News

Finanzierung von Weiterbildungen - so geht's!

Finanzierung von Weiterbildungen - so geht's!

Weiterbildung ist wichtig – um beruflich voranzukommen, sein Arbeitsumfeld zu verändern und/oder mehr Geld zu verdienen. Doch sie kostet Geld und viele Arbeitnehmer fragen sich, wie sie eine Fortbildung finanzieren sollen.

Mittlerweile haben einige Weiterbildungsanbieter zwar auch kostenfreie Themen oder zumindest Schnupperwochen im Angebot, doch spätestens wenn man auch ein Zertifikat oder nur eine Teilnahmebescheinigung möchte, muss man zahlen. Günstige Angebote z.B. von den Industrie- und Handelskammern oder den Volkshochschulen, gibt es bereits ab ca. 50 Euro für einen Kurs. Zertifikate gibt es hier in aller Regel jedoch nicht, Teilnahmebescheinigungen nur gelegentlich.
Dabei müssen Arbeitnehmer in den meisten Fällen gar nicht alleine die Kosten tragen, denn es bestehen verschiedene Möglichkeiten einer Förderung.

Günstige Weiterbildungen mit Tücken

Häufig handelt es sich bei günstigen Weiterbildungskursen um E-Learning-Kurse, also das selbständige Lernen am PC, i.d.R. durch Lernprogramme. Diese führen den Lernenden durch den Stoff und fragen am Ende jeder Lektion das erlernte Wissen ab. Eigenständig und eigenverantwortlich zu lernen liegt sicherlich aber nicht jedem. Zumal es sich immer öfter um so genanntes „Micro-learning“ handelt. Also das Antrainieren von Wissen, auf den Punkt genau – nichts überflüssiges, keine unnötigen Hintergrundinfos. Wissen – reduziert auf das nötigste –, um es mit möglichst geringem Zeitaufwand „aufsaugen“ zu können. Nicht jedem reicht das. Wie Gabi Reinmann im e-Denkarium sehr schön zusammenfasst: Manchmal braucht es den Zusammenhang, um Details zu verstehen. Das kann (und soll) das schnelle Lernen in kleinen Einheiten aber gar nicht bieten.

Doch auch betreute Weiterbildungskurse müssen nicht unbedingt sehr teuer sein: auch Volkshochschulen bieten für „kleines Geld“ Kurse an. Sprachkurse stehen bei den VHS ganz hoch im Kurs. Für unter 100 Euro sind hier Sprachkurse für Anfänger, aber auch für Fortgeschrittene zu finden. Allerdings muss man genau schauen, was man da kauft – vergleichbar sind die Angebote der einzelnen Volkshochschulen kaum, da sie schon von sehr grundlegend unterschiedlichen Stundenzahlen ausgehen.

Entschließt man sich, die hochqualifizierten und qualifizierenden Kurse der Fern(hoch)schulen belegen, liegt man jedoch bereits bei Preisen von bis zu 130 Euro monatlich, bei Kursdauern zwischen 2 Monaten und 2 Jahren. Dass sich das nicht jeder „mal eben so“ leisten kann, ist liegt auf der Hand.

Weiterbildungsfinanzierung - durch Förderung

Für alle, die nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, sich regelmäßig weiterzubilden oder eine ganz bestimmte, qualifizierte Weiterbildung wahrzunehmen, gibt es eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten.

1. Arbeitgeber um Kostenbeteiligung für die Weiterbildung fragen

Chefs sind durchaus bereit, eine Weiterbildung zum Teil oder komplett zu bezahlen, wenn sie den Nutzen für die Firma erkennen. Wird vom Mitarbeiter eine Weiterbildungsmaßnahme angestrebt, sollte er mit dem Arbeitgeber einen Gesprächstermin vereinbaren und vor diesem Termin Punkte notieren, mit denen der Chef überzeugt werden kann. Welche positiven Veränderungen ergeben sich durch den Abschluss dieser Weiterbildung? Welches Wissen wird erweitert und welche Kompetenzen werden mit der Fortbildung erworben?

Vor allem sollte dem Chef deutlich gemacht werden, dass man sich dem Unternehmen zugehörig fühlt und nicht nur für sich selbst lernen möchte, sondern sich ebenso für die Firma weiterqualifizieren möchte. Viele Arbeitgeber fürchten nämlich, dass sie ihren Mitarbeiter aufgrund der Weiterbildung und somit höheren Qualifikationen verlieren könnten.

Die Option, den Chef um Kostenbeteiligung zu fragen, entfällt selbstverständlich, wenn die Weiterbildung einem Jobwechsel dienen soll oder die Fortbildung dazu gedacht ist, sich selbstständig zu machen. Hier würde der Arbeitnehmer mit falschen Karten spielen und Fairness sollte stets auf beiden Seiten gelebt werden.

