*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Polier

Datenbasis: 8.654 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 2.441 € 3.586 € 5.518 €
Baden-Württemberg 2.799 € 3.837 € 5.696 € Jobs Polier
Bayern 2.470 € 3.518 € 5.323 € Jobs Polier
Berlin 2.344 € 3.357 € 5.188 € Jobs Polier
Brandenburg 2.272 € 2.978 € 4.492 € Jobs Polier
Bremen 2.523 € 3.515 € 5.762 € Jobs Polier
Hamburg 2.686 € 3.824 € 5.573 € Jobs Polier
Hessen 2.479 € 3.752 € 5.656 € Jobs Polier
Mecklenburg-Vorpommern 2.087 € 2.828 € 4.577 € Jobs Polier
Niedersachsen 2.377 € 3.418 € 5.217 € Jobs Polier
Nordrhein-Westfalen 2.536 € 3.722 € 5.574 € Jobs Polier
Rheinland-Pfalz 2.458 € 3.597 € 5.672 € Jobs Polier
Saarland 2.387 € 3.402 € 4.930 € Jobs Polier
Sachsen 1.953 € 2.929 € 4.474 € Jobs Polier
Sachsen-Anhalt 1.949 € 2.929 € 4.190 € Jobs Polier
Schleswig-Holstein 2.457 € 3.418 € 4.740 € Jobs Polier
Thüringen 2.065 € 3.114 € 4.947 € Jobs Polier

Polier:

1. Gehalt

Als Polier liegt das deutschlandweite Gehalt bei 3.586 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 8.654 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 2.441 € beginnen, Polier in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 5.518 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 3.418 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 3.837 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Polier in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 2.984 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.239 Euro brutto
  • 35 Jahre = 3.516 Euro brutto
  • 40 Jahre = 3.783 Euro brutto
  • 45 Jahre = 3.906 Euro brutto
  • 50 Jahre = 3.997 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 3.344 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 3.871 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 4.296 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Polier /-in ist eine Bezeichnung, die mit einem /-r Baustellenleiter /-in gleichzusetzen ist. Polier /-in ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildungsmaßnahme, die unter die Meister-Weiterbildung fällt. Poliere /-innen sind entweder im Hochbau oder im Tiefbau spezialisiert.

Poliere /-innen im Hochbau bzw. Tiefbau lernen die folgenden Inhalte im Rahmen ihrer Ausbildung kennen:

  • Baubetrieb: Baustellenvorbereitung; Organisation von Zeit, Material und Personal; Kontrolle und Koordination von Arbeitsabläufen und Bauausführungen; Auflösung von Baustellen und Bauabrechnungen; arbeits-, umwelt- und gesundheitsrechtliche Vorschriften
  • Bautechnik: Plausibilitätsprüfung von Anweisungen und Materiallisten; Beurteilung und Zuordnung von Baustoffen; Organisation von Materiallagerung, -logistik und -entsorgung; Anordnung und Kontrolle von Baugruben und Gräben; Beurteilung von Umbau-, Sanierungs-, Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen (Hochbau); Unterhalt und Sicherung von Dämmen, Böschungen, Gräben, Gruben und Wasserhaltungen (Tiefbau); Messverfahren; Beurteilung von Bauteil- und Bauwerkkonstruktionen; Anordnung und Kontrolle von Bauwerksabdichtungen; Dichtheitsprüfungen (Wind- und Luftdichtigkeit im Hochbau, Abdichtung im Tiefbau)
  • Personalmanagement: Personalauswahl treffen; Teams zusammenstellen und führen; Festlegung von Entwicklungs- und Qualifizierungszielen; Kenntnisse des Arbeitsrechts

Voraussetzung für die Weiterbildung zum/zur Polier /-in ist eine Ausbildung in der Baubranche. Hier kommen unter anderem die folgenden Ausbildungsberufe in Frage: Maurer /-in, Straßenbauer /-in, Beton- und Stahlbetonbauer /-in, Brunnenbauer /-in, Baugeräteführer /-in, Spezialtiefbauer /-in.

3. Studium

Wer nach einer Weiterbildung zum/zur Polier /-in eine akademische Weiterbildung anstrebt, muss sich auch mit dem Gedanken anfreunden, mit einem Uniabschluss nicht mehr auf der Baustelle aktiv zu werden, sondern noch stärker leitende und überwachende Tätigkeiten auszuführen. Thematisch passt das Studienfach des Bauingenieurwesens sehr gut zum/zur Polier /-in.

Dabei werden die folgenden Inhalte vermittelt:

  • grundständiges Studium des Bauingenieurwesens: Baubetrieb, Baustatik, Baustoffe, Geotechnik, Hochbaukonstruktionen, Holzbau, Massivbau, Mathematik, Siedlungswasserwirtschaft, Stahlbau, Straßenbautechnik, Tragwerkslehre, technische Mechanik, Vermessung, Verkehrswesen, Wasserbau; optionale Module: Agrarwirtschaft, Kulturbau, Betontechnologie, CAD, Verkehrsplanung
  • weiterführendes Studium des Bauingenieurwesens: Arbeitssicherheit, Baubetriebswirtschaft, Baumanagement, Bauorganisation, Bauverfahren, Bauphysik, Baustatik, Bodenmechanik, Datenbanken, Grundbau, Mathematik, Mechanik, Projektmanagement, Sanierung, Statistik, Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften

In der Praxis zeigt sich, dass Poliere /-innen auf der Baustelle in leitender Funktion tätig sind, Absolventen eines Studiums des Bauingenieurwesens in der Bauplanung und -leitung sowie als Gutachter oder Sachverständiger arbeiten.

4. Tätigkeit

Poliere /-innen sind im Baugewerbe tätig und finden Anstellung in Hoch- und Tiefbauunternehmen, in Betrieben, die sich auf Sanierungen und Modernisierungen spezialisiert haben, und im Betonbau. Auch im Fertighausbau, im Ausbaugewerbe, im Gerüstbau sowie in Ingenieurbüros und Bauämtern sind Poliere /-innen gefragte Fachkräfte. Das Aufgabenspektrum erstreckt sich auf drei Hauptkomponenten:

  • Organisation der Baustelle: Einrichtung der Baustellung inkl. Planung von Personal und Betriebsmitteln; Organisation der Arbeitsausführung nach Termin und Budget; Kommunikation mit allen Baubeteiligten; Dokumentation; Kostenoptimierung
  • Leitung der Bauprozesse in Hoch- /Tiefbau (je nach Schwerpunktsetzung): Vermessung durchführen; Messprotokolle auswerten; Beurteilung und Auswahl bautechnischer Verfahren; Anleitung und Überwachung des korrekten Umgangs mit Maschinen; Kontrolle der Bauleistungen; Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
  • Personalführung: Führung, Förderung, Weiterqualifizierung der Mitarbeiter; fachliche Anleitung; Ausbildungsverantwortung; Konfliktlösung