*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Fahrlehrer

Datenbasis: 82 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 1.811 € 2.440 € 3.669 €
Baden-Württemberg 1.993 € 2.685 € 4.037 € Jobs Fahrlehrer
Bayern 1.857 € 2.534 € 3.861 € Jobs Fahrlehrer
Berlin 1.522 € 2.051 € 3.084 € Jobs Fahrlehrer
Brandenburg 1.380 € 1.859 € 2.795 € Jobs Fahrlehrer
Bremen 1.740 € 2.345 € 3.526 € Jobs Fahrlehrer
Hamburg 1.921 € 2.588 € 3.892 € Jobs Fahrlehrer
Hessen 1.961 € 2.565 € 3.191 € Jobs Fahrlehrer
Mecklenburg-Vorpommern 1.332 € 1.794 € 2.698 € Jobs Fahrlehrer
Niedersachsen 1.854 € 2.033 € 2.315 € Jobs Fahrlehrer
Nordrhein-Westfalen 1.589 € 2.403 € 3.701 € Jobs Fahrlehrer
Rheinland-Pfalz 1.781 € 2.400 € 3.609 € Jobs Fahrlehrer
Saarland 1.740 € 2.344 € 3.525 € Jobs Fahrlehrer
Sachsen 1.393 € 1.877 € 2.822 € Jobs Fahrlehrer
Sachsen-Anhalt 1.365 € 1.839 € 2.765 € Jobs Fahrlehrer
Schleswig-Holstein 1.591 € 2.143 € 3.222 € Jobs Fahrlehrer
Thüringen 1.415 € 1.907 € 2.868 € Jobs Fahrlehrer

Fahrlehrer / Fahrlehrerin:

1. Gehalt

Vorfahrt, Halteverbot, Schulterblick – alles Dinge, die Fahrlehrer den meist jungen Fahranfängern Tag für Tag beibringen. Für viele ist das ein Traumberuf, doch wie sieht es eigentlich mit der Bezahlung aus? Sind Fahrlehrer in Sachen Gehalt auf der Überholspur oder eher in einer verkehrsberuhigten Zone? Hier erfahren Sie mehr dazu.

Deutschlandweit liegt das Durchschnittsgehalt eines Fahrlehrers bei 2.440 € brutto im Monat. Das entspricht einem durchschnittlichen Stundenlohn von 16,94 € bzw. einem Jahresgehalt von 29.280 €. Abweichungen von diesen Durchschnittswerten sind selbstverständlich möglich. So liegt das Einkommen von einem Viertel der Fahrlehrer unter 1.811 €, ein weiteres Viertel verdient aber auch mindestens 3.669 € im Monat. Die Grundlage für diese Angaben sind 82 Datensätze, die wir in den letzten Jahren erhoben und analysiert haben.

In den folgenden Abschnitten wird es darum gehen, welche Faktoren die Höhe des Lohns beeinflussen können.

Das Alter als Einflussfaktor

Nach abgeschlossener Weiterbildung zum Fahrlehrer erwartet Berufsanfänger ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 2.196 €. In den meisten Berufen gilt für die folgenden Jahre: Mit wachsender Erfahrung wächst auch das Einkommen. Für den Beruf des Fahrlehrers haben wir für die verschiedenen Altersstufen folgende Zahlen ermittelt:

  • 25 Jahre = 2.494 Euro brutto
  • 30 Jahre = 2.284 Euro brutto
  • 35 Jahre = 2.430 Euro brutto
  • 40 Jahre = 2.787 Euro brutto
  • 45 Jahre = 2.398 Euro brutto
  • 50 Jahre = 2.282 Euro brutto

Beim Beruf des Fahrlehrers sind die Werte offenbar sehr schwankend. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Z. B. erhalten viele Fahrlehrer kein Fixgehalt, sondern werden abhängig von der Anzahl der Theorie- oder Fahrstunden bezahlt, die sie geben. Neben der Auftragslage hängt der Verdienst in diesem Fall auch von den Preisen der Fahrstunden ab. Und diese richten sich nach Angebot (Anzahl der Fahrschulen in einer Region) und Nachfrage (Anzahl der Fahrschüler). Diese Faktoren sind jedoch völlig unabhängig vom Alter des Fahrlehrers. Hinzu kommt, dass Fahrlehrer mit einer gewissen Berufserfahrung sich häufig mit einer eigenen Fahrschule selbständig machen und damit kaum noch in unserer Statistik auftauchen.

Auffällig ist, dass im Gegensatz zu den meisten anderen Berufen Männer und Frauen nahezu gleich verdienen. So verdient ein Fahrlehrer im Schnitt 2.462 €, eine Fahrlehrerin kommt durchschnittlich auf 2.414 €. Fahrlehrerinnen sind insgesamt allerdings eher selten.

