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Tipps, wenn die Redeangst den Karriereweg blockiert

Tipps, wenn die Redeangst den Karriereweg blockiert

Viele Menschen fühlen sich unsicher, wenn sie im Rampenlicht stehen. Im Rampenlicht zu stehen ist aber oftmals nicht zu vermeiden, wenn im Beruf die nächsten Karriereschritte folgen. Wer sich schwer damit tut Reden oder Vorträge zu halten, kann mit Hilfe eines Coachs lernen, das Lampenfieber zu akzeptieren und souverän aufzutreten.

Redeangst kann plötzlich auftreten

Lars M. ist eigentlich ein selbstbewusster Mensch, der es bereits in die Führungsetage geschafft hat. Der nächste Schritt auf seinem Karriereweg führt über ein Assessment-Center und dort bröckelte seine Souveränität: Bei der Selbstpräsentation wirkte Lars angespannt und verkrampft und letztlich konnte er nur noch stotternd reden.

Lars M. war es gewohnt mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden zu reden und trat dabei immer selbstbewusst und souverän auf. Ungewohnt war für ihn die Situation vor fremden Menschen zu sprechen, zumal er sich in einer Prüfungssituation befand, die das Lampenfieber zusätzlich steigerte.

Maike K. hatte keine Probleme damit, vor vielen Leuten zu reden und sie stand auch gerne im Mittelpunkt. Das änderte sich mit ihrer ersten PowerPoint-Präsentation, bei der die Zuschauer zunehmend gelangweilter wirkten. Vor der nächsten Präsentation wurde Maike sehr nervös, denn sie wollte nicht noch einmal erleben, dass ihre Zuhörer fast einschliefen. Mit diesen Angstgedanken im Hinterkopf war es nicht verwunderlich, dass auch diesmal die Aufmerksamkeit der Zuhörer nachließ.

Das Problem mit der Redeangst liegt zum einen in den bewussten oder unbewussten Gedanken und Überzeugungen und zum anderen im Umgang mit dem Lampenfieber.

Ursachen erkennen und Selbstpräsentation trainieren

Wenn man lernen möchte, souverän im Rampenlicht zu stehen, muss zunächst erkannt werden, welche Ursache zu Nervosität, Stottern oder anderen „Nebenwirkungen“ führen. Oft steht die Versagensangst hinter diesem Problem, die Angst, ausgelacht werden zu können oder Angst vor Ablehnung.

Meistens ist es nur schwer möglich, alleine die Ursachen zu finden. Lars holte sich Hilfe bei einem Coach, da er das nächste Assessment-Center erfolgreich verlassen möchte. Hierbei kam heraus, dass er zwar etwas Lampenfieber aufgrund der Prüfungssituation hatte, doch der Hauptgrund für seinen verkrampften Auftritt lag woanders: Er war der Meinung, dass er solch ein Assessment-Center überspringen könnte, da seine Erfolge für ihn und sein Können sprechen. Die Teilnahme sah er als überflüssig an und unbewusst verweigerte er sich. Mit dieser Erkenntnis konnte er gemeinsam mit dem Coach an der Selbstpräsentation üben.
Da bei Maike die Unsicherheit mit jeder neuen Präsentation wuchs, entschied auch sie sich für ein Coaching. Sie wollte lernen, wie sie ihr Publikum fesseln kann, sodass die Zuhörer konzentriert und aufmerksam bleiben.

Beim Training geht es darum, die Ursache zu erkennen, Gedanken und Überzeugungen zu verändern und schließlich Praxiserfahrungen zu bekommen. Lars bekam beispielsweise die Aufgabe, eine Geburtstagsrede zu halten, wobei er weder das Geburtstagskind noch die Gäste kannte. Der Coach hatte diesen Auftritt organisiert. Maike lernte, wie sie das Publikum in ihre PowerPoint Präsentationen einbinden konnte. Beide lernten wie wichtig es ist, dass die Körpersprache mit der verbalen Sprache übereinstimmt und das ist nur dann möglich, wenn man sich seiner inneren Haltung bewusst wird.

