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Kaufmann / Kauffrau im E-Commerce – ein neuer Ausbildungsberuf mit Zukunft

Kaufmann / Kauffrau im E-Commerce – ein neuer Ausbildungsberuf mit Zukunft

Der Bedarf ist hoch und viele Betreiber von Online-Shops warten sehnsüchtig auf sie – Kaufleute, die speziell für den Internethandel ausgebildet sind. Das Warten hat nun bald ein Ende. Zum Ausbildungsjahr 2018/19 startet in Deutschland der neue Ausbildungsberuf „Kaufmann / Kauffrau im E-Commerce“.

Die Berufsaussichten für E-Commerce-Kaufleute sind hervorragend: Der Online-Handel boomt; das Wachstum ist etwa dreimal so hoch, wie das des gesamten Einzelhandels und wird wohl auch in Zukunft überproportional ansteigen. 2015 wurden gut 10% des deutschen Einzelhandelsumsatzes online erwirtschaftet und man rechnet damit, dass der Anteil sich bis 2020 auf 20% verdoppeln wird.

So war die Situation bisher

Die meisten Menschen, die aktuell im E-Commerce tätig sind, sind Quereinsteiger. Wer in den letzten Jahren mit eigenen Shops erfolgreich wurde oder für Unternehmen zusätzlich zum stationären Handel das Internet als weiteren Vertriebskanal erschlossen hat, hat sich vieles selbst beigebracht, sich ausprobiert, aus Fehlern gelernt und es dann besser gemacht. Erst seit wenigen Jahren gibt es vereinzelte Studiengänge, die gezielt für den Bereich E-Commerce ausbilden und auch schulische Weiterbildungen für Berufserfahrene existieren inzwischen.

Eine adäquate (kaufmännische) Ausbildung für Berufseinsteiger fehlte bislang allerdings komplett. Stattdessen bilden die Online-Händler bisher meist Kaufleute im Groß- und Einzelhandel, für Dialogmarketing, Marketingkommunikation und Büromanagement aus – auch wenn sie eigentlich jemanden bräuchten, der spezielles E-Commerce-Wissen hat. Die Ausbildungsordnungen der genannten Berufe sehen dieses aber entweder gar nicht oder nur am Rande vor. Mit dem E-Commerce-Kaufmann soll das nun anders werden.

So sieht der Ausbildungsgang aus

Auch wenn die Ausbildungsordnung noch nicht finalisiert ist, einige Inhalte und Rahmenbedingungen aus dem Konzept, das der Handelsverband Deutschland (HDE) in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und einzelnen Unternehmen entwickelt hat, dürften als gesetzt gelten. Die dreijährige, bundesweit angebotene Ausbildung ist grundsätzlich offen für alle Schulabschlüsse, richtet sich aber hauptsächlich an Absolventen mit Abitur und mittlerem Abschluss. Neben guten Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch sollte auch ein gesteigertes Interesse am Internet im Allgemeinen und Onlinehandel im Speziellen vorhanden sein.

Inhaltlich werden zu Beginn der Ausbildungszeit kaufmännische Grundlagen auf dem Lehrplan stehen, bevor dann spezifischere Themen wie Shopmanagement-Systeme, Kundendialog und -bindung, Retourenmanagement, Social Media, Bezahlsysteme oder rechtliche Aspekte des Onlinehandels ins Zentrum rücken.

So geht es bis zum Start des Ausbildungsganges weiter

Aktuell erarbeiten verschiedene Arbeitskreise in enger Abstimmung die offizielle Ausbildungsordnung, den Ausbildungsrahmenplan sowie den Rahmenplan für den Berufsschulunterricht. Sobald das zugehörige Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist, können Lehrmaterialien und Ausbildungsleitfäden entwickelt und produziert werden. Parallel werden die betreffenden Berufsschullehrer qualifiziert und die Berufsberater der Agentur für Arbeit über das neue Ausbildungsangebot informiert.

Wenn alles läuft, wie geplant, ist spätestens zum 1. August 2018 alles soweit vorbereitet, dass die ersten Azubis mit dem Berufsziel Kaufmann bzw. Kauffrau im E-Commerce an den Start gehen können. Die Branche freit sich bereits jetzt auf sie. Übrigens: Auch die Einführung eines Fachwirts für E-Commerce ist geplant. Somit wäre eine fachspezifische Weiterbildungsmöglichkeit gewährleistet, die für gute Aufstiegschancen sorgt.

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Quellen:
welt.de
www.aubi-plus.de
HDE

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