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Max-Planck-Institut, -Gesellschaft & Co.: Gehalt, Karriere und Jobs

Eine junge Forscherin in einem Labor führt mit einem Mikroskop Untersuchungen durch.

Ohne Wissen kein Fortschritt – das ist wohl den meisten Menschen bewusst. Neues Wissen ist häufig das Ergebnis jahrelanger Forschung und harter Arbeit, meist angetrieben durch die Neugier von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, unser Wissen zu erweitern und die Forschung stetig voranzutreiben. Um das zu erreichen, rekrutiert sie unter anderem die genialsten und vielversprechendsten Wissenschaftler der Welt – bereits 20 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger haben in ihren Reihen geforscht.

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist Deutschlands erfolgreichste Forschungsorganisation, zu der mittlerweile 86 wissenschaftlich unabhängige Institute und Einrichtungen gehören, die Grundlagenforschung in den Bereichen Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft und Sozialwissenschaft betreiben. Die Gesellschaft konzentriert sich unter anderem auf besonders innovative Forschungsgebiete. So gibt es beispielsweise das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, das Institut für Neurobiologie in München und das Institut für Infektionsbiologie in Berlin.

Die Max-Planck-Gesellschaft ist eine gemeinnützige Organisation in Form eines eingetragenen Vereins, dessen Generalverwaltung in München sitzt. Im Jahr 2019 zählt sie 29.963 wissenschaftliche sowie nicht-wissenschaftliche Beschäftigte. Finanziert wird der Verein größtenteils aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern sowie durch private Spenden.

Doch welche Jobs gibt es bei der Max-Planck-Gesellschaft überhaupt? Und welche Gehälter sind zu erwarten? Der folgende Artikel beschäftigt sich mit diesen und weiteren Fragen.

Chronik der Max-Planck-Gesellschaft

Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1948, wird die Max-Planck-Gesellschaft auf Betreiben der britischen Alliierten aus den Trümmern der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) gegründet. Die KWG nimmt im Jahr 1911 erstmals ihre Arbeit auf, mit dem Ziel, Universitäten und Akademien durch naturwissenschaftliche Forschung zu unterstützen. In den Folgejahren wächst der Vorgänger der Max-Planck-Gesellschaft stark an, immer neue Institute werden gegründet und neue Forschungsgebiete erschlossen. In den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft werden einige der Kaiser-Wilhelm-Institute für kriegswichtige Forschungsaufgaben in Dienst genommen, die Gesellschaft als Ganzes verliert ihre Unabhängigkeit und einzelne Wissenschaftler verletzen grundlegende ethische Regeln. Aus diesem Grund drängen die Alliierten nach dem Krieg auf eine Auflösung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

Um jedoch das wissenschaftliche Kapital zu sichern und in demokratische Strukturen zu überführen, übernimmt im Jahr 1945 der ehemalige Präsident Max Planck mit 87 Jahren erneut die Leitung der KWG und begleitet deren Auflösung sowie die Gründung einer neuen Gesellschaft, die heute seinen Namen trägt. Die Max-Planck-Gesellschaft übernimmt den Zweck ihrer Vorgänger-Gesellschaft, Forschung durch den Betrieb eigener Institute voranzutreiben. In den Aufbaujahren bis 1960 nimmt der Verein sukzessive die Institute und das Vermögen der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft auf. In den darauffolgenden Jahren werden zahlreiche neue Institute gegründet und innovative, aufwändige Forschungsrichtungen aufgegriffen, beispielsweise die Weltraumforschung und die Radioastronomie. Auch Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften, die bisher von der Forschung großflächig vernachlässigt worden waren, integriert die Max-Planck-Gesellschaft in ihr Forschungsspektrum.

In den 1970er-Jahren erreicht die Forschungsorganisation aufgrund limitierter finanzieller Mittel die Grenzen des Wachstums: Einige Institute müssen schließen, viele Personalstellen werden abgebaut oder umgewidmet. Doch um zu verhindern, dass der wissenschaftliche Fortschritt stagniert, erhalten die Institute ab dem Jahr 1978 verstärkt zusätzliche öffentliche Mittel. Knapp zehn Jahre später beschließen die Regierungschefs von Bund und Ländern eine jährliche Aufstockung des Haushalts der Max-Planck-Gesellschaft über die nächsten Jahre. So ist es der Gesellschaft möglich, weiter zu wachen und nach der Wiedervereinigung auch Institute in den neuen Bundesländern zu eröffnen.

