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Fußball-Weltmeisterschaft 2018: Das verdienen die deutschen Nationalspieler

Fußball-Weltmeisterschaft 2018: Das verdienen die deutschen Nationalspieler

Endlich wieder WM! Millionen Fußballfans und auch viele, die sich sonst wenig oder gar nicht für Fußball interessieren, fiebern den nächsten Wochen entgegen. In wenigen Tagen geht es los und bis zum Finale am 15. Juli 2018 dreht sich in Russland alles um das runde Leder, das längst nicht mehr aus Leder ist.

Bundestrainer Jogi Löw hat gerade sein finales WM-Aufgebot benannt, mit dem er die Titelverteidigung in Angriff nehmen möchte. Jeder, der es in den Kader geschafft hat, zählt im eigenen Verein zu den Leistungsträgern – in der Nationalmannschaft gilt es jetzt aber, sich in ein Gebilde einzufügen, das gemeinsam auf das große Ziel hinarbeitet. Die Diskussion, welcher Spieler dabei welche Rolle übernehmen soll, überlassen wir anderen. Unser Interesse gilt hier einem ganz anderen Thema: dem Gehalt der Nationalspieler. Wer verdient eigentlich am meisten? Wer ist, verglichen mit seiner Rolle, vielleicht sogar unterbezahlt? Und was bekommen Jogis Jungs für ihre Leistungen bei der WM? Um all das geht es in den folgenden Zeilen.

Die Topverdiener – im internationalen Fußball und in der Bundesliga

Mit den weltweiten Top-Verdienern kann keiner der deutschen Nationalspieler mithalten. Laut den neusten Zahlen sollen Lionel Messi (FC Barcelona) in der abgelaufenen Saison etwa 126 Millionen Euro, Cristiano Ronaldo (Real Madrid) ca. 94 Millionen Euro und Neymar jr. (Paris Saint-Germain) etwa 81,5 Millionen Euro eingenommen haben. Bei diesen Zahlen handelt es sich um die Gesamteinnahmen der Spieler, also inklusive Gehalt, Prämien und Nebeneinkünften z. B. aus Werbeverträgen oder Verkäufen eigener Produkte.

Aber auch keiner der deutschen Nationalspieler muss am Hungertuch nagen. Ganz vorne in der internen Gehaltsrangliste stehen die Legionäre Mesut Özil (Arsenal London) und Toni Kroos (Real Madrid). Beide verdienen angeblich etwa 20 Millionen Euro im Jahr, jedoch ohne Prämien und Werbegelder. Durch diese dürfte bei beiden noch etwas hinzukommen, allerdings sind alle deutschen Spieler in Sachen Nebeneinnahmen weit entfernt von den drei genannten Topverdienern. Özil konnte übrigens erst in diesem Sommer zu Kroos aufschließen. Anlässlich seiner jüngst erfolgten Vertragsverlängerung gab es eine satte Gehaltserhöhung.

In der Fußball-Bundesliga sind, wenig überraschend, die Stars des FC Bayern München die Bestverdiener. Thomas Müller und Manuel Neuer kommen auf geschätzte 15 Millionen Euro Jahresgehalt, Jerome Boateng (ca. 11 Mio. €) und Mats Hummels (ca. 10 Mio. €) folgen ein Stück dahinter. Der einzige deutsche Nationalspieler der Bundesliga, der nicht beim FC Bayern spielt und in ähnliche Regionen vordringen kann, ist Marco Reus von Borussia Dortmund. Er soll jährlich ca. 8 Millionen Euro Grundgehalt und inkl. Zusatzeinkünften ca. 10 Millionen Euro bekommen.

Die Geringverdiener – weniger Gehalt, aber trotzdem genug auf dem Konto

Wo es Topverdiener gibt, muss es natürlich auch Spieler geben, die weniger kassieren. Allerdings – und das muss klar gesagt werden – erzielen auch diese Spieler ein weit überdurchschnittliches Einkommen, von dem mehr als 99 Prozent aller Menschen nur träumen können.

