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Home-Office: Schon am Schreibtisch, während andere noch im Stau stehen

Wer im Home-Office arbeitet, ist häufig motivierter und zufriedener – so die Ergebnisse der Umfrage 2012 von TeamViewer. Eigene Bedürfnisse lassen sich mit der Arbeit im heimischen Büro besser organisieren. Besonders berufstätige Eltern oder Arbeitnehmer, die einen Angehörigen pflegen, profitieren von dieser Möglichkeit. Auch der Wunsch nach Work-Life-Balance kann mit der Arbeit von Zuhause aus erfüllt werden. Die Vorteile können sich aber auch für manche Menschen zum Nachteil entwickeln. Außerdem sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam Regeln aufstellen.

Home-Office – Ohne Regeln wird es problematisch

Lena S. freute sich auf die neue Möglichkeit von Zuhause aus arbeiten zu können und nur an einem Tag pro Woche in der Firma präsent sein zu müssen. Nun konnte sie Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen und außerdem konzentrierter arbeiten – so ihre Vorstellung. Schnell stellte sich heraus, dass Wunschvorstellung und Realität auseinander klafften. Zuhause musste sie öfter ihre Arbeit unterbrechen, da Familie und Bekannte immer wieder störten. Zudem wurden zuvor keine klaren Absprachen mit ihrem Arbeitgeber getroffen. Der Informationsaustausch zwischen Kollegen und Lena funktionierte nur mangelhaft, sodass es immer wieder zu Problemen kam.
Bietet der Arbeitgeber die Option des Home-Office an, sollte dies klar geregelt sein. Ohne Regeln kommt es oftmals zu Kommunikationsproblemen, sodass ein reibungsloser Arbeitsablauf unmöglich wird. Das andere Problem liegt bei jedem Arbeitnehmer, denn auch Zuhause müssen Regeln aufgestellt und die neue Situation organsiert werden. Sonst wandeln sich die Vorteile von Home-Office in Nachteile um.

Was muss ich beachten?

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Option geben, Vollzeit oder Teilzeit im Home-Office zu arbeiten, sollten Richtlinien aufgestellt haben. Ganz wichtig ist es, dass der Informationsaustausch geregelt ist. Dies lässt sich unter anderem mittels Videokonferenzen gewährleisten. Viele Heimarbeiter, die Vollzeit im Home-Office arbeiten, verlieren die Bindung zum Unternehmen. Es gibt keine kurze Unterhaltung im Pausenraum mehr und die sozialen Kontakte mit Kollegen fehlen komplett. Deshalb raten Experten zu einer Mischung aus Arbeitszeiten im heimischen Büro und Präsenztagen im Unternehmen.

Grundsätzlich sollten folgende Faktoren geregelt werden: Arbeitszeiten sollten generell geklärt werden, ansonsten lassen sich keine klaren Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben ziehen. Ebenfalls sollte geregelt sein, zu welchen bestimmten Zeiten der Heimarbeiter für Kunden, Kollegen oder Vorgesetze erreichbar sein muss. Man sollte schriftlich festlegen, wer für welche Kosten für Internetzugang, PC, Drucker und andere Arbeitsgeräte aufkommt. Werden Computer oder Smartphone vom Unternehmen gestellt, muss geregelt sein, ob diese Geräte auch für die private Nutzung zur Verfügung stehen.

Home-Office – nicht für jeden passend

Wer im heimischen Büro arbeiten möchte, muss jede Menge Selbstdisziplin und ein gutes Organisationstalent mitbringen. Zum einen verschwimmen schnell die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben und zum anderen kann der fehlende Zeitdruck zum Trödeln verführen. Folgend ein paar wichtige Punkte, die bei der Arbeit im Home-Office beachtet werden sollten:

Ungestört arbeiten – Klare Absprachen mit Familie und Freunden

Berufstätige im Home-Office können ein Lied davon singen, wie schwierig es anfangs ist, mit Familienmitgliedern und Freunden klare Absprachen zu halten. Mitmenschen gehen davon aus: Wer Zuhause ist, der hat auch Zeit. Da klingelt die Nachbarin, weil sie schnell den neusten Tratsch mitteilen möchte. Freunde stehen vor der Türe und wollen mal eben Kaffee trinken kommen. Ältere Kinder stürmen immer wieder ins heimische Büro, um mal kurz eine Frage zu stellen. Konzentriertes Arbeiten ist nur möglich, wenn Absprachen mit der Familie und den nächsten Mitmenschen getroffen werden. Es muss im Grunde einmal deutlich gemacht werden, dass man zwar Zuhause ist, aber dort im Büro arbeitet.

Feste Arbeitszeiten festlegen

Für sich selbst, aber auch für Familie und soziale Kontakte ist es sehr wichtig, feste Arbeitszeiten festzulegen und einzuhalten. Für Angestellte sind geregelte Arbeitszeiten unabdingbar, um für einen reibungslosen Informationsaustausch mit Kollegen und Vorgesetze zu garantieren. Doch auch Selbstständige sollten ihre Arbeitszeiten festlegen, denn ansonsten besteht das Risiko, immer trödeliger zu werden. Es steht kein Chef hinter einem, der kontrolliert, wann man anfängt zu arbeiten und wann man den Feierabend einläutet. Doch genau dies führt häufig dazu, morgens länger im Bett liegen zu bleiben und letztlich in Konflikt mit dem Familienleben oder anderen Verpflichtungen zu geraten. Feste Arbeitszeiten sind ebenso wichtig, um nicht ständig länger zu arbeiten, denn auch das ist ein Problem vieler im Home-Office arbeitenden Menschen.

Flexibel, aber diszipliniert sein

Die Arbeit im Home-Office lässt sich sehr flexibel gestalten und dadurch mit eigenen Bedürfnissen besser kombinieren. Damit effektiv gearbeitet werden kann, muss man sich selbst disziplinieren. Wie oben bereits erwähnt ist die Verführung groß, Arbeitszeiten einfach zu verschieben. Ein weiteres Problem entwickelt sich, wenn ständig in den Social Networks nach den neusten Posts geschaut wird oder privat im Internet gesurft wird. Facebook und Co. sind starke Störquellen, die Produktivität nur bedingt zulassen. Deshalb sollte man sich selbst die Regel aufstellen: Während der festgelegten Arbeitszeiten bleibt Facebook geschlossen und privates Surfen im Internet wird zum Tabu erklärt.

Trennung von Berufs- und Privatleben

Damit die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben nicht verschwimmen, sind zum einen feste Arbeitszeiten notwendig. Zum anderen sollte aber auch der Arbeitsbereich von den anderen Wohnbereichen abgeteilt sein. Nicht jeder hat die Möglichkeit ein eigenes Büro in seiner Wohnung einzurichten. In dem Fall sollte eine Ecke ausschließlich für die Arbeit zur Verfügung stehen. Abgrenzung von Beruf und Freizeit spielt sich auch im Kopf ab: Wer am Esstisch oder auf dem Sofa arbeitet, wird an diesen Plätzen nur schwer vom Berufsleben abschalten können.
Trennung von Privat- und Berufsleben bedeutet auch, nicht im Schlafanzug und im Bett zu arbeiten, sondern sich entsprechend anzuziehen und sich zu seinem Arbeitsplatz zu begeben.

Weiterführende Infos zum Thema:

Work Life Balance - Das Leben in Einklang bringen

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