Nach der Jahrtausendwende treibt die Max-Planck-Gesellschaft besonders die Internationalisierung und verschiedene Bildungsprogramme voran und kann sich heute mit den größten Forschungsinstituten der Welt messen.

Ausbildung bei der Max-Planck-Gesellschaft

Die Max-Planck-Gesellschaft bietet insgesamt etwa 30 verschiedene Ausbildungsberufe an. Dieses außergewöhnlich breite Spektrum ist den verschiedenen Instituten mit unterschiedlichsten Forschungsschwerpunkten zu verdanken. Rund 80 Prozent der Institute und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie die Generalverwaltung beteiligen sich an den Berufsausbildungsprogrammen. Zusätzlich haben sich einzelne Institute mit Partnerunternehmen in ihrer Region zu Verbünden zusammengeschlossen, um weitere Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen.

In folgenden Bereichen kann eine Ausbildung bei der Max-Planck-Gesellschaft begonnen werden:

Neben regulären Bewerbern bietet die Max-Planck-Gesellschaft auch schwerbehinderten Jugendlichen die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. Welche Institute diese speziellen Ausbildungen anbieten, kann auf der jeweiligen Internetseite recherchiert werden.

Auch bei den regulären Ausbildungen muss beachtet werden, dass nicht alle 30 Ausbildungsberufe an allen Standorten erlernt werden können. Auch hier kann auf der jeweiligen Internetseite das entsprechende Angebot recherchiert werden.

Einige Beispiele für Ausbildungsberufe bei der Max-Planck-Gesellschaft sind:

Für die Zeit nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung bestehen laut der Max-Planck-Gesellschaft gute Übernahmechancen. Bei der Bezahlung der Auszubildenden richten sich der Verein und seine Institute nach den Regelungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Duales Studium und Praktika bei der Max-Planck-Gesellschaft

Neben dem umfangreichen Ausbildungsprogramm bieten einige Institute, in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen, ein duales Studium an. So kann man beispielsweise beim Max-Planck-Institut in München ein duales Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik oder beim Institut in Mosbach ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Industrie absolvieren.

Auch Praktikanten bietet der Verein eine Vielzahl an Möglichkeiten: Studierende und Abiturienten mit überdurchschnittlich guten Noten können in einem der Institute erste praktische Erfahrungen sammeln und in verschiedene Berufe hineinschnuppern. Außerdem bietet die Max-Planck-Gesellschaft Studierenden die Möglichkeit, ihre Bachelorthesis bzw. Masterthesis unter Supervision an einem der Institute zu schreiben. Auch Doktoranden werden an einigen Standorten betreut und während dieser Zeit mit ca. 25.000 Euro brutto im Jahr vergütet. Hier muss jedoch ebenfalls beachtet werden, dass die Angebote vom jeweiligen Institut und dessen Forschungsschwerpunkt abhängen.

Jobs und Gehälter bei der Max-Planck-Gesellschaft und in deren Instituten

Die Max-Planck-Gesellschaft betreibt eine Vielzahl an Forschungsinstituten, sowohl in ganz Deutschland als auch im Ausland. Den unterschiedlichen wissenschaftlichen Schwerpunkten dieser Institute ist zu verdanken, dass das Jobangebot sehr vielfältig ist und die Karrierechancen gut sind. Die wissenschaftlichen Angestellten arbeiten in einem internationalen und äußerst innovativen Umfeld und bekommen von ihrem Arbeitgeber ausgezeichnete Bedingungen für ihre Forschung geboten. Aber auch auf nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter, die im Hintergrund arbeiten, sind die Max-Planck-Institute angewiesen. So muss man kein Pionier in einer wissenschaftlichen Disziplin sein, um in der Forschungsorganisation erfolgreich arbeiten zu können. Egal ob Tierpflege, IT oder Verwaltung – es bieten sich viele andere Berufswege abseits der Wissenschaft.

