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Spielverderber im Team: Kollegen, die nicht mitlachen

Spielverderber im Team: Kollegen, die nicht mitlachen

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ – soll Otto Julius Bierbaum gesagt haben und Recht hatte er. Humor hilft in stressigen Situationen gelassener zu bleiben und Humor rückt Probleme ins hellere Licht, wo Lösungen schneller zu entdecken sind. Echter Humor kann ein Team mehr zusammenschweißen, denn gemeinsames Lachen funktioniert nur in guten Beziehungen. Lachen ist also gesund – wenn da nicht der miesepetrige Kollege wäre.

Mit Humor geht vieles leichter

Lachen ist gesund und dennoch lachen die meisten Erwachsenen viel zu selten. Im Job wird noch viel weniger gelacht und es scheint so, als gehöre der Humor in die Freizeit. Dabei werden unter anderem beim Lachen Endorphine ausgeschüttet. Diese vom Körper produzierten Morphine wirken schmerzlindernd und entspannend. Lachen wirkt sich somit auf die Stimmung aus und humorvolle Menschen strahlen Freundlichkeit und Fröhlichkeit aus. Man kann sich vorstellen, wie Humor das Betriebsklima beeinflusst und zudem für mehr Motivation sorgt.

Kritik lässt sich viel besser mit einer Prise Humor anbringen, denn dies nimmt die Härte aus dem Feedback und somit schwingt mit der Kritik gleichzeitig die Botschaft mit, dass Fehler menschlich sind und als Lernfelder angesehen werden dürfen.

Probleme werden kleiner, wenn sie mit Humor entschärft werden. Das macht den Kopf freier, um Lösungen zu finden. Ein Stück Heiterkeit kann Stress verkleinern und gemeinsames Lachen fördert das Zugehörigkeitsgefühl.

In den meisten Firmen der USA sind humorvolle Mitarbeiter willkommen, denn dort hat man schon vor längerer Zeit erkannt, dass Teams, in denen miteinander gelacht wird, kreativer und produktiver sind. In Deutschland wird an den wenigsten Arbeitsplätzen gelacht und wenn es doch einmal humorvoll zugeht, gibt es immer einen Kollegen oder Vorgesetzten, der zum Lachen in den Keller geht.

Von falschem Humor und zu viel Lacherei

Die positiven Auswirkungen von Humor passieren jedoch nur dann, wenn dabei stets auf die Wertschätzung der Mitmenschen geachtet wird. Echtes Lachen ist anders, als über jemanden zu lachen. Außerdem gilt: Wer über die Macken anderer lachen kann, sollte auch über sich selbst lachen können. Wer spottet, zeigt nicht unbedingt seine humorvolle Seite, sondern eher den Wunsch, mächtig zu sein und andere Menschen zu erniedrigen. Das sind dann die wenig selbstbewussten Menschen, die nur dann auf ihrem hohen Sockel bleiben können, wenn sie ihren Mitmenschen nicht auf Augenhöhe begegnen müssen.

Echter Humor ist also mit spottender Kritik nicht zu vergleichen und niemand muss über den zynischen Humor von Chefs oder Kollegen lachen. Falls sich der Vorgesetzte als Witzbold ansieht, indem er seine Mitarbeiter mit dieser Art von vermeintlichem Humor abwertet, darf man ruhig zurückschießen und sich auf humorvolle und auch ironische Weise für das Feedback bedanken.

Es gibt aber auch die Dauerlacher, die stets kichernd und lachend zu hören sind. Notorische Scherzkekse und Kollegen, die ständig lustige Sprüche klopfen, werden selten ernst genommen. Eine humorvolle Einlage kann zwar ein Meeting auflockern, sodass Ideen wieder besser fließen, doch ein Clown, der über sämtliche Kommentare und Themen seine Witze reißen muss, stört und nervt. Meistens wird mit der Dauerfröhlichkeit die eigene Unsicherheit überspielt. Das wissen und merken Kollegen und Vorgesetzte und somit ist der Pausenclown nur selten von Erfolg gekrönt.

Verbissen und ernst – der humorlose Kollege

Das Team arbeitet in lockerer und entspannter Atmosphäre und Humor gehört zum Joballtag. Nur ein Kollege hat sich selbst aus der Gemeinschaft ausgeschlossen: Wenn alle herzhaft lachen, steht er mit ernster Miene am Rande und arbeitet verbissen weiter. Nun ist es möglich, dass der ernste Kollege einen völlig anderen Humor hat und ihm gar nicht zum Lachen zumute ist. Es kann aber ebenso sein, dass er zum Ernst erzogen wurde und dieser Kollege gelernt hat, den natürlichen Reflex auf lustige Ereignisse, Anekdoten oder Bemerkungen zu unterdrücken. Lacht ein solcher Mensch trotzdem ab und zu, klingt das meistens wenig herzhaft.

Wer lacht, zeigt Gefühle und das fällt einigen Menschen schwer. Lachen lockert auf und offene Menschen haben in der Regel kein Problem damit, ihre Emotionen zum Ausdruck zu bringen. Humorvolle Menschen können sich so akzeptieren, wie sie sind und wissen somit auch, dass jeder Mensch unvollkommen ist. Da fällt es leicht, über eigene Fehler und Schwächen zu lachen und nicht alles verbissen und ernst zu sehen. Der humorlose Kollege wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht komplett annehmen können. Würde er seinem Lachreflex nachgeben, hätte er das Gefühl, sein Gesicht zu verlieren.

Da Lachen ansteckend wirkt besteht die Hoffnung, dass der verkrampfte Kollege eines Tages infiziert ist. Humorlose Kollegen stören nicht, solange sie anderen Menschen ihren Humor lassen. Beim Blick auf die ernste Miene des unlustigen Gesellen kann man höchstens an eine Aussage des französischen Schriftsteller Nicolas Chamfort denken: ‚Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat‘.

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