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Weihnachtsfeier-Knigge: 9 Tipps gegen den Karriereknick

Weihnachtsfeier-Knigge: 9 Tipps gegen den Karriereknick

Der Spekulatius liegt bereits seit Wochen in den Supermarktregalen, draußen sinken die Temperaturen und bis die Plätze der Stadt mit Glühweinständen belegt sind, ist auch nur noch eine Frage von Tagen – die Zeichen stehen also untrüglich auf Weihnachten. Das ist alljährlich auch die Zeit, in der die Unternehmensleitung wieder zur Weihnachtsfeier lädt – eine Veranstaltung, die dem einen oder anderen karrieretechnisch schon massiv geschadet hat. So hat laut einer weltweiten Umfrage des Jobportals Monster fast jeder Zehnte bereits berufliche Probleme nach einer Weihnachtsfeier bekommen, 4 % haben deswegen sogar ihren Job verloren.

Damit es so weit erst gar nicht kommt, beantworten wir hier neun Fragen rund ums Thema Weihnachtsfeier am Arbeitsplatz.

1. Muss ich zur Weihnachtsfeier?

Eine Weihnachtsfeier ist stets eine freiwillige Veranstaltung, selbst wenn sie während der Arbeitszeit stattfindet. In diesem Fall müssen allerdings alle, die der Feier fernbleiben, weiterarbeiten. Doch egal, ob in oder außerhalb der Arbeitszeit: Wer nicht zur Weihnachtsfeier geht, sollte sich vorher genau überlegen, was er damit - vielleicht auch unbewusst - kommuniziert. Denn bei Vorgesetzten und Mitarbeitern kann ein Fernbleiben durchaus als mangelndes Interesse am Unternehmen und an der Zusammenarbeit mit den Kollegen interpretiert werden. Wer im Urlaub oder krank ist oder anderweitige gute Gründe hat, sollte diese mitteilen und offiziell absagen.

2. Was ziehe ich an?

Wer unsicher ist, welche Garderobe für die Weihnachtsfeier angemessen ist, orientiert sich am besten am Dresscode, der für den ganz normalen Arbeitsalltag gilt. Wer in einer Bank in Anzug oder Kostüm arbeitet, sollte zur Weihnachtsfeier nicht plötzlich in Jeans und Sweatshirt erscheinen. Von Mitarbeitern einer Werbeagentur hingegen erwartet man in der Regel auch keinen Frack oder ein Abendkleid. Ausnahme: Der Arbeitgeber weist in der Einladung deutlich auf einen bestimmten Dresscode hin. Das kann z. B. dann der Fall sein, wenn die Weihnachtsfeier unter einem bestimmten Motto steht oder das Ganze in Form eines Gala-Dinners stattfindet.

3. Worauf muss ich beim Essen achten?

Wenn das Essen an den Platz gebracht wird, kommt man mit der Beachtung der üblichen Tischsitten in der Regel gut durch den Abend. Häufig gibt es auf Weihnachtsfeiern aber ein Buffet. Dann sollte man nicht unbedingt mit ausgefeilten Stapel- und Schicht-Künsten auf sich aufmerksam machen. Wer sich den Teller völlig überfüllt, könnte leicht als gierig und egoistisch wahrgenommen werden. Dann lieber mehrfach gehen und mit kleineren Portionen den Hunger in Etappen stillen. Dass man wartet, bis der Chef (also der Gastgeber) das Buffet eröffnet hat, sollte eigentlich selbstverständlich sein, das kennt man ja von Hochzeiten oder anderen Festivitäten nicht anders.

4. Wie viel Alkohol darf ich trinken?

Eins der heikelsten Themen im Kontext Weihnachtsfeier überhaupt! Schließlich entstehen viele der nachfolgend geschilderten Probleme erst oder zumindest verstärkt im Zusammenhang mit Alkohol. Für viele klingt das Ganze aber auch zu verlockend: einmal die Getränkekarte rauf und runter trinken, ohne dabei aufs Geld schauen zu müssen. Im Zusammenhang mit dem beruflichen Umfeld ist es aber besonders wichtig, seine eigenen Grenzen zu kennen und diese auch zu beachten. Wer ganz sichergehen möchte, dass er sich und sein Handeln noch unter Kontrolle hat, sollte von der persönlichen Grenze nochmal 50 % runterrechnen und Alkohol eher in Maßen statt in Massen zu sich nehmen sowie immer wieder mal ein Glas Wasser dazwischenschieben.

Übrigens: Alkoholkonsum ist nicht verpflichtend, auch wenn viele die Begriffe Weihnachtsfeier und Besäufnis anscheinend synonym verwenden.

