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Ärztevergleich – das verdienen Mediziner in Deutschland

Ärztevergleich – das verdienen Mediziner in Deutschland

Auch wenn in den letzten Jahrzehnten Renommee und gesellschaftliche Stellung der einst als Götter in Weiß bezeichneten Ärzte etwas zurückgegangen sind, der Beruf ist in Deutschland immer noch einer der angesehensten überhaupt. Und nicht nur das: Nach wie vor ist er auch einer der am besten bezahlten. 81.913 € pro Jahr verdienen Ärzte laut unserer Gehaltsdatenbank im Schnitt – unabhängig von Details, wie Position, Erfahrung, Fachrichtung oder Beschäftigungsstatus.

Doch schauen wir mal etwas genauer hin: Unter Berücksichtigung der Position und des Beschäftigungsstatus‘ zeigt unsere Datenbank, dass Assistenzärzte die Ärzte sind, die mit einem Jahresgehalt von durchschnittlich 58.122 € am wenigsten verdienen. Auch das ist nicht wenig, besonders wenn man bedenkt, dass es sich bei Assistenzärzten um jene Ärzte handelt, die im Anschluss an ihr Studium in Krankenhäusern beginnen und dort innerhalb von fünf bis sechs Jahren an ihrer Weiterbildung zum Facharzt arbeiten. Auf der anderen Seite sind die Assistenzärzte bereits voll in den täglichen arbeitsreichen und anstrengenden Schicht- und Bereitschaftsdienst des Krankenhauses integriert und übernehmen dabei wichtige Aufgaben in der Betreuung und Versorgung der Patienten. Anhand der folgenden Tabelle wird verdeutlicht, was Assistenzärzte der verschiedenen Fachrichtungen verdienen:

Gehaltstabelle Assistenzärzte nach Fachrichtung 2017

Wer mit Bestehen der Facharztprüfung die Ausbildung zum Facharzt erfolgreich abgeschlossen hat, wird in Zukunft auch ein höheres Gehalt bekommen – durchschnittlich 75.760 € im Jahr. Mit dem Facharzt-Titel besteht nun zudem die Möglichkeit, den klinischen Bereich zu verlassen und sich als Arzt niederzulassen, der auch Kassenpatienten behandeln darf. Niedergelassene Ärzte verdienen im Schnitt 93.116 € jährlich. Die folgende Tabelle zeigt die Durchschnittseinkommen aller Fachärzte – unabhängig davon, ob sie in einer Klinik oder Praxis arbeiten:

Gehaltstabelle Fachärzte nach Fachrichtung 2017

Beide Tabellen bestätigen, was man sowohl in Ärzte- als auch in Patientenkreisen schon länger weiß oder zumindest vermutet: Radiologen sind die Top-Verdiener unter den Fachärzten. Diese Entwicklung deutet sich ganz offenbar bereits innerhalb der Zeit als Assistenzarzt an. Auch die Neurologen und Kardiologen liegen in beiden Karrierephasen auf den vorderen Plätzen. Lediglich die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte konnten sich in der Facharzt-Statistik dazwischen schieben und die Dominanz der drei genannten Fachrichtungen durchbrechen.

Neben der Fachrichtung hat auch die Erfahrung bedeutenden Einfluss auf die Höhe des Einkommens. Und da diese in der Regel mit steigendem Alter einhergeht, ist das Gehalt nach einer Studie des internationalen Medizin-Portals Medscape aus dem Jahr 2015 der Ärzte über 40 Jahre im Schnitt um 75 % höher als das der Kollegen, die jünger als 40 sind.

Führungspositionen im Krankenhaus

Neben ausreichend Erfahrung, sind auch exzellente Leistungen notwendig, um in der Krankenhaus-Hierarchie aufzusteigen. Denn wer sich als Facharzt auszeichnet, hat die Chance dort Oberarzt zu werden und die Leitung einer Station oder Abteilung zu übernehmen. Dieser Aufstieg bedeutet selbstverständlich auch gehaltstechnisch einen Sprung. So verdienen Oberärzte laut unserer Datenbank im Schnitt 114.345 € pro Jahr. Darüber gibt es sowohl hierarchisch als auch gehaltstechnisch – zumindest auf ärztlicher Seite – nur noch Chefärzte. Sie sind für einen ganzen medizinischen Bereich verantwortlich und stehen den verschiedenen Oberärzten ihrer Stationen vor.

Die hohe Verantwortung dieser Position spiegelt sich auch im Verdienst wider: Chefärzte verdienen laut unserer Gehaltsdatenbank durchschnittlich 181.625 € jährlich. Übernehmen diese zusätzlich die Aufgaben eines Ärztlichen Direktors (ÄD) kann das auch zu einem leichten Anstieg der Bezüge führen. Ein Ärztlicher Direktor kümmert sich eher um übergeordnete Aufgaben und Organisatorisches. Dabei ist er das Bindeglied zwischen Krankenhausmanagement bzw. -verwaltung und der Ärzteschaft.

Die Gehaltszahlen der Führungspositionen im Krankenhaus machen deutlich, dass auch Personalverantwortung das Gehalt steigert. Denn viele Oberärzte und alle Chefärzte verfügen über diese.

Tarifbindung?

Sind Ärzte in Universitätskliniken oder kommunalen Krankenhäusern beschäftigt, richtet sich ihr Gehalt nach dem jeweiligen Tarifvertrag. Zum Grundgehalt kommen Zulagen für Schicht- und Bereitschaftsdienste sowie Zuschläge für spezielle Aufgaben. Einige Betreiber privater Kliniken, wie z. B. Asklepios oder Helios, haben eigene Tarifverträge, nach welchen sie ihre Ärzte entlohnen. Übrigens: Viele Ärzte, besonders ältere, verdienen sich nebenberuflich z. B. durch Gutachtertätigkeiten oder Vorträge ein Zubrot.

Ist die hohe Bezahlung gerechtfertigt?

Berücksichtigt man die Bedeutung und fachliche Herausforderung der ärztlichen Arbeit, so ist es nachvollziehbar, dass diese auch überdurchschnittlich entlohnt werden muss. Hinzu kommen Belastungen, wie z. B. 24-Stunden-Dienste, Schichtdienste und Bereitschaftsdienste. Dass es auf der anderen Seite in den Augen vieler auch völlig überbezahlte Ärzte gibt, ist z. B. angesichts von millionenschweren Schönheitschirurgen ebenfalls nachvollziehbar.

Dass sich jedoch laut oben bereits erwähnter Medscape Studie 59% der befragten deutschen Ärzte für ihre Arbeit nicht gerecht bezahlt fühlen, dürfte bei der Mehrheit wohl wenig Verständnis hervorrufen. Obwohl es selbstverständlich im Verhältnis zu Einsatz und Aufwand deutlich unterbezahlte Ärzte gibt, überrascht dieser hohe Anteil an vermeintlich nicht ausreichend bezahlten Medizinern doch. Aber letzten Endes sind auch Ärzte nur Menschen – und eben keine Götter in Weiß. Und in welcher Berufsgruppe fühlt sich nicht die Mehrheit zu schlecht bezahlt? Von daher ist dieser hohe Wert am Ende vor allem eins – nur menschlich.


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Quellen:
Medscape
Praktischarzt.de

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