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So kann man sich den Chef “zurecht erziehen”!

Chefs sind auch nur Menschen und als solche sind manche Bosse schwierige Zeitgenossen – zumindest nach Ansicht der Mitarbeiter. Was tun, wenn der Chef mal wieder zig Aufträge auf den Schreibtisch geladen hat, ohne überhaupt nachzufragen, ob diese Zusatzarbeiten zu schaffen sind? Wie soll man reagieren, wenn der Boss ziemlich chaotisch agiert und regelmäßig Unordnung in die Teamarbeit bringt? Und was ist mit den Cholerikern unter den Chefs, die ihren Ärger nicht mit nach Hause nehmen, sondern ihn brüllend bei den Mitarbeitern abgeben?

Ist der Chef schwierig, wird der Gedanke nach einem Jobwechsel zwischendurch öfter sehr laut. Häufig muss aber gar nicht der Job gewechselt werden – wenn man die Kunst beherrscht, sich seinen Boss zu erziehen.

Chef unterstützen und Einfluss durch offene Gespräche nehmen

Es ist üblich, über den schwierigen Chef zu lästern und zu meckern, aber ändern wird sich dadurch nichts. Sinnvoller ist es, den Boss zu unterstützen und Einfluss auf das Geschehen zu nehmen, indem offen miteinander gesprochen wird. Es ist möglich, den Chef zu führen, ohne dass er sein Gesicht verliert und es ist möglich, Widerspruch einzulegen, ohne den Vorgesetzten zu blamieren.

Wie bei allem gilt auch hier: Das Maß entscheidet darüber, ob die Führung von unten nach oben erfolgreich und zufriedenstellend verläuft oder nicht. Wer sich mit allen Mitteln über den Chef stellen will, wird dafür sorgen, dass der Boss merkt, wie man ihn manipulieren will. Der Chef sollte das Gefühl behalten, dass er derjenige ist, der Entscheidungen trifft und lediglich von seinen Mitarbeitern über einige Dinge informiert wird.

Das bedeutet, dass beide Seiten von der „Erziehung“ profitieren sollten, denn schließlich geht es nur darum, dass der Chef erkennt, wo die Grenzen sind und dass konstruktiv an einem besseren Arbeitsablauf gearbeitet wird. Es geht nicht darum, den Boss bloßzustellen oder ihm aufzuzeigen, wie falsch oder ungerecht er handelt.

Beispiele für das „Zurechtbiegen“ des Chefs

Anhand einiger Beispiele kann erkannt werden, dass es durchaus möglich ist, seinen Chef zu erziehen und ihm Grenzen aufzuzeigen, ohne eine Art Feindschaft entstehen zu lassen:

Chef erteilt Aufträge, die für die Mitarbeiter sinnlos erscheinen

Chefs wissen nicht immer, wie viel Arbeitsaufwand notwendig ist, wenn sie einen Auftrag an die Mitarbeiter vergeben. Sie stecken nicht täglich im Arbeitsablauf drin und erkennen nicht, dass manche Aufträge mit zu viel Aufwand verbunden sind. Statt nun den Chef von oben herab eins auf den Deckel zu geben und ihm mitzuteilen, dass dieser Auftrag völlig sinnfrei ist, fragt man besser nach: Wie viel Zeitaufwand ist für diese Aufgabe gerechtfertigt und welche Ziele werden mit diesem Auftrag verfolgt? Dadurch unterstützt man seinen Chef darin, überlegter zu handeln und beim nächsten Mal die Mitarbeiter in neue Arbeitsprozesse einzubinden.

Auch Chefs mögen Lob und Anerkennung

Welcher Mensch wird nicht gerne gelobt und wer fühlt sich nicht besser, wenn seine Leistung anerkannt wird? Auch ein Boss freut sich über Anerkennung und Lob. Das muss nicht in Schleimerei enden, denn dies wäre ein bisschen zu viel des Guten. Mitarbeiter dürfen und sollten dem Chef aber ruhig sagen, wenn er eine Aufgabe gut gelöst hat. Wie bei jedem menschlichen Wesen wird ebenso der Boss motivierter sein, wenn er ein Feedback von seinem Team erhält.

Chef meckert über unordentlichen Schreibtisch seines Mitarbeiters

Während der Boss sein Büro pedantisch ordentlich hält, sieht der Schreibtisch seines Mitarbeiters aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Der Chef versucht täglich diesem Mitarbeiter Ordnung beizubringen. Manches Genie braucht aber Chaos, um kreativ sein zu können. Damit diese unterschiedlichen Arbeitsweisen nicht jeden Tag zu Streit und Vorwürfen führen, macht man dem Chef einmal deutlich, dass trotz scheinbarem Chaos Termine eingehalten werden und die Ergebnisse den Erwartungen des Bosses entsprechen. Also: Zum Chef gehen, ihm erklären, dass man selbst mit der Unordnung des Schreibtischs zurechtkommt, Termin für eine Aufgabe festlegen und nach Zielerreichung mit dem Boss erneut reden. Fatal wäre es nur dann, wenn der chaotische Mitarbeiter diesen Termin nicht einhalten kann, wenn er entgegen seinen Schwüren selbst nicht mit der Unordnung klar kommt.

Boss hält sich nicht an Zusagen

Es werden Aufgaben erteilt, Absprachen getroffen und letztlich weiß der Chef angeblich nichts mehr von seinen eigenen Zusagen. Werden Vereinbarungen getroffen, fasst man sie anschließend schriftlich zusammen und sendet dieses als Dokument dem Boss per Email zu. In der Mail kann darum gebeten werden, dass sich der Chef melden soll, wenn Unstimmigkeiten bestehen oder Änderungen vorgenommen werden. Die Mail wird abgespeichert und nun hält man etwas Schriftliches in der Hand, falls sich der Chef wieder nicht an Zusagen erinnert.

Chef überlädt regelmäßig seinen Mitarbeiter mit Zusatzaufgaben

Wieder einmal liegen neue Aufträge auf dem Schreibtisch, die einfach nicht zu schaffen sind. Damit das aufhört, wird der Chef einerseits über alle anliegenden Aufgaben informiert und andererseits wird er aufgefordert, Prioritäten zu setzen. Also: Alle Projekte auflisten, inklusiv der Zusatzaufgaben. Mit dieser Liste geht man zum Chef und bittet ihn freundlich darum zu markieren, welche Aufgaben sehr dringend, dringend und weniger dringend sind. Er trifft die Entscheidung, in welcher Reihenfolge vorgegangen wird und erkennt gleichzeitig, wie viel sein Mitarbeiter zu tun hat.

Der Umgang mit dem cholerischen Chef

Der Chef schreit seinem Mitarbeiter täglich seinen Frust entgegen. Auf der einen Seite kann einem ein solcher Boss Leid tun, auf der anderen Seite hat niemand auf diese Weise mit einem umzugehen. Brüllt der Chef wieder einmal herum: Tief einatmen, umdrehen, sich kurz entschuldigen und den Raum verlassen. Haben sich Chef und Mitarbeiter innerlich beruhigt, wird das Gespräch gesucht. Jetzt wird dem Boss deutlich, aber höflich mitgeteilt, dass man sich so nicht behandeln lässt und zukünftig nur dann bereit ist, ein Problem zu besprechen, wenn es sachlich diskutiert wird.

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