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Play the Game: Was verdient Donald Trump?

Play the Game: Was verdient Donald Trump?

Diese Woche ist Deutschland, genauer gesagt Hamburg, der Nabel der politischen Welt. Denn zum G20-Gipfel besuchen die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten und größten Industrie- und Schwellenländer die Hansestadt. Auch dabei: Donald Trump – nicht nur einer der mächtigsten und umstrittensten Menschen der Welt, sondern auch der reichste US-Präsident aller Zeiten.

Das Gehalt als Präsident

Das Einkommen, das einem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika offiziell zusteht, ist mit Sicherheit nicht für Trumps großen Reichtum verantwortlich. Denn das beträgt „nur“ knapp 400.000 Dollar (aktuell ca. 350.000 €) pro Jahr – Peanuts für einen Donald Trump. Deshalb hat er auch gleich nach seiner Wahl medienwirksam angekündigt, sein Präsidentengehalt zu spenden – abgesehen von einem symbolischen Dollar. Anfang April machte er einen Teil seiner Ankündigung wahr und spendete das Gehalt des 1. Quartals, umgerechnet etwa 73.000 €, an die Bundesbehörde „National Park Service“.

Allerdings sollte man bei dieser „Großzügigkeit“ nicht übersehen, dass Extrawürste von Trump und seiner Familie den US-amerikanischen Steuerzahler Monat für Monat mehrere Millionen Dollar kosten. Denn aktuell lebt Trumps Ehefrau Melania mit dem gemeinsamen Sohn nicht, wie eigentlich für eine Präsidentengattin üblich, im Weißen Haus in Washington, sondern nach wie vor im Trump Tower in New York City. Die Kosten für den dortigen Schutz der Familie lagen nach Angaben der New Yorker Polizei bei mehr als 22 Millionen Euro – allein für die ersten drei Monate nach Trumps Wahl zum 45. Präsidenten der USA.

Und auch in Florida sorgt Trump für gesteigerte Ausgaben öffentlicher Gelder. Statt zur Erholung in das angestammte Präsidenten-Wochenenddomizil Camp David zu reisen, verbringt Donald Trump seine Freizeit gern in einem Luxus-Resort in Florida. Zwar gehört ihm die Anlage, sodass für die Unterkunft keine direkten Kosten entstehen; allerdings sorgen seine Besuche bei Flughafen, Feuerwehr, Polizei und anderen öffentlichen Stellen für erhebliche Mehraufwände und dadurch auch für siebenstellige Zusatzausgaben.

Dass Donald Trump diese zusätzlichen Ausgaben für sein Privatvergnügen persönlich übernehmen könnte, daran besteht kein Zweifel. Besonders dann nicht, wenn man seinen Aussagen zum eigenen Vermögen Glauben schenkt.

Wie reich ist Trump wirklich?

Laut eigenen Angaben aus dem Jahr 2016 ist Donald Trump etwa 10 Milliarden Dollar schwer. Milliardär-Experten wie Forbes bezweifeln diese Zahl allerdings. Dort schätzt man sein Vermögen aktuell auf ca. 3,5 Milliarden Dollar. Anfang 2016 war man bei Forbes noch auf 4,5 Milliarden Dollar gekommen – die Geschäfte des Trump-Imperiums scheinen sich nicht wie erhofft entwickelt zu haben und auch der Wahlkampf wird ein paar Dollar verschlungen haben.

Womit hat Donald Trump sein Vermögen gemacht?

Bereits Donald Trumps Großvater legte den Grundstein für den Reichtum der Familie – und zwar als erfolgreicher Gastronom. Nachdem dann dessen Sohn, also der Vater des aktuellen US-Präsidenten, die Geschäfte ausdehnte und vor allem mit Immobilien das Vermögen vermehrte, übernahm Donald das Business bei einem „Guthaben“ von ca. 300 Millionen Dollar. Seitdem hat er das Vermächtnis seines Vaters also mehr als verzehnfacht. Auch Donald Trump verdankt den Großteil seines Vermögens Immobiliengeschäften – und zwar sowohl im Wohnsegment als auch im Hotel- und Gastronomie-Bereich. Casinos und Golfplätze befinden sich ebenfalls in seinem Portfolio. Auch mit Gebäuden, die ihm nicht gehören, dafür aber seinen Namen tragen, verdient Trump jede Menge Geld. So vermehrte er sein Vermögen nach eigener Aussage innerhalb eines Jahres allein durch die Lizensierung seines Namens um etwa 10 Millionen Dollar.

Doch nicht nur Gebäude tragen seinen Namen: Neben Wasser, Schokolade, Wodka und vielen anderen Dingen, gibt es auch trumpisierte Steaks. Und das nicht erst im Zuge seiner Präsidentschaft. Auch seine Selbstvermarktung als Self-Made-Man spülte bereits reichlich Münzen in die Kasse. So veröffentlichte er 17 Bücher und ließ sich auch Auftritte als Redner fürstlich entlohnen – mit angeblich bis zu 1,5 Millionen Dollar für einen einstündigen Vortrag. Auftritte in den Medien steigerten nicht nur seine Bekanntheit, sondern auch den Kontostand. So kassierte er z. B. für seine Gastgeberrolle in der NBC-Sendung „The Apprentice“ bis zu 3 Millionen Dollar pro Episode und kam dadurch nach eigener Aussage auf eine Gesamtgage von mehr als 213 Millionen Dollar.

All das zeigt: Wenn’s ums Geld geht, ist Donald Trump unter den Regierungschefs offensichtlich einer der ganz Großen. Dass er auch politisch zu Höchstleistungen fähig ist, muss er noch unter Beweis stellen, darf aber nach bisherigen Erfahrungen stark bezweifelt werden. Nächste Chance, um diesen Eindruck zu revidieren: der G20-Gipfel in Hamburg.

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Quellen:

FAZ
Forbes
Frankfurter Rundschau
Vermögenmagazin