Tipps für den souveränen Auftritt im Rampenlicht

Jeder kann lernen, souverän aufzutreten und die Redeangst zu überwinden. Häufig hat diese Versagensangst mit einem geringen Selbstwertgefühl zu tun und dem Streben nach Perfektion. Das Selbstwertgefühl lässt sich nicht von heute auf morgen steigern und auch das Perfektionsstreben kann nur langsam abgebaut werden. Beides hängt jedoch damit zusammen, wie gut man sich selbst annehmen und akzeptieren kann. Es gibt keinen perfekten Menschen, denn jeder hat Schwächen und Macken. Ebenso kann man nicht von allen Mitmenschen gemocht werden. Ein Coach bietet Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung an, wobei der Erfolg des Coachings unter anderem davon abhängt, ob man bereit ist an sich zu arbeiten. Mit den folgenden Tipps wird es Schritt für Schritt möglich werden, selbstbewusst im Rampenlicht zu stehen:

Negative Gedanken gegen positive austauschen

Stoppen Sie Ihre negativen Gedanken und Vorstellungen. Sobald Sie merken, dass sich Ihre Gedankenwelt wieder um das dreht, das schieflaufen könnte, sagen Sie sich gedanklich ein „Stopp!!“, lächeln Sie und denken Sie bewusst positiv. Dies können Sie im Alltag üben, denn auch dann schwört man mit negativen Gedanken unangenehme Situation herauf – und zieht umgekehrt mit positiven Gedanken angenehme Situation und Menschen an. Mit der Zeit werden Sie immer schneller merken, dass Sie gerade wieder negativ denken und können die Gedanken umformen.

Lampenfieber akzeptieren, statt dagegen anzukämpfen

Jeder Schauspieler, jeder Sänger, jeder erfahrene Redner hat mit Lampenfieber zu tun. Die Kunst im Umgang mit dieser Nervosität besteht darin, sie anzunehmen und zu akzeptieren. Wer dagegen ankämpft, wird das Lampenfieber automatisch verstärken.

Vor dem Vortrag zur Ruhe kommen

Vor dem Auftritt sollte zumindest eine kurze Zeit eingeplant werden, in der Sie zur Ruhe kommen können. Kommt man gestresst und abgehetzt zum Termin und hat keine Zeit zu kontrollieren, ob die Technik funktioniert und die Unterlagen sortiert sind, sorgt man selbst für Voraussetzungen, die eine souveräne Präsentation oder Rede unmöglich machen.

Dem Publikum gegenüber ehrlich sein

Lampenfieber muss und sollte nicht vor dem Publikum versteckt werden. Besonders Anfänger sollten kurz ihre Aufregung äußern, denn das mindert den inneren Druck. Das Publikum würde sowieso merken, wenn man versucht, in eine souveräne Rolle zu schlüpfen, obwohl man aufgeregt ist. Steht man ehrlich zu seiner Nervosität, hat das Publikum Verständnis und ein ehrlicher Redner wirkt zudem viel sympathischer.

Sich körpersprachlich dem Publikum öffnen

Oft wird versucht, Nervosität und Unsicherheit zu verbergen, indem sich am Rednerpult förmlich festgekrallt wird und der Blick stur auf die Unterlagen gerichtet wird. Damit verschließt man sich dem Publikum und auf diese Weise gehaltene Reden fördern die Langeweile der Zuhörer. Besser wäre es sich dem Publikum zu öffnen, indem man das Pult verlässt und die Arme auf Hüfthöhe hält. Damit das funktioniert, kann man beispielsweise Karteikarten in die Hand nehmen.
Zum Publikum sollte immer wieder Blickkontakt aufgenommen werden. Ideal ist es, wenn die Zuhörer zwischendurch einbezogen werden, zum Beispiel mit Fragen, die das Publikum beantworten soll.

Vorbilder studieren

Eine gute Hilfe ist es, sich einmal gute und erfahrene Redner im Internet oder Fernsehen anzuschauen, deren Körpersprache und Gestik zu beobachten. Die guten Redner, die das Publikum fesseln und begeistern, sind auch diejenigen, die über sich selbst lachen können. Das Mikrofon kippt um, der rote Faden ging verloren – es wird mit Humor reagiert. Ein guter Redner steht zwar im Rampenlicht, aber er nimmt in diesen Momenten sein Publikum ernster als sich selbst.

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