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Ist Dir ein hohes Gehalt wirklich so wichtig?

Während in jungen Jahren häufig nach einem möglichst hohen Einkommen gestrebt wird, verändert sich der Fokus bei vielen Menschen im mittleren Alter. Das hohe Gehalt wird zur Nebensache und andere Dinge werden zunehmend wichtiger.
Das Haus ist gebaut, der Baum gepflanzt und die Kinder gehen bereits eigene Wege. Die Karriereleiter ist erklommen und das Gehalt entsprechend hoch. Viele Wünsche lassen sich damit erfüllen und der Lebensstandard hat sich im Laufe der Jahre gesteigert. Es fehlt nur etwas und das ist die innere Zufriedenheit, das Gefühl, rundum glücklich zu sein. Auf einmal kommen lang verdrängte Träume wieder ans Tageslicht und lassen sich nicht mehr so schnell beiseite schieben. Träume, die nicht viel mit Geld zu tun haben, sondern die sich um das Wesentliche im Leben drehen. Um welche wesentlichen Dinge es sich handelt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Generell gibt es aber Aussagen von Menschen, die im Sterben liegen und rückblickend auf ihr Leben schauen, die sich stets wiederholen. Bronnie Ware, eine australische Krankenschwester, die als Sterbebegleiterin arbeitet, hat in ihrem Buch die Dinge aufgezählt, die die meisten Sterbenden bereuen. Zum Beispiel würden viele mutiger sein und selbstbestimmt leben, statt den Erwartungen von anderen Menschen zu entsprechen. Auch wird häufig bereut, so viel gearbeitet zu haben und den Kontakt zu Freunden vernachlässigt zu haben. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein selbstbestimmtes und glückliches Leben erstrebenswert ist, sowie mehr Zeit mit Freunden und der Familie und weniger mit Arbeit zu verbringen.

Mehr Freizeit statt mehr Gehalt

Mit 40 hat man schon einige Berufsjahre hinter sich und ebenso erfahren, dass die materielle Welt nicht unbedingt zu mehr Glück beiträgt. Mit dem hohen Einkommen lässt sich vielleicht die zehnte Flugreise in die Karibik buchen, doch die Sinnfrage lässt sich kaum verdrängen, wenn sich überlegt wird, dass man seine größten Bedürfnisse in zwei Wochen Urlaub steckt. Den Rest des Jahres verbringt man gestresst, um mit dem hohen Gehalt Dinge zu kaufen, die immaterielle Wünsche ersetzen sollen. Die meisten Berufstätigen leben erst im Urlaub so richtig auf. In diesen wenigen Tagen können sie ihre Lebenszeit selbst gestalten und ihren Wünschen nachgehen. In jungen Jahren ist einem meistens gar nicht bewusst, wie wenig man tatsächlich lebt. Man ist der Meinung, dass die Karriere und das damit verbundene höhere Gehalt glücklicher und zufriedener macht. Mit dem Geld lässt sich das Traumhaus und der Traumwagen finanzieren und zunächst scheint es auch so, als würde Haus, Auto und andere materielle Dinge die Zufriedenheit erhöhen. Das hält aber nicht lange an, denn Glück lässt sich immer nur kurzfristig aus der Außenwelt herstellen. Die Lebensqualität nimmt dann zu, wenn innere Werte beachtet und gelebt werden.

Geld regiert...nicht das Glück

Jedem Menschen ist klar, dass Geld notwendig ist, um in der zivilisierten Welt zu überleben und sich einen gewissen Lebensstandard zu gönnen. Die Grundbedürfnisse müssen gestillt werden können und wer zu wenig Gehalt bekommt und dauernd jeden Cent drei Mal umdrehen muss, kann selbstverständlich nicht ruhig schlafen und entspannt leben. Ab einer bestimmten Gehaltshöhe steigert sich jedoch das Glücksempfinden nicht mehr automatisch mit der Einkommenserhöhung, wie Glücksforscher herausfanden. In Deutschland liegt diese Einkommensgrenze bei etwa 20 000 Euro netto jährlich. In der Regel freut man sich natürlich über eine Gehaltserhöhung, auch bei einem Nettoeinkommen von 20 000 Euro im Jahr. Diese Freude hält nur kurzfristig an und steigert nicht die Lebensfreude. Junge Beruftstätige sehen in einem hohen Gehalt eine Art Anerkennung, die sie vielleicht auf anderem Wege nicht erhalten. So wird dem Geld hinterher gelaufen und die Lebensqualität bleibt auf der Strecke. Irgendwann wird einem ein hohes Gehalt gleichgültig und man möchte wieder die Dinge ins Leben holen, die wertvoll sind, aber mit Geld nicht zu bezahlen sind.

Persönliches statt finanzielles Wachstum

Viele Menschen möchten ab dem vierzigsten Lebensjahr nicht mehr unbedingt und um jeden Preis den Inhalt ihrer Geldbörse wachsen lassen, sondern sind mehr an persönlichem Wachstum interessiert. Einige stellen alles auf den Kopf und möchten sozusagen von vorne anfangen. Bei den einen wird der Wunsch nach beruflicher Neuorientierung laut und bei den anderen melden sich Ziele, die längst vergessen schienen. Haben sich diese Bedürfnisse einmal ihren Weg ins Bewusstsein gebahnt, kann der Chef noch so sehr mit einer Gehaltserhöhung winken, diese Mitarbeiter werden sich davon nicht mehr von ihren Träumen abbringen lassen. Sie haben erkannt, dass echte Lebensfreude und wahre Lebensqualität nicht mit finanziellem Wachstum zu erreichen sind. Ebenso haben sie sie festgestellt, dass ein Hamsterrad nur von Innen nach Karriereleiter aussieht.

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