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Grippewelle im Büro: Das können Sie tun

Grippewelle im Büro: Das können Sie tun

Das Winterhalbjahr ist die Zeit für saisonale Grippewellen in Mittel- und Nordeuropa und damit auch bei uns in Deutschland. Alle Jahre wieder sucht uns die Grippe im Januar oder Februar heim und infiziert Schätzungen zufolge 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Die Viren machen natürlich vor der Bürotür nicht halt. Wie Sie sich 2019 vor einer Ansteckung mit der berüchtigten Influenza im Büro schützen können, was es zu vermeiden bzw. zu tun gilt, um einer Grippeansteckung bestmöglich zu entgehen, und wie Sie sich im Krankheitsfall am besten verhalten*, lesen Sie im Nachfolgenden.

Fakten zur Grippe und influenzatypische Symptome

Acht bis zehn Wochen hält eine Grippewelle durchschnittlich an. Sie schwankt allerdings jährlich in der Stärke ihrer Ausprägung und kann auch deutlich länger anhalten. War die Grippe-Saison 2013/2014 mit rund 3.000 Krankenhauseinweisungen eher ruhig, wütete die Influenza die Saison davor (2012/2013) deutlich erbarmungsloser und führte zu ca. 30.000 Krankenhauseinweisungen und geschätzten 20.000 influenzabedingten Todesfällen in Deutschland (Diese Zahl ist eine Schätzung auf Grundlage eines statistischen Berechnungsverfahrens, da viele mit Influenza in Zusammenhang stehende Todesfälle ansonsten nicht als solche erkannt bzw. labordiagnostisch bestätigt werden). Pro Jahr wird die Zahl der Arztbesuche, die die jährliche Grippewelle hervorruft, zwischen einer und sieben Millionen geschätzt. Besonders ältere Menschen und Kleinkinder sind die Gruppen der Bevölkerung, die eine influenzabedingte Krankenhauseinweisung erhalten. Von der Influenza verursachte Todesfälle beschränken sich vorherrschend auf die hohen Altersgruppen.

Während die Inkubationszeit durchschnittlich nur ein bis zwei Tage beträgt, liegt die Krankheitsdauer mit fünf bis sieben Tagen deutlich höher. Diese ist jedoch von mehreren, zum Teil individuellen, Faktoren abhängig (allgemeiner Gesundheitszustand, mögliche Grunderkrankungen usw.) und kann auch länger sein. Hinzukommt, dass das Immunsystem durch die Influenza häufig so geschwächt ist, dass weitere Krankheitserreger leichtes Spiel haben und letztlich die gesamte Krankheitsdauer in die Länge gezogen wird.

Doch wie sieht die Symptomatik konkret aus? Ein plötzlicher Beginn der Krankheit, markiert durch die influenzatypischen Symptome Fieber, Halsschmerzen, Husten oder auch Kopf- und/oder Muskelschmerzen, zum einen. Zum anderen können Schweißausbrüche, Schwäche sowie Schnupfen, seltener Durchfall und Übelkeit/Erbrechen auftreten. Allerdings lösen auch viele weitere, häufig ebenfalls virologische Atemwegserkrankungen diese bzw. eine ähnliche Symptomatik aus und nicht alle Influenza-Infizierten weisen eine typische Symptomatik auf. Nur selten kommt es zu schweren Verläufen der Krankheit, die allerdings schon oft nach ca. drei bis zehn Tagen nach Symptombeginn als eben solche identifiziert werden und in erster Linie Personen mit Grundkrankheiten und ältere Personen treffen.

Übertragungswege und Vermeidung einer Ansteckung

Grippeviren, auch die der Influenza, werden über die Tröpfcheninfektion auf andere Menschen übertragen. Diese erfolgt meist beim Husten oder Niesen in geringer Distanz zum Gegenüber und verläuft über die Schleimhäute und Atemwege. Doch dies ist nicht der einzige Infektionsweg. Auch eine Übertragung bei direktem Kontakt der Hände mit kontaminierten (virushaltigen) Oberflächen und darauffolgendem Hand-Nasen-/Hand-Mund-Kontakt ist möglich.

Daher wird Folgendes empfohlen, um eine Ansteckung zu verhindern:

  • Regelmäßiges und gründliches Waschen der Hände
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Wunden schützen
  • Im Krankheitsfall Abstand zu anderen halten
  • Hygienischer Umgang mit Lebensmitteln
  • Geschirr und Wäsche heiß waschen (60°C)
  • Regelmäßiges Lüften
  • Auf ein sauberes Zuhause achten

Wer sich auch oder besonders im Büro an diese einfachen Regeln hält, minimiert die eigene Ansteckungsgefahr ebenso wie, bei einer eigenen Grippeerkrankung, die Infektion von anderen durch einen selbst.

