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Wenn’s läuft, dann läuft’s – Prämien-Ranking deutscher Arbeitgeber

Wenn’s läuft, dann läuft’s – Prämien-Ranking deutscher Arbeitgeber

„Hurra, der Frühling ist da!“ Neben der stetigen Zunahme an Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen gibt es für viele Arbeitnehmer noch einen ganz anderen Grund für diesen erfreuten Ausruf. Denn das Frühjahr ist die Zeit, zu der in vielen Firmen die Prämien für das vergangene Kalenderjahr bekanntgegeben und ausgezahlt werden.

Selbstverständlich kommen nicht in allen Firmen die Mitarbeiter in den Genuss dieser Bonuszahlungen. Besonders bei Automobilherstellern und in der Pharma- und Chemie-Industrie werden sie aber Jahr für Jahr finanziell am Erfolg des Arbeitgebers beteiligt. Übrigens: Wir sprechen hier nicht vom – häufig überdimensionierten – Management-Bonus für die obere Führungsriege, sondern von Prämien, die jeder feste Mitarbeiter, vom Pförtner bis zum Abteilungsleiter, von der Küchenkraft bis zum Ingenieur, bekommt.

Prämien in Deutschland: aktuelle Zahlen

Doch bei welchen Konzernen können sich die Mitarbeiter 2017 besonders auf die Auszahlung der Prämie freuen? In den letzten Tagen und Wochen haben viele Unternehmen ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 veröffentlicht und in diesem Zuge auch über die Höhe der Erfolgsprämie informiert. Die folgende Tabelle zeigt die Prämien ausgewählter Arbeitgeber. Ganz oben stehen – wenig überraschend – Autobauer aus dem Süden Deutschlands:

Prämienhöhen in Deutschland 2017 und 2016

Offensichtlich ist die Prämie nicht immer für alle Mitarbeiter gleich hoch, bei einigen Unternehmen errechnet sich die Höhe in Abhängigkeit zum Einkommen. Anders bei Porsche: Der Sport- und Geländewagenhersteller lässt die gesamte Kernbelegschaft in gleichem Maße am Rekordjahr 2016 teilhaben. Passend zum Rekordergebnis gibt es auch eine Rekordprämie – in der symbolträchtigen, an das Aushängeschild Porsche 911 angelehnten Höhe von 9.111 €. Bereits im letzten Jahr hatte Porsche mit 8.911 € eine Rekordsumme ausgezahlt.

Interessant: Während bei den Zuffenhausenern der Trend nach oben geht, befinden sich die Prämien bei den anderen deutschen Marken der VW-Gruppe seit einigen Jahren auf dem Weg nach unten. Der Grund ist klar: Der Abgasskandal sorgt bei VW seit 2015 mit all seinen Folgeerscheinungen für geringere Erträge und damit auch für sinkende Prämien. Bekamen VW-Mitarbeiter für 2014 noch 5.900 €, waren es für 2015 bereits ‚nur‘ noch 3.950 €. Aktuell ist die VW-Prämie für 2016 bei 2.905 € angelangt. Auch Audi ist betroffen und auch hier nehmen die Sonderzahlungen für die Mitarbeiter seit Bekanntwerden der Manipulationen die gleiche Entwicklung – sie sind rückläufig. Im Vergleich: Nach 6.540 € für 2014 gab es 2015 nur noch 5.420 €; in diesem Jahr bekommen die Mitarbeiter durchschnittlich 3.510 € für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 – trotz mehr verkaufter Autos als jemals zuvor.

Neben Porsche schreibt besonders ein weiterer Autobauer positive Schlagzeilen. Denn heimlicher Spitzenreiter der Tabelle ist vermutlich BMW. Da die Münchener in der Öffentlichkeit die Höhe ihrer Prämie stets anhand eines Facharbeiters der Entgeltgruppe 5 kommunizieren und die Prämie sich prozentual an der Höhe des Gehalts orientiert, dürfte die durchschnittliche Prämie aller festen BMW-Mitarbeiter bei über 10.000 € liegen. Im Schnitt gibt es dieses Jahr also fast das Doppelte wie bei Daimler – dem großen Konkurrenten aus Stuttgart

Kritik am System – wer vom Unternehmenserfolg nicht profitiert

Bei aller Freude innerhalb der Betriebe – ein Teil der am Unternehmenserfolg Beteiligten hat keinen Grund zum Jubeln. Denn Leiharbeiter (auch Zeitarbeiter genannt) profitieren nicht von den Prämien-Regelungen. Sie haben also direkt – oft durch die gleichen Tätigkeiten wie Festangestellte – zum Erfolg beigetragen, gehen finanziell aber leer aus. Ihre einzige Chance, ein Stück vom Kuchen abzubekommen: auf eine Übernahme hoffen und damit im nächsten Jahr selbst ein Festangestellter zu sein.

Übrigens: Auch bei den Arbeitnehmern der Zuliefer-Branche kommt der Erfolg der belieferten Automobilhersteller selten an. Hier sind Prämien deutlich niedriger oder erst gar nicht üblich.

Der Frühling macht also nicht nur bei der Verteilung der Sonnenstrahlen Unterschiede. Auch der Geldregen beglückt nicht alle Arbeitnehmer gleich – nicht einmal, wenn sie Seite an Seite gemeinsam im selben Unternehmen arbeiten.

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Quellen:
Bild.de
Handelsblatt
Hamburger Abendblatt
Zeit.de
Stuttgarter Nachrichten
W&V
Automobilwoche.de
t-online.de
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