Einflussfaktor Arbeitgebergröße

In fast allen Berufen und Branchen gilt folgende Faustregel: Je mehr Mitarbeiter eine Firma hat, desto höher sind die Löhne und Gehälter die das Unternehmen zahlt. Hier finden Sie die Werte, für die Firmen unterschiedlicher Größe, die Fahrlehrer beschäftigen:

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.398 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 2.941 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 2.627 Euro brutto

Diese Zahlen zeigen zum einen, dass auch Fahrlehrer in mittelgroßen Unternehmen und großen Konzernen besser verdienen können. Zum anderen wird aber auch deutlich, dass diese Stellen sehr selten sind. Denn die meisten Fahrlehrer arbeiten nun einmal in klassischen Fahrschulen, die selten mehr als 10 Mitarbeiter haben. Die Nähe des Gesamtdurchschnitts von 2.440 € zum Durchschnitt der Firmen bis 500 Mitarbeiter unterstützt diese Einschätzung.

So beeinflusst der Standort den Verdienst

Neben der oben bereits erwähnten Bedeutung des Standorts des Arbeitgebers in Bezug auf die Menge der Konkurrenz-Fahrschulen und der möglichen Fahrschüler spielt der Standort auch in einem anderen Zusammenhang eine Rolle. Denn ganz generell ist die Region eines Arbeitsplatzes von Bedeutung. So verdienen Fahrlehrer in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg (2.685 €), Hessen oder Bayern deutlich mehr als z. B. in Mecklenburg-Vorpommern (1.794 €), Sachsen-Anhalt oder Brandenburg. Ein Grund dafür sind die regional unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten.

Sie möchten es noch genauer wissen?
Bei allen genannten Angaben zum Gehalt als Fahrlehrer bzw. Fahrlehrerin handelt es sich um Durchschnittswerte. Für genauere Informationen empfehlen wir unseren kostenlosen Gehaltscheck oder eine individuelle Gehaltsanalyse (zum Gehaltsvergleich).

2. Ausbildung / Weiterbildung

Der Beruf Fahrlehrer /-in ist bundeseinheitlich geregelt. Es ist eine berufliche Weiterbildung, die zwischen 5 Monaten und 1 Jahr andauert. Je nach Bildungsanbieter und vorliegender Fahrerlaubnisklasse schließen sich Aufbaumodule von 1 bis 12 Monate Dauer an. Um eine Weiterbildung zum/zur Fahrlehrer /-in zu machen, ist mindestens der Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung erforderlich. Außerdem muss die Grundfahrerlaubnis B, die Fahrerlaubnis der Klassen A, B und CE vorliegen. Zusätzlich ist eine entsprechende Fahrpraxis erforderlich. Damit angehende Fahrlehrer /-innen die Fahrerlaubnis der Klasse D schulen dürfen, müssen sie selbst im Besitz dieser Fahrerlaubnis sein.

Die Ausbildungsinhalte der Weiterbildung erstrecken sich auf viele verschiedene Punkte:

  • Straßenverkehrsregeln und Vorschriften
  • Aufbau von Kraftfahrzeugen: Motoren, Aggregate und unterschiedliche Antriebsarten,
  • Didaktik zur Planung von Fahrunterricht,
  • Gestaltung und Analyse von Fahrstunden,
  • Vermittlung rücksichtsvollen und verantwortungsvollen Fahrens,
  • Beobachtung des Fahrverhaltens von Fahrschülern,
  • Bedienung, Pflege und Wartung der Schulungsfahrzeuge,
  • Aufbauten und Anhänger sowie das Zusammenstellen von Gespannen,
  • Energieeinsparung bei Betrieb eines Kfz,
  • Fahrverhalten erklären und reflektieren,
  • vorschriftsmäßiges Fahren, umweltschonender Fahrstil und die Sicherheit der eigenen Fahrweise vervollkommnen,
  • Gliederung im Rechtssystem,
  • Fahrlehrergesetz,
  • Organisation im Fahrschulwesen.

Die Sachgebiete in der Theorie erstrecken sich im Wesentlichen auf die Bereiche Verkehrsverhalten (Fahrer, Fahrverhalten, Straßenverkehr) Recht, Technik, Umweltschutz und Fahren, ein großer Ausbildungsbereich beschäftigt sich mit der Verkehrspädagogik, und hier mit Zielen und Inhalten der Fahrschulausbildung in Theorie und Praxis.

Die Prüfung zum/zur Fahrlehrer /-in erfolgt dreigeteilt. Im 1. Teil wird eine fahrpraktische Prüfung durchgeführt. In diesem Rahmen muss der Prüfling nachweisen, dass er ein Kfz vorschriftsmäßig, sicher und umweltschonend fährt. Im 2. Teil steht die Fachkundeprüfung ab. Diese ist schriftlich zu absolvieren. Verkehrsrecht, Gefahrenlehre und Umweltschutz stehen genauso auf dem Prüfungsplan wie Verkehrspädagogik und Fahrzeugtechnik. Die mündliche Prüfung baut auf diesen Fachgebieten auf. Im 3. Modul ist eine Lehrprobe abzugeben. Das bedeutet, dass die Fähigkeit geprüft wird, Fahrschüler theoretisch und praktisch zu unterweisen.