5. Darf ich den Chef auf der Weihnachtsfeier duzen?

Generell gilt: Wer sonst gesiezt wird, wird auch auf der Weihnachtsfeier gesiezt. Auch wenn die Stimmung hier etwas gelöster sein mag, Sie befinden sich nach wie vor im beruflichen Umfeld. Anders sieht das Ganze aus, wenn der oder die Vorgesetzte Ihnen das Du anbietet. Dann dürfen Sie das natürlich auch annehmen. Ob die vertrauliche Ansprache allerdings nur aus einer Bierlaune heraus angeboten wurde und auch am nächsten Tag im nüchternen Zustand noch gilt, ist wiederum eine andere Sache. Wenn Sie geschickt sind, überlassen Sie dem Chef die erste persönliche Ansprache und orientieren sich anschließend daran, ob er Sie jetzt siezt oder duzt.

6. Welche Gesprächsthemen sind angemessen?

Bei der Weihnachtsfeier geht es immer auch darum, mal mit Kollegen in Kontakt zu kommen, mit denen Sie im beruflichen (oder auch privaten) Alltag nicht sowieso ständig zu tun haben. Das naheliegende Gesprächsthema, der Job, sollte dabei lediglich genutzt werden, um das Eis zu brechen, ansonsten aber wenn möglich außen vor bleiben. Ärger am Arbeitsplatz, Beschwerden über die Feier oder Lästereien über Kollegen vermeiden Sie dabei unbedingt! Ebenfalls völlig inakzeptabel: Im Suff dem Chef um den Hals fallen und eine Gehaltserhöhung fordern. Einen weniger erfolgversprechenden Ansatz werden Sie vermutlich nicht finden.

7. Sind Flirts im Kollegenkreis angebracht?

Sollten Sie in einer festen Partnerschaft sein und dennoch auf der Weihnachtsfeier fremdflirten, kann das nicht nur zu Problemen mit dem Partner führen, sondern auch einen schlechten Eindruck beim Chef hinterlassen. Möglicherweise könnte man aus Ihrer mangelnden Loyalität dem Partner gegenüber auch auf Ihre Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber schließen. Doch auch wenn Sie Single sind, sollten amouröse Angelegenheiten auf der beruflichen Weihnachtsfeier nicht über harmlose Flirts hinausgehen. Es sei denn, Sie und das Gegenüber haben beide kein Problem damit, in den folgenden Monaten das Tratsch-Thema Nummer 1 der gesamten Firma zu sein. Einseitiges penetrantes Anbaggern oder Antanzen sind selbstverständlich tabu und können nicht nur in Sachen Karriere zu Problemen führen.

8. Wie schaffe ich den Absprung?

Den einen richtigen Zeitpunkt, eine Weihnachtsfeier zu verlassen, gibt es nicht. Der hängt ganz von einem selbst ab. Wollen Sie los, weil Sie sich langweilen, sollten Sie nicht gleich nach dem Essen die Flucht ergreifen. Warten Sie zumindest noch eine Höflichkeits-Halbestunde und verabschieden Sie sich dann wenigstens von den direkten Kollegen und demjenigen, der eingeladen hat. Manchmal kann auch der Alkoholpegel ein Indiz für den richtigen Aufbruchszeitpunkt sein. Spätestens wenn Sie merken, dass Sie Ihrer Grenze nahe kommen und Gefahr laufen, die Kontrolle zu verlieren, treten Sie besser den Rückzug an. Dies gilt vor allem auch dann, wenn Sie am nächsten Tag wieder arbeiten müssen. Denn am Tag nach der Weihnachtsfeier verkatert zu Hause zu bleiben und sich krank zu melden, ist ein absolutes No-Go. Sie kennen den alten Spruch: „Wer feiern kann, kann auch arbeiten.“

9. Bin ich während der Weihnachtsfeier versichert?

Hat der Arbeitgeber offiziell eingeladen, sei es auch nur mündlich, sind Sie nicht nur während der Feier, sondern auch auf dem Weg dorthin und auf dem Heimweg versichert. Sollten Sie in dieser Zeit also einen Unfall haben, schützt Sie die gesetzliche Unfallversicherung. Aber Achtung: Starker Alkoholkonsum kann den Versicherungsschutz gefährden, wenn er der Auslöser für den Unfall ist oder dazu beigetragen hat. Und auch wenn es nach der offiziellen Feier noch im Kollegenkreis in einem privaten Rahmen weitergeht, greift der Versicherungsschutz nicht mehr.

Ist jetzt der Eindruck entstanden, so eine Weihnachtsfeier sei ein einziger Spießrutenlauf und an jeder Ecke lauern Gefahren? Dem ist natürlich nicht so. Mit etwas gesundem Menschenverstand lässt sich die Weihnachtsfeier nicht nur bestens überstehen, sie kann sogar auch für die berufliche Zukunft bereichernd sein. Trotz aller denkbaren, möglichen Stolperfallen ist das Wichtigste: Spaß haben nicht vergessen!

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Quellen:

Berliner Morgenpost
Bild.de
Deutscher Knigge-Rat
Focus.de
Monster.de
ZEIT Online
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