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Liebe am Arbeitsplatz – das Büro als Partnerbörse

Liebe am Arbeitsplatz – das Büro als Partnerbörse

Auch wenn mal wieder der Valentinstag, der von der Blumenindustrie erdachte offizielle Tag der Verliebten, ansteht – unser Thema ist ganzjährig aktuell. Denn Liebe kennt keine Hochsaison – auch nicht am Arbeitsplatz.

Dass Menschen sich am Arbeitsplatz verlieben, passiert recht häufig. Eigentlich wenig überraschend: Schließlich verbringen wir in vielen Fällen mit niemandem mehr Zeit, als mit unseren Kollegen. Da liegt es nahe und ist nur natürlich, dass sich der ein oder andere näherkommt, wenn er sich näher kennenlernt. Doch bei Büro-Beziehungen gilt es einige Dinge zu beachten, damit die Leichtigkeit der frischen Liebe auch unter erschwerten Bedingungen Bestand haben kann.

Zeit für Zahlen.

Liebesbeziehungen am Arbeitsplatz sind nach wie vor ein kontroverses Thema. So finden laut einer aktuellen Umfrage des Job-Portals Monster.de 46% der Befragten Deutschen eine Romanze am Arbeitsplatz (absolut) akzeptabel. Etwa ein Drittel ist hingegen der Meinung, dass dies am Arbeitsplatz nichts zu suchen habe. In Österreich hat man offenbar ein größeres Herz für die Liebe. Die Befragten aus der Alpenrepublik zeigten innerhalb der gleichen Umfrage mit insgesamt 73% eine deutlich höhere Akzeptanz von Partnerschaften im beruflichen Umfeld.

Und bei aller Uneinigkeit: Nach den neusten Erhebungen von statista haben mehr als die Hälfte aller Befragten in Deutschland sich mindestens einmal am Arbeitsplatz in einen Kollegen oder eine Kollegin verliebt – 13% der insgesamt 51% sogar bereits mehrfach. Lediglich 41% ist dies noch nie passiert. Bisher. Und selbst die dürften aller Wahrscheinlichkeit nach eine/n Betroffene/n in ihrem näheren Umfeld haben. Liebe am Arbeitsplatz gehört also ganz offensichtlich zum Alltag in (deutschen) Unternehmen.

Umfrage in Deutschland zur Liebe am Arbeitsplatz im Jahr 2016

Warum am Arbeitsplatz?

Durch die zahlreichen Stunden, die Arbeitskollegen miteinander verbringen, lernt man schnell einiges über den Charakter des Gegenüber: Welche Stärken und Schwächen hat die andere Person, wie geht sie mit Menschen und Aufgaben um, wie reagiert sie auf Stress oder Konflikte? Alles Dinge, die auch in einer Partnerschaft von Belang sind.

Gleiche oder zumindest ähnliche berufliche Interessen sorgen für Gesprächsstoff und zeigen erste Gemeinsamkeiten, zusammen erlebte Erfolgs- aber auch Frustrationserlebnisse beim gemeinsamen Arbeitgeber verbinden. Aus diesen anfänglichen beziehungsfördernden Elementen kann aber auch schnell ein Problem werden. Nämlich dann, wenn das Paar beruflichen Ärger mit nach Hause nimmt und die Arbeit zu viel Einfluss auf die private Beziehung nimmt. Und das ist bei weitem nicht die einzige Gefahr für die Liebe am Arbeitsplatz.

Was gegen eine Firmen-Liaison spricht. Oder: So verhält man sich richtig.

Eine zentrale Frage ist fast immer: Halten wir es geheim oder zeigen wir unsere Liebe ganz offen? Unser Tipp: Am Anfang erstmal abwarten, wie sich das Ganze entwickelt. Vielleicht bleibt es ja nur bei einer kurzen Affäre, deren Bekanntmachung nur Unruhe stiften würde. Doch spätestens nach ein paar Monaten, wenn sich beide Seiten sicher sind, dass es was Ernsteres ist, ist Ehrlichkeit Trumpf. Die Kollegen werden es sowieso merken – wenn sie es nicht längst schon wissen oder zumindest vermuten. Und Ungewissheit sowie Geheimniskrämerei geben immer Anlass zu Gerüchten und Getuschel.

Besonders schwierig wird die Situation, wenn die Beziehung zwischen Hierarchien entsteht, also der oder die Vorgesetzte eine Beziehung mit einem oder einer der Mitarbeiter/innen eingeht. Wenn hier ein Abhängigkeitsverhältnis besteht, wie zum Beispiel zwischen Ausbilder und Azubi, darf der Ranghöhere niemals seine Position ausnutzen. Aber auch sonst kann so eine Konstellation kompliziert werden. Die Führungsperson kann immer wieder in den Verdacht geraten, den oder die Partner/in zu bevorzugen. Eine Beförderung wird unter diesen Umständen immer für Unruhe sorgen – selbst wenn sie noch so gerechtfertigt ist. Dies kann sogar soweit führen, dass der/die eigene Partner/in (unbewusst) benachteiligt wird, nur um eben nicht in den Verdacht einer Bevorzugung zu geraten.

So, wie Arbeitsprobleme im Idealfall in der Firma bleiben sollten, gehören körperliche und verbale Zärtlichkeiten ins private Umfeld. Wer sich nicht daran hält und auch am Arbeitsplatz nicht voneinander lassen kann, muss mit Abmahnungen und bei dauerhafter Nichtbeachtung auch mit einer Kündigung rechnen. Schließlich stört dies die Arbeitsabläufe und lenkt von den beruflichen Aufgaben der beiden Turteltauben ab. Nur in diesen Fällen kann der Arbeitgeber offiziell gegen Liebesbeziehungen seiner Angestellten vorgehen. Richtlinien, die diese verbieten, sind rechtlich nicht haltbar. Denn Liebe ist grundsätzlich zunächst einmal Privatsache.

Schluss, aus, vorbei!

Sollte die Beziehung zwischen Arbeitskollegen in die Brüche gehen, wird es erst richtig kompliziert. Streitereien und Heularien gehören genau so wenig an den Arbeitsplatz, wie zuvor die Zärtlichkeiten. Unter diesen Umständen kann das tägliche Aufeinandertreffen mit dem Ex-Partner zum blanken Horror werden. Wer dem nicht gewachsen ist, sollte sich nach einem neuen Job umsehen oder, wenn möglich, um eine Versetzung bitten, so dass man nicht mehr täglich mit der einst geliebten Person konfrontiert wird.

Mit Blick auf dieses Schreckensszenario kann man wohl jene verstehen, die getreu dem Motto „Never f*** the Company“ eine Liebesbeziehung zu Kollegen von vornherein ausschließen. Das Problem ist nur: Letztendlich macht die Liebe eh was sie will.


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Quellen:
monster.de
statista.com
Frankfurter Rundschau
WDR
buerostuhl24.com

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