2. Finanzierungszuschüsse von Bund und Ländern

Der Staat bietet viele, verschiedene Zuschüsse an, die für unterschiedliche Personengruppen bestimmt sind:

➤ Mit der Bildungsprämie unterstützt der Staat Selbstständige und Arbeitnehmer, die maximal 20 000 Euro jährlich verdienen (bei Verheirateten maximal 40 000 Euro). Es wird die Hälfte der Kosten für eine Weiterbildung übernommen, wobei die Bildungsprämie höchstens 500 Euro beträgt. Der Kurs darf somit nicht teurer als tausend Euro sein. Dafür gilt dies jährlich neu. Wer also einen 8-monatigen Kurs an einer Fernschule bucht und hierfür 130 Euro pro Monat zahlen muss, bekommt von 1040 Euro immerhin fast die Hälfte erstattet, so dass die tatsächliche Belastung nur noch bei 67,50 Euro im Monat liegt. Natürlich immer noch viel Geld, aber es ist eine Investition in die eigene Zukunft und – das sollte man nicht unterschätzen – in das eigene Gehalt.

➤ Der Bildungsgutschein ist für Arbeitslose gedacht, wobei der Staat die gesamten Kosten einer Fortbildung trägt. Ebenso können Arbeitnehmer einen Bildungsgutschein erhalten, wenn der Arbeitsvertrag ausläuft oder wenn sie von einer Kündigung betroffen sind. Nun steht aber nicht jedem Arbeitssuchenden ein Bildungsgutschein zu. Die Bundesagentur für Arbeit bzw. der Arbeitvermittler trifft hier eine Ermessensentscheidung, d.h., er entscheidet in jedem Einzelfall darüber, ob mit der Weiterbildung die Chance auf einen Job erhöht wäre. Einen Rechtsanspruch gibt es also nicht – und in der Regel ist man in der Wahl der möglichen Kurse stark eingeschränkt, da diese nach bestimmten Vorgaben zertifiziert sein müssen.

➤ Das Programm namens „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftiger älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ – abgekürzt mit WeGebAU – fördert Geringqualifizierte, Arbeitnehmer in Firmen, die höchstens 250 Mitarbeiter beschäftigen und Beschäftigte, die vier Jahre oder länger nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Dabei trägt die Arbeitsagentur die kompletten Weiterbildungskosten oder beteiligt sich an den Kurskosten. Geringqualifizierten kann zudem ein Lohnkostenzuschuss bezahlt werden.

➤ Fachkräfte und Handwerker können ein Meister-BAföG beantragen. Dabei wird ein Darlehen vom Staat bis maximal 10 226 Euro gewährt und 30,3 Prozent der Weiterbildungskosten bezuschusst. Die restlichen Kosten werden dann mittels zinsgünstigem Darlehen finanziert. Nach bestandender Abschlussprüfung kann ein erneuter Antrag gestellt werden, damit 25 Prozent des restlichen Darlehens erlassen werden.

➤ Berufstätige, die ihre Berufsausbildung mindestens mit er Abschlussnote 1,9 bestanden haben und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen können, haben die Möglichkeit eines Aufstiegsstipendiums, wenn sie studieren möchten. Dabei handelt es sich nicht um ein Darlehen. Bei einem Vollzeitstudium kann der Studierende bis zu 670 Euro monatlich erhalten. Zusätzlich wird Büchergeld bis zu einer Höhe von 80 Euro bezahlt. Handelt es sich um ein berufsbegleitendes Studium, wird einmal jährlich 2000 Euro gezahlt.

➤ Das Weiterbildungsstipendium richtet sich an berufstätige Fachkräfte unter 25 Jahre, die entweder einen besonders guten Ausbildungsabschluss oder außergewöhnliche berufliche Leistungen vorweisen können. Dieses Stipendium wird für anspruchsvolle Fortbildungen bezahlt (zum Beispiel Hochschulstudium, Intensivsprachkurse und andere) und beträgt drei Jahre lang bis 2000 Euro jährlich. Der Stipendiat muss zehn Prozent Eigenanteil leisten.

3. Auch das Finanzamt bietet Zuschüsse an

Wurde die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen, können viele Kosten, die man selbst getragen hat, steuerlich geltend gemacht werden. Bei Arbeitnehmern werden die Ausgaben als Werbungskosten deklariert und bei Selbstständigen erkennt das Finanzamt solche Kosten als Betriebsausgaben an.

Folgende Ausgaben können mit dem Finanzamt bei der Steuerklärung abgerechnet werden:

  • Arbeitsmittel wie Schreibtisch, Büromaterial oder Fachliteratur
  • Arbeitszimmer im eigenen Zuhause
  • Fahrtkosten zur Bildungsstätte und zur Lerngemeinschaft
  • Eventuell Verpflegungskosten und Übernachtungskosten
  • Honorare und Gebühren für Vorträge, Nachhilfen, Kurse, Tagungen und anderes
  • Bildungsdarlehen

Auch der zweite Haushalt am Ort der Bildungsstätte kann steuerlich geltend gemacht werden.

Weiterführende Infos zum Thema:

Abendschule nach dem Job

Steuern sparen durch Weiterbildung

Fernstudium und Job - Doppelbelastung, die sich auszahlt

Bildungsurlaub:"Meditieren auf Malte" oder doch lieber den Kurs Projektmanagement buchen?

Gehaltsvergleich.com möchte dir in Zukunft neue Jobs direkt im Browser anzeigen.
Nein Danke
Alles klar