Besonders auffällig ist, dass mit Timo Werner ein Spieler, der inzwischen Stammspieler in der Nationalelf und Leistungsträger in seinem (wohlhabenden) Verein ist, ein verhältnismäßig niedriges Gehalt bezieht. Aktuell sollen es etwa 3 Mio. Euro Grundgehalt jährlich sein. Grund dafür ist der relativ alte Vertrag, den Werner noch hat. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses im Sommer 2016 war nicht sicher absehbar, welche Entwicklung der damals 20-Jährige und sein Verein RB Leipzig nehmen würden. Im Übrigen hat RB eine selbst auferlegte Gehaltsobergrenze, die aktuell bei 4,5 Millionen Euro liegt. Klar ist allerdings auch, dass diese Grenze in Zukunft steigen wird, wenn man Spieler wie Werner halten möchte; über eine vorzeitige Vertragsverlängerung, mit der zweifelsfrei auch eine Gehaltserhöhung einhergehen würde, soll es bereits Gespräche gegeben haben. Aber auch ein Wechsel (ins Ausland) scheint denkbar.

Ab der nächsten Saison zwar eine Liga tiefer, aber in Sachen Gehalt trotzdem auf einem erstklassigen Niveau befindet sich Jonas Hector. Der Linksverteidiger des 1. FC Köln, der erst jüngst seinen Vertrag verlängert hat, wird für seine Vereinstreue mit einem der höchsten Gehälter der 2. Bundesliga belohnt: 3 Millionen Euro. Nach Lukas Podolski ist er damit übrigens bereits der zweite Kölner, der als aktueller Nationalspieler im Unterhaus spielt.

Noch weniger als Werner und Hector verdient im aktuellen Kader lediglich Marvin Plattenhardt von Hertha BSC Berlin (geschätzt 2,25 Mio. €). Innerhalb seines Teams gehört er jedoch zu den Topverdienern.

Neuer Vertrag, neues Gehalt

Neben den bereits erwähnten Özil und Hector gibt es im Kader der deutschen Auswahl eine Reihe weiterer Spieler, die durch einen neuen Vertrag in der jüngsten Vergangenheit gehaltstechnisch einen Sprung nach oben gemacht haben. Joshua Kimmich (Bayern München) und Julian Brandt (Bayer Leverkusen) haben ihre Verträge vorzeitig verlängert und dadurch das Salär aufgestockt. Kimmich, der zuvor 3 Millionen Euro verdient haben soll, hat sein Gehalt durch die Verlängerung im März 2018 wohl mindestens verdoppelt. Einzelne Quellen gehen sogar von einem neuen Verdienst von ca. 8 Millionen Euro aus. Julian Brandt, der im April seinen Vertrag beim Werksclub verlängerte, soll dadurch seine Vergütung von 1,5 auf ca. 4 Millionen Euro gesteigert haben.

Ein wenig anders verhält es sich bei Leon Goretzka: Er verlängerte seinen Vertrag nicht, sondern wechselt in diesem Sommer den Verein – von Schalke 04 zu Bayern München. Die Blauen aus dem Ruhrpott hatten lange versucht, Goretzka zum Bleiben zu bewegen, unter anderem mit einer satten Gehaltserhöhung: Statt bisher 2 Millionen Euro sollen ihm angeblich bis zu 12 Millionen Euro angeboten worden sein. Über das Gehalt bei seinem neuen Verein in der bayerischen Landeshauptstadt ist bisher nichts bekannt, viel weniger als das Maximalangebot der Schalker wird es aber vermutlich nicht sein. Zudem soll der ablösefrei gewechselte Goretzka angeblich 20 Millionen Euro Handgeld kassiert haben.

Den Verein gewechselt hatte auch Mario Gómez im letzten Winter. Allerdings stellt seine Gehaltsentwicklung dabei eine Ausnahme dar. Er verzichtete freiwillig auf eine gewaltige Summe. Statt der kolportierten 7,5 bis 8 Millionen Euro beim VfL Wolfsburg verdient er jetzt beim VfB Stuttgart etwa 4,5 Millionen Euro.

Apropos neuer Vertrag: Auch der Bundestrainer hat die Laufzeit seines Arbeitspapiers gerade erst erweitert. Durch die Verlängerung bis 2022 soll das Gehalt von Jogi Löw von bisher 3,8 Millionen Euro noch einmal gestiegen sein. Allerdings war er auch zuvor schon der bestverdienende Nationaltrainer der an der Weltmeisterschaft 2018 teilnehmenden Länder.

Alle Gehälter des Kaders im Überblick

Alle Grundgehälter, also ohne Prämien, Werbeeinnahmen etc. gibt es hier auf einen Blick – für die bessere Übersicht geordnet nach Mannschaftsteilen. Alle hier und im restlichen Artikel genannten Gehaltszahlen stammen wohlgemerkt aus inoffiziellen Quellen oder wurden von Brancheninsidern auf Basis zahlreicher Faktoren geschätzt, sind also ohne Gewähr.

