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Viele Frauenberufe suchen Männer

Die Diskussion um die Frauenquote ist noch immer ein großes mediales Thema. Doch es gibt auch viele Berufe in denen händeringend Männer gesucht werden. Beispielsweise bei den Erziehern. Über 90 Prozent der Erzieher in Kindergärten, Horten und Tagesstätten sind weiblich. Ein ähnliches Bild bietet sich bei Arzthelfern, Altenpflegern sowie Grund-, Haupt- und Sonderschullehrern. Zwischen 75 und 90 Prozent der Beschäftigten in diesen Berufe sind weiblich.

In diesen Branchen verhält es sich genau anders herum, als in den typischen Männerberufen. Während Frauen es in so genannten Männerdomänen eher schwer haben, überhaupt rein zu kommen und sich zu behaupten, werden Frauenberufe aus Mangel an Interesse seltener von Männern ergriffen.

Dabei wäre es besonders für die Kinder allein erziehender Mütter wichtig, nicht nur von weiblichen Bezugspersonen in Kindergarten und Schule  betreut zu werden. Langfristig wünscht sich das Bundesfamilienministerium bei den Erziehern einen Männeranteil von 20 Prozent. Aktuell sehen die Zahlen jedoch anders aus. Zwar hat sich der Anteil in den letzten Jahren schon vergrößert, ist aber noch immer enorm klein. 2006 waren von 19.504 Erziehern 321 Männer. Vier Jahre später betrug die Gesamtzahl 25.584, die der Männer 837.

Einer der Gründe dafür, dass diese Berufe von Männern seltener ergriffen werden, ist beispielsweise der schlechte Verdienst. Zudem gibt es selten Aufstiegsmöglichkeiten. Der Mann, der heutzutage meist noch dem Bild des Ernährers entspricht, hat mit jenen Berufen selten die Chance, das Leben seiner Familie ausreichend zu finanzieren.

Die Abschaffung der Wehrpflicht und des verpflichtenden Zivildienstes könnte langfristig die Zahlen der männlichen Erzieher oder Pfleger erneut nach unten korrigieren. Nicht selten war es so, dass junge Männer aus dem Zivildienst heraus ihre Leidenschaft für einen solchen Beruf entdeckt haben und sich im Anschluss hier ausbilden ließen. Fällt der Zivildienst weg, so bricht auch den Einrichtungen der Nachwuchs weg. Dabei ist es für männliche Pflegebedürftige oft angenehmer, von Männern betreut zu werden.

Familienministerin Kristina Schröder gab zu der Debatte bekannt, dass ein Maßnahmenpaket, wie mehr Männer dazu bewegt werden können, Pflegeberufe zu ergreifen, derzeit ausgearbeitet und in den kommenden Tagen vorgestellt werde.

Quellen: Welt Online

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