News

Nebenjobs, Mindestlohn und Kosten: Das erwartet uns 2015

Nebenjobs, Mindestlohn und Kosten: Das erwartet uns 2015

2015 wird es einige Änderungen geben, die zum Teil vorteilhaft für deutsche Bürger sind, aber zum Teil eher Nachteile darstellen. Unter anderem wird das Mindestlohngesetz in Kraft treten, wovon jedoch einige Personengruppen nicht profitieren.

Neue Regelungen im neuen Jahr

Folgende Änderungen wird es im Jahre 2015 geben:

  • Die Krankenversicherungsbeiträge sinken auf 14,6 Prozent. Allerdings ist Krankenkassen das Erheben von Zusatzbeiträgen erlaubt.
  • Auch die Beiträge der Rentenversicherung reduzieren sich, wenn auch mit 0,2 Prozent nur minimal.
  • Die Pflegeversicherung wird teurer: Die Beiträge erhöhen sich auf 2,35 Prozent und Kinderlose müssen 2,6 Prozent zahlen.
  • Der Freibetrag bei Pfändungen erhöht sich ab Juli 2015. Die Grenze liegt dann bei 1070 Euro, auf die Gläubiger nicht zugreifen dürfen.
  • Müssen Berufstätige Angehörige pflegen, steht ihnen eine Freistellung von zehn Tagen zu. Die Pflegeversicherung zahlt den Pflegenden während dieser Zeit rund neunzig Prozent des Nettogehalts. In Unternehmen mit über fünfzehn Beschäftigten besteht für die Mitarbeiter ein Anspruch auf Familienpflegezeit von 24 Monaten.
  • Das Elterngeld plus tritt ab 1. Juli 2015 in Kraft. Mütter und Väter können dadurch in Teilzeit arbeiten und eine finanzielle Unterstützung des Staates erhalten. Die Höhe des Elterngeldes ist dabei jedoch doppelt so hoch wie das Elterngeld plus. Der Zeitraum dieser Familienleistung ist aber doppelt so lang, nämlich 24 Monate. Arbeiten beide Elternteile in Teilzeit, kann das Elterngeld plus bis zu 28 Monate bezogen werden.
  • Eltern, die Elterngeld plus beziehen, können einen Teil der Elternzeit später nehmen und zwar bis zu 24 Monaten und das bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes.
  • Bei der Wohnungssuche mussten bisher Mieter die Maklerkosten tragen. Dies wird sich ab 2015 ändern, denn dann müssen diese Kosten von den Vermietern bezahlt werden.

  • 2015 tritt der Mindestlohn in Kraft

    Am 1. Januar 2015 tritt das Mindestlohngesetz in Kraft. Demnach steht Arbeitnehmern einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro brutto zu – außer den Arbeitnehmern, die von den Ausnahmeregelungen betroffen sind. Der Anspruch auf Mindestlohn ist dabei unabhängig von der Branche, Region und Qualifikation des Arbeitnehmers. Der Mindestlohn von 8,50 Euro steht also Arbeitnehmern auch dann zu, wenn sie beispielsweise keine abgeschlossene Berufsausbildung haben oder die Sprachkenntnisse als ungenügend bezeichnet werden können. Ebenso spielt das Herkunftsland eines Arbeitnehmers keine Rolle bei dem Mindestlohn. Eine Übergangsfrist wird es für bestehende Mindestlohn-Tarifverträge geben, die bis Ende des Jahres 2016 andauert.

    Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn – betroffen sind vor allem Nebenjobber

    Personen, die Nebenjobs ausüben, gehören zu den Ausnahmen des Mindestlohngesetzes. Vor allem Minderjährige, Langzeitarbeitslose und Zeitungsausträger sind von den Ausnahmeregelungen betroffen:

    • Jugendliche und Auszubildende unter 18 Jahren sind von der Mindestlohnregelung ausgenommen. Diese Ausnahmeregelung wurde damit begründet, dass ein Mindeststundenlohn von 8,50 Euro Minderjährige von einer Berufsausbildung abhalten könnte, da sie in einem Job, der mit dem Mindestlohn bezahlt wird, womöglich mehr verdienen, als in der Ausbildungszeit.
    • Generell müssen Auszubildende keinen Mindestlohn erhalten. Sie gehören somit grundsätzlich zu den Ausnahmen.
    • Von einer Übergangsregelgung sind die Zeitungsausträger betroffen. Hier geschieht die Einführung des Mindestlohnes bis 2017 stufenweise.
    • Langzeitarbeitslose müssen sich bei einer neuen Beschäftigung im ersten halben Jahr mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde zufrieden geben. Diese Regelung betrifft alle Personen, die länger als zwölf Monate arbeitslos sind.
    • Auch Praktikanten sind von der Ausnahmeregelung betroffen. Ihnen darf drei Monate lang weniger als 8,50 Euro pro Stunde bezahlt werden.
    • Minijobber sollten aufpassen, wenn sie bisher weniger als 8,50 Euro pro Stunde bekommen und monatlich 450 Euro verdienen. Wird der Stundenlohn angehoben, könnte es passieren, dass nun Sozialversicherungen bezahlt werden müssen. In dem Fall würden diese Minijobber weniger verdienen als vorher. Um dies zu verhindern sollte mit dem Arbeitgeber gesprochen werden, ob die Arbeitszeit reduziert werden kann, damit der Gesamtverdienst 450 Euro nicht überschreitet und dadurch der Job weiterhin sozialversicherungsfrei bleibt.

      Weiterführende Infos zum Thema:

      Bei der nächsten Gehaltserhöhung geht so das Finanzamt leer aus

      Gute Vorsätze für die Arbeit 2015