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Der neue Hausarzt: Anstellung und gutes Gehalt!

Der neue Hausarzt: Anstellung und gutes Gehalt!

Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung hochrechnete, schließen in den nächsten Jahren die Praxen von über 50.000 Ärzten. Nachwuchs ist kaum zu bekommen, denn die Jüngeren möchten nicht aufs Land ziehen und die Aufgaben eines Hausarztes übernehmen. Schon heute besteht ein Mangel an Landarztpraxen, sodass die Einwohner vieler Dörfer lange und umständliche Wege in Kauf nehmen müssen, wenn sie ärztliche Hilfe benötigen.

Landarzt – eigentlich ein Beruf mit guten Zukunftsaussichten

Da viele Landärzte kurz vor dem Rentenalter stehen, wird es in sehr naher Zukunft große Lücken in ländlichen Gegenden mit der ärztlichen Versorgung geben. Es gibt nicht genug Nachfolger, obwohl dieser Beruf gute Zukunftsaussichten hat. Hausarzt wollen die wenigstens jungen Ärzte werden, denn das Gehalt ist in Kliniken höher. Zudem scheuen viele Mediziner das finanzielle Risiko einer Selbstständigkeit.

Da die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin sehr umfangreich ist, liegt das Durchschnittsalter der Hausärzte, die nach ihrer Prüfung für eine Niederlassung berechtigt sind, bei 38 Jahren. Nun ist es normalerweise nicht so einfach, sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen. Für jeden Kreis und jede Stadt gibt es eine Bedarfsplanung. Somit wird die Zahl der Niederlassungen für jede Region festgelegt. Da jedoch sehr viele ältere Hausärzte Nachfolger suchen, wäre dies eine gute Chance für die Jüngeren auf eine eigene Praxis mit kassenärztlicher Zulassung. Dennoch ist der Beruf des Hausarztes unter den Medizinstudenten eher unbeliebt und die Hauptargumente lauten: Zu geringe Verdienstmöglichkeiten, zu hohe finanzielle Belastung, hohe Arbeitsbelastung und kaum Möglichkeiten zur Work-Life-Balance. Außerdem wollen die meisten Jungen eher in Stadtnähe oder in der Stadt leben und arbeiten.

Gehälter und Verdienstmöglichkeiten von niedergelassenen und angestellten Ärzten

Auf der Suche nach Lösungen

Die Länder und Kommunen versuchen mit unterschiedlichen Lösungen dieses Problem anzugehen. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen startete ein Aktionsprogramm mit verschiedenen Handlungsansätzen. Unter anderem wird vorgeschlagen, Allgemeinmedizin zum Pflichtfach zu deklarieren und die Anzahl der Studienplätze zu erhöhen. Um Anreize für den Beruf des Hausarztes zu schaffen, denkt man über Zuschüsse nach, die nicht zurückgezahlt werden müssen und über Unterstützung, damit Hausärzte Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können. In Büsum versucht man junge Ärzte anzulocken, indem man ihnen ein festes Gehalt, eine Praxis in einem Ärztehaus und feste Arbeitszeiten offeriert. Die Ärzte müssen sich auch nicht um Aufgaben wie Verwaltung, Abrechnung, Personal oder EDV kümmern, denn das übernimmt die Gemeinde, die dafür eine gemeinnützige GmbH gründete.

In Brandenburg eröffneten Kliniken eine Medizinische Hochschule, um gegen den Ärztemangel vorzugehen. Im April 2015 startete die MHB (Medizinische Hochschule Brandenburg) mit 48 Studenten. Es handelt sich um eine private Hochschule, deren Finanzierung von drei Kliniken und anderen Krankenhäusern getragen wird. Weil die Hochschule privat ist, durften die Kriterien für die Auswahl der Studenten selbst festgesetzt werden. Hier wird somit nicht rein nach guten Noten ausgewählt, sondern den Gründern geht es in erster Linie darum, dass die Studierenden ernsthaft am Beruf des Arztes interessiert sind und ein Leben als Landarzt in Betracht ziehen. Die Bewerber müssen einige Fragen der Jury beantworten und zudem ein Motivationsschreiben abgeben.

Das Studium kostet 115.000 Euro, wobei ein finanzieller Anreiz für diejenigen geschaffen wurde, die bereits zu Beginn des Studiums die Verpflichtung eingehen, sich an einer der Kliniken zum Facharzt ausbilden zu lassen, die sich an diesem Projekt beteiligen. Für diese Studenten reduzieren sich die Kosten um 80.000 Euro.

Landarzt – ein Beruf der Leidenschaft erfordert

Viele der praktizierenden Hausärzte sind mit Herz und Seele in diesem Beruf tätig. Sie mögen die Nähe zu ihren Patienten, die sie oftmals von Kindheitsbeinen an kennen. Landärzte wissen nicht nur über die Krankengeschichten ihrer Patienten Bescheid, sondern sie nehmen ebenso an deren Lebensgeschichten teil. Dem Hausarzt wird in der Regel ein großes Vertrauen und Dankbarkeit entgegengebracht. Es ist keine Seltenheit, dass der Landarzt mit selbstgebackenen Kuchen, Obst aus dem Garten oder anderen kleinen Geschenken verwöhnt wird.

Wer mit Leidenschaft Hausarzt ist, erlebt den Beruf als erfüllend. Für die meisten Patienten ist es nicht selbstverständlich, dass der Arzt spät abends oder früh morgens einen Hausbesuch abstattet. Die Menschen fühlen sich gut versorgt und umsorgt und das bekommt der Hausarzt in verschiedener und individueller Form zu spüren. Die Patienten wissen den Einsatz ihres Hausarztes zu schätzen und es ist eher selten der Fall, dass jemand dieses Engagement überstrapaziert. Grenzen ziehen – das ist auch als Landarzt möglich und wird von den Patienten akzeptiert.

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