Da in den verschiedenen Max-Planck-Instituten eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsgruppen beschäftigt ist, stellt die folgende Übersicht einiger Berufe und deren beispielhafter Jahresbruttogehälter einen Querschnitt durch die gesamte Organisation dar:

Führungspositionen

Weitere Berufe

Da die Max-Planck-Gesellschaft überwiegend mit staatlichen Geldern finanziert wird, richtet sich die Bezahlung ihrer Angestellten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Hier sind neben den Gehältern beispielsweise auch Sozialleistungen und Angestelltenverhältnisse geregelt. Auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterliegen diesen Tarifbestimmungen. Die jeweiligen Entgelte lassen sich mithilfe von Vergütungstabellen bestimmen, die gleichermaßen in 15 Entgeltgruppen und sechs Gehaltsstufen unterteilt sind. Diese steigen je nach Qualifikation, Beschäftigungsjahren und Berufserfahrung an.

Aktuelle Jobs bei der Max-Planck-Gesellschaft

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Von Leistungsdruck, Hierarchien und Angst – wie sind die Arbeitsbedingungen bei der Max-Planck-Gesellschaft?

Auch eine renommierte Forschungsorganisation wie die Max-Planck-Gesellschaft ist nicht frei von Skandalen. Dass die Wissenschaft ein hartes Terrain ist, hört man immer wieder: Ein Hoher Leistungsdruck, ein ausgeprägter Konkurrenzkampf und Neid sind im Arbeitsalltag vieler Forscherinnen und Forscher allgegenwärtig. Auch die Angestellten der Max-Planck-Institute bleiben davon nicht verschont. So berichten Medien im Jahr 2018 beispielsweise von einem Vorfall in einer Forschungseinrichtung in Sachsen: Die Direktorin des Instituts soll eine Mitarbeiterin aufgrund ihrer Schwangerschaft beschimpft und unter Druck gesetzt haben. Die Anwälte der besagten Direktorin weisen damals alle Vorwürfe zurück, doch auch andere Mitarbeiter berichten immer wieder von Schikanen ihrer Chefin, die sich besonders gegen schwangere Frauen gerichtet haben sollen. Dies lässt das Bild der Gleichberechtigung von Mann und Frau, auf die laut der Organisation sehr viel Wert gelegt wird, ins Wanken geraten. Auch ein Vorfall am MPI für Astrophysik in München geht im gleichen Jahr durch die Presse: Hier werfen zwei Mitarbeiterinnen ihren Vorgesetzten sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vor, weitere Mitarbeiter sprechen von Mobbing unter Kollegen.

Beide Vorfälle legen ein Kernproblem offen: die ausgeprägten hierarchischen Strukturen, nicht nur in den Forschungsinstituten der Max-Planck-Gesellschaft, sondern in weiten Teilen der Wissenschaft. So sind Jungforscher stark abhängig von ihren Vorgesetzten und deren Empfehlungen, viele haben Angst um ihre Karriere und melden etwaige Vorfälle aus diesem Grund nicht. Hinzu kommt, dass viele Betroffene oft nicht wissen, wohin sie sich mit ihren Problemen wenden können, da es dafür zuständige Instanzen entweder gar nicht gibt oder deren Existenz nicht ausreichend kommuniziert wird.

Festzuhalten ist jedoch, dass diese Vorfälle auf einzelne Institute und Mitarbeiter zurückzuführen sind und keinen Rückschluss auf ein generelles strukturelles Problem in der Max-Planck-Gesellschaft zulassen. Zudem hat man bereits Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass sich solche Situationen wiederholen. So wurde beispielsweise in dem betroffenen Institut in München eine externe Kanzlei hinzugezogen, an die die Angestellten ihre Beschwerden richten können. Außerdem soll allgemein besser kommuniziert werden, wie die entsprechenden Anlaufstellen zu erreichen sind. Dennoch ist die Forschungsbranche ein Mikrokosmos mit eigenen Regeln und Gewohnheiten. So bleibt also abzuwarten, ob die Maßnahmen, die der Verein ergriffen hat, ausreichend sind, um besonders für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein besseres Arbeitsklima zu schaffen.

 

Quellen:

Glassdoor

Kununu.de

Mpg.de

Neuro.mpg.de

Öffentlicher-dienst.info

Spiegel.de

Sueddeutsche.de

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