3. Studium

Das Berufsbild eines Fahrlehrers/einer Fahrlehrerin gehört in den Bereich Erziehung, Aus- und Weiterbildung sowie in die Sparte der Berufe rund um Kfz und Straßenverkehr. Ein denkbarer Studiengang wäre deshalb die Verkehrsbetriebswirtschaft. Bei der Verkehrsbetriebswirtschaft handelt es sich um ein grundständiges Studienfach, das Wissen aus dem Bereich Betriebswirtschaft, Logistik und Volkswirtschaft weitergibt. Ein Studium der Verkehrsbetriebswirtschaft ist auch dual möglich. Der Studiengang wird unter anderem auch mit den Begriffen

  • Personen- und Verkehrsmanagement,
  • Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik oder
  • Verkehrswirtschaft

bezeichnet. Für das Studium benötigen Interessenten das Abitur. Vorkenntnisse in den Schulfächern Wirtschaft und Recht, Mathematik, Englisch und Informatik helfen dabei, ein erfolgreiches Studium zu absolvieren. Die Studieninhalte erstrecken sich auf diese Themenbereiche:

  • Rhetorik und Präsentation, Arbeitstechniken,
  • Buchführung und betriebliches Rechnungswesen,
  • Marketing, Organisation,
  • betriebliche Steuerlehre, Investitionsplanung, Statistik, Finanzierung,
  • Fremdsprachen,
  • Mikroökonomie,
  • Wirtschaftsprivatrecht,
  • Luftverkehr,
  • Mathematik,
  • Nahverkehr,
  • Verkehrsrecht,
  • Verkehrsbetriebswirtschaft,
  • Volkswirtschaftslehre,
  • Wirtschaftsinformatik.

In Abhängigkeit vom Studienort und Studienfach müssen Studenten Praxismodule einschieben. Dies erfolgt in der Regel in Verkehrsunternehmen oder aber in Betrieben, die eine Versand oder-Logistikabteilung haben.

Die Studiendauer beträgt 6-8 Semester und endet mit der Prüfung zum Bachelor. Im Anschluss daran können Absolventen, die in die Führungsetage einsteigen wollen, ein Masterstudium der Verkehrsbetriebswirtschaft, im Luftverkehrsmanagement, Logistik oder im Supply-Chain-Management anschließen. Andernfalls wechseln sie in die freie Wirtschaft und übernehmen Aufgaben zur Steuerung von Verkehrsbetrieben, im Lager oder in der Materialwirtschaft, sind in der Logistik oder im Management sowie der Unternehmensführung tätig. Nicht selten machen sich Absolventen des Studiengangs Verkehrsbetriebswirtschaft als Unternehmensberater selbstständig.

Als Studienalternativen bieten sich andere Fächer aus dem Bereich Management und Unternehmensführung an. Dazu gehört unter anderem Verkehrsmanagement, internationale Wirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Logistik und Supply-Chain-Management. Allen Studiengängen ist gemeinsam, dass die Studenten grundlegende Kenntnisse der Betriebswirtschaft aufnehmen, unternehmerische Entscheidungen planen, organisieren, berechnen und in die Tat umsetzen.

4. Tätigkeit

Fahrlehrer sind staatlich anerkannte Lehrkräfte, deren Anforderungsprofil vielfältig ist. Sie müssen theoretisches Wissen vermitteln, praktischen Fahrunterricht erteilen und Verwaltungs- sowie Organisationsaufgaben erledigen. Zu letzteren gehören das Aufzeichnen der Fahrstunden und des Unterrichts, die Organisation von Terminen, die Abrechnung sowie das Veranlassen von Fahrzeugwartungen.

Im praktischen Fahrunterricht vermitteln Fahrlehrer /-innen Lenken, Kuppeln und Schalten, üben mit ihren Schülern auf nicht zu stark befahrenen Straßen und bringen ihnen bei, ihre Fahrweise den Verkehrsverhältnissen anzupassen. Zudem dokumentieren sie die Lernfortschritte und berücksichtigen dabei die individuellen Schwächen der Fahrschüler. Erst wenn Fahrlehrer davon überzeugt sind, dass die Kenntnisse und Fähigkeiten ausreichend sind, meldet sie ihren Fahrschüler zur Prüfung an.

In der theoretischen Ausbildung vermitteln die Berufsangehörigen Unterrichtsstoff gemäß Fahrschüler-Ausbilderverordnung methodisch und didaktisch aufbereitet. Sie lehren ihre Schüler alle notwendigen Informationen zur Fahrerlaubnis, zur Zulassungspflicht bei Kraftfahrzeugen und Anhängern. Außerdem vermitteln sie die Vorschriften über das Verhalten im Straßenverkehr und über den Betrieb eines Fahrzeugs. Fahrlehrer /-innen klären Fahrschüler über defensive Fahrweisen und die Gefahren im Straßenverkehr auf. Sie besprechen und korrigieren Testfragebögen und schulen Bewerber und Bewerberinnen nach, die durch eine Fahrprüfung gefallen sind.