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Wo Männer für die Familie auf die Karriere verzichten

Wo Männer für die Familie auf die Karriere verzichten

In Deutschland wird viel über Work-Life-Balance geredet. Doch die Ergebnisse einer Studie zeigen, dass lediglich elf Prozent der Männer in Deutschland auf Karriere verzichten würden, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Work-Life-Balance scheint sich somit nicht auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu beziehen.

Osteuropäische Männer legen Wert auf Familienleben, Deutsche auf berufliche Karriere

Deloitte ist ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen, das wissen wollte, wie sich die Karriere von Frauen der neuen EU-Beitrittsländer im Vergleich zu Deutschland entwickelt. Für die Studie befragte man Frauen und Männer der zehn neuen Beitrittsländer der EU, die in der mittleren oder oberen Führungsebene beschäftigt sind. Die Befragungsergebnisse wurden mit den Resultaten einer Befragung verglichen, die in Deutschland durchgeführt wurde.

Deutschlands Männer sind nicht besonders interessiert daran, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen: Nur elf Prozent gaben an, auf Karriere zu verzichten, wenn sie dafür mehr Zeit mit der Familie verbringen könnten.

In anderen Ländern sehen die Ergebnisse folgendermaßen aus:

  • Alle befragten Männer in Slowenien legen großen Wert auf Familienleben, denn niemand von diesen Männern war bereit, auf Familie zu verzichten, um Karriere machen zu können.
  • Auch in Ost- und Zentraleuropa stimmt die Mehrheit der Männer der Ansicht der Slowenen zu.
  • In Polen und Ungarn wären zwei Drittel der befragten Männer bereit kürzer zu treten, wenn die Frau Karriere machen möchte.

Und wie sieht der Ehrgeiz bei den Frauen aus?

Die Frauen in Deutschland sind ähnlich ehrgeizig, wie die Männer: Von den befragten Frauen würden nur 13 Prozent ihren Beruf aufgeben, um ihrem Mann eine Karriere zu ermöglichen. In Tschechien wären 82 Prozent der Frauen dazu bereit. Ähnlich wie in Tschechien sieht es in Slowenien, Lettland, Ungarn und Polen aus.

Gehaltsunterschiede Frauen und Männer

Die Studie beschäftigte sich zudem mit den Gehaltsunterschieden der Geschlechter:

  • In Deutschland verdienen Männer im Durchschnitt 22,4 Prozent mehr als Frauen
  • In der Slowakei beträgt der Gehaltsunterschied 21,5 Prozent und in Tschechien 22, 6 Prozent
  • In Ungarn verdienen die Männer 20,1 Prozent mehr als die Frauen
  • Der Gehaltsunterschied ist in Estland mit 30 Prozent am höchsten

Die niedrigsten Gehaltsunterschiede gibt es in Slowenien, wo die Männer lediglich 2,5 Prozent mehr als die Frauen verdienen. Auch Malta schneidet mit 6,1 Prozent noch gut ab und ebenso sind in Polen mit 6,4 Prozent die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männer nicht besonders hoch.

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