und was Sie noch tun können. Und achten Sie darauf, dass Ihre Stärken und Schwächen sich nicht gegenseitig und nicht dem widersprechen, was in Ihren Bewerbungsunterlagen steht.

Im Endeffekt kommt es aber immer auf die Situation an. Vertrauen Sie Ihrem Gespür dafür, was der Arbeitgeber jetzt über Ihre Stärken und Schwächen hören will. Und wenn es der Wahrheit entspricht, dann können Sie ihm das mit gutem Gewissen auch sagen. Einen besonders guten Eindruck macht es, die genannte Stärke oder Schwäche mit einem konkreten Beispiel zu belegen. Das zeigt, dass Sie sich vorab Gedanken gemacht haben und nicht nur spontan etwas nennen.

Fragen des Bewerbers

Viele Bewerber vergessen, dass das Bewerbungsgespräch dazu da ist, dass nicht nur sie sich beim Arbeitgeber vorstellen, sondern der Arbeitgeber sich auch beim Bewerber vorstellt. Darum haben sie auch das Recht, sich ebenso gründlich über den Arbeitgeber und das Unternehmen zu informieren, wie andersherum. Beim Bewerbungsgespräch selbst sollten Sie daran denken, auch Ihrerseits einige Fragen an den Arbeitgeber zu stellen und sich so nicht nur zu informieren, sondern echtes Interesse zu zeigen.

Die erste Informationsquelle ist meistens die Stellenanzeige, in der das Unternehmen sich oft kurz vorstellt. So kann ein Bewerber schon entscheiden, ob die angebotene Stelle interessant für ihn ist. Dies ist gerade bei kleineren Unternehmen wichtig, die nicht sehr bekannt sind.

Auf jeden Fall sollte eine interessante Stellenanzeige Anlass geben, sich genauer über das Unternehmen zu informieren. Heute geschieht das meistens über das Internet, dabei vor allem über die Firmenseite. Man sollte sich aber nicht nur von dem Unternehmen selbst informieren lassen, auch unabhängige Quellen liefern wichtige Informationen. Schon jetzt sollten Sie sich, wenn Sie sich bei dem Unternehmen bewerben wollen, ein paar Fragen für das Vorstellungsgespräch aufschreiben. Das kann eine Frage zur voraussichtlichen Personalentwicklung sein, zur internationalen Expansion oder zur Umweltschutzpolitik im Konzern.

Während des Vorstellungsgesprächs können Sie immer gleich dann Fragen stellen, wenn es sich ergibt. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass Sie durch Ihre Fragen ein bisschen mehr aktive Kontrolle über das Gespräch haben, als wenn Sie nur antworten. Falls es den Gesprächsfluss sehr stören würde, können Sie sich auf dem von Ihnen immer parat gehaltenen Papier eine kurze Notiz machen und am Ende des Gesprächs nachfragen.

Viele Ihrer vorbereiteten Fragen werden von Ihrem Gesprächspartner sowieso während des Gesprächs beantwortet werden, die brauchen Sie also danach nicht mehr stellen. Falls tatsächlich alle Ihre Fragen schon im Gespräch beantwortet werden und sich auch keine neuen Fragen ergeben, können Sie dem Personalchef auch ein kleines Kompliment für seine geübte Gesprächsführung machen.

Sie können auch zugeben, dass Sie im Moment von den Informationen und der Situation vollkommen erschlagen sind und Ihnen keine Fragen einfallen – "Darf ich mich telefonisch oder per E-Mail an Sie wenden, wenn ich noch Fragen haben sollte?" macht Ihr prinzipielles Interesse klar.

Haben Sie auch keine Scheu, eine Frage zu wiederholen, auch wenn das Thema schon einmal zur Sprache kam. Haken Sie immer dann nach, wenn die Antwort Ihnen nicht ausreicht. Das soll nicht heißen, dass Sie unverschämt sein müssen, aber wenn Sie etwas wissen wollen, führt der einfachste Weg zur Antwort immer über eine Frage. Machen Sie aber mit Ihren Fragen auf jeden Fall deutlich, dass Sie sich schon gewissermaßen eine Zukunft mit diesem Arbeitgeber vorstellen.

Gute Fragen sind beispielsweise:

  • Wie groß ist das Team/die Abteilung, in dem/der ich eingesetzt würde?
  • Wie würde sich meine Einarbeitungsphase gestalten?
  • Gibt es feste oder gleitende Arbeitszeit?
  • Was ist mein genauer Tätigkeitsbereich?
  • Wie sind meine Aufstiegschancen?
  • Gibt es im Unternehmen Möglichkeiten zur Fortbildung?
  • Wie stehen meine Chancen für einen Auslandseinsatz? (nur sinnvoll bei international agierenden Firmen)

Machen Sie mit Ihren Fragen deutlich, dass Sie sich mit dem Unternehmen und der angebotenen Stelle auseinandergesetzt haben. Wichtig: Stellen Sie auf keinen Fall Fragen, deren Antworten Sie etwa durch den Besuch der Firmenwebsite hätten beantworten können. Fakten wie die Unternehmensgröße, den Einsatzbereich und die allgemeine geschäftliche Entwicklung finden Sie schnell in leicht zugänglichen Medien. Wenn Sie diese Grundlagen nicht kennen, macht das schnell den Eindruck, als sei es mit Ihrem Interesse an dem Arbeitgeber vielleicht doch nicht so weit her.

