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Motivation im Job – Mehr als nur gutes Geld!

Eigentlich sollte die „Maslowsche Bedürfnispyramide“ jedem Chef ein Begriff sein, denn treffender wurde die Frage nach Motivationsfaktoren in der Arbeitswelt bislang nicht beantwortet.

Das Modell Maslows beschreibt die Bedürfnisse von Menschen, nach denen sich der Antrieb für berufliches Engagement jedes Einzelnen richtet. Grundkenntnisse über diese Theorie könnten Führungskräften dabei helfen, ihre Mitarbeiter besser zu motivieren. Aber auch Arbeitnehmer können anhand der Bedürfnispyramide überprüfen, ob ihr Arbeitsplatz Wachstum fördert oder ob sich lieber nach einem anderen Job umgeschaut werden sollte.

Was ist die Theorie der Bedürfnispyramide nach Maslow?

Abraham Maslow war ein amerikanischer Psychologe, der 1943 Motivationsforschung betrieb. Dafür untersuchte er die wesentlichen menschlichen Bedürfnisse, die erfüllt sein müssen, damit ein Mensch motiviert handeln kann. Er wollte also wissen, was nötig ist, damit ein Mensch aktiv wird. Seine Bedürfnispyramide kann zum Verständnis der Motivation von Menschen beitragen. Diese Theorie ist zwar wissenschaftlich umstritten und dennoch lässt sich von dieser Pyramide ableiten, was für einen Menschen wesentlich ist und ab welcher Stufe Wachstum angestrebt wird. Maslows Überzeugung lautete, dass jeder Mensch Grundbedürfnisse hat, die er befriedigen möchte. Diese Bedürfnisse haben eine bestimmte Rangfolge, die Maslow nach Dringlichkeit eingestuft hat:

  • Stufe 1 - Physiologische Bedürfnisse
    Durst, Hunger, Schlafbedürfnis, Sex, Bewegung, Wärme
  • Stufe 2 – Sicherheitsbedürfnisse
    Schutz der Person und der Ressourcen, Geborgenheit, Eigentum, Moral/ Werte
  • Stufe 3 – Soziale Bedürfnisse
    Freundschaft, Beziehungen, Liebe, Gefühl der Zugehörigkeit
  • Stufe 4 – Wertschätzung
    Status, Anerkennung, Respekt
  • Stufe 5 – Selbstverwirklichung
    Persönlichkeitsentwicklung/ -entfaltung, Individualität, Glaube

Das Bedürfnis einer höheren Stufe wird erst dann angestrebt, wenn die Bedürfnisse unterer Stufen befriedigt sind. Maslow nannte die Bedürfnisse der Stufen 4 und 5 „Wachstumsbedürfnisse“. Das Gefühl eines erfüllten Lebens – oder auf das Berufsleben übertragen, eines erfüllten Jobs – entsteht dann, wenn alle Bedürfnisse beachtet werden. Maslow geht zwar davon aus, dass die Bedürfnisse der beiden oberen Ebenen nie komplett Befriedigung finden, doch wer sich im Berufsleben entwickeln und motiviert sein oder bleiben möchte, muss die Möglichkeit haben, alle Stufen erreichen zu können.

Maslowsche Bedürfnispyramide als Anhaltspunkt für Mitarbeiterführung

Wie lässt sich das Modell von Maslow von Führungskräften aufgreifen, um Mitarbeiter zu fördern und zu motivieren? Geht man Stufe für Stufe durch, wird deutlich, dass verschiedene Optionen für Mitarbeitermotivation bereitstehen:

  • Stufe 1 - Physiologische Bedürfnisse können mit einer ausreichenden Bezahlung und einem gesunden Arbeitsplatz befriedigt werden. Für Letzteres bieten sich unter anderem Regelungen für den Arbeitsschutz und für Pausen an.
  • Stufe 2 – Sicherheitsbedürfnisse lassen sich mit einem gesicherten Arbeitsplatz befriedigen. Hier steht natürlich der Trend der Zeitverträge im Weg. Außerdem sollten Unternehmen über eine Altersversorgung ihrer Mitarbeiter nachdenken.
  • Stufe 3 – Soziale Bedürfnisse lassen sich aufgreifen, indem Mitarbeitergespräche geführt werden. Führungskräfte sollten zeigen, dass sie an der beruflichen Weiterentwicklung aller Mitarbeiter interessiert sind. Eine offene Kommunikation sowie Arbeiten im Team tragen ebenfalls zur Erfüllung der sozialen Bedürfnisse bei.
  • Stufe 4 – Das Bedürfnis nach Wertschätzung lässt sich zum einen durch gerechte Bezahlung und zum anderen durch Lob seitens der Vorgesetzten erfüllen. Bonuszahlungen oder Auszeichnungen sind weitere Mittel, die Wertschätzung ausdrücken.
  • Stufe 5 – Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung lässt sich durch mehr Mitbestimmung der Mitarbeiter erfüllen. Kann sich der Mitarbeiter neuen Herausforderungen stellen, wird er stetig seine Fertigkeiten und Fähigkeiten erweitern können. Selbstverwirklichung bedeutet auch, Möglichkeiten für Work-Life-Balance zu bieten.

Jobsuche anhand der Bedürfnispyramide nach Maslow?

Anhand der Bedürfnispyramide könnten Jobsuchende ihren neuen Arbeitgeber auswählen. Werden im Unternehmen die Grundbedürfnisse der Mitarbeiter beachtet und erfüllt? Lassen sich die beiden oberen Stufen anstreben und somit Wachstumsbedürfnisse befriedigen? Die Maslowsche Bedürfnispyramide bietet sich dazu an, Fragen zu erstellen, die Bewerber im Vorstellungsgespräch stellen könnten.
Oftmals werden noch nicht einmal die Bedürfnisse der beiden unteren Stufen erfüllt. Mit einer zu geringen Bezahlung und einem befristeten Arbeitsvertrag lässt sich nur schwer motiviert an die Arbeit gehen. Hier sollten Unternehmen ansetzen, wenn sie engagierte, motivierte und zufriedene Mitarbeiter haben möchten, die dann eventuell aufgrund der guten Arbeitsbedingungen länger im Betrieb bleiben.

Das Modell erklärt aber auch, warum meistens erst in späteren Jahren über das Thema Berufung nachgedacht wird. Mit festem Arbeitsvertrag, geregeltem Einkommen und stabilem Umfeld lässt es sich entspannter über den weiteren beruflichen Werdegang nachdenken und eventuell neue Ziele umsetzen. Dies erklärt ebenso, warum manche Arbeitnehmer den Sprung in einen neuen Beruf nicht wagen: Sie sehen die Bedürfnisse der ersten drei Stufen als gefährdet an.

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