Wer sich impfen lassen sollte

Die Grippeschutzimpfung gehört zu den bekanntesten und die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Influenza für folgende Personengruppen:

  • alle Personen ab 60 Jahren
  • Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie beispielsweise Herz- oder Kreislaufkrankheiten, chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Diabetes, Leber- oder Nierenkrankheiten, andere Stoffwechselkrankheiten oder chronische neurologische Grundkrankheiten wie angeborene oder erworbene Immundefizienz, Multiple Sklerose oder HIV)
  • Bewohner von Pflege- und Altenheimen
  • Personen, die selbst eine mögliche Infektionsquelle für im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Personen, die Teil der genannten Risikogruppen sind, darstellen können

Darüber hinaus rät die STIKO aufgrund beruflicher Risiken Personen mit erhöhter Gefährdung (wie medizinischem Personal in Krankenhäusern oder Praxen) sowie Personen, die in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr (z. B. Schulen oder Ämter) arbeiten, sich impfen zu lassen. Auch Personen, die direkten Kontakt zu Wildvögeln und/oder Geflügel haben, sollten zum Impfarzt gehen. Seit 2010 empfiehlt die STIKO die saisonale Influenzaimpfung für alle Frauen, die während des Winterhalbjahres und damit während der Influenzasaison schwanger sind.

Wann sollte man sich gegen die saisonale Influenza impfen lassen? Bis der Impfschutz nach einer Impfung vollständig aufgebaut ist, vergehen 10 bis 14 Tage. Da die jährliche Grippewelle in Deutschland in den letzten Jahren häufig mit Beginn des neuen Jahres kam, ist die Empfehlung, sich schon in den Monaten Oktober oder November vorsorglich impfen zu lassen, um gut gerüstet in die Grippe-Saison zu starten. Ist es dafür schon zu spät, keine Panik. Auch eine spätere Impfung ist sinnvoll, da es Grippesaisons gibt, die mehr als eine Influenzawelle bereithalten.

Was tun bei Grippe?

Hat die Grippe Sie trotz Vorsicht erwischt, heißt es, nach einem Besuch beim Arzt, auf Abstand gehen und sich in Ruhe auskurieren. Der (enge) Kontakt zu anderen Menschen sollte möglichst vermieden werden. Insbesondere zu Schwangeren, Kindern, chronisch Kranken und älteren Menschen sollten Sie Distanz wahren, um sie nicht einem größeren Infektionsrisiko auszusetzen als nötig. In der akuten Phase der Erkrankung bleiben Sie zu Hause und während der gesamten Zeit halten Sie die persönliche Hygiene besonders gut ein. Häufiges Händewaschen bzw. Desinfizieren der Hände ist hier von zentraler Bedeutung, ebenso wie die Benutzung von Einwegtaschentüchern, die im besten Fall regelmäßig in einen Abfalleimer entsorgt werden, sodass die mit Viren kontaminierten Taschentücher endgültig verschwinden. Wenn möglich, sollte der Partner in einem anderen Raum schlafen. Nicht nur regelmäßiges Fiebermessen ist hilfreich, um den Verlauf der Krankheit im Auge zu behalten, auch wiederkehrendes Lüften ist sinnvoll. Das verringert die Anzahl der potentiell erregerhaltigen Tröpfchen in der Luft und ist gut fürs Immunsystem. Werden die Beschwerden mehr und nicht weniger, nehmen Sie am besten (noch einmal) den Weg zum Arzt auf sich. Dies gilt besonders für Kinder, ältere Menschen, Schwangere und chronisch Kranke.

Mit Grippe zur Arbeit?

Gründe bzw. vermeintliche Gründe, um nicht vollkommen gesund oder gar krank zur Arbeit zu gehen, gibt es scheinbar viele: Personalmangel, Leistungsdruck oder das Einhalten von Deadlines, um nur einige zu nennen. Angeschlagen oder tatsächlich schon bzw. noch erkrankt zu arbeiten, kann allerdings nicht nur gesundheitliche Folgen für Sie selbst haben, sondern auch für Ihre Kollegen. Wer seine Viren nicht auf andere übertragen möchte, sollte wissen, dass Ihre Infektiosität (die Dauer der Ansteckungsfähigkeit) im Mittel ab dem Moment, in dem Sie selbst die ersten Symptome gezeigt haben, ca. vier bis fünf Tage beträgt. Kinder können sogar noch einige Tage länger ansteckend sein und sollten nicht zu früh zurück in Kindergärten oder Schulen geschickt werden, wo die Ansteckungsgefahr für alle Beteiligten (Kinder, Eltern, Lehrer und Erzieher) aufgrund der Menschenmenge und dauerndem Kontakt zu anderen sowieso schon relativ hoch ist. Bemerken Sie, dass ein kranker Kollege zur Arbeit erscheint, ermutigen Sie ihn, sich im Sinne der Gesundheit des ganzen Büros zuhause auszukurieren. In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!

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Quellen:

Bundesministerium für Gesundheit
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Robert Koch Institut

* Dieser Artikel ersetzt keinen ärztlichen Befund.

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