Verabschiedung

Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen, Sie und der Arbeitgeber waren sich sympathisch, Ihre Qualifikationen konnten überzeugen - jetzt nichts wie raus, es kann ja nix mehr schief gehen! Falsch. Ähnlich wie die Begrüßung und die Einstiegsphase beim Vorstellungsgespräch eine wichtige Rolle spielen, ist auch die Verabschiedung ein elementarer Teil des Bewerbungsgesprächs. Bestimmte Bestandteile tauchen fast immer auf, manche Informationen sollten ausgetauscht werden, damit sowohl Bewerber als auch Arbeitgeber auf dem gleichen Stand sind. Noch offene Fragen sollten spätestens jetzt geklärt werden.

Wichtig ist beispielsweise, dass Sie bei der Verabschiedung erfahren, wie es weitergeht. Ihr Gesprächspartner wird Sie üblicherweise informieren, ob und wann Sie mit einem weiteren Vorstellungsgespräch rechnen können oder ob das schon der Abschluss des Bewerbungsprozesses war. Sollte das Gespräch nicht von selbst darauf kommen, dürfen Sie bei der Verabschiedung durchaus fragen, wann Sie mit einer Entscheidung rechnen dürfen. Bringen Sie auch in Erfahrung, an wen Sie sich wenden können, falls sich später noch Fragen ergeben. Fragen Sie auch nach der bevorzugten Kontaktweise, ob Telefon oder E-Mail.

Manchmal wird aber auch beiden Parteien direkt während des Gesprächs schon klar, dass Bewerber und Stelle nicht optimal zusammenpassen. Dies sollte man dann auch direkt zum Ausdruck bringen, so dass Bewerber wie auch Arbeitgeber wissen, woran sie sind.

Falls Sie das große Glück haben, dass Ihnen direkt beim Vorstellungsgespräch die Stelle angeboten wird, dann werden nun direkt die Details besprochen, also etwa wann genau Sie anfangen können, wann der Arbeitsvertrag unterschrieben wird, ob das Unternehmen Sie bei Wohnungssuche und Umzug unterstützt usw. In diesem Fall wird auch schon alles festgelegt, was der Arbeitsvertrag enthalten wird, also Gehalt, Urlaub, etc.

Für den Abschied gilt ähnlich wie für die Begrüßung: Eine höfliche Verabschiedung mit einem festen (aber nicht zu festen) Händedruck und Augenkontakt runden den positiven Eindruck ab, den Sie beim Vorstellungsgespräch gemacht haben. Bedanken Sie sich bei Ihrem Gegenüber für das Gespräch und für die Gelegenheit, sich dem Unternehmen vorstellen zu dürfen. Vergessen Sie nicht: Dies ist noch Teil des Bewerbungsgesprächs, schalten Sie also nicht zu früh ab!

Ein bisschen Small Talk schadet auch an dieser Stelle nicht. So wie es am Anfang die Spannung beseitigt hat, ist es bei der Verabschiedung das Signal für "Vorstellungsgespräch vorbei". Das bedeutet nicht, dass Sie zu schnell zu persönlich und locker werden sollten. Folgen Sie dabei der Führung des Arbeitgebers, denn oft kommt etwa die Heimreise bzw. Ihr Rückweg zu Gespräch. Sie haben dabei also die Gelegenheit, vom Stress des Bewerbungsgesprächs durch die Verabschiedung aus Ihrem angespannten Zustand wieder herauszufinden.

Eine ungeschickte Verabschiedung nach dem Vorstellungsgespräch wirft Sie sicher nicht aus dem Rennen, wenn Sie sonst einen sehr guten Eindruck gemacht haben. Bedenken Sie aber, dass der Abschied der letzte Eindruck ist, den Sie beim Arbeitgeber hinterlassen.

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    85 Millionen Kunden in mehr als 70 Ländern, betreut von 140.553 Mitarbeitern: Die Allianz-Gruppe ist ein echter Global Player. Der größte Markt für den Versicherer ist allerdings nach wie vor Deutschland. 22.000 Mitarbeiter und 20 Millionen Kunden allein im eigenen Land verdeutlichen nicht nur die Größe des Versicherungsriesen, sondern auch die Wichtigkeit dieses Marktes für das Unternehmen und ...

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