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Bildungsurlaub: “Meditieren auf Malta” oder doch lieber den Kurs “Projektmanagement” buchen?

Bildungsurlaub: “Meditieren auf Malta” oder doch lieber den Kurs “Projektmanagement” buchen?

Jeder Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Bildungsurlaub. Für diese Weiterbildung kann er sich beurlauben lassen. Der Staat hat diese Option eingeführt, um Arbeitnehmern lebenslanges Lernen zu ermöglichen. Auf diesem Wege lassen sich neue Kompetenzen erwerben und Wissen erweitern. Der Arbeitnehmer übernimmt die Kosten für die Kursgebühren und der Arbeitgeber ist zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Allerdings gibt es kein einheitliches Gesetz für Bildungsurlaub, welches für ganz Deutschland gilt, sondern jedes Bundesland legt die Regeln für den Bildungsurlaub selbst fest.

Bundesländer entscheiden über die Anerkennung eines Seminares

Es gibt zahlreiche Seminarangebote für den Bildungsurlaub. Ob aber der Kurs „Meditieren auf Malta“ als anerkanntes Seminar gilt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Es kann somit durchaus sein, dass der Freund in Schleswig-Holstein auf Malta meditieren kann, da dieser Kurs als Anti-Stress-Seminar vom Bundesland anerkannt ist und man selbst in Nordrhein-Westfalen wohnt, in dem vielleicht solche Kurse nicht anerkannt werden. Dies ist nur ein Beispiel!

Arbeitnehmern der Bundesländer Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden Württemberg steht momentan gar kein Bildungsurlaub zu, denn in diesen Bundesländern existiert noch kein Bildungsurlaubsgesetz.

Entscheidend ist aber nicht der Wohnort des Arbeitnehmers, sondern das Bundesland, in dem sich der Arbeitsplatz oder der Firmensitz befindet. Wohnt man beispielsweise in Baden-Württemberg, arbeitet aber in Rheinland-Pfalz, gilt das Bildungsurlaubgesetz von Rheinland-Pfalz. Seminare, die in diesem Bundesland anerkannt sind, können als Bildungsurlaub in Anspruch genommen werden.

Wem steht Bildungsurlaub zu?

Bildungsurlaub steht jedem Arbeitnehmer zu. Dafür muss er aber in einem Bundesland arbeiten, das über ein Bildungsurlaubsgesetz verfügt. Da der Bildungsurlaub dazu dient, Arbeitnehmern die Möglichkeit zur Weiterbildung zu geben, besteht für Rentner, Hausfrauen und Studenten kein Anspruch auf diese Weiterbildungsmöglichkeit. Meistens sind auch Auszubildende von diesem Anspruch ausgenommen und in einigen Bundesländern steht Beamten kein Bildungsurlaub zu.

Den jeweiligen Gesetzen der Bundesländer ist zu entnehmen, ob es weitere Begrenzungen gibt. Zum Beispiel kann der Anspruch auf Bildungsurlaub von der Unternehmensgröße oder von der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses abhängen.

Kann der Arbeitgeber Seminare ablehnen?

Der Chef kann eine Fortbildung ablehnen, wenn in seinen Augen kein Mindestnutzen besteht. Nehmen wir als Beispiel einen Fransösischkurs in Paris, der im Bundesland XY anerkannt ist. Der Arbeitgeber sieht jedoch den Nutzen dieses Kurses nicht, denn die Mitarbeiterin benötigt diese Sprache für ihre beruflichen Aufgaben im Unternehmen nicht. Es besteht auch keine Aufstiegsmöglichkeit für die Mitarbeiterin aufgrund dieser Sprachkenntnisse. Da der Chef den Lohn während des Bildungsurlaubs weiterzahlen muss, hat er die Möglichkeit, Kurse abzulehnen.

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