Tor

  • Manuel Neuer: 15 Mio. €
  • Marc-André ter Stegen: 5,6 Mio. €
  • Kevin Trapp: 4,8 Mio. €

Abwehr

  • Jerome Boateng: 11 Mio. €
  • Mats Hummels: 10 Mio. €
  • Joshua Kimmich: 6–8. Mio. €
  • Niklas Süle: 6–7 Mio. €
  • Antonio Rüdiger: 4,68 Mio. Pfund (aktuell ca. 5,32 Mio. €)
  • Matthias Ginter: 3–4,5 Mio. €
  • Jonas Hector: 3 Mio. €
  • Marvin Plattenhardt: 2,25 Mio. €

Mittelfeld

  • Mesut Özil: ca. 20 Mio. €
  • Toni Kroos: 20 Mio. €
  • Leon Goretzka: 10–12 Mio. €
  • Marco Reus: 8 Mio. €
  • Sami Khedira: 4 Mio. € netto (im Vergleich mit den Bruttogehältern der Bundesligaspieler entspricht dies etwa 8 Mio. €)
  • Julian Draxler: 7,2 Mio. €
  • Ilkay Gündogan: 6,24 Mio. Pfund (aktuell ca. 7,09 Mio. €)
  • Sebastian Rudy: 3,75–5 Mio. €
  • Julian Brandt: 4 Mio. €

Angriff

  • Thomas Müller: 15 Mio. €
  • Mario Gómez: 4,5 Mio. €
  • Timo Werner: 3 Mio. €

Frisch aus dem Kader gestrichen

Die folgenden Spieler durften sich noch bis gestern Hoffnung auf einen Platz im finalen WM-Kader von Joachim Löw machen, jetzt wurden sie allerdings kurz vor Start des Turniers aus dem Aufgebot gestrichen. Über die Enttäuschung werden vermutlich auch die Aussicht auf mehr Urlaub und die stattlichen Gehälter nicht hinwegtrösten:

  • Jonathan Tah: 6,25 Mio. €
  • Leroy Sané: ca. 4,68 Mio. Pfund (aktuell ca. 5,32 Mio. €)
  • Bernd Leno: 4 Mio. €
  • Nils Petersen: 800.000 €

Eine kleine Restchance auf ein Nachrücken in den WM-Kader besteht jedoch noch. Allerdings dürfen Spieler nur bei schwerwiegenden Verletzungen eines Kaderspielers und bis 24 Stunden vor Anpfiff des ersten eigenen Gruppenspiels nachnominiert werden. Solch ein Unglück, das diesen Schritt erforderlich machen würde, wünscht aber vermutlich keiner der Aussortierten den Kollegen.

WM-Prämien – das winkt im Erfolgsfall

Im Gegensatz zu vielen anderen Mannschaften erhält das deutsche Team erst ab dem Erreichen des Viertelfinales Prämien. Gab es für den Titelgewinn vor vier Jahren in Brasilien noch 300.000 Euro pro Spieler – übrigens völlig unabhängig davon, ob und wieviel der Spieler eingesetzt wurde – winken für den Turniersieg in diesem Jahr jeweils 350.000 Euro.

Die folgende Liste zeigt, welche Summe für das Erreichen der unterschiedlichen Runden aufs Konto eines jeden Spielers fließt:

  • Weltmeister: 350.000 €
  • Finalteilnahme: 200.000 €
  • Platz 3: 150.000 €
  • Halbfinale: 125.000 €
  • Viertelfinale: 75.000 €

Die Höhe der Prämien ist übrigens geringer als bei einigen anderen Mannschaften. So würden beispielsweise die Spieler des spanischen Teams jeweils 800.000 Euro für den Gewinn des Weltmeistertitels erhalten, also mehr als das Doppelte. Vermutlich ist das Geld für die meisten Spieler unserer Nationalmannschaft aber nicht die entscheidende Motivation, um sich bei der Weltmeisterschaft in Russland voll reinzuhängen. Natürlich ist die Prämie ein sattes und willkommenes Zubrot – nötig hat sie, wie wir gesehen haben, jedoch keiner der Spieler.

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Quellen:

Bild.de
Eurosport
Fussball.com
Fussballer Lifestyle
Spiegel Online
Sport.de
Sport1.de
Sport Bild
Sportschau.de
Statista
Total Sportek
Transfermarkt.de
Welt.de