*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Kreditanalyst

Datenbasis: 209 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 3.328 € 4.801 € 7.014 €
Baden-Württemberg 2.705 € 4.801 € 6.712 € Jobs Kreditanalyst
Bayern 3.702 € 5.159 € 7.234 € Jobs Kreditanalyst
Berlin 2.516 € 4.448 € 6.603 € Jobs Kreditanalyst
Brandenburg 2.535 € 3.657 € 5.343 € Jobs Kreditanalyst
Bremen 3.198 € 4.613 € 6.739 € Jobs Kreditanalyst
Hamburg 3.051 € 5.842 € 7.728 € Jobs Kreditanalyst
Hessen 3.406 € 4.901 € 8.503 € Jobs Kreditanalyst
Mecklenburg-Vorpommern 2.446 € 3.529 € 5.156 € Jobs Kreditanalyst
Niedersachsen 3.117 € 4.877 € 7.837 € Jobs Kreditanalyst
Nordrhein-Westfalen 3.326 € 4.557 € 6.998 € Jobs Kreditanalyst
Rheinland-Pfalz 3.916 € 4.309 € 4.905 € Jobs Kreditanalyst
Saarland 3.276 € 4.726 € 6.904 € Jobs Kreditanalyst
Sachsen 2.560 € 3.693 € 5.395 € Jobs Kreditanalyst
Sachsen-Anhalt 2.509 € 3.619 € 5.287 € Jobs Kreditanalyst
Schleswig-Holstein 2.922 € 4.216 € 6.159 € Jobs Kreditanalyst
Thüringen 2.601 € 3.752 € 5.481 € Jobs Kreditanalyst

Kreditanalyst / Kreditanalystin:

1. Gehalt

Als Kreditanalyst liegt das deutschlandweite Gehalt bei 4.801 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 209 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 3.328 € beginnen, Kreditanalysten in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 7.014 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 4.216 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 4.801 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Kreditanalyst in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 3.906 Euro brutto
  • 30 Jahre = 4.443 Euro brutto
  • 35 Jahre = 4.780 Euro brutto
  • 40 Jahre = 4.880 Euro brutto
  • 45 Jahre = 5.272 Euro brutto
  • 50 Jahre = 5.424 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 4.345 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 4.577 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 5.465 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

In der Regel wird man nach einem betriebswirtschaftlichen Studium zum /zur Kreditanalyst /-in. Der Weg in den Beruf über eine Ausbildung ist war auch möglich, aber langwieriger.

Eine Möglichkeit besteht in der Ausbildung zum /zur Bankkaufmann /-frau. Während dieser dreijährigen Ausbildung erlangen die Auszubildenden Grundlagenwissen zu den Themen Kontoführung, Zahlungsverkehr, Rechnungswesen, Steuern, aber auch Geld- und Vermögensanlagen sowie zum Kreditgeschäft. Bereits im zweiten Lehrjahr lernen sie Privatkredite kennen. Im dritten Jahr der Ausbildung stehen dann auch Baufinanzierungen, Firmenkredite und Unternehmensleistungen auf dem Stundenplan. So wird in der Ausbildung zum /zur Bankkaufmann /-frau der Grundstein für eine mögliche spätere Zukunft als Kreditanalyst /-in gelegt.

Nach einer Banklehre kann es an die Universität gehen – oder in eine Weiterbildungsmaßnahme. Als Weiterbildung bietet sich die Prüfung zur Bankfachwirt /-in an. Hierbei werden die in der Ausbildung erlangten Inhalte wie Bankbetriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Recht vertieft und zusätzlich Kenntnisse im Privat-, Immobilien- oder Firmenkundengeschäft vermittelt. Die Weiterbildung dauert meist zwei bis zweieinhalb Jahre. Auch nach dieser Weiterbildung steht der /die Absolvent /-in wieder vor der Wahl, zu arbeiten, eine Hochschule zu besuchen oder eine Weiterbildung zum Bankbetriebswirt /-in zu absolvieren.

Dieser Werdegang ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Ausbildungsalternativen sind beispielsweise die Ausbildung zum /zur Finanzassistent /-in oder zum Investmentfondskaufmann /-frau. Weiterbildungsalternativen sind beispielsweise die Weiterbildung zum / zur Fachwirt /-in mit dem Schwerpunkt Investment. Auch gibt es eine Weiterbildung zum /zur Fachberater /-in für Finanzdienstleistungen.

Wer immer im selben Unternehmen tätig ist, für den besteht auch die Möglichkeit, mithilfe einer betriebsinternen Weiterbildung auf die Position des /der Kreditanalysten /-in aufzusteigen. Doch im Bereich der Aus- und Weiterbildung ist die Chance auf diese Position weniger realistisch, als nach einem betriebswirtschaftlichen Studium.

3. Studium

Betriebswirtschaftslehre studieren viele, die später in der Wirtschaft arbeiten möchte und dort einen möglichst hohen Posten anstreben, ohne sich jedoch schon während der Studienzeit auf eine Branche festzulegen. Wer seine Zukunft schon immer im Bereich der Finanzen- und Bankenwelt gesehen hat, der kann sich allerdings auch gleich spezialisieren und sich für ein grundständiges Studium der Bank- und Finanzdienstleistungen entscheiden. Mögliche Studiengänge sind hierbei: Finanzdienstleistungen, Finanzmanagement, Banking and Finance, Finanz- und Anlagemanagement, Finanzwirtschaft, Vermögenswirtschaft, Management and Financial Markets, Management und Vertrieb, Wirtschaft mit Schwerpunkt Bankwirtschaft.

Auf dem Stundenplan stehen dabei die folgenden Themen:

  • Anlagen, Bankrisikosteuerung, Kredit- /Auslandsgeschäft, Vertrieb von Finanzdienstleistungsprodukten
  • Financial Planning, Geschäftspolitik, Integriertes Management
  • Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsrecht
  • mögliche Wahlmodule: Firmenkundengeschäft, Interkulturelles Management, Privatkundengeschäft, Verhaltensökonomik, Gesamtbanksteuerung, Kapitalanlagen, Vertriebsmanagement

Auch in dieser Branche gibt es immer mehr Angebote von Dualen Studiengängen, in denen an der Dualen Hochschule die Inhalte des Bachelorstudiengangs Bank und Finanzdienstleistungen vermittelt werden. Die Praxis erinnert an die Ausbildung zum /zur Bankkaufmann /-frau, zum /zur kaufmännischen Assistent /-in sowie zum /zur Wirtschaftsassistent /-in mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft. Neben der engen Verzahnung von Theorie und Praxis, was ein großer Vorteil des Dualen Studiums ist, wird auch bereits während des Studiums enge Bande zum Unternehmen geknüpft. Eine Übernahme kann durchaus realistisch sein und ist oft einfacher als Universitätsabsolvent den Sprung in die Berufstätigkeit zu schaffen.

Branchenähnliche Studiengänge gibt es übrigens zuhauf. Angeboten wird beispielsweise Versicherungsbetriebswirtschaft, Finanz- und Rechnungswesen mit Schwerpunkt Controlling, Steuern, Unternehmensführung, Unternehmensberatung, Wirtschaftswissenschaften oder Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Business Administration.

Ebenso steht den Absolventen eines Bachelorstudiums die Möglichkeit offen, ein weiterführendes Studium zu absolvieren. Dies kann beispielsweise im Bereich Risikomanagement erfolgen, aber auch zu den anderen branchenähnlichen Studiengängen gibt es Master-Studiengänge, die in die Position als Kreditanalyst /-in führen können.

4. Tätigkeit

Ein Kreditanalyst / eine Kreditanalystin hat die Aufgabe, die Kreditwürdigkeit von größeren oder kleineren Unternehmen zu berechnen, zu prüfen und zu kontrollieren. Dazu muss eine Vielzahl von Analyse-Techniken beherrscht werden. Kreditanalysten nehmen Verhältnis -und Trendanalysen vor, erstellen Prognosen und analysieren die Zahlungsströme.

Sie sind für die Vorbereitung, die Freigabe und die Umsetzung von Kreditanträgen verantwortlich. Dazu müssen sie die Sicherheiten eines Unternehmens prüfen und die Geschichte seiner Kreditanträge. Gleichermaßen wichtig ist es, bei einer Kreditanalyse auch die Fähigkeiten des Managements zu analysieren. Deshalb sollte ein Kreditanalyst /eine Kreditanalystin neben Kompetenzen auf wirtschaftlichem Gebiet und in der Mathematik auch ein Gefühl für psychologische und sozialwissenschaftliche Aspekte mitbringen.

Kreditanalysten haben einen sehr verantwortungsvollen Beruf, denn sie entscheiden letztlich, dass große Geldsummen zumindest vorübergehend nicht verfügbar sind und einem Dritten mit einem gewissen Risiko zur Verfügung gestellt werden. Letztlich prüft er nicht nur die Zahlenwelt rund um den Antragsteller – also wie es beispielsweise um das Unternehmen finanziell bestellt ist – sondern muss auch die Zahlungsmoral des Antragsstellers versuchen abzuschätzen. Berufsangehörige haben einen vergleichsweise sicheren Job, denn Kreditanträge werden immer häufiger gestellt. Gleichzeitig wachsen auch die Fälle, in denen Kredite nicht zurückgezahlt werden können.

Der Beruf kann von Personen ausgeübt werden, die zumindest ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaftslehre mit Bachelorabschluss erfolgreich absolviert haben. Kreditanalysten arbeiten oft für ein bestimmtes Unternehmen, können aber auch als freie Unternehmer oder für eine Unternehmensberatungsfirma tätig sein. Heute stellen die wirtschaftlichen Unternehmen selbst gern ihre eigenen Kreditanalysten ein.

Ihr Einstiegsgehalt entspricht etwa dem Gehalt eines Volkswirtschaftlers oder Betriebswirtes in freien Unternehmen.

Zusammenfassung: Tätigkeiten als Kreditanalyst /-in

  • analysieren, prüfen, beurteilen Anträge, Sicherheiten und Bonitäten.
  • kontrollieren Zahlungseingänge und laufende Verpflichtungen.
  • bewerten Unternehmen und schätzen das Risiko ein.
  • arbeiten Kreditvorlagen aus.
  • entscheiden selbstständig im Rahmen ihrer Handlungsempfehlung /Freigabekompetenz.
  • erstellen Verträge zu Krediten, Darlehen und Sicherheiten
  • überwachen den Kreditverlauf und dokumentieren diesen.